04.08.2015 Schnuffeltuch oder Lieblingsplüschtier!

ODER??? UND!!!!

Die meisten Kinder haben ja tatsächlich entweder oder! Nicht so unser Sohn. Zunächst sah es ja so aus, als würde unser Käferchen sich für die Variante Tuch entscheiden. Nachdem er mir mein damals geliebtes Halstuch quasi vom Hals weg geschnuffelt hat, kam nach einiger Zeit ein zweites Tuch dazu, das ebenfalls heiß und innig geliebt wird.
Ich zeigte mich damals erleichtert, lässt sich doch ein Tuch so viel leichter reinigen, nämlich indem man es einfach in die Waschmaschine überführt – zumindest sofern man das Kind von der Notwendigkeit einer Reinigung überzeugen kann. Soviel sei verraten: Es ist mit viel Geduld und Überzeugungsarbeit verbunden, die nicht immer erfolgreich ist.
Im Oktober letzten Jahres dann zeigte sich Sohnemanns Cousine überaus großzügig. Nachdem unser Kind auf einer Geburtstagsfeier begeistert mit ihrer großäugigen schwarzen Plüschkatze gespielt hat, entschied sie ganz plötzlich, diese Katze zu verschenken, weil unser Sohn jenes Plüschtier ja so gern hat! Und da sich unser Sohn selbst in seinem Alter schon erstaunlich häufig merkt, von wem welches Geschenk ist und diese dann auch ins Herz schließt, hatten wir nun also eine Plüschkatze, die uns auf Schritt und Tritt begleitete. Abends einschlafen ohne Tücher oder Kimmi – so der Name der Katze – konnten wir vergessen. Fürderhin hatten wir also Schnuffeltuch UND Lieblingsplüschviech. Natürlich verbunden mit dem entsprechenden Drama als eben jenes zeitweise verschwunden war. Auch wenn die großartige Oma mütterlicherseits genau diese Katze noch einmal nachkaufte – eigentlich zweimal, nur um sicher zu gehen – die echte Kimmi fehlte eben doch und so war die Freude entsprechend groß, als wir das Tier wundersamerweise im Kinderwagen wieder fanden. Die Ersatzkimmi wanderte wieder in den Schrank und schaute von dort auf uns herab, bis … ja bis der Sohn sie vor etwa vier Wochen dort entdeckte. Seitdem sind wir stolze Eltern eines Kindes, das über zwei (identische) Kuscheltiere und zwei Schnuffeltücher verfügt – die natürlich überall mit hin müssen.
Und wer jetzt denkt, dass dies alles nur Quatsch ist, der hätte heute unser Kind sehen müssen. Aus Gründen der Erziehung hatten wir nämlich die Schnuffeltücher einige Tage in Geiselhaft, denn unser Kind war der Ansicht, selbige mutwillig in den Dreck schmeißen zu müssen. Heute war nun endlich der Tag an dem wir ihm seine Tücher wiedergaben und sein Blick war wirklich unbezahlbar. Die blauen Augen wurden immer größer und strahlender, ein seliges Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus und er streckte die Arme geradezu gierig nach seinen Tüchern aus. „Meine Tüüüüücher … !“ rief er. Als er sie dann endlich in den Händen hielt, presste er sie an seine Nase und nahm einen tiefen Atemzug, bevor er einmal richtig damit schnuffelte. Merke also: Eines Kindes Schnuffeltuch ist durchaus lebensnotwendig!

Frhoppe 06.08.2015

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18.06.2013 Ich schlafe, wann ICH will!

Heute Abend gegen sieben Uhr waren alle Anzeichen da: Das Ohrenkratzen, das Haare drehen, das Augenreiben, das vors Gesicht gezogene Schnuffeltuch! Alle, aber auch wirklich alle Symptome eines todmüden Kindes waren vorhanden. Es hieß also: Ab ins Bett mit dem kleinen Mann!

Kaum berührte jedoch sein Kopf  die Matratze, war an Schlaf nicht mehr zu denken. Baby trank zwar noch brav und hörte sich alle Lieder an, aber als wir den Raum verließen, ahnten wir schon, dass das noch nicht das Ende vom Lied war. Waren wir auch der Meinung, der kleine Mann brauche jetzt seinen Schlaf, Baby sah das ganz anders. Die Tür war kaum richtig zu, als auch schon das Gejauchze und Geplapper los ging. Normalerweise lassen wir ihn eine Weile plappern und dann schläft er irgendwann darüber ein – neuerdings auf dem Bauch, trotz Schlafsack, was mich wieder wie eine besorgte Glucke alle halbe Stunde gucken lässt, ob er noch atmet.

