05.05.2015 Kind auf Probe!

Nein, nicht, was ihr jetzt denkt. Wir haben weder ein drittes Kind in Pflege, noch wollen wir unseres wieder abgeben. Ganz im Gegenteil: Die kleinen Geister gehören zu uns wie unsere Herzen und sind so sehr teil von uns, dass ich sie nicht mal dann abgebe, wenn ich nach über zwei Monaten endlich das erste Mal wieder singen gehe!

Also den Großen schon, der ist natürlich brav zu Hause in seinem Bettchen geblieben, aber meine kleine Maus habe ich einfach mitgenommen! Also ganz wörtlich zu verstehen: Kind auf Probe! Geht ja auch nicht anders – durch den Vollstillmodus, in dem ich mich befinde, ist Kind 2 da wo ich bin und da sie glücklicherweise mit dem Schlaf sehr unkompliziert ist, dachte ich mir, ich versuche es einfach mal. Schließlich kennt sie das Singen ja schon aus dem Bauch, sogar die Stücke, die wir derzeit proben, sind dieselben wie in der Schwangerschaft, rufen also schön vertraute „hmmmmbeiMamaimBauchistesaberkuschligundwarm“-Gefühle hervor. Dann noch ins Tragetuch eingepackt, da sollte doch eigentlich nichts schief gehen, wenngleich ich doch einige Zweifel hatte, denn wie aufmerksame Leser ja wissen, ist die Zeit von sieben bis neun unsere Schreizeit und die Chorprobe beginnt um 7:15 Uhr und endet um 9:15 Uhr. Es hätte also auch eine Total-Katastrophe werden können.
War es aber nicht! Obwohl nicht im Tragetuch, schlief die Maus etwa eine Stunde, bevor sie durch ein Hüngerchen geweckt wurde. Praktischerweise ließ sich das Stillen während des Singens erledigen – diskret verdeckt unter einer Decke stillte die Fressraupe den schlimmsten Hunger und schlief dann eingelullt durch den tollen Gesang wieder ein. Bis zum Ende der Probe hielt sie durch und prompt mit dem Ende des Gesanges endete auch ihr Schlaf. Aber wie zur Belohnung für das musikalische Erlebnis hatte sie blendende Laune, ließ sich von einer Mitsängerin fast eine halbe Stunde halten und lächelte diese sogar ganz freundlich an.
Wenn das nächste Woche wieder so gut klappt, dann kann der Papa erleichtert aufatmen. Denn wenn nicht, muss er ran. Und das heißt: Zwei Kinder zur Schlafenszeit wickeln, füttern und zur Ruhe bekommen.

Ach ja – das Zitat des Tages noch:
„Über Steine. Nein, ich brech dir keine Beine. Hopp, hopp, hopp, hopp, hopp, Pferdchen lauf Galopp!“

Frhoppe 05.05.2015

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29.03.2013 Himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt!

Man, der stresst mich heute irgendwie – oooh guck doch mal wie süß der ist! So oder so ähnlich ging es heute den ganzen Tag, denn anscheinend hatten wir heute beide so einen „Mit-dem-linken-Fuß-aufgestanden“-Tag. Also Baby und ich!

Der kleine Mann ist ja im Moment sowieso immer sehr wechselhaft in seinen Stimmungen. Was gerade eben noch lustig war, kann im nächsten Moment herzerweichendes Weinen auslösen. Hinlegen ist auch nicht gerade sein Freund im Moment und wehe, WEHE!, der Papa wagt es etwa zu niesen, dann ist Land unter – na ja, zu Babys Verteidigung, der niest aber auch laut. Und vor allem plötzlich, ganz ohne Vorwarnung. Im Wesentlichen aber doch alles wie immer – Wachstumsschub halt! Nur heute kam dazu, dass ich angesichts des Wetters – HALLO FRÜHLING? ES IST OSTERN – WIE WÄRS MAL MIT SONNE UND SO!!! – das uns höhnisch mit einem weißen Wunderland begrüßte, nicht die allerbeste Laune und auch schlecht geschlafen hatte und allgemein etwas leidend war. In Kombination mit der Tatsache, dass der kleine Mann heute wirklich jede Stunde trinken wollte und wir – dank des Mistwetters – nicht spazieren gehen konnten, so dass Baby bei mir im Tragetuch sein Schläfchen halten musste*, war ich dann irgendwann etwas angestrengt, als der kleine Mann zum zwanzigsten Mal ohne ersichtlichen Grund anfing zu weinen.

Das tolle ist aber – und ich glaube, das hat Mutter Natur extra so eingerichtet – dass unsere kleine Stresspustel immer genau in dem Moment, wo ich anfing gestresst zu sein, irgendetwas so Süßes gemacht hat, dass ich gar nicht anders konnte, als zu lachen und wieder gut zu sein. Erst hat er ganz glucksend aus dem Zwerchfell heraus gelacht – ich liebe dieses herzhafte Kinderlachen -, dann hat er mühsam versucht, sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen und sah dabei unfreiwillig so komisch aus, dass ich nicht anders konnte, als zu lachen und immer wieder hat er es geschafft uns ein verliebtes Lächeln inklusive „Du bist so süß“ zu entlocken, indem er aus tiefstem Leiden, glücklich lächelte, nur weil er einen von uns entdeckte. Und schlussletztendlich ist er heute wieder ganz ohne Probleme eingeschlafen.

Ich danke dir, du kleines Wunder, dass du es mir unmöglich machst, lange genervt von dir zu sein!

 

* Unser kleiner Mann schläft tagsüber wahnsinnig schlecht. Allerhöchstens mal eine halbe Stunde am Stück, sofern er nicht im Kinderwagen spazieren gefahren wird oder im Tragetuch an meiner Brust schlafen darf.

 

© frhoppe 29.03.2013

24.02.2013 Moment der Ruhe!

Ich liebe dieses Gefühl! Dieses Gefühl, wenn du an meiner Brust im Tragetuch schläfst, als wäre das alles, was du jemals gebraucht hast. Wenn du ganz ruhig und entspannt atmest und ich merke, dass dies für dich der schönste Ort der Welt ist.

Selbst aus größter Unruhe heraus, aus größter Wut sogar, beruhigst du dich, sobald das Tuch gebunden ist und dein Köpfchen auf meiner Brust ruht. Was magst du fühlen, vielleicht denken? Ist es allein meine Nähe, die dir so wichtig ist, dass du sie selbst im Schlaf nicht missen möchtest? Oder mein Herzschlag, den du hörst, das Rauschen meines Atems, die Geräusche, die du noch aus dem Mutterleib kennst?

Ich weiß nicht, was es ist, dass dich so zur Ruhe kommen lässt, aber ich bin so dankbar dafür. Denn nicht nur du erlebst reine Geborgenheit, auch für mich ist es eine Oase der Ruhe, der Nähe, der Geborgenheit und der Liebe, dich wieder so nahe zu haben. Die Welt wird langsamer, ihre Sorgen bleiben außen vor, es zählt nur, dass du friedlich schlafen kannst. Und während du voller Vertrauen schlummerst, fühle ich nichts als Liebe und Glück!

© frhoppe 24.02.2013