04.06.2013 Die Freiheit war so nah….

Puh, endlich schläft unser kleiner Babymann. Das war heute gar nicht so einfach, sogar den Chor hat Mama abgeblasen, weil der kleine Mann sich nicht so recht entscheiden konnte, ob er trinken will oder nicht.

Während des abendlichen Wickelns schrie er wie am Spieß, wollte unbedingt an die Mutterbrust und saugte sogar schon verzweifelt am Kissen. Zu allem Übel war auch noch die Batterie seiner Spieluhr alle – ja genau diejenige, welche fester Teil unseres Abendrituals ist – sodass wir die erstmal austauschen mussten. Baby schrie unterdessen weiter nach Futter. Kaum lagen wir jedoch bereit, war auf einmal alles andere interessanter als die Mahlzeit. Vor allem die gerade wieder in Funktion versetzte Spieluhr lenkte den kleinen Brüllbär vom Trinken ab. Zwischendurch nahm er zwar immer mal wieder einen Schluck, aber da war nichts ernsthaftes dabei.

Und so kam es wie es kommen musste: Nachdem wir das Einschlafritual beendet und das Schlafzimmer verlassen hatten, war aus demselben zunächst munteres Geplapper zu hören, welches nahtlos überging in Demontageversuche des Bettes unter aktiver Zuhilfenahme beider Füße. Dann begann das Gemecker, das schließlich in einem forderndem Weinen gipfelte, welches nun endlich Mama herbeirief – ja ich bin da hart, ich gehe nicht rein, solange er nur meckert … darüber ist er nämlich schon oft genug eingeschlafen! Und was sah ich, als ich das Zimmer betrat? Dieses kleine Ninjababy hatte sich ganz geschickt mitsamt Schlafsack aus seinem Bettchen gerollt und stetig nach unten gerobbt. Rausfallen hätte er zwar noch nicht gekonnt, trotzdem haben wir ihn jetzt zur Sicherheit in seinem eigenen kleinen Alcatraz eingesperrt. Das Beistellbettchen hat nämlich ein Absperrgitter, welches nach Bedarf zwischen Baby- und Elternbett eine Sperre bildet.

Bis jetzt hatten wir keinen Bedarf und ich werde das Ding auch wieder abnehmen, sobald wir schlafen gehen, aber eins ist klar: Mit der Freiheit beim Einschlafen ist es jetzt vorbei, kleiner Mann!

© frhoppe 04.06.2013

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18.05.2013 Perfekt bin ich nicht – aber eine Löwin!!!

Alles in allem war es ein wirklich wunderschöner Geburtstag.

Wie immer sind wir unter erheblichen Chaos losgefahren, eine halbe Stunde zu spät und auch schon unter geringfügigen Stress stehend. Normalerweise war aber dann doch irgendwie immer alles dabei – dank Mutti, die eigentlich immer an alles denkt – gestern war das anders. Denn ich vergaß nicht nur eine Nuckelflasche mit Wasser mitzunehmen – die wurde unterwegs gekauft -, sondern neben einem Laken für das Reisebett auch noch Babys Schlafsack und wo ich gleich dabei war auch den Schlafanzug. Papa entschuldigte sich gleich beim kleinen Mann, dass wir halt nicht perfekt sind. Er könne sich aber auch gleich daran gewöhnen, denn wir würden wohl auch immer chaotisch bleiben 😀

Naja Baby schlief dann einfach in Socken, Body und der kurzen Hose, die sich noch in der Wickeltasche befand, warm genug war es definitiv, denn wir hatten ein Zimmer unterm Dach. Das fehlende Laken hat den kleinen Mann auch nicht nachhaltig beeindruckt. Er schlief ganz ganz wunderbar. Es ist zwar alle Viertelstunde jemand gucken oder an der Tür lauschen gewesen, aber eigentlich hätten wir uns wie immer keine Sorgen machen müssen.

Heute morgen durfte ich dann noch meiner inneren Löwin guten Tag sagen. Nach dem Frühstück waren alle schon gefahren, bis auf einen Onkel, den ich kaum kenne und der fasste mein Baby an!!! Nicht in einer lieben Art, so wie „Ach wie süß bist du denn?“ Sondern um ihm den Nuckel zu klauen! AUS DEM MUND!!! Mit den Worten: „Sowas kann ich gar nicht haben!“ Meine Antwort darauf, während ich ihm den Nuckel entriss, war: „Ist mir scheißegal, was du haben kannst, mein Sohn kann seinen Nuckel haben!“ Und dabei hat er noch Glück gehabt, denn kurz zuckte meine Hand!!!