Nicht so heute! Nach einer Viertelstunde fröhlichen Gurrens und Quatschens schaute ich nach dem kleinen Mann. Als ich die Schiebetür öffnete, erwartete mich ein knallwaches, quietschvergnügtes Kind, das sich vor Begeisterung mich zu sehen erst einmal spontan in den Vierfüßlerstand erhob – natürlich behielt er den nicht lange bei, den kann er nämlich eigentlich noch gar nicht! Nun sei vielleicht noch gesagt, dass sich die Schlafräumlichkeiten hier im Garten meiner Großeltern dergestalt präsentieren, dass sie eigentlich aus einer einzigen großen Schlaflandschaft bestehen. Lediglich vor dem Bett bleibt nach Umklappen der Couch noch ein schmaler Spalt, der sich aber mit den Couchkissen passgenau – als hätte das einer so geplant – auspolstern lässt. Ist die Falt-Schiebetür dann geschlossen, hat man ein ausbruchssicheres Kinderbett, nur halt in groß.

Eben dieses Bett hatte Baby komplett von der hinteren rechten Ecke bis nach vorne links vor die Tür durchmessen und lauerte nun grinsend hinter derseselben!

Es stellte sich nun sehr schnell heraus, dass der kleine Mann nicht innerhalb der nächsten Minuten einschlafen würde. Noch einmal aufstehen gibt es aber nicht, dass haben wir schon recht früh beschlossen, allerdings wollten wir Baby dann doch nicht einfach alleine da liegen lassen, also legten wir uns einfach zu ihm – eine extra Kuscheleinheit hat schließlich noch niemandem geschadet. Was dann folgte, war eine Bilderbuchlehrstunde in Sachen „Unterschätze niemals, was dein Baby alles kann!“
Dieses kleine Ninjababy rollte in einer affenartigen Geschwindig- und Geschicklichkeit vorwärts und rückwärts über das Bett, zirkelte genau aus, wieweit es sich jetzt unter Zuhilfenahme seiner Beinchen um sich selbst drehen musste, um dann durch erneutes Rollen an seinen Zielort zu gelangen. Jetzt ist mir auch klar, wie er es am letzten Donnerstag in dieser kurzen Zeit bis in die Lücke neben dem Bett schaffen konnte.

Irgendwann – so ca. nach einer dreiviertel Stunde waren dann aber auch seine Reserven erschöpft. Natürlich war er aber so aufgedreht, dass nicht daran zu denken war, er würde alleine einschlafen. Neben ihm liegen zu bleiben, ging aber auch nicht, weil er dadurch noch unruhiger wurde und weiter spielen wollte. Ich entschied mich dafür, ihm noch einmal seine Spieluhr anzumachen und legte ihm diese in Reichweite auf das Bett. Und jetzt liegt Baby da, seine Spieluhr fest im Arm und schlummert selig!

© frhoppe 18.06.2013

04.03.2013 Schnuffeltuch oder Kuscheltier?

Wenn man sich mal so die auf der Straße herumwuselnden kleinen Menschen genauer anschaut, so fällt einem unweigerlich auf, dass sie sich in zwei Lager spalten. Die eine Hälfte bevorzugt die so genannten Schnuffeltücher – in der Regel handelsübliche Baumwollwindeln – die andere Hälfte hängt ihr Herz an einen Plüschfreund. Beides hat Vor und Nachteile. So kann sich Baby ein Kuscheltier in der Regel nur schwer über den Kopf ziehen, man kann und DARF! das Kuschelvieh aber unter keinen Umständen niemals nicht waschen. Das Schnuffeltuch hingegen liegt schnell mal quer über dem Gesicht, dafür ist es aber leichter austausch- und waschbar. Wir beobachten nun gespannt, für welche Seite sich unser kleiner Mann entscheidet.

Baby hat ja nun schon seit vor seiner Geburt ein Plüschschaf namens Wollo, das in einem namhaften Möbelhaus zur Adoption frei gegeben wurde. Dieses Schaf findet er auch ganz dufte. Er kuschelt mit dem Vieh, besabbert es ausgiebig – „Alles was ich ansabbere, gehört mir!“ – und strahlt es immer ganz erfreut an, wenn es auf ihn zukommt und mit ihm redet – ist nämlich eine Handpuppe. Seit einiger Zeit jedoch erfreut sich auch das Schnuffeltuch wachsender Beliebtheit, welches er zwischen seinen Händen hin und her wendet, auseinanderfaltet – ja das kann der schon – und sich richtig an den Hals und vor den Mund kuschelt. Überflüssig zu erwähnen, dass es auch kräftig besabbert wird. Heute hat er entdeckt, dass er damit Verstecken spielen kann. Immer wieder hat er sich das Tuch über die Augen gelegt und dann wieder runter gezogen und wie ein kleiner Schneekönig gefreut, wenn wir Kuckuck gerufen und gelacht haben.

Was wird es also werden? Genau kann man das noch nicht sagen und ich denke auch, es wird bis zum Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen bleiben. Mir persönlich wäre ehrlich gesagt, dass Kuscheltier lieber, weil es zwar irgendwann tierisch verkeimt ist, aber dafür eben nicht über den Kopf gezogen oder um den Hals gewickelt werden kann. Aber wenn sich der kleine Mann für das Schnuffeltuch entscheidet? Nun, dann ist das eben so – immerhin hat er ja heute von Uroma und Uropa ein ganz tolles mit Eulen drauf geschenkt bekommen und eins mit Elumpfanten. Ins Bett kommt sowieso keins von beiden, bevor er alt genug ist.

© frhoppe 04.03.2013