24.10.2014 Fische im Teich oder: Ich schlafe nicht!

Es ist ja nun mittlerweile durchaus bekannt, dass unser Sohn sprachlich ziemlich weit und immer für eine Überraschung gut ist. Gestern Nachmittag überraschte uns der Sohn mit der Aussage: „Die Fische machen schubdubidu!“ Diese Aussage ist aus heiterem Himmel dann doch etwas ungewöhnlich, jedoch vermutete ich bereits eine Verbindung zu den jüngst in der Kita eingezogenen Magnetfröschen. Eine Nachfrage bei Sohnemanns Erzieherin bestätigte diese Vermutung, allerdings war sie auch ziemlich überrascht, dass er das jetzt schon in dieser Form rezitierte. Immerhin hatte sie tatsächlich am Vortag das erste Mal das Fröschelied zum Inhalt des Morgenkreises gemacht. Da unser kleiner Mann heute etwas anhänglicher war und mich zudem ausdrücklich um meine Anwesenheit bat, wohnte ich dem Morgenkreis dann bei und wurde Zeuge des Froschliedes:

Refrain:
Mmh, mmh macht der grüne Frosch im Teich.
(Zunge im Mund, an den Ohren ziehen, Zunge raus strecken)
Mmh, mmh macht der grüne Frosch.
(Zunge im Mund, an den Ohren ziehen, Zunge raus strecken)
Mmh, mmh macht der grüne Frosch im Teich.
(Zunge im Mund, an den Ohren ziehen, Zunge raus strecken)
Anstatt quack, quack, quack, quack.
(Hände über einander legen und dann auf und zu machen, wie ein Maul)

Strophe:
Und die Fische schwimmen schubidubidu, schubidubidu, schubidubidu
Und die Fische schwimmen schubidubidu.
(Hände aneinanderlegen und schlängelnde Bewegungen – vorwärts oder seitwärts.)

Und der kleine grüne Frosch macht mmh, mmh, mmh dazu
(Zunge im Mund, an der Ohren ziehen, Zunge rausstrecken)

Refrain

Man kann dann das Lied noch beliebig erweitern – die Krebse zum Beispiel machen Zwickedizwick – aber in der Kita belassen wir es derzeit noch bei der ersten Strophe. Immerhin sollte man von den kleinen Knirpsen dann doch nicht zu viel verlangen.
Was den Mittagsschlaf angeht, so konnten wir heute nur insofern einen Erfolg erzielen, dass der kleine Mann sich relativ bereitwillig eine Weile hinlegte. Von Schlaf konnte aber auch heute keine Rede sein, sodass er mich bereits fröhlich spielend empfing, sich jedoch umso stürmischer in meine Arme warf. Kurz darauf schmiss er sich genauso überschwänglich seiner Erzieherin in die Arme, sodass ich denke, es ist vielleicht auch nicht ganz schlecht, wenn er weniger schläft. Natürlich würde ich mir wünschen, dass der kleine Kerl mittags zur Ruhe findet, aber wenn er schon nicht tut, dann kann er so wenigsten ein bisschen mehr Zeit allein mit der Erzieherin verbringen, was ja im alltäglichen Kita-Betrieb nicht immer gewährleistet ist. Wie gut ihm das tut, beweist ja die Umarmung. Und auch für die Erzieherin ist es schön zu erleben, was für ein tolles, kleines Kerlchen unser Sohn ist. Denn er redet zwar sehr viel und sehr gut, aber nur sehr selten einfach ins Leere hinein. Er braucht und möchte einen Ansprechpartner und wenn er den erst einmal gefunden hat, dann ist er schon richtig charmant. Und so verführte er seine Erzieherin zu einem hingerissenen Lachen und der Aussage „Ooh Gott, ist das süß!“, als er fröhlich grinsend die Zunge rausstreckte und Mmh, mmh macht der Frosch im Teich rezitierte. Als ich dann noch den fehlerfreien Vortrag der ersten Strophe von „Alle meine Entchen“ anführte, äußerte sie sich sehr positiv über die Auffassungsgabe des kleinen Mannes.
Trotz des kleinen Fortschritts in Sachen Mittagsschlaf – der ausgebliebene Bock – entschieden wir dann, dass wir den kleinen Mann in der nächsten Woche doch bereits nach dem Mittagessen abholen würden. Prinzipiell ist es kein Problem, wenn ein Kind nicht schläft, aber aufgrund der derzeitigen Betreuungssituation wäre es für alle Seiten zuviel Stress. Dafür durften wir das erste Kunstwerk unseres Sohnes mit nach Hause nehmen. Denn da heute nur vier Kinder in der Kita waren, wagte sich die Erzieherin an Pinsel und Tusche. Gemalt wurden Sonnenkäfer mit roten Röckchen und schwarzen Punkten. Und ich finde, man kann das gut erkennen – wenn man weiß, was es ist. Trotzdem keine Frage: Das erste Kunstwerk des Sohnes wird gerahmt und bekommt einen Ehrenplatz.

Frhoppe 24.10.2014

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22.10.2014 Totally verpennt!

