11.10.2014 Die Papas!!!

Als ich heute morgen gegen halb zehn das Haus verließ, war der Sohnemann schon wach. Ich informierte den Papa darüber, überließ es jedoch dem Papa das Türöffnen und alles weitere zu übernehmen.
Als ich heute Mittag gegen eins das Haus betrat, begrüßte mich an der Tür der Sohnemann. Noch im Schlafanzug, noch nicht gewickelt, aber immer hin in vollster Zufriedenheit lächelnd. Auf Nachfrage gab der Papa zur Auskunft, dass er noch einmal eingeschlafen und erst gegen zwölf erwacht sei. Vermutlich sah ich etwas ungläubig drein – ich meine: Wie kann er schlafen, wenn das Kind wach ist – jedenfalls merkte er an, dass das Kind völlig lautlos gewesen sei.
Das schlimmste erwartend öffnete der Papa die Tür zum Kinderzimmer, da strahlte ihn das Kind im Bett liegend an und bemerkte strahlend: „Der Papa hat ausgeschlafen.“ Das Zimmer war völlig ordentlich, der Sohn muss also einfach in seinem Bett gelegen und sich mit seinen Kuscheltieren unterhalten haben. Und statt dann zu wickeln, verbrachten Papa und Sohn eine Stunde spielend auf dem Bett, wobei der kleine Mann zu erstaunlichen Fantasiegebilden in der Lage war.
„Hast du schon einmal eine Giraffe gesehen?“ fragte der Papa.
„Ja!“ antwortete der Sohn und fügte hinzu: „Bei der Wiesenbaude und dann ist die weggeflogen.“

Frhoppe 11.10.2014

Meine Mama, da!, Papa!, Nein! – erste Wörter!

Der letzte Stand in Sachen Mama war der, dass er durchaus schon „Ma Ma!“ sagte, allerdings nur als Abfolge zweier Silben, die noch nichts mit mir als Person zu tun hatten.

In der Tat folgte dann längere Zeit wenig mehr als „Ma Ma!“, welches langsam in ein, gerne auch länger anhaltendes „mamamamamamamamamamamamamaaaa!“ überging und schließlich sogar ein „maaaa“, welches eindeutig mich als seine Mama meinte. Immer öfter nutzte er diesen Laut, um mich herbeizurufen, erst recht, da ich dann ja immer so lustig sagte: „Ja, fein! Ich bin die MAMA!“.

Eines schönen Tages Ende August war es dann soweit. Der kleine Mann kam am 28.8.2013 vom Spaziergang mit der Oma nach Hause und als er mich sah, wurde er ganz ruhig und strahlte mich an, bevor er ganz sanft „Mama“ hauchte. Noch bevor dann auch die Bezeichnung für den netten Herrn an Mamas Seite dazu kam, beherrschte der kleine Mann die essentiell wichtige Silbe „Da!“. Den genauen Tag kann ich nicht benennen, ich weiß nur noch dass es Mitte Oktober war, als er damit anfing, die Benennung von Dingen mit der Silbe „Da!“ einzufordern.

Anfang November folgten dann die ersten Versuche, nach Papa zu fragen. Ganz zaghaft ging es über von „baba“ zu „pa“ und schließlich zu „Papa!“. Traurigerweise kann ich auch hier den Tag nicht mehr genau eingrenzen.

Dafür weiß ich noch, dass der kleine Schlawiner pünktlich zu seinem Geburtstag, das Wörtchen „Nein!“ das erste Mal in den Mund nahm. Ganz energisch lag er auf seinem Wickelplatz, sagte „Nein!“ und schüttelte dabei ganz süß sein Köpfchen. Ich weiß auch noch, dass ich mich fragte, was das wohl über uns als Eltern aussagt, dass sein viertes Wort „Nein!“ ist. Aber allzu schlimm kann es nicht sein, denn das fünfte Wort, das bereits zwei Tage später folgte war „Ei!“ und zwar in doppelter Ausführung und mit der entsprechenden Geste. „Ei, ei!“ sagte er und streichelte meine Wange. Das letzte wirkliche Wort, das wir bislang erlernt haben, ist „Bumm!“ und zwar am 21.12.2013.

