24.04.2015 Ausgewogene Ernährung in der Kita!

Als wir für unser größeres Kind eine Kita suchten, war der Faktor Ernährung nicht unser Hauptkriterium. Primär waren wir froh, dass wir überhaupt eine Kita gefunden haben, die uns wollte, denn als ich Anfang Januar 2014 anrief, ich hätte gerne ab Oktober/November 2014 einen Kita-Platz bekam ich mehr als einmal die Antwort, man könne mir einen Platz ab Herbst 2015 anbieten, wenn ich Glück hätte, ich sei viel zu spät dran!

Aha! Na gut, das hätte ich wirklich wissen können, dass ich mit dem positiven Schwangerschaftstest in der Hand quasi direkt zur Kita-Anmeldung muss, aber nun war es ja einmal zu spät, was sollte man also tun. Zum Glück steckte uns eine sehr gute Freundin, dass ihre Kita im Juli umziehen würde und darum ein Nestbereich geschaffen – sprich Betreuung für die unter dreijährigen. Ich rief also an und machte einen Kennenlerntermin. Die Kita ist eine evangelische Kita und stimmte daher schon einmal mit meinen grundsätzlichen Werten in der Erziehung überein und auch in Sachen Ernährung ging ich durchaus konform. Es sollte nicht jeden Tag Fleisch geben, durchaus auch mal Fisch, morgens gibt es eine Obst-/Gemüsepause und nachmittags eine Vesper, zu der es nur in Ausnahmefällen mal einen Keks gibt. Trinken dürften die Kinder Wasser und ungesüßten Tee und morgens zur Obst-/Gemüsepause eine kleine Tasse Kakao. Und prinzipiell würde auf abwechslungsreiches Essen geachtet!

Klang doch alles ganz gut!
Wir bekamen also den Kita-Platz und dann stellte sich heraus, dass man uns dreist belogen hatte! Und dies auch noch mit einem ausgedruckten, offensichtlich erfundenen Speiseplan zu verschleiern versuchte. Denn als ich nach der Eingewöhnung – in der wohl nur, um ahnungslose Eltern in Sicherheit zu wiegen, jeden Tag ein anderes Essen auf den Tisch kam – das Kind fragte, was es denn zu essen gegeben habe, antwortete es: Spinat, Kartoffeln und Ei! Am zweiten Tag genau dasselbe: Spinat, Kartoffeln und Ei! Und so fort: Jeden Tag gibt es Spinat, Kartoffeln und Ei! Was mich dabei wundert, ist, dass offenbar nur unser Sohn dieses Essen bekommt, das er im übrigen nicht einmal mag, denn alle anderen Kinder bekommen jeden Tag Nudeln. Erst seit zwei Wochen gibt es endlich etwas Abwechslung im Speiseplan, denn jetzt gibt es Erbsen! Heute auch wieder – voller Überzeugung äußerte der kleine Mann, es habe zum Mittag Erbsen gegeben und er esse die gerne!
Allen die jetzt noch zweifeln sei gesagt, dass unsere Kita sich selbstverständlich große Mühe gibt, das Essen ausgewogen und interessant zu gestalten. In der Tat ist es sogar so, dass versucht wird, sogar auf die Abneigungen der Kinder einzugehen.
„Heute gab es Spinat und der kleine Mann hat nicht gut gegessen“, empfing mich eines Tages die Erzieherin, als es tatsächlich einmal Spinat gegeben hatte. „Er mag den wohl nicht!“
Ich winkte ab. „Ja ich weiß, den mochte er letzte Woche auch schon nicht!“
„Wie? Letzte Woche?!“ horchte die Erzieherin auf. „Da muss ich aber mal mit der Küche reden. Jede Woche Spinat muss ja nicht sein!“
Fand ich gut!
Und noch besser finde ich, dass mein Kind bei dem absolut üblichen Verhalten kleiner Kinder, jeden Tag dasselbe zu antworten auf die Frage nach dem Essen, eine gewisse Fantasie an den Tag legt.
Trotzdem bin ich erleichtert, dass es jetzt endlich mal Erbsen gibt – ich hoffe nur nicht wieder 4 Monate lang, sonst muss ich doch mal ein ernstes Wörtchen mit der Kita reden.
😉

Frhoppe 24.04.2015

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06.03.2013 So schnell…

Was, heute ist schon das letzte Mal? Das dachte ich heute Vormittag, bevor ich zu meinem wöchentlichen Rückbildungskurs gefahren bin. Ja! Tatsächlich! Heute war der letzte Termin und das finde ich schon ganz schön verrückt, weil es mir bewusst macht, wie schnell so viel Zeit vergangen ist.

