29.10.2014 Der Bock aller Böcke oder auch einfach: NEIN!!!

Von der Kita gibt es heute nicht allzu viel zu berichten, außer vielleicht, dass der kleine Mann das erste Mal einen Anflug von Unglück gezeigt hat, als ich die Kita verlassen wollte. Seine Vertretungserzieherin teilte mir dann auch mit, dass diese Verlassensangst bis zum Vesper anhielt, jedoch durch den Spaß im Garten schließlich verdrängt wurde.
Das eigentliche Ereignis heute war jedoch der Monsterbock des kleinen Sonnenscheins.
Das das Kerlchen bereits greinend aus dem Mittagsschlaf aufwachte, hätte mir ja vielleicht schon eine Warnung sein können, aber zunächst zeigte sich das Kind noch recht anhänglich und so wiegte ich mich in Sicherheit. Gedankenlos schlug ich vor das große Geschäft in des Kindes Windel durch Wickeln zu beseitigen.
Ich gebe es zu: Das war doof. Ich hätte das einfach nicht tun sollen! Ich hätte den kleinen Menschen einfach noch eine Weile vor sich hinmüffeln lassen sollen, aber ich habe das merkwürdige Verlangen, vollgesch… Windeln zeitnah zu wechseln. Die Folge dieses Verlangens war zunächst ein entschiedenes Nein! Eben jenes kenne ich nun genauer, kommt es doch öfter im Alltag vor und lässt sich zumeist ignorieren oder durch Argumentation in ein Okay verwandeln. Als ich heute jedoch die Wickelutensilien zurechtlegte, setzte es beim kleinen Mann aus.
Wie ein Besessener wand er sich auf dem Boden, bockte hoch, schrie aus voller Kehle immer wieder und ausschließlich NEEEEEIN, NEEEEEEIN, NEEEEEEIN. Jeglicher Beruhigungsversuch schlug nicht nur fehl, sonder verschlimmerte die ganze Situation nur noch, so dass ich mich schließlich auf regungs- und wortlose Anwesenheit verlegte. Zu deutsch: Ich saß einfach nur da!
Nach einer halben Stunde Gebrüll hielt ich es rein lautstärkebedingt nicht mehr im Zimmer aus und zog mich, nachdem ein weiterer Versuch, das Kind zu beruhigen, fehlgeschlagen war, in eine strategisch günstige Beobachtungsposition auf der wohnzimmerlichen Couch zurück. Überraschenderweise wurde nun das Gebrüll ruhiger, der kleine Mann fasste mich an der Hand und führte mich in sein Zimmer, wo er sich wortlos auf seine Wickelunterlage legte und mich abwartend ansah. Völlig widerstandslos ließ er sich wickeln, so dass ich annahm, wir hätten nun das Schlimmste überstanden.
Wieder lag ich falsch.
Ich fragte ihn nach vollendeter Säuberung, ob den jetzt alles wieder okay sei. Drei mal darf man raten, was geschah: Das Gebrüll ging von vorne los. Und wieder nur NEEEEEEEEEEEEIN, NEEEEEEEIN! und nichts anderes. Einzige Änderung im Ablauf war der Ort, da das Kind nun nicht mehr im Zimmer schrie, sondern auf dem Flurboden lag und bockte und trampelte. So hatte nicht nur ich etwas von dem Klangerlebnis, sondern auch alle Nachbarn – glücklicherweise vermuteten die hinter dem Gebrüll nichts schlimmeres als Zahnschmerzen.
Eine weitere halbe Stunde ging das Schreien weiter, jeder Trostversuch war genauso zum scheitern verurteilt wie zuvor, sodass ich tatsächlich einfach nur daneben saß und wartete. Urplötzlich war dann Ruhe, der kleine Mann stand auf, atmete tief durch und teilte mir sehr sachlich mit, er brauche jetzt seinen Tutti. Da er mir wirklich leid tat und ich ehrlich gesagt auch keinen weiteren Anfall durch ein Nein herausfordern wollte, bekam er ihn umgehend. Mit einem Seufzen nahm der kleine Kerl das Nuckeln auf, begab sich schnurstracks in sein Bett, wo er sich mit seinen Tüchern und seiner Kimmi einkuschelte und mir mitteilte, er müsse sich jetzt ausruhen.
Eine Viertelstunde lag er ganz ruhig in seinem Bett, während ich ein Lied nach dem anderen vorsang und er andächtig lauschte, dann kam mein kleines Wunder wieder aus dem Bett gekrabbelt und kuschelte sich ganz eng an mich.

Frhoppe 29.10.2014

Meine Mama, da!, Papa!, Nein! – erste Wörter!

