26.06.2013 Es ist MEIN Kind und MEINE Verantwortung!

Anlässlich eines sich wiederholenden Erlebnisses mit meiner Großtante – sie rief an und regte sich auf, dass wir uns NIE melden und sie auch NICHTS über Baby erfährt – wird sich der heutige Blogeintrag um das Thema: Wieviel Besuch ist zu viel? drehen.

Zuerst einmal: Ich finde es grundsätzlich toll, dass alle mein Kind lieben und ihn so oft wie möglich sehen wollen. Geliebt zu werden gibt einem Kind Sicherheit und die Wurzeln, die es zum Fliegen braucht. Darum ist es schön zu sehen, dass die liebe Verwandtschaft jedes Mal ganz verzaubert von dem kleinen Mann ist. Ich finde es auch grundsätzlich wichtig, dass Baby eben nicht nur Mama und Papa als Bezugspersonen hat, wenn das machbar ist. Aus diesem Grunde bin ich auch dankbar, dass sich sowohl die Omas und Opas, als auch die Urgroßeltern so lieb um ihn kümmern, wenn ich nicht da sein kann. Und ich finde es rührend wie die Urgroßtante – besagte Großtante – aufblüht, wenn sie den kleinen Mann sieht, wie sie alle Schmerzen vergisst, sobald sie ihn hält.

ABER! – und das ist ein großes Aber:
Auch wenn ich sehr dankbar für die Liebe, Aufmerksamkeit und Fürsorge bin, bin ich Babys Mama. Ich habe die Verantwortung für ihn, habe die Aufgabe ihn in einer sicheren, stabilen Umgebung aufwachsen zu lassen. Ich will damit auf keinen Fall sagen, dass dies bei Großeltern und Urgroßeltern nicht gegeben ist! Nur: wenn ich jeden Verwandten regelmäßig einmal die Woche besuchen würde, dann bräuchte die Woche mindestens 10 Tage.

1. Die Woche hat keine 10 Tage und wird sie auch nie haben!
2. Ich sehe es nicht ein, mein Kind diesem Stress auszusetzen!

Das ist nicht böse gemeint, aber ein Kind braucht bei aller Liebe und Aufmerksamkeit, vor allem auch Ruhe und Zeit, das Erlebte zu verarbeiten. An Tagen, die der kleine Mann woanders verbracht hat, schläft er nachts unruhiger! Das hat nichts damit zu tun, dass am Tag etwas Schlimmes passiert ist – ganz im Gegenteil, ich weiß 100%-ig, dass Baby bei allen Verwandten eine tolle Zeit und ganz viel Spaß hat. Aber so ein Tag außerhalb der „Sicherheitszone“ bei Mama und Papa ist für so kleine Wesen wahnsinnig aufregend. Sein Rhythmus wird durcheinander gebracht, er muss auf Mama und Papa verzichten und sieht, hört und fühlt gleichzeitig so viele neue Sachen, dass es sehr schnell auch zu viel werden kann.

Es ist meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass dies nicht passiert. Und genau das werde ich tun, auch wenn das heißt, dass ich vielleicht jemandem dabei auf die Füße trete. Das muss mir in diesem Moment egal sein, denn das Wohl des kleinen Mannes steht an erster Stelle.

PS: Mal ganz von meinen eigenen egoistischen Motiven abgesehen – ich gebe den kleinen Mann gezwungenermaßen an drei Tagen die Woche fast komplett ab, was mir nicht immer leicht fällt! Die anderen Tage gehören mir! Schließlich hatte ich den dicken Bauch und die Schmerzen! 😉

© frhoppe 26.06.2013

21.05.2013 Positiver Stress!!!

Heute meinte ein liebe Freundin zu mir: „Ist schon Stress, so ein Leben mit Baby, oder?“ Dem kann ich nur definitiv und aus vollstem Herzen zustimmen, denn ein Kind zu haben, bringt Stress auf so vielen verschiedenen Ebenen mit sich.

Es beginnt schon mit der Schwangerschaft! Was muss ich alle bedenken? Zu welchen Untersuchungen muss ich? Was bedeutet jetzt dieser Wert? Geht es meinem Kind gut? Warum habe ich ihn seit zwei Stunden nicht gespürt? Und obwohl alle diese Fragen manchmal beunruhigend sind, manchmal Angst machen und – zumindest mich – manchmal in Panik versetzt haben, ist bei aller Angst, aller Panik und allem Stress, doch immer diese Gewissheit da: Ich tue das für mein Kind. Und dabei ist das kleine Würmchen zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal auf der Welt. Es tut im Grunde genommen noch nichts anderes als Mama permanent mit Rückenschmerzen, Toilettengängen und Sodbrennen zu stänkern und von innen Beulen in die Bauchdecke zu treten, die ihresgleichen suchen – ich denke, nicht nur mein Mann zog einige Male den Vergleich mit einem Alien heran 😉 .

