07.03.2013 Hahahahahahahahahahahaha … puhhhh!!!

Was hab ich jetzt gerade gelacht. Nee, ehrlich das war ein wirklich erfrischender Lachanfall und die einzig adäquate Reaktion auf das Geschehen. „Ich habe es geahnt“, „Ich hab es ja gewusst!“, „Ich hab’s dir doch gesagt.“ drückt nicht annähernd aus, was gerade in meinem Kopf abgeht. Und dabei hab ich’s gestern extra noch dem Papa gesagt. Folgendes Szenario spielte sich ab:

Den ganzen gestrigen Tag war Babys Windel nur mit Pusche gefüllt worden, das entscheidende Geschäft fehlte. „Na und?“ mag sich da der ein oder andere denken, was soll’s. „Macht er’s halt heute!“ Grundsätzlich ja! Stillbabys können immerhin bis zu neun Tage ohne nennenswerten Stuhlgang sein. Davon hat der kleine Mann aber noch nie was gehört, geschweige denn, das er sich daran zu halten gedenkt. Der muss täglich – wenn er lustig ist, auch gerne mehrmals. Dementsprechend – ich glaube ich erwähnte es eingangs kurz – ahnte ich, was uns heute morgen erwarten würde und ich wies den Papa auch mit folgenden Worten gestern Abend beim letzten Wickeln darauf hin: „Du, der hat heute den ganzen Tag nichts gemacht. Wenn du ihn also morgen früh blubbern hörst, musst du aus dem Bett springen wie ein geölter Blitz.“

Was soll ich sagen – er tat es nicht. Auch meinem nach Babys angestrengtem Gestöhne und Gesichtverziehen geäußerten dezenten Hinweis, der kleine Mann würde dem Papa gerade ein schönes Ei vorbereiten, schenkte er kein Gehör und kuschelte fröhlich weiter. Nun, ich musste aufstehen, noch immer wartete schließlich meine spannende Hausarbeit auf mich und so überließ ich die beiden ihrem Spiel. Irgendwann blubberte es dann wohl gewaltig in der Hose und statt sofort zu wickeln, wartete der Papa noch fünf Minuten und dann tönte es aus dem Schlafzimmer: „Ach du Scheiße!“

Ja! Im wahrsten Sinne des Wortes. Ein fröhlich quietschendes Baby lag auf dem Wickeltisch in seiner Windel, aus der es an allen Seiten hervorquoll und ein leicht überforderter Papa stand verschmitzt grinsend daneben und sagte: „Ich wollte warten, ob noch was hinterherkommt!“

Fein! – Und wo bitte hätte das noch hingesollt? Das ist eine Windel und kein schwarzes Loch! 😀

© frhoppe 07.03.2013

13.02.2013 Die Rache des Geimpften!

Heute Morgen erwachte ich von dem fröhlichen Gurren meines hellwachen Babys. Fröhlich lachte mich das Knutschbündel im Schlafsack an, allein wirkte dieses Lachen heute ein wenig verschmitzt, wissend gar. Meine Nase hätte mir wohl verraten, was mich erwarten würde, nur die ist ja immer noch zu. Als jedoch das Kind auf typische Weise mit den Beinen strampelte, schwante mir, dass ein Windelwechsel dringend angeraten sei und das Kind hatte mich nicht beschissen – sondern stattdessen sich!