In einer Woche wird der kleine Mann schon vier Monate alt!!! Letztes Jahr genau um diese Zeit habe ich schon geplant, heimlich einen Schwangerschaftstest zu kaufen, weil ich „so ein Gefühl“ hatte. Der Jetzt-Papa war übers Wochenende weg, der perfekte Zeitpunkt also, um sicher zu gehen, dass ich nicht verrückt bin! Und da war sie, diese zweite, ganz dünne Linie. Ich bin vor Freude fast geplatzt, ich war so aufgeregt, ich hab es nicht einmal wie geplant bis zu unserem Jahrestag – und der war nur fünf Tage später – bevor ich es dem Papa erzählt habe. Tja und dann lag so viel aufregende Zeit vor uns, die so unfassbar schnell vergangen ist. Das erste Bild vom kleinen Mann, der erste Herzschlag, die ersten Tritte und dann auch schon die ersten Wehen und sein erster Schrei….

Die Zeit ist so wahnsinnig schnell verflogen und doch kann ich irgendwie nicht traurig darüber sein. Denn heute Abend hat der kleine Mann im Schlaf gelächelt, als würde er spüren, dass ich es bin, die ihm die Hand auf den Bauch gelegt hat. Und das hat er gestern noch nicht gemacht! Was wird er wohl morgen können, was in einer Woche und was dann wohl in einem Jahr?

© frhoppe 06.03.2013

04.02.2013 Meine neue Gelassenheit

Als ich vor 12 Monaten den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hatte, waren zwei Gefühle in mir zu gleichen Teilen vorhanden. Zum einen dieser freudige Unglauben – ich bin gefühlte 200 Mal ins Bad gerannt und hab geschaut, ob die Linie noch da ist – und zum anderen Angst. Angst, ob ich wirklich schon bereit bin, Mama zu werden. Angst, dass etwas schief geht, Angst, dass ich das vielleicht alles nicht schaffe. Und heute? Heute weiß ich, dass ich es kann.

Schon während der Schwangerschaft bin ich mit jeder verstrichenen Woche ruhiger geworden. Als dann klar war, der kleine Mann kann kein Frühchen mehr werden, war die Sache mit dem Stress für mich komplett gelaufen. Freunde haben sich schon darüber amüsiert, dass ich immer entspannter wurde je näher der Geburtstermin rückte – selbst während der Fahrt in die Klinik war ich noch ruhig, obwohl die Wehen schon alle drei Minuten kamen. Vielleicht ist unser Sonnenschein deswegen so gechillt – und auch wenn ich Anglizismen normalerweise vermeide, besser als gechillt trifft einfach kein deutsches Wort auf den kleinen Mann zu. Jedenfalls habe ich es geschafft mir diese Ruhe aus der Schwangerschaft zu bewahren.

Heute saß ich bei meinen Großeltern, um meine Hausarbeit zu schreiben – Sie erinnern sich an das großartige Angebot, auf den kleinen Mann aufzupassen, damit ich schreiben kann – und als ich nach einem fantastischen Mittag wieder über den Büchern brütete, habe ich urplötzlich etwas wichtiges über mich selbst erkannt. Ich habe für mich persönlich mit der Geburt unseres Sohnes das wichtigste in meinem Leben schon erreicht. Und das meine ich ganz und gar nicht unemanzipatorisch, denn ich habe durchaus nicht vor, jetzt zu einem Mütterchen am Herd zu werden. Ich habe immer noch meine Ziele, möchte diese auch immer noch verwirklichen – sonst würde ich mein Studium Studium sein lassen und mich nur noch um das Baby kümmern – aber ich habe nicht mehr so große Versagensängste. Die Panik, die ich angesichts von Prüfungen und Hausarbeiten immer empfunden habe, ist weg. Dieses kleine Wunder und die Tatsache, dass wir als Eltern diesem Wunderwesen auf die Welt geholfen haben, gibt mir eine wahnsinnige Gelassenheit.

Solange Baby glücklich ist, kann ich alles schaffen und selbst wenn mir etwas nicht gelingt, ist es lange nicht so wichtig wie das Wohlergehen des kleinen Mannes. Schließlich sagt schon der kleine Zettel an meinen Yogi-Teebeuteln: „Es gibt keine großen Entdeckungen, solange es noch unglückliche Kinder gibt!“

© frhoppe 04.02.13