Und plötzlich ist der große Tag da, der Tag der Geburt! In mir stritten so viele Gefühle miteinander: Angst – ich wusste nicht, ob ich stark genug bin, das durchzustehen – Panik – ich entband in einem Krankenhaus ohne Neonatologie, was im Ernstfall eine Verlegung des Kindes bedeutet hätte – Nervosität – denn der Papa des Kindes war so abnormal ruhig, der ging noch entspannt einkaufen, als meine Wehen schon im Abstand von 5 Minuten kamen – Wut – denn der Papa rief von unterwegs an, um zu fragen wie es mir geht, woraufhin ich zugegebenermaßen ein wenig ausfallend wurde – aber auch Neugierde – was kommt bei der Geburt auf mich zu? – Aufregung – wie wird mein Engel wohl aussehen, wie wird er sein – und natürlich alles überstrahlende Freude – schließlich würde ich bald mein kleines Ich in den Armen halten dürfen!

Jetzt ist der kleine Mann schon sechseinhalb Monate alt und auch wenn ich manchmal vor Schlafmangel kaum gerade aus gucken kann – so wie heute, man, mein Körper ist echt nicht für drei Stunden Schlaf ausgelegt – kann ich eigentlich nicht sagen, dass ich mich schlecht fühle. Klar mein Stress- und Schlaflevel ist in etwa so hoch bzw. niedrig wie in Bestzeiten meines Studium – da habe ich dann zwanzig SWS* gehabt und noch zwanzig Stunden gearbeitet, Fahrzeit und Haushalt kamen auch noch drauf – aber es ist ein ganz anderer Stress.

Ein positiver Stress eben!

Es macht mir kaum noch etwas aus, dass ich nachts nicht viel Schlaf bekommen habe, denn ich weiß es war wegen meinem Sohn. Ich fluche nicht mehr gegen das Schicksal, das mir keine Pause gönnt, denn ich weiß ich habe mindestens einen Tag in der Woche, an dem ich ausgiebig mit meinem Sohn im Bett faulenzen und kuscheln werde. Insgesamt machen mir die negativen Dinge nicht mehr so viel aus, einfach weil ich weiß, dass der süßeste und liebste kleine Mensch der Welt zu Hause auf mich wartet. Und wenn er sich und mich von oben bis unten vollkotzt, kurz bevor ich los muss, dann breche darüber auch nicht in Jubelstürme aus, aber danach lächelt Baby so süß erleichtert und manchmal schon bedröppelt, das mein Ärger über das Gegöbel schnell wieder verflogen ist. Und wenn ich morgens um sechs aus dem Haus muss, dann bin ich zwar auch davon nicht begeistert, aber ich nehme den Anblick meiner zwei friedlich schlafenden Männer mit auf den Weg, der mir entgangen wäre, wenn ich auch noch schliefe.

Ich glaube, ich habe nicht weniger oder mehr Stress als vorher, ich habe nur meine Sichtweise verändert!

*SWS = Semesterwochenstunden, 2 SWS entsprechen 1,5 Stunden am Stück, zwischen 2 SWS liegen in der Regel 30 Minuten Pause.

 

© frhoppe 21.05.2013

29.03.2013 Himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt!

Man, der stresst mich heute irgendwie – oooh guck doch mal wie süß der ist! So oder so ähnlich ging es heute den ganzen Tag, denn anscheinend hatten wir heute beide so einen „Mit-dem-linken-Fuß-aufgestanden“-Tag. Also Baby und ich!

Der kleine Mann ist ja im Moment sowieso immer sehr wechselhaft in seinen Stimmungen. Was gerade eben noch lustig war, kann im nächsten Moment herzerweichendes Weinen auslösen. Hinlegen ist auch nicht gerade sein Freund im Moment und wehe, WEHE!, der Papa wagt es etwa zu niesen, dann ist Land unter – na ja, zu Babys Verteidigung, der niest aber auch laut. Und vor allem plötzlich, ganz ohne Vorwarnung. Im Wesentlichen aber doch alles wie immer – Wachstumsschub halt! Nur heute kam dazu, dass ich angesichts des Wetters – HALLO FRÜHLING? ES IST OSTERN – WIE WÄRS MAL MIT SONNE UND SO!!! – das uns höhnisch mit einem weißen Wunderland begrüßte, nicht die allerbeste Laune und auch schlecht geschlafen hatte und allgemein etwas leidend war. In Kombination mit der Tatsache, dass der kleine Mann heute wirklich jede Stunde trinken wollte und wir – dank des Mistwetters – nicht spazieren gehen konnten, so dass Baby bei mir im Tragetuch sein Schläfchen halten musste*, war ich dann irgendwann etwas angestrengt, als der kleine Mann zum zwanzigsten Mal ohne ersichtlichen Grund anfing zu weinen.