Ob er einen Nuckel will, entscheidet der kleine Mann allein – vielleicht noch wir Eltern oder die Großeltern, aber ganz sicher nicht irgendein Onkel, der mir im Grunde unbekannt ist.

© frhoppe 18.05.2013

17.01.2013 Gibt es ein zuviel an Sicherheit?

Heute bin ich wieder einmal mit einer sehr wichtigen Frage konfrontiert worden, nämlich der Frage nach der Sicherheit des Kindes und ob es ein zuviel an Sicherheit gibt. Wir haben nämlich zurzeit Besuch und der guckte etwas verwirrt, als mein Mann nach dem Kontrollblick ins Schlafzimmer zurückkam und vermeldete: „Schläft UND atmet!“

Warum er das so explizit verkündet, mögen Sie sich vielleicht fragen, schließlich impliziert das Wort schlafen ja, dass das Kind atmet. Nun, das kam so: Als ich vor fünf Tagen damit anfing, unseren Kleinen abends im Schlafzimmer allein hinzulegen, bat ich ihn nach einiger Zeit ins Zimmer zu linsen, ob Baby schon bzw. noch schläft. Tat es und das sagte der Papa mir auch, woraufhin ich ihn fragte, ob Baby auch atmet. Er antwortete darauf leicht amüsiert, dass das Kind sehr wohl atme. Als ich anhob, ihm zu erklären, warum ich das frage, grinste er leicht verschmitzt und sagte: „Ich leg ihm auch immer die Hand auf den Bauch!“ Ich brauche kaum zu erklären, dass ich hin und weg war vom Zeichen dieser väterlichen Sorge. Und noch schöner finde ich, dass er seitdem eben immer vermeldet „Schläft UND atmet!“

Nun war aber diese Aussage Anlass zur Erkenntnis unseres Gastes, dass wir über kein Babyfon verfügen. Dazu muss ich allerdings sagen, dass unsere Wohnung nur 46 Quadratmeter hat und wir mit dem Kind quasi Wand an Wand liegen, sodass wir definitiv hören, wenn der Kleine sich muckt. Seine Atmung hören wir so nicht, das tun wir aber auch nicht mit Babyfon. Unser Besuch erzählte uns daraufhin von einem neuen Prinzip, bei dem das Kind auf einer Matratze liegt, die mit Sensoren bestückt sind, die wiederum mit dem Babyfon verbunden sind. Diese Sensoren überwachen die kindliche Herzfrequenz und geben über das Babyfon einen Warnlaut ab, wenn der Herzschlag nicht mehr zu hören ist. Dies wäre beim Plötzlichen Kindstod (SIDS – Sudden Infant Death Syndrome) der Fall und man könnte sofort reagieren. Ich muss ehrlich sagen, dass ich dieses Prinzip vom Grundsatz her nicht schlecht finde, vor allem für Familien in denen durch Asthma oder anderes eventuell ein höheres Risiko besteht. Ich habe dann auch darüber nachgedacht, ob ich solch eine Sicherheitsmaßnahme für mich wollen würde. Das ist mir nicht besonders leicht gefallen, denn der SIDS ist das, was Eltern am meisten fürchten. Wir befolgen zwar schon alle neuesten Empfehlungen – Kind im Schlafsack, auf harter Matratze, ohne Stofftiere oder Nestchen, bei 16-18° im Elternschlafzimmer im eigenen Bettchen in einer absolut rauchfreien Umgebung – aber könnte man nicht noch mehr machen? Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich noch mehr nicht möchte. Die Angst, dass etwas passiert, ist unterbewusst immer präsent und mal schafft man es besser, sie zu verdrängen und mal eben nicht. Eine solche Matratze würde dazu führen, dass ich den ganzen Abend auf das Piepen des Babyfons warten würde. Und das möchte ich einfach nicht.