Ansonsten besteht Babys Sprache im Moment hauptsächlich aus den Versuchen, die Worte der Erwachsenen nachzuahmen und dabei erstaunliche Erfolge zu erzielen – manchmal lässt sich nämlich schon das Wort erahnen, dass er da wiederholt hat. Und wenn das nicht der Fall sein sollte, dann macht es trotzdem wahnsinnigen Spaß, dem kleinen Mann bei seinem Gebrabbel zuzuhören, denn Tonhöhen und -längen, die er von sich gibt, hören sich schon richtig nach Gespräch an.

© frhoppe 05.01.2014

20.04.2013 Ohne dich!

Manchmal hat man doch ein kleines Brett vor dem Kopf. Da saß ich doch heute und überlegte worüber ich denn schreiben soll, wenn ich den ganzen Tag nicht beim kleinen Mann war. Na eben genau darüber! Schließlich wollte ich hier zwar hauptsächlich über den kleinen Mann und seine Fortschritte im ersten Lebensjahr schreiben, aber dazu gehören eben auch manchmal Mamas Gefühle.

Und die waren heute wieder einmal sehr durchwachsen, schließlich hatte ich weder gestern noch heute viel von Baby, da ich wieder einmal am proben war – ja ich weiß, warum mache ich es dann, wenn ich doch heule, ich will zu meinem Kind? Ganz einfach. Mein Chor bzw. meine Chöre sind für mich wahnsinnig wichtig. Ohne sie werde ich unglücklich und depressiv. Ergo muss ich proben. Das hindert mich aber nicht daran, in der Zeit meinen kleinen Mann auf das heftigste zu vermissen. Schließlich ist er erst fünf Monate alt und alles immernoch so neu und frisch. Und schließlich könnte ja auch jeden Tag etwas Neues passieren, nicht wahr? Genau so kam es dann auch. Nachdem Baby am Donnerstag ja bereits erste Anzeichen zeigte, gestand mir der Vater unseres Sohnes, dass sich derselbe just bei meinen Großeltern das erste Mal gedreht hätte. Ganz ehrlich, ich war kurz davor zu heulen. Zum einen aus Stolz und in der nächsten Sekunde aus Frust, dass ich genau dann nicht da war.

Zum Glück – und wirklich nur zu meinem Glück, den Großeltern gönne ich dieses Erlebnis natürlich auch – stellte sich dann heraus, dass die Drehung an derselben Stelle beendet gewesen war, wie schon tags zuvor. Also fast, aber eben nicht ganz. Das hat der kleine Mann dann heute beim Papa gemacht! Natürlich wieder als ich nicht da war! Ganz klar! Aber so traurig ich für eine Sekunde auch war, so stolz bin ich jede Sekunde dieses Tages, dass mein kleiner Bär diesen so wichtigen Schritt geschafft hat. Da ist es auch eigentlich ganz egal, bei wem er das macht.

© frhoppe 20.04.2013

27.01.13 Ein Hohelied auf die Verwandtschaft

Heute soll es mir mal gar nicht so sehr ums Baby gehen – auch wenn er nach den gestrigen Problemen beim Schlafengehen dann noch fantastische sechs Stunden geschlafen hat – sondern mehr um Babys liebe Verwandtschaft. Die ist nämlich ganz und gar fantastisch! Zwar können aufgrund der Entfernung nicht alle immer so da sein, wie sie es gerne hätten, aber jeder von ihnen nimmt regen Anteil am Leben des kleinen Mannes.