Heute morgen wurde nicht von meinem Wecker, sondern von einem plappernden kleinen Kind geweckt. Der Blick auf mein Handy bestätigte meine Vorahnung – wir hatten komplett verschlafen.Eine geschlagene Stunde zu spät wachten wir auf und damit eine viertel Stunde bevor wir den kleinen Mann in der Kita abgeben mussten. Dank einer bemerkenswerten Koordinationsleistung zwischen Mama und Papa und der beinahe unheimlichen Kooperation des Kindes, dass sich ganz brav wickeln und anziehen ließ, während es seine Milch trank und einen Zwieback knabberte, gelang es uns um neun das Haus zu verlassen und um viertel zehn mit nur einer viertel Stunde Verspätung in der Kita anzukommen. Leider hatten wir dadurch den Morgenkreis verpasst und da wir noch in der Eingewöhnung sind, musste ich dann auch wieder bis dreiviertel zehn dableiben, statt um halb zehn zu gehen. Dafür ließ das kleine Menschlein mich dann aber ganz entspannt gehen und begrüßte mich bei der Abholung nach dem Mittag total überschwänglich und begeistert. Vor lauter Kuscheln konnten wir gar nicht richtig anziehen, sodass ich erst zu Hause beim Ausziehen merkte, dass ich die Stiefel verkehrt herum an die Füße gesteckt hatte.
Quasi als kleine Mittagsbeschäftigung trugen wir im Supermarkt zur Belustigung einer Verkäuferin bei und das kam so: Beim unweigerlichen und unvermeidbaren Passieren der allgegenwärtigen Weihnachtsgebäcke und -schokoladen meldete auch der Sohn Besitzansprüche an einem Weihnachtsmann an. „Will den haben!“ krakelte es. Verstehe ich total. Das Zeug ist bunt und er weiß dank eines Schokoladenosterhasenzwischenfalls vor einigen Wochen wie es schmeckt – wir hatten dummerweise einen solchen in des Kindes Zimmer auf der Kommode stehen lassen, wo er eigentlich nicht ran kam … eigentlich, denn was wir nicht bedachten, war der Erfindungsgeist eines fast Zweijährigen, der einfach seine Spielzeugtruhe an die Kommode schob und somit den Hasen erreichte, entpackte und vertilgte, sowie große Teile der Schokolade auf Haut und Kleidung verteilte. Die Folge waren primär ein Kind im Zuckerschock und sekundär ein Kind mit zweitägiger Verstopfung.
In jedem Fall habe ich trotz dieses Wissens um die große Verlockung eine strickte Regel: Kein Weihnachtskram vor Ende November. Da hat der Papa Geburtstag und bekommt traditionell die erste Packung Schoko-Lebkuchen-Herzen. Das aber dürfte für ein Kind keine hinreichende Erklärung sein, zumindest keine Verständliche. Also erklärte ich dem Sohn, dass wir das jetzt noch nicht kaufen können. Sonst würde ja der Weihnachtsmann ganz durcheinander kommen und vielleicht an Weihnachten vergessen, dass Weihnachten ist. Während der kleine Mann das ganz verständig hinnahm, machte oben bereits erwähnte Verkäuferin meinen pädagogischen Geniestreich beinahe zunichte, indem sie in Gelächter ausbrach. Nur eine spontane Flucht in Richtung Kasse verhinderte selbiges.
Und nun noch etwas ernsteres: Morgen wird ein spannender Tag für uns. Der kleine Käfer wird zum ersten Mal in der Kita Mittagsschlaf machen. Die Erzieherin wollte eigentlich noch bis zum Ende der Ferien – also bis 3.11. – damit warten. Der Grund dafür war allerdings nicht, dass der kleine Mann nicht bereit wäre, sondern, dass sie nächste Woche selber nicht da ist und jedes zusätzliche Schlaf-Kind ihren Kollegen mehr Stress machen würde. Das brachte mich in einen Gewissenskonflikt. Einerseits verstehe ich die Beweggründe der Erzieherin, andererseits habe ich ja auch noch einiges für die Uni zu tun und bin darauf angewiesen, dass der Sohn länger in der Kita ist. Außerdem äußerte der kleine Mann sowohl heute als auch gestern bereits, dass er mit den anderen Kindern schlafen wolle. Wie ernst er das jetzt meint, weiß ich nicht, aber ich denke es ist doch ein Zeichen, dass es ein guter Zeitpunkt ist.
Wir haben uns jetzt darauf geeinigt, dass wir es morgen das Erste Mal versuchen und dass mir Sohnemanns Erzieherin dann ganz ehrlich sagt, ob es sinnvoll und für die übrigen beiden Erzieher machbar ist, den kleinen Mann zum Mittagsschlaf dazubehalten. Ich meine, bei aller Liebe: Ich kenne meinen Sohn. Und wenn der nicht will, dann will er nicht. Und das ist eine Herausforderung bei der die Anwesenheit der Bezugserzieherin entscheidend sein kann. Aber wenigstens versuchen will ich es, da ich sonst noch zwei Wochen länger warten müsste, bevor ich genug Zeit habe, mich wieder ernsthaft dem Studium zu widmen. Da ich bis zur Geburt von Nummer 2 Anfang März weitestgehend fertig sein möchte, können diese zwei Wochen durchaus entscheidend sein.

