29.06.2013 Enge Bindungen und neue Fortschritte!

Ich finde es so wunderbar, welche Fortschritte der kleine Mann im Moment macht und noch viel wunderbarer finde ich es, dass ich sie miterleben darf. Die letzten drei Tage hatte ich mehr oder weniger frei und habe sie fast komplett mit Baby verbracht. Und das hat sich wirklich gelohnt.

Ich vermute, dass der kleine Mann gerade wieder schubt, denn im Moment möchte er wieder sehr häufig trinken. Dafür spricht auch, dass er soviele neue Sachen kann und auch ausprobiert, aber leider auch, dass dadurch die Nächte wieder sehr viel unruhiger geworden sind. Vorletzte Nacht kam er alle zwei Stunden und hatte Durst – wenn es denn Durst war und nicht nur das Bedürfnis nach Nähe – und gestern Nacht hat er zwar zweimal fünf Stunden am Stück geschlafen, war dazwischen aber eineinhalb Stunden fast komplett wach und hat geweint. Nicht einmal wirklich geschrien, sondern die ganze Zeit vor sich hingeweint, immer mit kurzen Pausen dazwischen. Den Eltern unter meinen Lesern muss ich nicht sagen, wie nervenzehrend es ist, wenn das Kind weint und wimmert und du nicht mehr weist, was du machen sollst. Irgendwann schlief Baby dann aber auch wieder ein und erwachte mit einer bombastisch guten Laune.

Der kleine Mann grinste mich an, streichelte mir die Wange, erzählte, plapperte, gurrte – und schaffte es tatsächlich, mich von meiner Decke zu befreien und sich selbstständig anzudocken, der kleine Schlawiner. Und um dem ganzen noch eins drauf zu setzen, grinste er mich tatsächlich an, als ich „hey“ sagte.

Ich bin wahnsinnig froh, dass ich in den letzten Tagen so viel Zeit mit dem kleinen Mann verbringen konnte, denn ich habe das Gefühl, dass eine noch tiefere Bindung entstanden ist. Der kleine Mann schaut mir intensiver in die Augen, lacht irgendwie noch zärtlicher und hat begonnen, immer öfter ganz sacht nach mir zu greifen, mich zu betasten, statt nur zu betatschen. Als er es heute das erste Mal geschafft hat, sich ganz allein hochzustemmen, so dass er im Vierfüßlerstand war und diese Haltung dann auch längere Zeit beibehalten konnte, hat er als erstes meinen Blick gesucht und als er ihn gefunden hatte, stand in seinen Augen soviel Freude, Überraschung, aber auch Stolz über seinen Erfolg, dass ich fast geweint habe, vor allem, weil Babys erste Reaktion darauf war, ihn mit mir zu teilen.

Für solche Momente lohnt sich jede durchwachte Nacht!

© frhoppe 29.06.2013

 

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17.03.2013 Irgendwas hat er :(

Der arme kleine Mann!!! Nachdem er heute Nacht etwa 6 Stunden am Stück geschlafen hat – leider von sieben bis eins und dank „Schlag den Raab“ konnten wir nicht früher ins Bett – war der Rest der Nacht etwas unruhiger. Und das setzte sich morgens fort.

Ab um sieben war der kleine Mann mehr oder weniger wach und unleidlich. Er wachte schon weinend auf und war nur durch Tragen und dann auch nur schwer zu beruhigen. Er hat dann zwar von acht bis zehn noch mal einigermaßen geschlafen, aber der Rest des Tages sah ähnlich aus wie der Morgen. Eigentlich immer ein wenig weinerlich, bloß nicht ablegen und eigentlich hat er etwa alle eineinhalb Stunden trinken wollen – normalerweise bekommen wir immer irgendwie mindestens zwei, manchmal auch drei Stunden rum, aber heute war da nix zu machen. Zwischendurch hat er immer mal gelacht und geschäkert, machte aber immer recht schnell wieder einen überforderten Eindruck. Schlafen wollte er aber auch nicht. Gerade mal zwei halbe Stunden hat er geschafft und das obwohl ich ihn im Tragetuch hatte – da schafft er gerne mal zweieinhalb Stunden. Jetzt abends sieht es auch nicht besser aus. Er hat sich zwar wie immer ins Bett legen lassen, war aber nach einer dreiviertel Stunde wieder wach und weint seitdem sofort, wenn er alleine im Zimmer ist.

Jetzt hat gerade der Papa Schicht und versucht ihn zum Einschlafen zu bringen. Und ich frage mich, was meinen armen Schatz wohl plagt? Die gestern erwähnten Zähne, ein Pups oder vielleicht wieder ein Schub? Vielleicht hat er ja aber auch einen echt schlechten Tag erwischt. Geht uns Erwachsenen ja auch manchmal so. Warum also nicht auch Babys?

© frhoppe 17.03.2013

25.01.2013 Wer hat an der Uhr gedreht?

Gerade stellte ich mit Entsetzen fest, dass unser kleines Baby schon zehneinhalb Wochen alt ist. Sicher, das war es auch schon gestern, aber irgendwie wurde es mir heute so richtig bewusst. Vielleicht auch deswegen, weil ich den kleinen Mann heute Nacht jede Stunde stillen musste, was in mir zwangsläufig die Frage aufwarf, ob er schon wieder einen Schub haben könnte. Das wiederum führte dazu, dass ich mir bewusst machte, wie alt er denn schon ist und da war es … Zehneinhalb Wochen! Mensch, die Zeit rennt nur so dahin. Ich würde sie aber auch nicht anhalten wollen.

Denn dafür passieren einfach zu viele tolle Sachen. Neulich habe ich meiner Mama das Gedicht „Worte deines Lebens“ vorgelesen. Sie war ganz ergriffen und wollte von unserem liebreizenden Sohn wissen, ob es ihm denn auch gefallen habe. Da hebt er doch ungelogen eine Augenbraue und knattert allen Ernstes seine Windel voll. So viel dazu. Wir jedenfalls haben Tränen gelacht. Und gestern hat der kleine Fraßbär das erste Mal bewusst seine Mahlzeit unterbrochen und das nur, um mir ein breites, ganz verschmitztes Lächeln zu schenken. Ganz zu schweigen, davon, dass er seit fast zwei Wochen jeden Abend ganz lieb schläft, sobald wir das Abendritual absolviert haben. Auch wenn er dann gegen 12 wieder wach wird und es dann so wie letzte Nacht stressig wird, gönnt er uns diese wenigen Stunden totaler Ruhe, die es uns ermöglichen, den Rest der Zeit geduldig mit ihm zu sein.

Ich bin so wahnsinnig gespannt, was er noch alles lernen wird, was er mögen, worüber er lachen können wird. Ich kann es kaum erwarten, dass er das erste Mal krabbelt, läuft und sein erstes Wort spricht. Ich bin sogar so verrückt, dass ich viele Sachen aufhebe und aufschreibe, damit ich sie dem kleinen Mann später einmal geben kann. Dafür wurde mir schon der eine oder andere schräge Blick zugeworfen. Aber ich sehe das so: Ich werde morgen früh aufwachen und der kleine Mann ist zwanzig und dann werde ich froh sein, diese besonderen Momente bewahrt zu haben.

© frhoppe 25.01.13