Da wäre zunächst mal meine Mama. Immer mittwochs kommt sie den kleinen Mann nach der Arbeit holen und macht mit ihm einen ausgedehnten Spaziergang. Wenn sie dann mit ihm hier wieder auf der Couch sitzt, kann nichts und niemand sie von Baby ablenken, sosehr genießt sie es mit ihm zu schäkern. Dabei leuchten ihre Augen und sie gibt die lustigsten Geräusche von sich, mal ganz zu schweigen von den verrückten Grimassen. Und wenn ich ab April wieder zur Uni muss, hat sie sich bereit erklärt, einen Tag in der Woche frei zu nehmen, um auf ihn aufzupassen. Ohne zu zögern, hat sie nach der Geburt ihre Wohnung zur Verfügung gestellt, damit meine eilends angereiste stolze Schwester – die kam gleich an zwei Wochenenden hintereinander, weil sie es nicht aushalten konnte –  Quartier hat und damit wir den Geburtstag von Babys Papa feiern konnten. Das wäre mir nämlich zwei Wochen nach der Geburt zu anstrengend gewesen. Und an Sylvester hat sie es ebenfalls möglich gemacht, dass wir nicht nur fantastisch speisen, sondern vor allem zum Jahreswechsel auch ganz entspannt mit meiner Schwester und meinen Eltern feiern konnten. Meine Schwester musste bis nach Mitternacht warten, bevor die Oma den kleinen Mann mal abgegeben hat. Als nächstes haben wir meine Schwiegermama und meinen Schwager. Nun ist das ja meistens so eine Sache mit Schwiegermamas und ihren Schwiegertöchtern, bei uns allerdings war das Verhältnis von Anfang an fantastisch. Wie auch nicht, wir sind beide Widder – sie hat nur zwei Tage nach mir Geburtstag – und ich mache ihren Sohn glücklich. Und nun, wo ich ihr endlich das heiß ersehnte Enkelchen geschenkt habe, gibt es glaube ich wenig, was ich noch falsch machen kann. Jedenfalls würden Schwiegermama und der stolze Onkel jeden Tag spazieren gehen, wenn wir sie lassen würden. So aber können wir jederzeit anrufen und schon kommen sie begeistert angeritten und sind jedes Mal wieder hin und weg vom kleinen Schatz. Mindestens genauso toll sind meine Großeltern, welches Babys Urgroßeltern sind. Und was für stolze Urgroßeltern. Jede Woche kommen sie vorbei und machen dann immer ganz fleißig Fotos, bevor sie den kleinen Mann zu einer großen Runde mitnehmen. Und nicht nur das, ich darf gerne mit Baby zu ihnen kommen. Sie betreuen dann den kleinen Mann, damit ich an meinen Hausarbeiten schreiben kann – ich gehe allerdings davon aus, dass da auch eigennützige Motive unter Umständen eine Rolle spielen könnten. Meine Großtante, die immerhin schon 86 ist, kann leider nicht mehr sehr gut laufen, aber auch sie lässt es sich nicht nehmen, ganz regelmäßig anzurufen. Und wenn wir es dann mal schaffen, sie zu besuchen, dann wird sie immer ganz sanft und vergisst alles andere, außer der Bewunderung für ihren Urgroßneffen.

Ganz besonders rührend finde ich aber ehrlich gesagt die Männer unserer Familie: Mein Papa ist sofort nach der Geburt ganz aufgeregt von der Ostsee angereist und konnte sich an dem kleinen Schatz gar nicht satt sehen – sogar das Wickeln hat er gleich gefilmt. Ich glaube ihm fällt es im Moment genauso schwer wie meiner Schwester – aber ehrlich gesagt auch wie mir –, dass die Entfernung es unmöglich macht, sich öfter zu sehen. Mein Opa wiederum zwingt mit schöner Regelmäßigkeit meine Oma, hier doch mal anzurufen und nicht immer nur den Blog zu lesen. Nicht, dass er etwa selber zum Hörer greift – Nein! Das machen echte Männer nicht! Außerdem ist mein Opa dafür viel zu beschäftig, der plant nämlich schon detailliert die Organisation der Spielplatzausflüge. Und dann erst mein Schwiegerpapa. Der ist noch die ganz alte Schule, so nach dem Motto, für Kinder sind die Frauen zuständig – dachten wir zumindest!!! Jetzt macht es ihm gar nichts mehr aus, die Windel wegzubringen und aus dem manchmal etwas grummeligen, älteren Herren wird auf einmal ein ganz begeisterter Opa, dessen Gesicht ganz weich wird, sobald er sein Enkelchen sieht. Dann spricht er mit ganz hoher verstellter Stimme und butzt Babys Näschen mit seiner Nase ganz sanft an. Und ich wette, wenn unser kleiner Mann in zwei Jahren anfängt in Opas heiß geliebten Garten die Blumen auszubuddeln, dann reicht der ihm noch die Schaufel an.