Und zwar so richtig. Das Zeug war überall. Bis in den Nacken hoch, an den Beinen und durch das begeisterte morgendliche Strampeln so richtig schön in den Body eingearbeitet – sogar durchgearbeitet, der Schlafanzug war auch waschreif. Und mit einem breiten, zufriedenen Grinsen, das sagte: „Das hab ich doch gut gemacht!“, tunkte der kleine Mann seinen Ellenbogen in die Sauerei. Ich gebe zu, ich wusste kurz nicht mehr, wo anfangen und wo weitermachen. Aber es blieb ja nur eine Option: Alles runter, Kind in die Badewanne! Dieses taten wir – natürlich diesmal unter Gebrüll – und als ich ihn danach liebevoll mit dem Handtuch abrieb, wurde mir ganz warm ums Herz. Nicht weil ich mein kleines Bündel so sehr liebe, sondern weil er mich anpinkelte. Und zwar nicht nur mich sondern auch die gerade frisch aufgelegte Wickelauflage – die andere war ja im wahrsten Sinne des Wortes beschissen. Kaum hatten wir ihm eine neue Windel angelegt, entschied der kleine Mann er sei noch nicht leer, die Windel dafür aber umso leerer. Also fröhlich reingemacht. Insgesamt brauchten wir vier Windeln, bis er eine saubere an und zu hatte. Das Anziehen war dann ein Kinderspiel. Erschöpft legte ich den kleinen Mann in sein Bettchen und hatte ihm gerade seine Spielkette befestigt, als es gewaltig in der Windel donnerte. Und ich schwöre, vorher hat der Kleine mich provokativ angelacht. Also wieder runter mit den Klamotten – ich hatte leichtsinnigerweise einen im Schritt nicht zu knöpfenden Strampler ausgewählt – und das Kind frisch gewickelt. Und raten Sie mal … jap … er strampelte so lange bis sein Sicherheitstaschentuch verrutscht war uuuuund pinkelte mich an … und die Wickelunterlage wieder voll. Und weil das alles noch nicht reichte, vollzog er diese Attacke beim nächsten Wickeln erneut, nur dass er diesmal weder mich, noch die Wickelunterlage, sondern sich selbst voll pinkelte. Freude schöner Götterfunken – die dritte Wäschegarnitur und es war noch nicht mal neun.

Bilanz dieses Morgens also: 3 Wickelunterlagen, 9 Windeln, eine halbe Packung Feuchttücher und ebenso viele Taschentücher, 2 Bodys, 1 Pulli, 1 Schlafanzug und 2 Strampler verbraucht. Und warum bin ich so sicher, dass das die Rache für die gestrige Qual war? Das provokative Lachen hätte ich mir ja noch einbilden können, aber als ich diese Geschichte seiner Oma erzählte, lachte der kleine Mann so herzhaft wie den ganzen Tag nicht! Und ich muss jetzt Wäsche aufhängen!

© frhoppe 13.02.13

24.01.2013 Wie machst du das immer?

Es sind heute mal alle anderen Eltern aufgefordert, mich aufzuklären, denn ich finde ganz ehrlich keine Antwort. Es ist mir nämlich schlechterdings unmöglich, irgendeine Erklärung dafür zu finden, wie unser Sohn es schafft, sich jeden Tag so einzusauen.

Beim Gesicht sehe ich das ja noch ein. Immerhin futtert der kleine Mann mit vollem Körpereinsatz, von der Sabberei mal ganz zu schweigen. Bei der Begeisterung kann schon mal was daneben gehen. Ich bin schon dran gewöhnt, ihm täglich die Milchreste hinterm Ohr und aus den Halsfalten wegzukratzen. Und auch, dass wir bei jedem Bad immer darauf achten müssen, auch wirklich jede Geheimfalte zu erwischen, wissen wir mittlerweile ganz genau. Aber eines ist mir doch schleierhaft: Jeden Morgen, wenn wir aufwachen und der kleine Mann zwischen uns liegend, fröhlich mit seinen Armen fuchtelt, bin ich erstaunt über den Dreck, der sich nicht nur an seinen kleinen Patschehändchen befindet, sondern sogar unter seinen Fingernägeln. Ernsthaft. Wie macht er das? Ich meine es ist ja nicht so, als wäre er mit seinen 10 Wochen schon viel allein unterwegs. Er wird getragen! Immer! Überall hin! Und wenn er nicht getragen wird, dann liegt er in der Wiege oder auf seiner Krabbeldecke. Okay, die Decke hat ein Dschungelthema, aber das erklärt auch nicht, warum seine Hände aussehen, als hätte er den Trainingsparcours der US-Armee absolviert. Da sind überall Fussel – in jeder Falte seiner Hand, zwischen den Fingern. Ich frage mich langsam, ob seine Handinnenflächen nicht vielleicht aus demselben Material gefertigt sind, wie diese Fusselbürsten, wo der Dreck dran haften bleibt. Und dann seine Fingernägel … die sind schwarz! Komplett!!! Und es ist nicht so, dass man sagen könnte, das hätte sich angesammelt. Denn jeden Morgen fange ich an, erst seine Finger fusselfrei zu machen und dann mühsam diese winzig kleinen Nägel zu säubern, unter die nur der eigene Fingernagel passt. Und ich weiß ganz genau, morgen früh werden seine Finger wieder ganz genau so aussehen.

Das einzige, was an diesem Baby wirklich sauber ist, sind seine Füße. Und das auch nur so lange, wie er braucht, um sie beim Wickeln in seine vollgemachte Windel zu stecken.

© frhoppe 24.01.13