Das tolle ist aber – und ich glaube, das hat Mutter Natur extra so eingerichtet – dass unsere kleine Stresspustel immer genau in dem Moment, wo ich anfing gestresst zu sein, irgendetwas so Süßes gemacht hat, dass ich gar nicht anders konnte, als zu lachen und wieder gut zu sein. Erst hat er ganz glucksend aus dem Zwerchfell heraus gelacht – ich liebe dieses herzhafte Kinderlachen -, dann hat er mühsam versucht, sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen und sah dabei unfreiwillig so komisch aus, dass ich nicht anders konnte, als zu lachen und immer wieder hat er es geschafft uns ein verliebtes Lächeln inklusive „Du bist so süß“ zu entlocken, indem er aus tiefstem Leiden, glücklich lächelte, nur weil er einen von uns entdeckte. Und schlussletztendlich ist er heute wieder ganz ohne Probleme eingeschlafen.

Ich danke dir, du kleines Wunder, dass du es mir unmöglich machst, lange genervt von dir zu sein!

 

* Unser kleiner Mann schläft tagsüber wahnsinnig schlecht. Allerhöchstens mal eine halbe Stunde am Stück, sofern er nicht im Kinderwagen spazieren gefahren wird oder im Tragetuch an meiner Brust schlafen darf.

 

© frhoppe 29.03.2013

19.01.2013 Hat er gerade gehustet?

So schnell kann es gehen!!! Von wegen Nestschutz! … hmpf … Unser kleiner Mann ist das erste Mal krank. Nachdem ich dann gestern noch richtig mit Fieber im Bett gelegen habe, fing mitten in der Nacht auf einmal Baby an zu husten. Wir beide schreckten hoch, der Blick sofort adlergleich auf den kleinen Mann gerichtet. „Hat er gerade gehustet?“ fragte der Papa.

Hat er und zwar nicht trocken, sondern gleich rasselnd. Und dann fing er an, ganz furchtbar zu schnorcheln, weil die Nase auch nicht mehr frei war. Und wie das die typischen Neueltern so tun, sind wir auch ganz brav erstmal in Panik geraten. Was machen wir jetzt? Gleich zum Kinderarzt in die Rettungsstelle – das schlaue Buch sagt mit Husten immer zum Kinderarzt, na toll es ist aber Wochenende – oder doch erst mal die Nacht abwarten? Und haben die im Krankenhaus nicht gesagt, Babys sind Nasenatmer? Heißt das jetzt die können nicht durch den Mund atmen? Die letzte Frage stellte übrigens der Papa – es kommt also entgegen der landläufigen Meinung nicht nur den Frauen ein Hauch rationalen Denkvermögens abhanden, wenn es Baby nicht gut geht.

Wir haben uns dann dafür entschieden, die Nacht erst mal abzuwarten und den kleinen Mann nicht dem Stress der nächtlichen Rettungsstelle auszusetzen, zumal er auch kein Fieber hatte. Es erklärt sich allerdings von selbst, dass wir nicht besonders gut geschlafen haben. Wir waren zu sehr damit beschäftigt, den Kleinen zu überwachen. Nach dem Aufstehen stellte sich dann erneut die Frage: Rettungsstelle oder reicht der Kinderarzt am Montag? Schließlich sind Husten und Fieber bis zu einem gewissen Grad ja sinnvolle Reaktionen des Körpers, die den Krankheitskeimen den Weg aus dem Körper zeigen. Man sollte sie also nicht sofort unterdrücken. Andererseits soll Husten bei Babys immer abgehört werden. Gott sei Dank habe ich eine Ärztin im Freundeskreis, die selbst auch schon erfolgreich Mama ist, also wurde erst mal schnell da angerufen. Und sie bestätigte mich dann auch in der bevorzugten Variante, den kleinen Mann nicht in die Rettungsstelle zu schleppen, sondern bis Montag zu warten, solange er kein Fieber bekommt. Und dann gab sie mir noch eine Erkenntnis mit, die ich wirklich hilfreich fand: Ich stille, obwohl ich krank bin – was soll ich auch anderes machen! Und gerade das ist am besten, denn da ich selber schon fleißig am produzieren von Abwehrstoffen bin, muss Babys kleiner Körper das nicht alleine tun. Denn meine Abwehrstoffe gehen durch die Milch direkt an den kleinen Mann – vermutlich ist er sogar schneller wieder fit als ich.

Trotzdem stelle ich mir die Frage, ob ich nicht doch den Mundschutz hätte in Erwägung ziehen sollen. Allerdings ist ja der Papa schon seit einer Woche krank. Um wirklich sicher zu sein, hätten wir schon eine Woche mit den Dingern herum rennen müssen. Das macht ja auch keiner!  Sollte zumindest niemand!!!

© frhoppe 19.01.13