10.02.2013 Nicht schon wieder!

Was sich heute Nacht um eins bereits mit einem leichten Kratzen im Hals ankündigte, ist morgens um acht schreckliche Gewissheit geworden. Ich bin schon wieder krank. Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Gliederschmerzen, Fieber – das volle Programm also, trotz all der Vorsichtsmaßnahmen seitens der kranken Oma. Den kleinen Mann hat sie nicht erwischt, aber mich.

Jetzt ist natürlich meine größte Sorge, dass ich den Kleinen wieder anstecke – zweimal in so kurzer Zeit muss so ein Würmchen nun wirklich nicht krank sein. Ich baue aber darauf, dass ich vor ihm krank geworden bin, denn die Abwehrstoffe, die ich bereits produziere, bekommt er ja mit der Muttermilch gleich mitgeliefert. Denn wenn ich ganz ehrlich bin, ich werde mich trotz aller Sorge nicht dazu überwinden können, einen Mundschutz zu benutzen. Ich weiß nicht, ob ich das das letztes Mal schon geschrieben habe, aber das hat einen ganz einfachen Grund: Babys haben ein ganz festes Gesichtsschema, an dem sie sich orientieren. Nase, Augen, Mund. Wenn da auf einmal Mund und Nase fehlen und von einem grünen Stoffquadrat ersetzt werden, dann kann der kleine Mann das doch gar nicht mehr zuordnen. Und erklären kann ich ihm das auch noch nicht. Genauso wenig kann ich ihm erklären, warum ich ihn heute nicht bespaßen kann. Die fehlende Zuwendung von Mutti macht ihn nun natürlich quengelig, aber Gott sei Dank habe ich ja meine Schwiegermama in Rufweite. Die ist dann auch gleich mit meinem Schwager angeritten gekommen und hat Baby auf einen ausgedehnten Spaziergang und einen anschließenden Besuch bei Opa mitgenommen. Und während Baby einen spannenden Tag hat, macht der Papa den Haushalt und ich liege auf der Couch.

Und jetzt sitze ich hier und fühle mich ehrlich gesagt beschissen. Nicht nur, dass ich mein Baby vermisse, ich bin gleichzeitig auch erleichtert, dass ich mich heute auskurieren kann. Und auch wenn ich das morgen hundertprozentig anders sehe und auch wenn meine Vernunft ganz laut anmerkt, dass ich `nen Knall habe, frage ich mich, ob eine gute Mutter wirklich erleichtert sein darf, dass ihr drei Monate altes Baby weg ist.

© frhoppe 10.02.13

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21.01.2013 Du armes Baby!!!

An der Uhrzeit, zu welcher der heutige Beitrag eingestellt wurde, sieht man, dass wir heute keine Verschnaufpause hatten. Erst jetzt, wo der kleine Mann schläft, komme ich dazu, den Tag Revue passieren zu lassen. Und was für ein Tag das war.

Los ging es mit dem Besuch beim Kinderarzt. Baby hat zwar Gott sei dank noch immer kein Fieber, aber der Husten ist noch immer schlimm und außerdem muss man bei so kleinen Würmchen ja auf jeden Fall immer abklären lassen, dass das nicht von der Lunge her kommt. Nachdem wir nach halb durchwachter Nacht endlich die Augen aufbekamen, riefen wir erst mal bei der Kinderärztin an, um zu erfragen, wann wir denn am besten kommen könnten, damit wir nicht zu lange warten müssen. Die Schwester meinte, gerade sei es ruhig, sie könne aber nicht garantieren, dass das so bleibt. Nun der kleine Mann war gerade satt und gewickelt, also sprach nichts dagegen, gleich loszufahren. Gesagt, getan! Wie Sie sich sicher denken können, war es bei unserer Ankunft natürlich voll. Voll von kranken Kindern, die dementsprechend zwischen aufgedrehtem Gespiele und lautem Geweine schwankten. Der Papa meinte dazu nur ganz trocken, er wisse nun wieder, warum er so früh vom Kinderarzt zum Allgemeinarzt gewechselt hat. Der Lärm an sich war aber gar nicht so schlimm. Viel nervenaufreibender gestaltete sich der Schutz unseres Babys. Kinder haben nämlich ein riesengroßes Interesse an Säuglingen. Finden die wirklich ganz spannend. Ehrlich! Besonders Mädchen! Find ich an sich ja niedlich – würden die nicht alle mit der Puppe spielen wollen!

