29.04.2015 Ein Schub – oder: Der Tag der ersten Male!

Zu Beginn des heutigen Beitrages erfreue ich euch mit ein paar der bedeutsamen Äußerungen unseres Sohnes – einfach so, zur allgemeinen Erheiterung und weil ich finde, dass da wirklich Geist und Witz drin steckt:

  • „Sohn! Kennst du einen Horst?“
    „Ja! Onkel M. ist ein Horst!“
  • Papa, ich messe dein Gehirn!“ Eine Gummibärchentüte wird auf Papas Kopf gehalten. „Du hast ein blaues Gehirn! Jetzt messe ich mein Gehirn!“ Dieselbe Tüte kommt zum Einsatz. „Ich habe ein rotes Gehirn. Oma B., jetzt messe ich dein Gehirn!“ Einsatz der Tüte! „DU hast ein schwarzes Hirn. MAAAAAMAAAA!“ Ich war in der Küche, darum das Geschrei. „Ich muss noch dein Gehirn messen!“ Gesagt, getan – mir wird die Tüte an den Kopf gehalten, dann folgt ein Zögern und ein sehr ernster, fast besorgter Blick: „Mama! Du hast ein altes Gehirn!“
  • Und damit ich mir auch ganz sicher bin, dass ich alt bin, sagt er mir wenige Minuten später: „Mama! Du bist alt Jahre!“
  • Papa zieht eine Grimasse, der Sohn unterbricht sein Spiel und schaut auf: „Du kleiner Nasenbär!“, ruft er grinsend mit hoher Stimme und spielt ungerührt weiter.
  • Und nach dem Zubettgehen tönte es durch die geschlossene Tür: „Oma, weißt du??? Wir fahren mit dem Rollerbusch und machen alle pusch, pusch, pusch!“

Im Garten mit Oma demonstrierte er sehr deutlich, dass er eine feste Vorstellung von den Dingen und ihrem Verlauf hat.

  • Opa will sich ausruhen und setzt sich auf einen Stuhl, nur um sofort zurecht gewiesen zu werden: „Nein Opa! Das ist mein Stuhl, da sitze ich!“
  • Selbiges, als Opa Omas Portemonnaie weglegen möchte: „Nein Opa! Das ist Omas Portemonnaie, lass das da liegen!“
  • Und ebenso wenig durfte Opa das Bett umgraben: „Nein Opa! Nicht die Grabegabel nehmen. Das bleibt so!“

Selbstredend gehorcht der Opa aufs Wort – naja, da brauch er sich nicht über seinen vorlauten Enkel wundern 😀

Wir hatten aber heute auch noch aus ganz anderen Gründen einen tollen Tag. Unsere Maus schubt nämlich. Okay … diese Tatsache ist jetzt nicht ganz so toll – vor allem, weil sie das seit zwei Tagen tut und das bedeutet: viel trinken, weil ja die Milchproduktion auf den Mehrbedarf umgestellt werden muss, wenig schlafen und das bevorzugt auf Mamas Bauch oder Arm und vor allem eine Menge schlechter Laune. Aber es bedeutet eben auch: Sie lernt etwas Neues, kann wieder etwas mehr und wird uns am Ende dieser Phase ganz sicher mit etwas überraschen.

Dieser Tag war heute.