Der letzte Stand in Sachen Mama war der, dass er durchaus schon „Ma Ma!“ sagte, allerdings nur als Abfolge zweier Silben, die noch nichts mit mir als Person zu tun hatten.

In der Tat folgte dann längere Zeit wenig mehr als „Ma Ma!“, welches langsam in ein, gerne auch länger anhaltendes „mamamamamamamamamamamamamaaaa!“ überging und schließlich sogar ein „maaaa“, welches eindeutig mich als seine Mama meinte. Immer öfter nutzte er diesen Laut, um mich herbeizurufen, erst recht, da ich dann ja immer so lustig sagte: „Ja, fein! Ich bin die MAMA!“.

Eines schönen Tages Ende August war es dann soweit. Der kleine Mann kam am 28.8.2013 vom Spaziergang mit der Oma nach Hause und als er mich sah, wurde er ganz ruhig und strahlte mich an, bevor er ganz sanft „Mama“ hauchte. Noch bevor dann auch die Bezeichnung für den netten Herrn an Mamas Seite dazu kam, beherrschte der kleine Mann die essentiell wichtige Silbe „Da!“. Den genauen Tag kann ich nicht benennen, ich weiß nur noch dass es Mitte Oktober war, als er damit anfing, die Benennung von Dingen mit der Silbe „Da!“ einzufordern.

Anfang November folgten dann die ersten Versuche, nach Papa zu fragen. Ganz zaghaft ging es über von „baba“ zu „pa“ und schließlich zu „Papa!“. Traurigerweise kann ich auch hier den Tag nicht mehr genau eingrenzen.

Dafür weiß ich noch, dass der kleine Schlawiner pünktlich zu seinem Geburtstag, das Wörtchen „Nein!“ das erste Mal in den Mund nahm. Ganz energisch lag er auf seinem Wickelplatz, sagte „Nein!“ und schüttelte dabei ganz süß sein Köpfchen. Ich weiß auch noch, dass ich mich fragte, was das wohl über uns als Eltern aussagt, dass sein viertes Wort „Nein!“ ist. Aber allzu schlimm kann es nicht sein, denn das fünfte Wort, das bereits zwei Tage später folgte war „Ei!“ und zwar in doppelter Ausführung und mit der entsprechenden Geste. „Ei, ei!“ sagte er und streichelte meine Wange. Das letzte wirkliche Wort, das wir bislang erlernt haben, ist „Bumm!“ und zwar am 21.12.2013.

Ansonsten besteht Babys Sprache im Moment hauptsächlich aus den Versuchen, die Worte der Erwachsenen nachzuahmen und dabei erstaunliche Erfolge zu erzielen – manchmal lässt sich nämlich schon das Wort erahnen, dass er da wiederholt hat. Und wenn das nicht der Fall sein sollte, dann macht es trotzdem wahnsinnigen Spaß, dem kleinen Mann bei seinem Gebrabbel zuzuhören, denn Tonhöhen und -längen, die er von sich gibt, hören sich schon richtig nach Gespräch an.

© frhoppe 05.01.2014

28.07.2013 Hot Summer Days!

So schön ich den Sommer finde und so sehr ich die Wärme liebe, heute war es mir eindeutig zu viel! 38° im Schatten und 55° in der Sonne sind kein Pappenstiel. Allen voran dem kleinen Mann sind diese Temperaturen sind zu hoch. Das heißt, wahrscheinlich würde er sich freuen, im Garten draußen auf dem Rasen zu liegen, aber ich habe ihm gegenüber eine Verantwortung und die beinhaltet eben auch, zu wissen, wann es draußen zu heiß ist.

Und weil bei uns in der Wohnung – dank drei Zimmern, die nach Norden raus gehen – „nur“ 28° herrschen, heißt es eben, bei geschlossenen Vorhängen und Fenstern – damit die Hitze draußen bleibt – in der Wohnung hocken.

Das hieß aber nicht, dass wir keinen Spaß hatten. Ganz im Gegenteil. Während der Papa und ich im Schlafzimmer mit dem umzugsbedingten Aussortieren anfingen, befand sich Baby auf seiner Krabbeldecke und übte sich munter in jeglicher Art der Fortbewegung. Dabei brabbelte der kleine Mann munter vor sich hin, grabschte nach allem, was sich in seinem Umkreis befand, knabberte an Kabeln und hielt damit ganz erschrocken inne, wenn ich energisch „NEIN!“ sagte, nur um mich dann verschmitzt anzugrinsen und fröhlich weiterzumachen.

Und so süß ich das im Moment noch finde, schwant mir doch übles, wenn ich an die Zukunft denke! Ich muss wohl doch früher konsequent sein, als ich dachte!

© frhoppe 28.07.2013