Frhoppe 22.10.2014

21.10.2014 Alle meine Böckchen…

Der heutige Tag begann bereits mit schlechter Laune. Wahrscheinlich der durch nächtlichen Durst bedingten halbstündigen Störung des kindlichen Schlafes geschuldet, war der kleine Mann denkbar übel drauf. Nichts war richtig, nichts gut, er wollte nicht wickeln, nicht anziehen, nicht frühstücken, gar nichts. Lediglich der Gedanke in die Kita zu gehen, bewegte den kleinen Kerl endlich zur Handlung. Kaum waren wir dann in der Kita angekommen, freute er sich aber sehr darüber, seine Erzieherin zu sehen und begann auch umgehend fröhlich zu spielen. Zumindest bis zum Morgenkreis. Den wollte er heute auch nicht so richtig mitmachen, ließ sich aber zumindest davon überzeugen halbwegs daran teilzunehmen, zumindest solange ich hinter ihm sitzen blieb. Allerdings ließ er mich heute sehr schnell und problemlos gehen, vorsichtshalber warnte ich aber seine Erzieherin vor, dass es um des Kindes Laune nicht zum allerbesten stand.
Als ich ihn dann Mittags wieder abholte, wurde ich stürmisch und aufgeregt plappernd und lachend begrüßt, sodass ich zunächst dachte, es sei doch alles prima gelaufen. Sohnemanns Erzieherin berichtete mir dann aber doch vom ersten massiven Bock des kleinen Mannes in der Kita. Das Kind wollte schlicht und einfach und partout nicht in den Garten und hat diese Meinung standhaft vertreten. Selbst nachdem alle anderen Kinder fertig waren, war er nicht bereit sich anziehen zu lassen, was dann darin gipfelte, dass er in einem unbeachteten Moment und eine durch ungünstige Verkettung der Umstände zweier offener Türen in Richtung Straße türmte. Dies wiederum hatte zur Folge, dass die Erzieherin des Böckchens zum ersten Mal ernsthaft mit ihm schimpfte und dies war auch der Grund für ihren Bericht. Sie wollte einfach, dass ich Bescheid wüsste, falls der Sohn etwas in diese Richtung erwähnen sollte. Ich versicherte ihr im Gegenzug, dass dies für mich okay sei, denn im Grunde vertreten wir – in vernünftigen Grenzen – die Ansicht: Wo das Kind zu Besuch ist, gelten die Regeln des Gastgebers/Betreuers. Ob wir nun dabei sind oder nicht. Insofern ist es auch richtig, dass die Erzieherin schimpft, wenn er nicht hören mag, vor allem bei solch wichtigen Sachen.
Aber wie zum Ausgleich wurde der Sohn dann noch gelobt. Zum Mittagessen gab nämlich Nudeln und Tomatensauce und Currywurst. Ich nehme an, es lag an der Beschaffenheit der Wurst – vermutlich mit Darm – jedenfalls sagte sie dem Sohn nicht zu. Statt sie jedoch einfach auszuspucken, schaute er die Erzieherin an und sagte „Schmeckt nicht!“ woraufhin sie eine Schüssel zum sauberen Entsorgen der unerwünschten Essenskomponente holen konnte. Sie hob dann noch deutlich hervor, dass sie es toll fand, wie klar der kleine Kerl sein Missfallen kommuniziert hat.
Auch sonst – und trotz der guten Laune – war in Sachen Sprache heute wieder ein erfreulicher Tag. Am Nachmittag rezitierte das Kind fehlerfrei die gesamte erste Strophe von „Alle meine Entchen“ – mit Wiederholung. Und wenn ich den kleinen Schatz jetzt frage: „Weißt du was?“ Dann lacht er mich an und antwortet: „Mama hat dich lieb!“ Ich finde das so niedlich und so toll, dass es für ihn so selbstverständlich ist!
Und nach unserem nachmittäglichen Termin bei der Gynäkologin konnten wir ihm heute auch mitteilen, dass er vermutlich eine kleine Schwester bekommen wird, was ihn dazu veranlasste, sein Ohr auf meinen Bauch zu legen und „Hallo Baby“ zu sagen.

