03.11.2014 Nun aber wirklich: Der erste Mittagsschlaf!

Nachdem die Bezugserzieherin nun endlich wieder da war, konnte sich auch in des Kindes Stimmung eine erhebliche Verbesserung beobachten lassen. Voller guter Laune machten wir uns auf den Weg in die Kita und ich muss sagen, es war ein ziemlich bewegender Augenblick, als die Erzieherin die Kita betrat. Alle Kinder – inklusive meinem – rannten ihren Namen rufend auf sie zu und umringten sie in einer Traube. Ich glaube, so ein Erlebnis gehört zu den Momenten, in denen man genau weiß, wofür man diesen Beruf ausübt.
Aufgrund der Anwesenheit seiner Bezugserzieherin ließ der Sohn mich dann heute auch weitestgehend ruhig gehen, nachdem wir vereinbart hatten, dass wir es heute wie geplant mit dem Mittagsschlaf versuchen wollten.
Voller Spannung, die Gedanken immer beim kleinen Mann und dem Versuch zu schlafen, verbrachte ich die Zeit bis halb zwei, als ich dann endlich losfuhr, um ihn abzuholen. In der Kita angekommen, sah ich dann den kleinen Mann mit roten Wangen im Schlafzeug, samt Kuschelkimmi, Tutti und Fetter Hase, sowie seinen Schnuffitüchern ins Bad stiefeln. Allerdings entdeckte er mich auf halber Strecke durch den Flur und rannte strahlend auf mich zu, um mir gleich freudig mitzuteilen, dass er geschlafen habe.
Seine Erzieherin teilte uns dann noch mit, dass er tatsächlich sehr schnell eingeschlafen sei und dann ganz tief durch schlummerte, bis kurz bevor ich auftauchte. Das ist ein toller Erfolg, denn es heißt für mich, dass ich nun endlich einige Stunden am Stück Zeit habe, mich um Haushalt und Studium zu kümmern. Jetzt muss ich nur noch die Motivation dafür finden 😉

Frhoppe 03.11.2014

28.10.2014 Geburtstagskuchen vom Onkel

Als ich heute morgen das Zimmer des kleinen Mannes betrat, war das Kerlchen schon putzmunter und ließ sich widerstandslos Fieber messen. Ich muss sagen, ich war ziemlich überrascht als ich feststellte, dass die Temperatur des kleinen Mannes bei total normalen 37,2° lag. Dem Gang in die Kita stand also nichts im Wege.
Dort angekommen konnte ich den Sohn dann auch direkt als vermisst melden, so wenig interessierte ihn meine Anwesenheit. Aber wenigstens konnte ich so ruhigen Gewissens gehen. Als ich den kleinen Mann dann nach dem Mittag wieder abholte, erzählte er mit sofort, dass ihm das Essen heute geschmeckt habe. Wirklich mitkommen mit mir wollte er aber nicht. Viel lieber wäre er da geblieben. Erst als ich ihm erklärte, dass sein Onkel heute Geburtstag habe und wir deswegen nach Hause müssten, erklärte er sich gnädigerweise bereit mich zu begleiten. Um ihn dann zu Hause zum Mittagsschlaf zu bewegen, erzählte ich dem kleinen Mann, dass es nach dem Schlafen Kuchen von seinem Onkel geben würde.
Im Nachhinein erwies sich das als ausnehmend unkluge Idee, denn kaum war der kleine Käfer erwacht, fragte er nach dem Kuchen. Nun war es allerdings erst halb drei und der Onkel wollte erst gegen vier kommen. Den ganzen Nachmittag verlangte er alle 5 Minuten den Kuchen und als es dann kurz nach vier endlich klingelte, schaffte der Sohn es gerade noch eben so dem Onkel alles Gute zu wünschen, bevor er nach dem Kuchen fragte. Leider sollte der Kuchen erst angeschnitten werden, wenn auch der Papa endlich zu Hause wäre, was in diesem Fall eine weitere Verzögerung von einer halben Stunde bedeutete.
Das Kind saß nun also eine halbe Stunde am gedeckten Tisch, war von seinem Stuhl nicht wegzubewegen und forderte lautstark den Kuchen. Und als wenn das noch nicht genug wäre, wies der gemeine Opa väterlicherseits immer wieder auf das Objekt der Begierde hin, was den Sohn natürlich immer nervöser machte.
Es war fast komisch mit welcher Erleichterung er dann schließlich sein Stück Kuchen verschlang.