Ich könnte noch stundenlang weiter schreiben, einfach weil sie alle uns mit diesen kleinen und großen Gesten, den Alltag so unfassbar erleichtern. Alle Eltern wissen, wie wichtig diese ein bis zwei Stunden Ruhe sind, alle Eltern kennen diese tiefe Dankbarkeit für das Besorgen von  etwas so Simplen wie dem vergessenen Honig oder dem benötigten Brot und alle Eltern genießen es zu sehen, wie sehr ihr Kind geliebt wird. Zu sehen, wie viel Freude unser kleiner Mann in ihre Gesichter bringt und zu erfahren, wie sehr Baby von ihnen geliebt wird, erfüllt mich mit maßlosem Staunen über die Macht, die ein solch kleines Wesen über uns alle hat. Und, um es noch mal mit aller Deutlichkeit zu sagen: Mit unendlicher Dankbarkeit dafür, dass IHR alle bereit seid, diesen kleinen Mann bedingungslos zu lieben. Denn damit kann er alles im Leben schaffen!!!

© frhoppe 27.01.13

26.01.2013 Der Schluckspecht wird zum Spuckspecht!

Zunächst habe ich mal eine gute Nachricht: Dem kleinen Mann geht es wieder besser. Er hustet kaum noch und auch die Nase ist schon immer mal wieder frei. Und Fieber hat er Gott sei Dank die ganze Zeit nicht bekommen, ich hätte ihm nämlich nicht auch noch ein Fieberzäpfchen verabreichen wollen.

So langsam sind wir aber recht froh, dass es ihm wieder besser geht. Natürlich schon allein deswegen, weil es ihm wieder besser geht, aber auch, weil dann die blöde Medikamentengabe ein Ende hat. Das ist ja sowieso schon immer so eine eher heikle Geschichte, dem kleinen Mann seine Vitamin-D-Tabletten täglich zu geben. Unbedarfte Nicht-Eltern mögen jetzt fragen: Wieso? Mund auf, Tablette rein. Ist doch ganz einfach, oder? EBEN NICHT!!! Mal ganz davon abgesehen, dass Babys sich an Festkörpern übel verschlucken können und diese darum grundsätzlich nicht in Babys Mund gehören, muss das Ding laut Packungsanweisung aufgelöst werden. In Wasser oder auch Tee, da hat man dann die Qual der Wahl. Ist aber eigentlich auch egal – unser Sohn mag keins von beiden. Wenn er einen schlechten Tag hat, braucht es zwei Erwachsene, den Löffel in sein Mäulchen zu bekommen – einer der den Löffel fest hält, der zweite zum Bändigen von Babys acht Armen – an guten Tagen lässt er es stoisch über sich ergehen. Das große Problem ist aber eigentlich nicht das Hineinbekommen sondern das Drinnenbehalten. Und damit wären wir beim Hustensaft. Wenn er die Tablette nämlich wieder ausspuckt, ist das nicht ganz so schlimm. Den Hustensaft muss er aber bekommen. Und zwar zweimal am Tag. Manchmal schmeckt er ihm, dann macht er den Mund weit auf und schluckt das Zeug einfach. Manchmal hat er aber so gar keinen Bock drauf. Dann gibt es keine Möglichkeit, ihn dazu zu bewegen den Saft zu schlucken. Und dabei hat er es wirklich drauf uns zu überlisten. Er kann nämlich den Schluckreflex ausschalten. Wirklich! Der behält den Pamps solange im Rachen bis wir mal eine Sekunde wegschauen und zack, lässt er es zu beiden Seiten aus seinem Mund laufen. Schön am Hals entlang in den Nacken hinein. Prima! Ist ja nicht so, als würde das Zeug kleben. Ach iewo!

Naja, falls er wirklich zu wenig abbekommen hat, dann gibt es ja noch das leckere Fichtennadel-Eukalytus-Öl zum Inhalieren. Das muss aber zum Glück nur auf den Schlafsack getropft werden und nicht in den Mund. Dafür riecht aber unser Schlafzimmer auch wie eine finnische Dampfsauna.