Frhoppe 21.10.2014

20.10.2014 Kita? Aber unbedingt!

Zunächst einmal die gute Nachricht: Das Fieber war heute morgen ganz weg – eine Erkenntnis, deren Entstehen der Sohn neugierig verfolgte mit der Frage: „Was sagt das Fieber?“ Ich nehme an, er ließ der Bequemlichkeit halber das Thermometer weg, aber eigentlich finde ich diese kurze Version sowieso sehr viel besser.
Dem Gang in die Kita stand also nichts entgegen.
Dort angekommen, konnte der kleine Mann es wieder kaum erwarten, alles zu bespielen und forderte zum ersten Mal sogar das Singen des Sonnenkäferliedes ein. Nach dem Morgenkreis geschah dann etwas unheimlich niedliches. Auf dem Flur ging die Erzieherin des Sohnes in die Hocke und sagte „Na, mein kleiner Freund!“ während sie die Arme ausbreitete. Und der kleine Käfer rannte hinein und ließ sich umarmen. Und dann kurz darauf, glitt sein Blick zu mir und ohne, dass ich etwas gesagt hätte, rannte er auf mich zu und umarmte mich ebenfalls, ganz so, als wolle er, dass ich nicht zu kurz komme. Dann war er sofort wieder fröhlich lachend unterwegs.
Die Erzieherin stellte dann fest, dass er jetzt schon viel offener ist, mehr lächelt und auch mitmacht und nicht nur beobachtet. Das sei ein schöner Fortschritt. Dann wollte sie noch wissen, ob er manchmal morgens nicht in die Kita wolle. Ich konnte das verneinen, allerdings räumte ich auch etwas verlegen ein, dass ich ihm dazu keine Chance gebe. Gleich morgens öffne ich dir Tür mit einem strahlenden Lächeln und sage: „Guten Morgen, ein neuer Kitatag beginnt! Schnell wickeln und anziehen, damit wir in die Kita können.“ Außerdem gab ich zu, dass ich die mittlerweile schon recht solide vorhandene Bindung an die Erzieherin mitunter ausnutze und sage: „Na los, … wartet schon auf dich mit dem Morgenkreis.“ Für mich überraschend zeigte sich unsere Erzieherin erfreut über dieses Vorgehen. Auf Nachfrage teilte sie mir mit, dass dieses Verhalten dem Kind den Übergang in die Kita sehr erleichtere. Sie habe auch oft Eltern, die ihre Kinder fast dafür bemitleiden, dass sie in die Kita „müssen“!
Ehrlich gesagt, verstehe ich das nicht! Ich meine, die Kita ist so etwas Tolles für Kinder. Sie können spielen und toben in einer kindersicheren Umgebung, in der nicht andauernd jemand Nein sagt! Sie lernen, dass sie ganz viele Dinge alleine können – einfach weil ja in einer Kita eine Eins-zu-Eins-Betreuung unmöglich ist. Und das ist gut so. Ich merke jetzt schon, wie sehr sich mein Kind positiv entwickelt. Seine Sprache hat nochmal einen ordentlichen Schub gemacht, er isst noch besser und hat heute das erste Mal Interesse an einer Toilette gezeigt. Er kennt die ersten Kinder mit Namen – sogar welche, die nicht in seiner Gruppe sind und als wir ihn heute abgeholt haben, ist er völlig aufgedreht gewesen vor Freude. Und das zu einer Zeit, in der wir normalerweise den ersten Machtkampf ausfechten, einfach weil wir voneinander schon mächtig gestresst sind. Er lernt, mich zu vermissen und gleichzeitig, dass ich immer wieder komme und er merkt, dass ich dann gute Laune habe und entspannter bin.
Liebe Eltern, falls ihr euer Kind bemitleiden solltet, weil es in der Kita ist! Das braucht ihr nicht! Es ist ein unheimlich toller und wichtiger Schritt, der dem Kind und den Eltern so viel gibt!
Im Auto auf dem Rückweg hatten wir dann auch gleich eine amüsante Diskussion. Wir haben dort als Notfallzuckerlieferant solch kleine Schoko-Minz-Plätzchen liegen. Natürlich blieb der kleinen Raupe Nimmersatt nicht lange verborgen, dass man die Dinger essen kann und seitdem bekommt er im Auto immer eins – immer nur EINS – und das auch nur, wenn er höflich fragt. Am Anfang hieß es nämlich immer: „Ich will eins essen!“ Dieses „Ich will“ gewöhnen wir ihm gerade ab und das klappt inzwischen ziemlich gut.
„Ich möchte bitte im Auto eins essen!“
„Prima!“ Ich gab ihm daraufhin ein Drops.
Eine Weile schnurpste und knurpste es im Kindersitz, dann: „Ich möchte bitte noch eins essen.“
„Nein, es gibt immer nur eins! Das weißt du genau!“
„Mama danke. Danke sagen!“
„Das ist schön, du bekommst trotzdem keins mehr.“
„… bekommt trotzdem eins?“
Ich fand das unheimlich niedlich, trotzdem blieb ich hart, obwohl er alle Register zog. Sonst merkt der sich das sofort und ich habe keine Chance mehr auf eine ruhige Autofahrt.
Überhaupt ist der kleine Mann ein ordentlicher Schlawiner. Er weiß genau, nach der Kita gibt es den Mittagsschlaf und als ich ihn fragte: „Weißt du, was jetzt kommt?“ sagte er auch prompt ja.
„Und was kommt jetzt?“
Große blaue Augen wurden aufgerissen, ein verschmitztes Grinsen breitete sich auf dem Gesichtchen aus und es ertönte ein liebevolles: „Mama hat dich ganz doll lieb.“
Ich denke, es ist klar, dass er trotzdem seinen Mittagsschlaf halten musste, vor allem, weil ja auch seine Kimmi ganz furchtbar müde war, aber dafür hatte ich nachmittags ein ganz außerordentlich gut gelauntes Kind zu Hause. Er kuschelte mit mir, gab mir eines von seinen drei Gummibärchen ab und verlangte mir dann all die Kitalieder ab, die wir schon kennen. Als ich dann den Fehler machte, außer der Reihe „Alle meine Entchen“ zu singen, hörte er erst einmal erfreut zu, bevor er schnurstracks ins Kinderzimmer lief und sein „Alle meine Entchen“-Liederbuch holte. Für die nächste halbe Stunde mutierte ich zu seiner persönlichen Jukebox. Rauf und runter wurden mir die Lieder abverlangt – und es sind nur sieben. Dafür wurde er dann aber auch ganz zärtlich.
Als ich ihn fragte, ob er denn sieht, dass Mamas Bauch schon ganz rund ist, sagte er „Ja!“ Dann meinte ich: „Das kommt von dem Baby! Das ist schon ordentlich groß!“ Er schaute erst einmal interessiert, dann sehr ernst und dann sagte er ganz lieb: „Muss man aufpassen!“, kam auf mich zu und streichelte ganz lange und intensiv die kleine Babykugel!

