05.05.2013 Unser kleiner Musikliebhaber!

Hach, mein Musikerherz schwebt nach dem heutigen Konzert in höheren Sphären und ich bin schon ein bisschen stolz auf den Papa und mich 😉

Als wir Anfang Dezember das Weihnachtskonzert meines Chores besuchten, war der kleine Mann ja erst vier Wochen alt und verschlief im Tragetuch das komplette Konzert. Beim heutigen Konzert sah das schon anders aus. Erstens ist er ja nun schon 5 Monate und zwei Wochen alt und zweitens war er – zumindest bei seiner Ankunft – wach. Im Wachzustand ist Baby wahnsinnig interessiert an ALLEM und JEDEM, was an sich toll ist, nur meistens auch zu begeisterten Gurr- und Quietschlauten führt. Auch das ist an sich toll, nur im Konzert eventuell ein wenig schwierig. Was soll’s, sagten wir uns beide, ist ja extra als Familienkonzert ausgewiesen und darum auch um 16 Uhr, da wird er auch mal krähen dürfen.

Mama stand also vorne und sang mit den anderen zusammen ein Lied nach dem anderen und lauschte doch ab und an mit einem Ohr auf ihr Baby. Doch sie hörte nichts. Was – wie mir die ebenfalls anwesende Oma später erklärte – daran lag, dass er zunächst andächtig lauschte und dann auch mit ihr klatschte, anschließend eine halbe Stunde in ihren Armen schlief und dann noch einmal lauschte! Und das erstaunliche daran ist, dass er nicht etwa bei den Schlafliedern schlummerte – die kamen erst zum Schluss – sondern bei den richtig schmissigen und lauten Stücken.

Für mich ist das ein ganz tolles Gefühl, dass Musik für Baby etwas so normales und gleichzeitig schönes ist, dass er dabei nicht nur schlafen, sondern auch schon über einen etwas längeren Zeitraum konzentriert zuhören kann, was ja in seinem Alter keineswegs selbstverständlich ist. Und da muss ich mal ehrlich sagen, dass haben der Papa und die Mama gut gemacht 😉

© frhoppe 05.05.2013

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14.04.2013 Das Spiel

Du lachst und breitest die Arme aus,

Die Augen wild, die Haare zerzaust.

Mein kleiner Mann hat das Spiel entdeckt

Und forscht nun munter und aufgeweckt,

was all diese Dinge so Tolles machen.

*

Ein Tuch wird von allen Seiten betastet,

dabei ganz ruhig, bloß nicht überhastet,

gefaltet und auseinander genommen.

Man muss das doch auch in den Mund bekommen?

Da endlich, es passt in den Mund hinein.

*

Und da diese Rassel, die klappert so laut,

Und das Tierchen klingelt, wenn man es haut.

Ooh, wenn ich strampel, dann spielt die Musik.

Verflixt, wie bekomm‘ ich den Ball zurück!

*

Zwischendurch der Blick zu Mama und Papa:

Passt ihr auch auf, seid ihr auch da?

Du brauchst unsere Nähe, um mutig zu sein,

denn die Welt ist so groß und du noch so klein.

© frhoppe 14.04.2013

28.01.2013 Wo man singt, da lass dich ruhig nieder…

Spötter mögen wieder einmal sagen: Jaaa, die Eltern, was die sich immer so alles einbilden. Heute aber hat unser Sohn das erste Mal gesungen. Wirklich und wahrhaftig gesungen. Das waren wirklich aneinander gereihte Töne in Reaktion darauf, dass ich ihm vorher vorgesungen habe. Hach nee, ich muss wirklich sagen, dass mein Musikerherz vor Freude auf und ab springt, wenn es sieht, wie sehr der kleine Mann Musik jeder Couleur genießt. Das hat ja schon im Bauch angefangen, dass Baby immer an ganz bestimmten Stellen des Liedes getreten hat – der Beweis schlechthin, dass die kleinen Würmchen sehr wohl schon mitbekommen, was da so außerhalb ihrer kleinen Einzimmerwohnung passiert. Erfreulicherweise setzt es sich jetzt fort.

Eigentlich ist es dem kleinen Mann egal, was für Musik läuft, hauptsache da dudelt was. Er zeigt aber schon eindeutige Präferenzen. Mittagsschlaf allein im Schlafzimmer geht zum Beispiel nur, wenn Radio Paradiso läuft, Deutschlandradio geht da mal gar nicht. Noch viel schöner ist es aber, wenn wir ihm vorsingen – ja, bei uns singt auch der Papa! Ich hatte ja schon erwähnt, dass der Gesang fest zu unserem Abendritual gehört, Naja sagen wir, das Abendritual besteht hauptsächlich aus Gesang. Dazu kommt noch ein bisschen wickeln und Schlafanzuganziehen vor dem Singen und eine kleine Mahlzeit während des Singens. Besonders schön ist dabei zu beobachten, wie der kleine Mann so richtig runterkommt. Er wird ganz entspannt und schaut mir ruhig und gelöst in die Augen, bevor er einschläft. Und dann schläft er meistens auch bis Mitternacht. Aber damit hört es ja nicht auf.

Gleich morgens nach dem Aufstehen, gibt es das Guten-Morgen-Lied aus dem Traumzauberbaum und hinterdrein gleich noch das Regenlied – das hilft nämlich mit integrierter Bauchmassage auch gleich beim morgendlichen Pups. Überhaupt steht er total auf interaktives Singen. Möglichst viele Tonbewegungen synchron mit Körperbewegungen beschäftigen ihn mitunter eine ganze Stunde und lenken ihn sogar manchmal vom Hunger ab. Unsere Favoriten sind da im Moment „The Owl and the Pussycat“ von Rutter und „Aschenbrödel“ von Weber&Beckmann. Das Schönste ist aber, dass man den kleinen Mann mit Liedern beruhigen kann. Früher oder später lauscht er andächtig dem Lied – ich hab da SEHR gute Erfahrungen mit „Hush Little Baby“ von Carly Simons gemacht! Dieses Lied holt ihn sogar aus dem größten Wutanfall.

Ich bin also hellauf begeistert, dass er das Singen so wunderbar annimmt, denn Gesang ist für so viele Dinge gut, nicht nur für die Seele. Die Atmung verbessert sich, die Sprache entwickelt sich besser und schneller und die Gehirnentwicklung wird auch gefördert. Und das gilt nicht nur für schönen Gesang – die Hauptsache ist, dass überhaupt gesungen wird und zwar egal wo. Denn wer sagt eigentlich, dass man in der Öffentlichkeit nicht singen darf. Doch nur irgendwelche Miesepeter, die sich selber nicht trauen.

© frhoppe 28.01.13