Während ich in der Küche werkelte und rumorte, hörte ich plötzlich ein ganz zaghaftes „Gah“ aus der am Boden befindlichen Kinderwagenschale, welche die kleine Mieze beherbergte. Ich schaute irritiert zu ihr runter und da lag sie und lachte mich mit strahlenden Augen an. „Gah!“ wiederholte sie, gefolgt von einem „Nguh!“ und mir schossen Tränen des Glücks in die Augen. Meine kleine, gerade erst geborene Maus entdeckt ihre Stimme und versucht sich sofort in der Kontaktaufnahme. Dieses Gefühl ist durchaus vergleichbar mit jenem, dass einem beim ersten Schrei ergreift. Und auch ein bisschen Wehmut schleicht sich ein, denn dies ist der Anfang – nicht vom Ende, aber vom Großwerden. Jeden Tag wird sie ein wenig mehr lernen und ein bisschen weniger Baby sein!
Dazu gehört dann auch die zweite Neuerung des Tages, denn wir haben festgestellt, dass nasse, schwere Windeln doof sind. Die kleine Motte schrie und schrie, war durch Tragen nicht zu beruhigen und auch nicht durch füttern, den Nuckel spuckte sie aus und Bäuchleinklopfen war auch nicht recht. Also begab ich mich zum Wickelplatz obwohl das letzte Mal noch gar nicht lange her war und siehe da. Die Windel war ordentlich vollgepuschert und mächtig schwer. Kaum befreite ich das kleine Bündel von dem großen Bündel, war Ruhe und ich hatte ein hochzufriedenes Baby vor mir liegen.
Diese Zufriedenheit hielt dann auch den Nachmittag über an. Nach einem kleinen Nickerchen kam die Mama meiner besten Freundin zum Babygucken und natürlich wollte und durfte sie die kleine Maus auch halten. Kaum hatte sie sie im Arm, wandte die Maus den Kopf und nahm Augenkontakt auf. Dann lächelte sie. Und lachte. Lächelte wieder – mal nur mit einem Mundwinkel, mal übers ganze Gesicht! Eine volle Viertelstunde lang strahlte sie mit der Mama meiner besten Freundin um die Wette – so lange und so oft wie noch nie zuvor!

Wenn ich das dann so sehe und erlebe, dann bin ich schlagartig nicht mehr müde und erschöpft, sondern platze vor Stolz und Freude – bis zur nächsten Schreiattacke. 😉

Frhoppe 29.04.2015

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17.06.2013 Der erkennt meine Stimme!

Also erst einmal vorne weg: Baby geht’s super! Er ist fröhlich und munter gewesen, hat geplappert und mit Appetit gegessen und auch weiterhin keinerlei Anzeichen für eventuelle Folgen des gestrigen Stunts gezeigt. Allerdings hatte der Papa trotzdem strengste Order sofort ins Krankenhaus zu fahren, falls ihm doch etwas komisch vorkäme! Tat es aber Gott sei Dank nicht!

Nun aber zu unserem heutigen Highlight-Erlebnis: Als ich heute aus der Uni anrief, um mich nach Babys Wohlergehen zu erkundigen, hielt der Papa dem kleinen Mann das Telefon ans Ohr. Und was der Papa mir dann berichtete, ließ mich sprichwörtlich vor Liebe zerfließen: Zunächst bekam der kleine Mann ganz große Augen, dann begann er breit zu grinsen und drehte immer den Kopf in Richtung meiner Stimme. Er hat sich richtig gefreut mich zu hören, allerdings hatte das einen unerfreulichen Nebeneffekt. Als nämlich auf den Klang der geliebten Stimme nicht das Erscheinen der geliebten Mama folgte, begann Baby bitterlich an zu weinen. Wie mir jedoch später berichtet wurde, beruhigte er sich schnell wieder.

Auch wenn es mich natürlich ein bisschen bedrückt, dass Baby weinen musste, habe ich mich so geliebt gefühlte. Das ist vielleicht paradox, aber einfach erklärt: Aus Babys Weinen beim Ausbleiben meines Erscheinens lässt sich schließen, dass er sich angesichts meiner Stimme riesig gefreut hat, mich wieder zu sehen und das sagt und zeigt mir und lässt mich fühlen, wie wichtig ich für den kleinen Mann bin! Eigentlich weiß man das ja, aber manchmal ist es schön, das auch so deutlich gezeigt zu bekommen.

© frhoppe 17.06.2013

03.05.2013 Deine Stimme

Ich schau auf die Uhr, es ist halb zwei Nachts,

doch in deinem Bettchen, da plappert und lacht’s.

Du liegst darin, quietschvergnügt und wach

strampelst fidel, machst ganz viel Krach.

Mein Schatz, du hast deine Stimme gefunden,

die musst du natürlich ausgiebig erkunden.

Was kann man denn damit so alles machen?

So unendlich viele ganz tolle Sachen!

Du spielst mit den Lauten, der Höhe, der Dauer,

liegst nach dem nächsten Laut schon auf der Lauer

und freust du dich dann jedes Mal unendlich doll,

wenn der Laut tatsächlich so wird, wie er soll!

Ich liebe es wie du Fortschritte machst

Und wie du dabei über dich selber lachst.

Ich liebe es so sehr, dass es mir gar nichts macht,

wenn du mir den Schlaf raubst in dunkler Nacht!

© frhoppe 03.05.2013