27.07.2013 Plötzlich wird uns bewusst, wieviel Glück wir haben!

Heute habe ich Nachrichten bekommen, die mir wieder, aber auch ganz besonders bewusst machen, was für eine wunderbare Schwangerschaft ich hatte und wie dankbar ich sein kann, dass der kleine Mann einen so wunderbar unkomplizierten Start ins Leben hatte.

Natürlich hatten auch wir unsere Ängste und Sorgen, ich wartete bang auf jeden Termin. Würde ich Babys Herz noch hören? Wäre alles in Ordnung mit ihm? Konnte ich ihm die Sicherheit geben, die er braucht? Wir entschieden uns gegen den Test zur Toxoplasmose, aber für die Feindiagnositik – wobei das hauptsächlich deswegen geschah, weil das hieß, wir können Baby einmal öfter sehen und  das auch noch in 3D – wir beschlossen, dass wir keine Nackenfaltenmessung durchführen lassen, aber wir wollten wissen, ob ich unter Schwangerschaftsdiabetes leide oder nicht, damit ich für Baby die besten Bedingungen schaffen konnte. Im ersten Drittel hatte ich die Angst aller Frauen, erzählte darum nur wenigen von meinem kleinen Geheimnis. Im zweiten Drittel der Schwangerschaft hatte ich Angst, dass mit dem kleinen Mann etwas nicht stimmt, dass er es nicht sicher genug hat. Und im letzten Drittel hatte ich immer Angst, dass er nicht genug Zeit in meinem Bauch hat, dass er zu früh in diese Welt kommt und darauf noch nicht vorbereitet ist.

Und trotz all dieser Ängste war in mir immer diese Gewissheit, dass alles gut gehen würde, diese Sicherheit, dass am Ende der Schwangerschaft mein wunderschöner, gesunder kleiner Mann bei uns  sein würde. Ich habe mein kleines Wunder von dem Moment an geliebt, als der zweite Strich beim Test aufgetaucht ist. Ich habe den Dingen größtenteils ihren Lauf gelassen, habe immer versucht, Sorgen und Ängsten einen nicht allzu großen Raum einzuräumen und als klar war, dass wir alle kritischen Phasen hinter uns gelassen haben, wurde ich immer entspannter – Freunde meinten, es sei unglaublich gewesen, wie ruhig und entspannt ich zum Ende der Schwangerschaft war! Ich denke, dass es zum Teil auch daran liegt, dass der kleine Mann ein so sonniges Gemüt hat.

Und was ich eigentlich weiß, ist mir heute schlagartig bewusst geworden. Heute weiß ich, dass diese Schwangerschaft, in der nichts Gravierendes passiert ist, nicht selbstverständlich war und das nicht jede Frau am Ende dieser Zeit ihr geliebtes Kind in den Armen halten darf, sondern sich von diesem geliebten Sternenkind verabschieden muss, bevor sie es begrüßen durfte. Es macht mich traurig, wütend, schmerzerfüllt für alle diese Mütter – denn man ist eine Mama sobald man das Leben in seinem Bauch zu lieben beginnt!!! – und doch macht es mich zutiefst dankbar!

Dankbar, dass meine Schwangerschaft ruhig und weitest gehend sorglos verlaufen ist! Dankbar, dass ich das Wunder der Geburt ganz unbelastet erleben durfte!Und so unfassbar, wahnsinnig dankbar, dass ich meinen kleinen Mann habe, dass er gesund ist und dass er einfach da ist! Ich sehen ihn jetzt noch einmal mit anderen Augen!

© frhoppe 27.07.2013

 

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28.02.2013 Singen ist das Atmen der Seele!

Gerade las ich den Kommentar zum Thema Babys erster Ball! Die Autorin zeigte sich zum einen erstaunt darüber, dass wir so viel singen und zum anderen brachte sie Zweifel zum Ausdruck, ob sie gut genug sänge, um später mit ihren Kindern viel zu singen. Das brachte mich zum Nachdenken, denn für mich ist Singen so selbstverständlich und wichtig wie atmen und ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, dass wir verhältnismäßig so viel mit Baby singen.