© frhoppe 26.01.13

23.01.2013 Wenn du glücklich bist…

Eine ganz entscheidende Frage, die man sich relativ bald nach der Geburt, zumeist auf der Höhe einer Schreiattacke, stellt, ist: Warum haben wir das nur getan? Das heißt keinesfalls, dass man sein Baby nicht mehr haben möchte – Sie können ja gerne mal versuchen mir meins wegzunehmen, regeln Sie aber bitte vorher ihre Angelegenheiten – aber man denkt manchmal eben doch über das Warum nach.

Und dann kommt er: Der Moment in dem Baby restlos glücklich ist. Nicht nur satt und zufrieden und aufgrund dieses Umstandes selig schlafend, sondern wach und glücklich. Meistens hält diese Phase nicht viel länger als 20 bis 30 Minuten an, denn Babys sind schnell mal reizüberflutet, aber für die Dauer dieser Phase, liegt der Himmel in den Augen der kleinen Wesen. Denn sie sind unverfälscht glücklich und genießen diesen einen Moment. Wo wir irgendwie doch immer unsere „Erwachsenensorgen“ im Hinterkopf haben, lacht der kleine Mann einfach los. Quietschend und strampelnd zeigt er seine Freude über das, was Mama oder Papa gerade machen.

Unser Baby liebt es total, wenn ich zurückgelehnt sitze, die Beine aufgestellt habe und ihn auf meinem Bauch sitzend nach hinten an die Beine gelehnt. Ich bin eine menschliche Babywippe. Das scheint die ideale Sitzposition zu sein. Da ist quasi alles möglich. Er liegt auf dem Rücken, kann dabei aber unser Gesicht sehen und vor allem kann er selbst entscheiden, wann er hingucken will oder wann es genug ist. Gleichzeitig kann Mama da ganz toll Babymassage üben. Außerdem lässt es sich so aufgrund der leicht angewinkelten Beine ganz wunderbar  pupsen. Und schlafen kann man da sowieso prima. Sie sehen also, eine Multifunktionsposition. Und genau hier haben wir diese tollen Momente, in denen ich ihm vorsingen darf und er mich dabei anlacht, weil er das Lied kennt, in denen er aktiv meine Hände greift und sie befühlt, in denen er seinen Körper entdeckt, indem er die Beine und Arme in die Luft streckt oder sich gedankenverloren den Bauch krabbelt. Und das sind auch die Momente, in denen er sein erstes quietschendes Lachen von sich gab.

Und für dieses Lachen, für diese Freude machen wir das alles!!!

© frhoppe 23.01.13

21.01.2013 Du armes Baby!!!

An der Uhrzeit, zu welcher der heutige Beitrag eingestellt wurde, sieht man, dass wir heute keine Verschnaufpause hatten. Erst jetzt, wo der kleine Mann schläft, komme ich dazu, den Tag Revue passieren zu lassen. Und was für ein Tag das war.

Los ging es mit dem Besuch beim Kinderarzt. Baby hat zwar Gott sei dank noch immer kein Fieber, aber der Husten ist noch immer schlimm und außerdem muss man bei so kleinen Würmchen ja auf jeden Fall immer abklären lassen, dass das nicht von der Lunge her kommt. Nachdem wir nach halb durchwachter Nacht endlich die Augen aufbekamen, riefen wir erst mal bei der Kinderärztin an, um zu erfragen, wann wir denn am besten kommen könnten, damit wir nicht zu lange warten müssen. Die Schwester meinte, gerade sei es ruhig, sie könne aber nicht garantieren, dass das so bleibt. Nun der kleine Mann war gerade satt und gewickelt, also sprach nichts dagegen, gleich loszufahren. Gesagt, getan! Wie Sie sich sicher denken können, war es bei unserer Ankunft natürlich voll. Voll von kranken Kindern, die dementsprechend zwischen aufgedrehtem Gespiele und lautem Geweine schwankten. Der Papa meinte dazu nur ganz trocken, er wisse nun wieder, warum er so früh vom Kinderarzt zum Allgemeinarzt gewechselt hat. Der Lärm an sich war aber gar nicht so schlimm. Viel nervenaufreibender gestaltete sich der Schutz unseres Babys. Kinder haben nämlich ein riesengroßes Interesse an Säuglingen. Finden die wirklich ganz spannend. Ehrlich! Besonders Mädchen! Find ich an sich ja niedlich – würden die nicht alle mit der Puppe spielen wollen!