Ich möchte darauf vertrauen, dass meinem Kind nichts wirklich Schlimmes passiert und ich möchte diesen Glauben auch nicht verlieren. Denn eines weiß ich genau, auch wenn ich es gerne anders hätte – es gibt keine hundertprozentige Sicherheit und zu versuchen, sein Kind vor allem zu bewahren, stutzt ihm die Flügel.

© frhoppe 17.01.13

14.01.2013 Der erste Schritt zum Großwerden!

Gestern ist unser kleiner Sonnenschein zwei Monate alt geworden und anlässlich dieses besonderen Datums beschlossen wir spontan, dass die Zeit des Lotterlebens vorbei sei und dass jetzt Zucht und Ordnung einziehen müsse. Hört sich jetzt schlimm an, meint aber tatsächlich nur, dass der kleine Mann nicht mehr bis Mitternacht bei uns im Wohnzimmer auf unserem Bauch schlafen sollte, sondern dass wir ab sofort anfangen ihn so zwischen sieben und acht im Schlafzimmer schlafen zu legen – ohne dass wir dabei sind! Alle Eltern, die das schon durch haben, wissen wovon ich rede. Todesmutig machten wir uns an die Arbeit, atmeten tief durch, warfen uns einen tiefen Blick zu und stellten uns innerlich auf einen anstrengenden Abend ein, frei nach dem Motto: Mögen die Spiele beginnen!

Der kleine Mann wurde gewickelt und dann in seinen Schlafanzug, sowie anschließend in seinen Schlafsack gesteckt. Während des Stillens wurde dann zwei Mal die Spieluhr aufgezogen. Warum zwei Mal – nun ganz einfach, das hatte ich seit zwei Wochen schon um Mitternacht immer so gemacht. Ebenso war ich mit den selbst gesungenen Schlafliedern verfahren. Das sind vier an der Zahl mit einer ganz bestimmten Reihenfolge und Berührungen an ganz bestimmten Stellen im Lied. Danach wurde dann nichts mehr gesprochen. Langsam wurden die Augen des kleinen Mannes – und auch meine – schwerer und die Saugbewegungen weniger und dann galt es: Ich musste Schlaf vortäuschen, ohne dabei selbst einzuschlafen. Sie erinnern sich sicher an das eingangs genannte Ziel, den Kleinen allein im Schlafzimmer hinzulegen. Ein schlafbedingter Verbleib meiner Wenigkeit im Schlafzimmer hätte dieses Ziel todsicher boykottiert. Aber ich blieb stark – vielleicht auch dank meines jahrelangen Trainings als Studentin mit durchschnittlich 5 Stunden Schlaf – und nach 10 Minuten konnte ich leise Bett und Zimmer verlassen. Nun saßen wir gespannt wie die Flitzebogen im Wohnzimmer mit Ohren, die einer Fledermaus Konkurrenz gemacht hätten, und lauschten auf Protestgeheul … und lauschten … und lauschten. NICHTS!!! Sollte wirklich der unwahrscheinliche Fall eingetreten sein, dass der kleine Mann sich ohne Protest gleich beim ersten Mal hinlegen lässt??? Okay, Zeit für Schritt zwei: Bewegung innerhalb der Wohnung bei normaler Lautstärke. Würde er aufwachen??? Schreien vielleicht, wenn ihm aufgeht, dass die Geräusche nur bedeuten können, er ist allein??? Er tat es nicht! Er schlief und zwar bis etwa halb eins! Dann wurde er ganz vorbildlich wach, als wir ins Bett kamen, sodass wir ihn wickeln und nochmals füttern konnten. Und danach viereinhalb Stunden schlafen.

Nun ist ein einzelnes Erfolgserlebnis noch kein Sieg, aber ich bin optimistisch. Denn auch wenn er heute nach dem selben Ritual noch etwa zehn Minuten vor sich hin brabbelte und meckerte – und ja, ich gebe zu, es hat mich all meine Kraft gekostet nicht hinzulaufen und meinen armen Schatz zu trösten – schläft er jetzt schon wieder seit eineinhalb Stunden. Und auch wenn er gleich wach werden sollte und auch wenn mir völlig bewusst ist, dass das sicher nicht jeden Abend so reibungslos läuft, bin ich doch jetzt gerade ganz furchtbar stolz auf mein wundervolles Kind!!!

© frhoppe 14.01.13