Singen ist – neben dem Vorlesen – eines der schönsten Dinge, die man für und mit seinem Kind tun kann. Und damit kann man auch nicht früh genug anfangen. Schon im Mutterleib nehmen Babys Lieder und Gesang war und – davon bin ich felsenfest überzeugt, denn die Lieblingslieder unseres kleinen Mannes sind die aus der Schwangerschaft – erinnern sich später an das, was sie in Mamas Bauch gehört haben. Darüber hinaus lieben Babys Töne aller Arten und Formen. Es spielt für sie keinerlei Rolle, ob Mama oder Papa „gut“ singen oder eben „schlecht“. Hauptsache sie tun es – und zwar oft und mit viel Spaß. Für Kinder hat das Singen unzählige Vorteile – es macht fit, schlau und fördert spielerisch die Sprachentwicklung. Die Atmung verbessert sich, wird tiefer und ruhiger – ausgebildete Sänger haben oft ein fantastisches Lungenvolumen – und wirklich viele Muskeln werden trainiert – kleine Anmerkung: Ich hatte in der Schwangerschaft und auch danach kaum bis gar keine Probleme mit dem Beckenboden, weil der durch das Singen sowieso trainiert war und auch mein gerader Bauchmuskel war kaum in Mitleidenschaft gezogen.* Und was am wichtigsten ist: Singen macht glücklich. Es entlastet, entspannt, befreit – im Gehirn werden Glücksbotenstoffe und Oxytocin – das berühmte Kuschelhormon – ausgeschüttet.

Also liebe Eltern: singt was das Zeug hält. Immer und überall. Egal wie oft man euch gesagt hat, ihr seid nicht „gut“, euren Kindern ist das egal. Sie brauchen Töne und Musik in ihrem Leben und sie brauchen das von euch und nicht von der CD. Und wenn euch jemand schräg anguckt, weil ihr mit eurem Kind schräg mitten auf der Straße singt, dann werft ihm einen mitleidigen Blick zu und erklärt eurem Kind ganz laut: Es gibt halt Menschen, die wissen nicht, dass Singen das Atmen der Seele ist!

 

* Während der Schwangerschaft werden die geraden Bauchmuskeln durch die wachsende Gebärmutter derart beansprucht, dass sich zwischen ihnen ein Spalt bildet, der sich aber nach der Schwangerschaft im Idealfall wieder zusammenzieht. Nähere Infos dazu findet ihr hier.

© frhoppe 28.02.2013

 

04.02.2013 Meine neue Gelassenheit

Als ich vor 12 Monaten den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hatte, waren zwei Gefühle in mir zu gleichen Teilen vorhanden. Zum einen dieser freudige Unglauben – ich bin gefühlte 200 Mal ins Bad gerannt und hab geschaut, ob die Linie noch da ist – und zum anderen Angst. Angst, ob ich wirklich schon bereit bin, Mama zu werden. Angst, dass etwas schief geht, Angst, dass ich das vielleicht alles nicht schaffe. Und heute? Heute weiß ich, dass ich es kann.

Schon während der Schwangerschaft bin ich mit jeder verstrichenen Woche ruhiger geworden. Als dann klar war, der kleine Mann kann kein Frühchen mehr werden, war die Sache mit dem Stress für mich komplett gelaufen. Freunde haben sich schon darüber amüsiert, dass ich immer entspannter wurde je näher der Geburtstermin rückte – selbst während der Fahrt in die Klinik war ich noch ruhig, obwohl die Wehen schon alle drei Minuten kamen. Vielleicht ist unser Sonnenschein deswegen so gechillt – und auch wenn ich Anglizismen normalerweise vermeide, besser als gechillt trifft einfach kein deutsches Wort auf den kleinen Mann zu. Jedenfalls habe ich es geschafft mir diese Ruhe aus der Schwangerschaft zu bewahren.

Heute saß ich bei meinen Großeltern, um meine Hausarbeit zu schreiben – Sie erinnern sich an das großartige Angebot, auf den kleinen Mann aufzupassen, damit ich schreiben kann – und als ich nach einem fantastischen Mittag wieder über den Büchern brütete, habe ich urplötzlich etwas wichtiges über mich selbst erkannt. Ich habe für mich persönlich mit der Geburt unseres Sohnes das wichtigste in meinem Leben schon erreicht. Und das meine ich ganz und gar nicht unemanzipatorisch, denn ich habe durchaus nicht vor, jetzt zu einem Mütterchen am Herd zu werden. Ich habe immer noch meine Ziele, möchte diese auch immer noch verwirklichen – sonst würde ich mein Studium Studium sein lassen und mich nur noch um das Baby kümmern – aber ich habe nicht mehr so große Versagensängste. Die Panik, die ich angesichts von Prüfungen und Hausarbeiten immer empfunden habe, ist weg. Dieses kleine Wunder und die Tatsache, dass wir als Eltern diesem Wunderwesen auf die Welt geholfen haben, gibt mir eine wahnsinnige Gelassenheit.

Solange Baby glücklich ist, kann ich alles schaffen und selbst wenn mir etwas nicht gelingt, ist es lange nicht so wichtig wie das Wohlergehen des kleinen Mannes. Schließlich sagt schon der kleine Zettel an meinen Yogi-Teebeuteln: „Es gibt keine großen Entdeckungen, solange es noch unglückliche Kinder gibt!“

© frhoppe 04.02.13