Das Laufenlernen – Teil 1

Um laufen zu lernen, musste unser kleiner Mann erst einmal etwas anderes beherrschen, nämlich das Krabbeln. Bei meinem letzten Eintrag waren wir ja gerade erst soweit, dass der Gnom sicher sitzen konnte und von dort aus robbend in die Gegend startete. Einige Tage später traute ich meinen Augen kaum, als er sich plötzlich in den Vierfüßlerstand erhob, dann auf die Knie und sich schließlich an unserer Schrankwand hochzog und freudig dort stand. Und das noch BEVOR er krabbeln konnte – das gab natürlich den Mutmaßungen, er werde laufen bevor er krabbelt, neues Futter.

Es blieb jedoch bei den ersten Stehversuchen, zumindest in Sachen laufen, denn erst einmal entschied sich unser Sonnenschein, dass Umzugsvorbereitungen der perfekte Rahmen für den Beginn mit dem Krabbeln seien, denn binnen weniger Tage war er kaum noch zu bremsen. Die ganze Wohnung gehörte ihm und seinen kleinen, mittlerweile bläulich gefleckten Beinchen, denn auch Türschwellen wurden gnadenlos überrannt – im Übrigen blieb es bei dieser Haudrauf-Krabbeltechnik … wenn Baby irgendwohin möchte, dann geht die Reise los, gleichgültig wie viele Bauklötzer ihm im Weg liegen – und am Ende des Tages war ich immer ein wenig schockiert über das Aussehen seiner Schienbeine, aber den kleinen Mann schien es so gar nichts auszumachen, Hauptsache seine Reichweite wurde nicht eingeschränkt. Ich kann dazu bei allem Stolz nur sagen: Eine Wohnung krabbelsicher zu machen während eines Umzugs, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Sogar sein Fort aus Kisten – immerhin immer zwei Bananenkisten übereinander –, dass ich ihm auf dem Bett gebaut hatte, damit ich – im selben Zimmer befindlich – weitere Kisten packen konnte, begann er zu erklimmen, kaum dass ich ihm einmal den Rücken zukehrte.

© frhoppe 04.01.2014

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01.07.2013 Ich will diese Waschtasche!

Da sowohl der Papa als auch ich den kleinen Mann heute nur sehr wenig gesehen haben, gönnten wir uns vor dem Schlafengehen noch ein wenig Kuschelzeit. Nun, was soll ich sagen – gekuschelt wurde jetzt nicht soviel, dafür war Baby viel zu beschäftigt damit, sowohl mir als auch dem Papa seine kleinen nackten Füße ins Gesicht und in die Rippen zu stecken. Das war natürlich keine Absicht, sondern ein Nebenprodukt der Bemühungen, die Waschtasche am anderen Ende des Bettes zu erreichen.

Diese Waschtasche ist nämlich toll! Sie ist nicht nur rot-weiß gestreift – rot ist ja die Farbe, die Babys als erstes und am deutlichsten erkennen – sondern die hat neben zwei Reißverschlüssen mit Bändel dran auch noch einen total coolen offenen Metallring, mit zwei Kugeln am Ende, der suuuper in den Mund passt. Diese Tasche nun war Objekt von Babys Begierde, nur befand sie sich eben leider am anderen Ende des Bettes. Der kleine Mann versuchte nun alles, wirklich alles, um daran zu kommen. Zunächst stieß er sich von allem ab, an dem seine Füßchen Halt fanden – Rippen, Gesicht, Beine und mehr – als dies jedoch nicht den gewünschten Erfolg brachte, begann der volle Körpereinsatz. Er versuchte über das Bett zu robben, was daran scheiterte, dass er die Decke immer zu sich heran zog, statt das sie ihn voranbrachte. Danach erhob der kleine Mann sich in den Vierfüßlerstand, was an sich ein sehr guter Ansatz war, allerdings kam er über ein zugegebenermaßen zuckersüßes Vor- und Zurückwackeln nicht hinaus. Schließlich verlegte sich Baby auf das Rollen. Das Problem an der Sache war jedoch, dass Rollen nur von links nach rechts geht und nicht vorwärts. Baby rollte also munter zwischen Papa und Mama hin und her, hatte aber einen Heidenspaß dabei.

Als dann Papa auch noch ein Taschentuchpackung hinter seinem Rücken hervorzauberte, war die Waschtasche ganz vergessen und der Abend ging für Baby mit einem Erfolgserlebnis zu Ende.

© frhoppe 01.07.2013

29.06.2013 Enge Bindungen und neue Fortschritte!

Ich finde es so wunderbar, welche Fortschritte der kleine Mann im Moment macht und noch viel wunderbarer finde ich es, dass ich sie miterleben darf. Die letzten drei Tage hatte ich mehr oder weniger frei und habe sie fast komplett mit Baby verbracht. Und das hat sich wirklich gelohnt.

Ich vermute, dass der kleine Mann gerade wieder schubt, denn im Moment möchte er wieder sehr häufig trinken. Dafür spricht auch, dass er soviele neue Sachen kann und auch ausprobiert, aber leider auch, dass dadurch die Nächte wieder sehr viel unruhiger geworden sind. Vorletzte Nacht kam er alle zwei Stunden und hatte Durst – wenn es denn Durst war und nicht nur das Bedürfnis nach Nähe – und gestern Nacht hat er zwar zweimal fünf Stunden am Stück geschlafen, war dazwischen aber eineinhalb Stunden fast komplett wach und hat geweint. Nicht einmal wirklich geschrien, sondern die ganze Zeit vor sich hingeweint, immer mit kurzen Pausen dazwischen. Den Eltern unter meinen Lesern muss ich nicht sagen, wie nervenzehrend es ist, wenn das Kind weint und wimmert und du nicht mehr weist, was du machen sollst. Irgendwann schlief Baby dann aber auch wieder ein und erwachte mit einer bombastisch guten Laune.

Der kleine Mann grinste mich an, streichelte mir die Wange, erzählte, plapperte, gurrte – und schaffte es tatsächlich, mich von meiner Decke zu befreien und sich selbstständig anzudocken, der kleine Schlawiner. Und um dem ganzen noch eins drauf zu setzen, grinste er mich tatsächlich an, als ich „hey“ sagte.

Ich bin wahnsinnig froh, dass ich in den letzten Tagen so viel Zeit mit dem kleinen Mann verbringen konnte, denn ich habe das Gefühl, dass eine noch tiefere Bindung entstanden ist. Der kleine Mann schaut mir intensiver in die Augen, lacht irgendwie noch zärtlicher und hat begonnen, immer öfter ganz sacht nach mir zu greifen, mich zu betasten, statt nur zu betatschen. Als er es heute das erste Mal geschafft hat, sich ganz allein hochzustemmen, so dass er im Vierfüßlerstand war und diese Haltung dann auch längere Zeit beibehalten konnte, hat er als erstes meinen Blick gesucht und als er ihn gefunden hatte, stand in seinen Augen soviel Freude, Überraschung, aber auch Stolz über seinen Erfolg, dass ich fast geweint habe, vor allem, weil Babys erste Reaktion darauf war, ihn mit mir zu teilen.

Für solche Momente lohnt sich jede durchwachte Nacht!

© frhoppe 29.06.2013