Frhoppe 20.10.2014

14.10.2014 Das erste Mittag!!!

Also nicht überhaupt! Aber in der Kita. Es gab Königsberger Klopse mit Kartoffelstampf.

Und das kam so:
Schon am Morgen war der kleine Käfer hellwach, plapperte bereits munter vor sich hin und begrüßte mich aufgeregt. In die Kita müsse man gehen. So weit, so bekannt, wenn auch erfreulich, ist es doch ein Zeichen der zunehmenden Akzeptanz der neuen Lebenssituation. Zudem fragte der Sohn das erste Mal namentlich nach einem anderen Kita-Kind und das alles noch vor dem Frühstück.
Das Frühstück selber lief dann etwas unkonzentriert ab, denn der kleine Kerl musste immer wieder den Familienstammbaum ansehen und mich vor allem daran erinnern, das wir das mitnehmen müssen und … geben. Er trug es dann auch ganz stolz bis zum Auto und vom Auto in die Kita und dort angekommen, suchte er gleich seine Erzieherin um ihr stolz seine Familie zu präsentieren. Als sie dann das Machwerk nachmittäglicher Kreativität in den Händen hielt, erklärte er ihr auch gleich ganz konzentriert diverse Namen. Besonders schön fand ich aber, dass sich Sohnemanns Erzieherin dann nach dem Morgenkreis – dem ich heute im übrigen nicht beiwohnte – mit den Kindern hinsetzte und unseren Stammbaum anschaute. Dabei erklärte sie dann auch den anderen Kindern, wer da nun wer ist – das hatte ich ihr vorsorglich dazugeschrieben, damit sie die auf Nachfrage des Kindes auch parat hat. Sie muss sich immerhin schon die Namen der Kinder und Eltern merken, da ist die ganze Familie dann doch zu viel verlangt, aber Kinder machen diesen Unterschied eher noch nicht. Wenn sie Omas und Opas mit ihrem Namen kennen, dann muss das doch ihre Erzieherin wohl auch.
In einer ruhigen Minute erklärte ich dann auch noch, warum ich von den Rudelmitgliedern zumeist ein Foto mit dem kleinen Mann zusammen ausgewählt habe und dann auch noch in Klammern das etwaige Alter dazugeschrieben. Der kleine Käfer zeigt nämlich außerordentliches Interesse an Bildern von sich selbst als Baby und da ich irgendwo gehört oder gelesen habe, dass das Anschauen von eigenen Babybildern bei der Akzeptanz des neuen Babys helfen kann, fand ich, es kann auch nicht schaden, wenn er das in der Kita sieht. Und so kann im Fall der Fälle eben auch die Erzieherin darauf reagieren, sofern, dass Kind das fordert. Positiver Nebeneffekt? In der Kita wissen sie jetzt auch Bescheid. Gedacht hat sie es sich zwar fast schon, aber sie hat sich nicht getraut zu fragen, weil der Bauch dann doch noch nicht eindeutig genug ist, um sich nicht doch zu irren.
Nachdem nun der Vormittag insgesamt ziemlich gut lief, der Sohn kaum einmal nach mir sah und meine gestrige Abwesenheit ja auch keine Probleme bereitete, durfte ich dann heute schon um 5 vor 10 „einkaufen“ gehen und musste erst um viertel nach elf wieder da sein. Die zweite freudige Überraschung war dann, dass der kleine Mann am Mittagessen teilnehmen durfte. Und ich konnte stolz feststellen, dass er von allen Kindern mit Abstand am saubersten isst. Nur ein einziger Soßenfleck war neben seinem Teller zu finden, während der Rest des Tisches wie ein Lageplan der Mittagsmahlzeit aussah. Allerdings hatte sich das Kind auch gleich zu Anfang Löffel und Gabel gesichert, völlig ungerührt davon, dass sein Nachbar nun kein Besteck mehr hatte.