Erstaunlicherweise nahm der kleine Mann diesen ganzen Arztbesuch ganz friedlich hin, guckte interessiert und ließ sich lächelnd von Frau Doktor untersuchen, die uns ganz freundlich erklärte, dass so kleine Babys noch gar nicht krank sein dürfen! Vielen Dank – uns wäre es auch lieber, er wäre gesund, aber dummerweise hat unser Sohn uns nicht um Rat oder gar Erlaubnis gefragt. Da hätten wir dann auch Nein gesagt. Jedenfalls soll er soviel Tee trinken, wie rein geht – o-Ton Ärztin – wie wir das anstellen, da er ja das Fläschchen noch nicht kennt, sei uns überlassen. Hauptsache der Tee käme rein. Aha, okay, na dann! Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Auf in den Kampf!

Natürlich gab es keinen Kampf. Was wir schon vermutet hatten, wurde grausame Wahrheit: Wir sind Weicheier!!! Zumindest angesichts unseres kranken Würmchens. Ich hab ihm zwar die Flasche immer wieder angeboten und ein-, zweimal hat er auch genuckelt, aber sobald er anfing mit der Flasche im Mund zu weinen, musste er nicht weiter trinken. Ich will mein Kind einfach nicht zwingen, etwas zu essen bzw. zu trinken, was es nicht mag und Kamillentee ist echt ein Arsch. Und solange ich ihn jederzeit anlegen kann, damit er genug trinkt, geht es ja auch noch. Morgen probieren wir es dann mit Fencheltee.

Jetzt endlich schläft der Wurm und wenn ich nicht gerade wieder ängstlich nach ihm schaue, genieße ich die heiße Hühnersuppe, die uns der Papa gekocht hat. Und gerade muss ich etwas schmunzeln, denn mir fällt wieder ein, was die Kinderärztin uns noch empfohlen hat. Dreimal dürfen Sie raten … genau … einen Mundschutz!

© frhoppe 21.01.13

19.01.2013 Hat er gerade gehustet?

So schnell kann es gehen!!! Von wegen Nestschutz! … hmpf … Unser kleiner Mann ist das erste Mal krank. Nachdem ich dann gestern noch richtig mit Fieber im Bett gelegen habe, fing mitten in der Nacht auf einmal Baby an zu husten. Wir beide schreckten hoch, der Blick sofort adlergleich auf den kleinen Mann gerichtet. „Hat er gerade gehustet?“ fragte der Papa.

Hat er und zwar nicht trocken, sondern gleich rasselnd. Und dann fing er an, ganz furchtbar zu schnorcheln, weil die Nase auch nicht mehr frei war. Und wie das die typischen Neueltern so tun, sind wir auch ganz brav erstmal in Panik geraten. Was machen wir jetzt? Gleich zum Kinderarzt in die Rettungsstelle – das schlaue Buch sagt mit Husten immer zum Kinderarzt, na toll es ist aber Wochenende – oder doch erst mal die Nacht abwarten? Und haben die im Krankenhaus nicht gesagt, Babys sind Nasenatmer? Heißt das jetzt die können nicht durch den Mund atmen? Die letzte Frage stellte übrigens der Papa – es kommt also entgegen der landläufigen Meinung nicht nur den Frauen ein Hauch rationalen Denkvermögens abhanden, wenn es Baby nicht gut geht.