Erstaunlicherweise nahm der kleine Mann diesen ganzen Arztbesuch ganz friedlich hin, guckte interessiert und ließ sich lächelnd von Frau Doktor untersuchen, die uns ganz freundlich erklärte, dass so kleine Babys noch gar nicht krank sein dürfen! Vielen Dank – uns wäre es auch lieber, er wäre gesund, aber dummerweise hat unser Sohn uns nicht um Rat oder gar Erlaubnis gefragt. Da hätten wir dann auch Nein gesagt. Jedenfalls soll er soviel Tee trinken, wie rein geht – o-Ton Ärztin – wie wir das anstellen, da er ja das Fläschchen noch nicht kennt, sei uns überlassen. Hauptsache der Tee käme rein. Aha, okay, na dann! Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Auf in den Kampf!

Natürlich gab es keinen Kampf. Was wir schon vermutet hatten, wurde grausame Wahrheit: Wir sind Weicheier!!! Zumindest angesichts unseres kranken Würmchens. Ich hab ihm zwar die Flasche immer wieder angeboten und ein-, zweimal hat er auch genuckelt, aber sobald er anfing mit der Flasche im Mund zu weinen, musste er nicht weiter trinken. Ich will mein Kind einfach nicht zwingen, etwas zu essen bzw. zu trinken, was es nicht mag und Kamillentee ist echt ein Arsch. Und solange ich ihn jederzeit anlegen kann, damit er genug trinkt, geht es ja auch noch. Morgen probieren wir es dann mit Fencheltee.

Jetzt endlich schläft der Wurm und wenn ich nicht gerade wieder ängstlich nach ihm schaue, genieße ich die heiße Hühnersuppe, die uns der Papa gekocht hat. Und gerade muss ich etwas schmunzeln, denn mir fällt wieder ein, was die Kinderärztin uns noch empfohlen hat. Dreimal dürfen Sie raten … genau … einen Mundschutz!

© frhoppe 21.01.13

19.01.2013 Hat er gerade gehustet?

So schnell kann es gehen!!! Von wegen Nestschutz! … hmpf … Unser kleiner Mann ist das erste Mal krank. Nachdem ich dann gestern noch richtig mit Fieber im Bett gelegen habe, fing mitten in der Nacht auf einmal Baby an zu husten. Wir beide schreckten hoch, der Blick sofort adlergleich auf den kleinen Mann gerichtet. „Hat er gerade gehustet?“ fragte der Papa.

Hat er und zwar nicht trocken, sondern gleich rasselnd. Und dann fing er an, ganz furchtbar zu schnorcheln, weil die Nase auch nicht mehr frei war. Und wie das die typischen Neueltern so tun, sind wir auch ganz brav erstmal in Panik geraten. Was machen wir jetzt? Gleich zum Kinderarzt in die Rettungsstelle – das schlaue Buch sagt mit Husten immer zum Kinderarzt, na toll es ist aber Wochenende – oder doch erst mal die Nacht abwarten? Und haben die im Krankenhaus nicht gesagt, Babys sind Nasenatmer? Heißt das jetzt die können nicht durch den Mund atmen? Die letzte Frage stellte übrigens der Papa – es kommt also entgegen der landläufigen Meinung nicht nur den Frauen ein Hauch rationalen Denkvermögens abhanden, wenn es Baby nicht gut geht.