Frhoppe 14.10.2014

13.10.2014 Kita-Woche die Zweite!

Nach dem „langen“ Wochenende startete heute unsere zweite Kita-Woche. Der kleine Mann war bereits morgens ganz aufgeregt, wurde sofort wach, als ich die Tür zu seinem Zimmer öffnete und schaute ganz hibbelig zu, wie ich seine Anziehsachen beschriftete. Ohne Trara oder Diskussion ließ er sich anziehen und wickeln und vertilgte fröhlich sein Frühstück, wobei er mir vom Morgenkreis erzählte. Besonders toll war für ihn, dass „Fetter Hase“ heute wieder mit in die Kita durfte – zur Erläuterung: „Fetter Hase“ heißt so, weil der Papa erstaunt „Was ist denn das für ein fetter Hase“ rief, als er des Plüschhasen das erste Mal ansichtig wurde, ein Name, den der Sohn dann prompt und hartnäckig übernahm.
Kaum in der Kita angekommen, war „Fetter Hase“ aber auch schon unwichtig – das Kind musste spielen „und Morgenkreis machen“, wie es mir sehr ernst mitteilte. Bei Morgenkreis selber war ich dann noch im Raum anwesend, aber schon etwas abseits und gleich danach war es dann auch egal, ob ich drinnen oder nicht war, ich wurde ignoriert. Das allerdings hatte den großen Vorteil das ich gegen halb zehn für eine dreiviertel Stunde bis Stunde weg durfte, mit der Einschränkung, dass ich am Telefon erreichbar wäre für den Notfall. Dieser Notfall trat nicht ein und kaum war ich wieder da, wurde mir berichtet, dass der Sohn sich ganz wunderbar mache. Einmal habe er wohl nach mir gefragt, jedoch mehr der Information halber als aus echter Not heraus. Und zu guter Letzt gab es dann Theater, als wir vor dem Mittag nach Hause gehen wollten…das Kind sah einfach nicht ein, warum es jetzt gehen sollte.
Als Entschädigung bastelten wir dann aber am Nachmittag eine eigene Sonnenkäferfamilie aus rotem Moosgummi, passend zum Morgenkreis-Lied „Wo sind denn die Käfer?“ (Text unten) mit schönen schwarzen Punkten. Und weil Fasermaler auf Moosgummi nicht so gut trocknet und die Käfer darum nicht gleich bespielt werden konnten, bastelten wir dann gleich noch den Familienstammbaum des kleinen Mannes. Das ist so ein kleines Extra, um das unsere Kita gebeten hat: Wir sollen einen kleinen Stammbaum mit Bildern von den wichtigsten Bezugspersonen anfertigen. Das wir nun derer viele haben, war nicht der einzige Umstand, der die Fertigung erschwerte. Der Sohn war außerdem der Meinung sämtliche Bilder permanent neu arrangieren zu müssen.
Als wir dann aber fertig waren, stand er immer wieder davor und benannte ganz andächtig alle abgebildeten Familienmitglieder.

Anmerkung: Sonnenkäferlied zum Nachmachen – vorsingen kanns ich nicht, das ist ja keine Radiosendung, wobei zumindest die Melodie der ersten Strophe die von „Bruder Jakob“ ist:

Als erstes alle Käfer unter einer Decke oder einem Kissen verstecken, dann kanns losgehen:

Wo sind denn die Käfer, wo sind denn die Käfer? (Suchend umschauen)
Sind sie hier? (Rechts gucken.)
Sind sie da? (Links gucken.)
Ja ich glaub, ich seh sie! Ja ich glaub, ich seh sie! (Langsam das Kissen/die Decke lüften.)
Da sind sie! Da sind sie!

Erst kommt der Sonnenkäferpapa. (Den größten Käfer zeigen.)
Dann kommt die Sonnenkäfermama. (Den zweitgrößten Käfer zeigen.)
II:Und hintendrein ganz klitzeklein,
die Sonnenkäferkinderlein. :II (Die beiden kleinen Käfer zeigen.)

Sie haben rote Röckchen an. (Die Farbe rot zeigen.)
Mit lauter schwarzen Pünktchen dran. (Die schwarzen Punkte antippen.)
II: Sie machen ihren Sonntagsgang
auf unser Gartenbank entlang. :II (An den Beinen des Kindes entlang nach oben laufen mit den Fingern.)