Frhoppe 28.10.2014

23.10.2014 Der erste Mittagsschlaf

Nun hatten wir ja am gestrigen Mittag beschlossen, dass der kleine Kerl heute das erste Mal in der Kita Mittagsschlaf halten sollte. Nach erfolgreicher morgendlicher Übergabe des Kindes an seine Erzieherin vereinbarten wir noch schnell, dass mich selbige im Falle eines absolut nicht händelbaren Kindes oder anderer etwaiger Notfälle telefonisch kontaktieren würde. Da dies bislang nicht der Fall gewesen war, erschrak ich dann doch ziemlich, als um zehn das Telefon tatsächlich klingelte und die Kita dran war. Was war geschehen? Allergischer Schock, Gehirnerschütterung, Knochenbrüche, alle möglichen Horrorszenarien schossen mir durch den Kopf, bevor mir der Verstand riet, vielleicht doch erst einmal abzunehmen und nach dem Grund für den Anruf zu fragen. Der dann denkbar einfach war.
Die Erzieherin des Kindes hatte schlicht vergessen, mir Bescheid zu sagen, dass sie aufgrund der heutigen Frühschicht bereits um eins Feierabend habe und darum vermutlich nicht mehr anwesend sein würde, wenn ich gegen zwei käme, das Kind abzuholen. Da nun weitere Anrufe ausblieben, wähnte ich mich schon auf der sicheren Seite.
Sollte das Kind tatsächlich das Unerwartete getan haben und schlafen? War es möglich, dass er widerstandslos ins Bett gekrochen war und nun selig schlummerte? Sollte die Dynamik einer Gruppe so groß sein, dass sie sogar einen schlafunwilligen fast Zweijährigen von der Notwendigkeit eines Schlafes zur Mittagsstunde überzeugte?
NEIN!!!
Als wir – heute ausnahmsweise in Begleitung des Herrn Papa, weil selbiger zu Hause war – in der Kita ankamen, unheimlich gespannt ob des Erfolges oder Misserfolges des Experiments Mittagsschlaf, fanden wir unseren Sohn separiert im zweiten Raum der Nestchengruppe vor. Bereits im Flur erfuhren wir von der doch noch anwesenden Bezugserzieherin unseres Sohnes, dass der kleine Mann keine Sekunde geschlafen habe. Zunächst bekam er einen gewaltigen Bock, sobald das Wort Mittagsschlaf nur fiel. So weit, so bekannt! Allerdings ließ er sich auch von seiner Kimmi nur mühsam überzeugen, sich dann doch endlich zu den anderen Kindern zu legen. Dann jedoch unterhielt er fröhlich plappernd die ganze Gruppe und somit auch alle anderen Kinder vom Schlafen ab. Somit war seine räumliche Trennung von der Gruppe keine Strafe, sondern lediglich dem Umstand geschuldet, dass wenigstens die anderen Kinder schlafen können sollten. Ich muss zugeben, dass mir dieses Vorgehen bekannt vorkommt – zumindest aus Erzählungen. Gerüchten zufolge soll ich nämlich in meiner aktiven Kindergartenzeit ein ähnlich kommunikatives Verhalten an den Tag gelegt haben, was auch bei mir mehr als einmal zum Einzelschlafmodus führte. Immerhin konnten wir zumindest den kleinen Erfolg verbuchen, dass unser Sohn nach seinem Umzug etwa eine dreiviertel Stunde lang auf seiner Matratze ruhte, sodass wir schließlich übereinkamen, es am morgigen Tag noch einmal mit dem Schlaf in der Kita zu versuchen, bevor wir endgültig über die nächste Woche entscheiden.

Frhoppe 27.10.2014

31.05.2013 Mittagsschlaf und Regengüsse!

Dein Mündlein gähnt, die Augen sind klein,

Du reibst immer mehr vom Schlafsand hinein.

Du bist so müde, kannst kaum mehr gucken,

geschweige denn, deinen Mittagsbrei schlucken.

Und doch kämpfst du immer noch tapfer weiter,

lächelst mich an, ganz lieblich und heiter,

als bräuchtest du gar keinen Schlaf.

Doch Mama ist älter, sie kennt die Zeichen,

dem Mittagsschlaf kann niemand entweichen.

Und schon gehen sie zu, die Äuglein, ganz sacht,

Mama wünscht noch ganz leis‘ eine gute Nacht.

Ihr Halstuch ganz fest ans Gesichtchen gedrückt,

schlummerst du ein und lächelst entrückt.

Bestimmt siehst du im Traum ein Schaf.

 

PS: Soeben haben wir unseren ersten Gewitterschauer ganz bewusst erleben dürfen. Wir standen in der Balkontür und sahen den Wassermassen zu und ich konnte förmlich sehen, was Baby dachte. Der kleine Mann starrte mit großen Augen auf den Regenguss, dann wanderte sein Blick zurück ins Wohnzimmer und wieder zurück zum Regen. Das war ein riesiges Wunder für ihn, dass vor ihm nasses Zeug vom Himmel kommt und hinter ihm alles trocken ist. Und ich bin gerade so dankbar, dass mein Sohn mir zeigt, dass so ein Regenschauer so ein völlig unbegreifliches Wunder sein kann.

© frhoppe 31.05.2013