Wir haben uns dann dafür entschieden, die Nacht erst mal abzuwarten und den kleinen Mann nicht dem Stress der nächtlichen Rettungsstelle auszusetzen, zumal er auch kein Fieber hatte. Es erklärt sich allerdings von selbst, dass wir nicht besonders gut geschlafen haben. Wir waren zu sehr damit beschäftigt, den Kleinen zu überwachen. Nach dem Aufstehen stellte sich dann erneut die Frage: Rettungsstelle oder reicht der Kinderarzt am Montag? Schließlich sind Husten und Fieber bis zu einem gewissen Grad ja sinnvolle Reaktionen des Körpers, die den Krankheitskeimen den Weg aus dem Körper zeigen. Man sollte sie also nicht sofort unterdrücken. Andererseits soll Husten bei Babys immer abgehört werden. Gott sei Dank habe ich eine Ärztin im Freundeskreis, die selbst auch schon erfolgreich Mama ist, also wurde erst mal schnell da angerufen. Und sie bestätigte mich dann auch in der bevorzugten Variante, den kleinen Mann nicht in die Rettungsstelle zu schleppen, sondern bis Montag zu warten, solange er kein Fieber bekommt. Und dann gab sie mir noch eine Erkenntnis mit, die ich wirklich hilfreich fand: Ich stille, obwohl ich krank bin – was soll ich auch anderes machen! Und gerade das ist am besten, denn da ich selber schon fleißig am produzieren von Abwehrstoffen bin, muss Babys kleiner Körper das nicht alleine tun. Denn meine Abwehrstoffe gehen durch die Milch direkt an den kleinen Mann – vermutlich ist er sogar schneller wieder fit als ich.

Trotzdem stelle ich mir die Frage, ob ich nicht doch den Mundschutz hätte in Erwägung ziehen sollen. Allerdings ist ja der Papa schon seit einer Woche krank. Um wirklich sicher zu sein, hätten wir schon eine Woche mit den Dingern herum rennen müssen. Das macht ja auch keiner!  Sollte zumindest niemand!!!

© frhoppe 19.01.13

18.01.2013 Krank – was nun?

Wie ich ja schon vor einigen Tagen am Rande mal erwähnt hatte, hatte der Papa sich erkältet. So richtig mit Husten und Schnupfen und Gliederschmerzen. Er hat sich also auch ganz brav vom Kind ferngehalten, damit er unseren kleinen Mann nicht ansteckt.

Die Folge dessen war aber, dass  ich mich nun um den Kleinen quasi alleine kümmern musste. An sich ja nicht schlimm, das muss so manch andere Mutter tagtäglich tun – meinen tief empfundenen Respekt an dieser Stelle mal für alle alleinerziehende Mütter!!! Allerdings gestalten sich seitdem die Nächte etwas rastloser. Zwar schläft der kleine Mann mittlerweile fast immer länger als vier Stunden – einmal sogar acht! – allerdings tut er das nur einmal die Nacht! Ja natürlich, werden Sie meinen, ich schlaf ja auch nur einmal die Nacht, ich meine damit aber folgendes: Wenn er seine lange Schlafphase einmal hinter sich hat, dann kommt er in etwa alle zwei Stunden. Auch noch ein Zeitabschnitt, der nach entsprechender Gewöhnungsphase, eine gewisse Erholung gewährleistet, jetzt jedoch kommt der kranke Papa ins Spiel. Immer im Wechsel mit dem Kind – nicht etwa gleichzeitig, dass wäre ja zu einfach – erwachte er schnaubend und hustend. Keine Frage, dass ich natürlich mit wach war. Und wenn Sie jetzt gut aufgepasst haben, erkennen Sie, dass das Summa Summarum eine Stunde Schlaf am Stück für mich bedeutet. Dementsprechend gerädert fühle ich mich seit einigen Tagen – vergessen Sie bitte die Kinderbetreuung tagsüber nicht – und dementsprechend bin ich jetzt natürlich auch krank.

Und jetzt stellt sich die große Frage: Was mache ich mit dem kleinen Mann? Mich fernhalten ist eher schwieriger umzusetzen, denn meine Brust ist und bleibt mit mir verwachsen. Also muss Google ran! Und da fand ich etwas wirklich Absurdes! Da wurde doch ernsthaft und wirklich dazu geraten, das Kind nur mit Mundschutz zu stillen!!! Ich stelle mir das jetzt mal aus Babys Perspektive vor. Es wird endlich wieder an die geliebte, wohlig warme Milchquelle angelegt, blickt vertrauensvoll dahin auf, wo es zu Recht Mamas liebendes Gesicht erwartet und wird empfangen von einem Gesicht, das statt Mund und Nase einen weißen, wahlweise chirurgisch grünen Fleck hat.

Nein danke, da riskiere ich lieber, dass der kleine Mann einen Keim abbekommt, als ihn zu traumatisieren. Es gibt ja auch noch den Nestschutz!!!

© frhoppe 18.01.13