Frhoppe 13.10.2012

09.10.2014 Tag 4: Der Tag der Erfolge

Heute Morgen schlief der kleine Mann noch tief und fest, als ich die Tür zu seinem Zimmer öffnete. Sobald ich aber die Vorhänge aufzog, setzte er sich urplötzlich in seinem Bett auf und sagte mit verschlafenem Blick und stecknadelgroßen Schlafpupillen: „Da ist der Pinguin!“ Dann drehte er sich zu mir um und schaute mich sehr unglücklich dreinblickend an. Er wollte schlicht und einfach nicht aufstehen.
Erstaunlicherweise war seine gute Laune sehr schnell wieder hergestellt, als ich ihm erklärte, wir müssen jetzt Milch trinken und uns anziehen, weil seine Erzieherin schon auf uns wartet. Ganz brav ließ er sich anziehen, aß sein Frühstück, holte seine Schnuffitücher und seine Kimmi und stand dann gespornt und gestiefelt im Flur und drängelte mich: „Mama, müssen inne Kita fahren mit dem Auto!“
In der Kita selber war dann wieder alles wie immer. Wir kommen an, das Kind ist weg, kaum dass es Hausschuhe anhat. Heute brauchte er wieder etwas länger, um aus sich heraus zu kommen, beim Morgenkreis durfte ich dann aber immerhin schon hinter ihm sitzen und er saß auf seinem eigenen kleinen Kissen und beobachtete wieder stumm und immer noch recht kritisch das Treiben der klatschenden und singenden Menschen. Ich nehme an, dass ihn heute vor allem der Neuankömmling aus dem Konzept gebracht hat. Heute war nämlich zum ersten Mal der Auszubildende da, ein junger Mann, der den praktischen Teil seiner dualen Ausbildung in unserer Kita absolviert. Prinzipiell finde ich es super, dass unser Sohn auch in der Kita nicht nur weibliche Bezugspersonen hat und dieser junge Mann war darüber hinaus auch noch sehr sympathisch und wie ich im Tagesverlauf beobachten konnte, auch schon sehr kompetent im Umgang mit den Kindern. Allerdings war er natürlich erst mal ein neuer Faktor im Ablauf des kleinen Mannes, den er aber sehr schnell für sich integriert hatte. Bereits nach der Obstpause war er so vertraut mit dem Erzieher, dass es einen ersten Minibock gab – im übrigen den ersten in der Kita – aufgrund der Tatsache, dass das Kind als einziger nicht Händewaschen wollte. Wenn ich eines von meinem Sohn weiß, dann dass er dann bockt, wenn er sich irgendwo oder bei irgendjemandem wohlfühlt. Also insgesamt ein toller Fortschritt für die Eingewöhnung – zumindest aus meiner Sicht. Einen zweiten Erfolg hatten wir schon kurz zuvor gehabt: Ich kann nicht genau sagen, was passiert ist, aber wahrscheinlich ist der kleine Mann irgendwo herunter gefallen, denn auf einmal hörte ich sein Weinen, blieb aber sitzen. Und das war das Schwerste, das ich je in meinem Leben getan habe. Es war ja nicht einfach nur irgendein weinen, das war schon echt, aber ich dachte mir, wenn er hier irgendwann alleine sein soll, dann muss ich den Erzieherinnen auch die Chance geben, für ihn da zu sein. Und tatsächlich! Kurze Zeit später verklang das Weinen und mein kleiner, wieder fröhlicher Mann kam um die Ecke in den Flur geschossen – wo ich wieder meinen Platz eingenommen hatte – und erklärte mir sehr ernst: „… hat sich nur gestoßen!“ Dann zischte er wieder davon und spielte weiter. Der erste gelungene Trost und dann machte er sich auch noch die Mühe, mich zu beruhigen. Hach!
Nach der Obstvesper ging es dann wieder nach draußen und ich blieb auch wieder drinnen. Dieses Mal hielt es der kleine Mann etwa zehn Minuten ohne mich aus, dann stiefelte er mit seiner Erzieherin an der Hand um die Ecke und schaute durch die Glasscheibe hindurch, ob ich noch da bin. Das reichte ihm aber auch schon. Als ihn nämlich die Erzieherin fragte, ob sie noch buddeln wollten, ging er widerstandslos mit und spielte noch einmal volle 20 Minuten alleine, bevor er mich wirklich aufforderte nun bitte nach draußen zu kommen. Das konnte ich ihm nun nicht mehr verweigern, allerdings musste ich unglücklicherweise noch das Örtchen aufsuchen, was dem Sohn wiederum so gar nicht zusagte.
Ich ging! Er weinte!
Und als ihn seine Erzieherin hochnahm, bekam er einen Bock, so einen richtigen, mit steif machen und trampeln.
Ich ging trotzdem!
Als ich mich dann später erkundigte, bis wohin der Bock angehalten habe, wurde mir mitgeteilt, dass dies lediglich bis zur Ecke der Fall gewesen sei und der kleine Mann dann schon wieder zum spielen losrannte. Ich erklärte, dann, dass das ein Zeichen dafür ist, dass er sich wohlfühlt, schlug die Erzieherin mir vor, ab Montag dann wirklich mal längere Zeit die Kita zu verlassen und vielleicht auch schon das Mittag mal mitzumachen.
Ich freu mich. So tolle Fortschritte in nur 4 Tagen und der kleine Kerl meistert das alles soooo prima.