Wir haben uns dann dafür entschieden, die Nacht erst mal abzuwarten und den kleinen Mann nicht dem Stress der nächtlichen Rettungsstelle auszusetzen, zumal er auch kein Fieber hatte. Es erklärt sich allerdings von selbst, dass wir nicht besonders gut geschlafen haben. Wir waren zu sehr damit beschäftigt, den Kleinen zu überwachen. Nach dem Aufstehen stellte sich dann erneut die Frage: Rettungsstelle oder reicht der Kinderarzt am Montag? Schließlich sind Husten und Fieber bis zu einem gewissen Grad ja sinnvolle Reaktionen des Körpers, die den Krankheitskeimen den Weg aus dem Körper zeigen. Man sollte sie also nicht sofort unterdrücken. Andererseits soll Husten bei Babys immer abgehört werden. Gott sei Dank habe ich eine Ärztin im Freundeskreis, die selbst auch schon erfolgreich Mama ist, also wurde erst mal schnell da angerufen. Und sie bestätigte mich dann auch in der bevorzugten Variante, den kleinen Mann nicht in die Rettungsstelle zu schleppen, sondern bis Montag zu warten, solange er kein Fieber bekommt. Und dann gab sie mir noch eine Erkenntnis mit, die ich wirklich hilfreich fand: Ich stille, obwohl ich krank bin – was soll ich auch anderes machen! Und gerade das ist am besten, denn da ich selber schon fleißig am produzieren von Abwehrstoffen bin, muss Babys kleiner Körper das nicht alleine tun. Denn meine Abwehrstoffe gehen durch die Milch direkt an den kleinen Mann – vermutlich ist er sogar schneller wieder fit als ich.

Trotzdem stelle ich mir die Frage, ob ich nicht doch den Mundschutz hätte in Erwägung ziehen sollen. Allerdings ist ja der Papa schon seit einer Woche krank. Um wirklich sicher zu sein, hätten wir schon eine Woche mit den Dingern herum rennen müssen. Das macht ja auch keiner!  Sollte zumindest niemand!!!

© frhoppe 19.01.13

18.01.2013 Krank – was nun?

Wie ich ja schon vor einigen Tagen am Rande mal erwähnt hatte, hatte der Papa sich erkältet. So richtig mit Husten und Schnupfen und Gliederschmerzen. Er hat sich also auch ganz brav vom Kind ferngehalten, damit er unseren kleinen Mann nicht ansteckt.

Die Folge dessen war aber, dass  ich mich nun um den Kleinen quasi alleine kümmern musste. An sich ja nicht schlimm, das muss so manch andere Mutter tagtäglich tun – meinen tief empfundenen Respekt an dieser Stelle mal für alle alleinerziehende Mütter!!! Allerdings gestalten sich seitdem die Nächte etwas rastloser. Zwar schläft der kleine Mann mittlerweile fast immer länger als vier Stunden – einmal sogar acht! – allerdings tut er das nur einmal die Nacht! Ja natürlich, werden Sie meinen, ich schlaf ja auch nur einmal die Nacht, ich meine damit aber folgendes: Wenn er seine lange Schlafphase einmal hinter sich hat, dann kommt er in etwa alle zwei Stunden. Auch noch ein Zeitabschnitt, der nach entsprechender Gewöhnungsphase, eine gewisse Erholung gewährleistet, jetzt jedoch kommt der kranke Papa ins Spiel. Immer im Wechsel mit dem Kind – nicht etwa gleichzeitig, dass wäre ja zu einfach – erwachte er schnaubend und hustend. Keine Frage, dass ich natürlich mit wach war. Und wenn Sie jetzt gut aufgepasst haben, erkennen Sie, dass das Summa Summarum eine Stunde Schlaf am Stück für mich bedeutet. Dementsprechend gerädert fühle ich mich seit einigen Tagen – vergessen Sie bitte die Kinderbetreuung tagsüber nicht – und dementsprechend bin ich jetzt natürlich auch krank.

Und jetzt stellt sich die große Frage: Was mache ich mit dem kleinen Mann? Mich fernhalten ist eher schwieriger umzusetzen, denn meine Brust ist und bleibt mit mir verwachsen. Also muss Google ran! Und da fand ich etwas wirklich Absurdes! Da wurde doch ernsthaft und wirklich dazu geraten, das Kind nur mit Mundschutz zu stillen!!! Ich stelle mir das jetzt mal aus Babys Perspektive vor. Es wird endlich wieder an die geliebte, wohlig warme Milchquelle angelegt, blickt vertrauensvoll dahin auf, wo es zu Recht Mamas liebendes Gesicht erwartet und wird empfangen von einem Gesicht, das statt Mund und Nase einen weißen, wahlweise chirurgisch grünen Fleck hat.

Nein danke, da riskiere ich lieber, dass der kleine Mann einen Keim abbekommt, als ihn zu traumatisieren. Es gibt ja auch noch den Nestschutz!!!

© frhoppe 18.01.13