Übrigens war die Erzieherin bass erstaunt, als ich ihr von der gestrigen Nachmittagsession zum Thema „Die Räder am Bus“ berichtete und ihr auf ihre Nachfrage hin antwortete, dass dieses Lied uns vorher nicht bekannt war. „Hallo?“ meinte sie. „Na, das ist ja mal ordentlich!“ Es ist einfach schön für mich, von jemanden, der viel mit Kindern zu hat, bestätigt zu bekommen, dass der kleine Mann sprachlich schon so schön weit ist.

Frhoppe 09.10.2014

08.10.2014 Tag 2: Langsam wird’s ernst …

… und kritisch!

Nachdem der gestrige Tag ja so wunderbar gelaufen ist und sich mein kleiner Mann ganz tapfer geschlagen hat, ließ sich auch der heutige Tag gut an.
Bereits vor dem morgentlichen Öffnen der Tür war der kleine Mann munter, immerhin um dreiviertel acht, was sonst noch so gar nicht seine Zeit ist. Wir haben ja so ein Kind, von dem man gar keiner anderen Mutter erzählen darf. Mit seinen fast zwei Jahren schläft er seit einem knappen Jahr seine 13 Stunden durch, was traumhaft ist, auch wenn das bedeutet, dass er seit einigen Monaten keinen nennenswerten Mittagsschlaf mehr macht.
Aber zurück zum Tag: Ich wurde also von einem hellwachen Kind erwartet, dass mir auf die Frage, ob wir denn heute wieder in die Kita gingen, prompt antwortete: „ … muss Milch trinken und wickeln und anziehen und inne Kita gehen mit Kimmi!“ (Dies ist im übrigen unser tatsächlicher Ablauf morgens, was die Aneinanderreihung so vieler Tätigkeiten irgendwie noch beeindruckender macht.)
Sei es wie es sei, punkt neun Uhr stiegen wir vor der Kita aus dem Auto, was der Sohn zum Anlass nahm, mir zu verkünden, dass wir gleich den Morgenkreis machen. Dass ich darüber zu Recht erstaunt war, bestätigte mir Sohnemanns Erzieherin. Sie fragte mich nämlich, ob der kleine Mann wirklich noch keine Eingewöhnung mitgemacht habe und freute sich sehr über diese Entwicklung.
Insgesamt war der kleine Kerl aber auch an diesem Morgen zunächst etwas anhänglicher. Nachdem er erst einmal sehr aufgeregt spielte, wollte er zumindest am Morgenkreis nicht ohne seine Mama teilnehmen. Danach war ich dann aber sofort wieder abgeschrieben, was ich nun meinerseits zum Anlass nahm, mich auf den Flur zu verziehen. Immer noch da, aber eben doch schon ein bisschen weg. Und das hat auch gut funktioniert. Einmal brachte mir der Sohn einen Klumpen Knete, in den er formschön ein Plastikmesser gestochen hatte, das zweite Mal kam er um die Ecke geschossen und kuschelte kurz, bevor er wieder loszog.
Alles in allem also durchaus schon wieder ein Fortschritt, sodass wir es wagten, ihn nach dem Anziehen alleine draußen im Garten mit der Kita-Gruppe spielen zu lassen. Ich wartete derweil schicksalsergeben im Flur sitzend. Und immerhin: der kleine Mann hielt ganze zwanzig Minuten durch, bevor er laut weinend seine Mama vermisste und ich ganz unbedingt mit nach draußen sollte. Das fand ich aber absolut legitim, immerhin ist dort alles neu und aufregend, es gibt viel zu verarbeiten und müde wurde der kleine Mann auch schon wieder langsam.
Und es war auch gut, dass ich mit draußen war, denn so wurde ich Zeuge eines tollen und sehr emotionalen Momentes für mich: Eine andere Eingewöhnungs-Mama hatte ihr gerade neu geborenes Baby im Maxi-Cosi dabei und mein kleines Wunder stand ganz verzückt an der Trage und schaute immer wieder hinein. „Ist ein Baby drin,“ sagte er ganz zart. „Baby schläft!“ Dann schaute er mich groß und sehr ernst an. „Darf man nicht hauen!“ Ein toller Satz von diesem süßen Bald-Bruder, vor allem weil wir ihm bisher zwar von dem Baby erzählt haben, aber dieser Satz tatsächlich noch nicht gefallen ist. Da ist er also ganz von allein drauf gekommen.
Und noch etwas Tolles passierte am Nachmittag: Beim Einkaufen erzählte er mir freudestrahlend von der Hupe am Bus, die Huphuphup macht und von den Scheibenwischern, die ZischWischWisch machen und den Kindern im Bus die ganz viel Krach machen. Erfahrene Kita-Mamas wissen, dass dies das Lied „Die Räder am Bus drehen sich rundherum“ ist, welches wahrscheinlich zum Standartrepertoire von Kitas gehört. Für mich war daran aber so wunderbar, dass er damit offensichtlich zum Ausdruck brachte, dass der Morgenkreis Eindruck bei ihm gemacht hat. Da versteht man dann auch, dass das kleine Wunder erst nach DREI!!! Stunden Mittagsschlaf wieder erwachte.

Frhoppe 08.10.2014