24.10.2014 Fische im Teich oder: Ich schlafe nicht!

Es ist ja nun mittlerweile durchaus bekannt, dass unser Sohn sprachlich ziemlich weit und immer für eine Überraschung gut ist. Gestern Nachmittag überraschte uns der Sohn mit der Aussage: „Die Fische machen schubdubidu!“ Diese Aussage ist aus heiterem Himmel dann doch etwas ungewöhnlich, jedoch vermutete ich bereits eine Verbindung zu den jüngst in der Kita eingezogenen Magnetfröschen. Eine Nachfrage bei Sohnemanns Erzieherin bestätigte diese Vermutung, allerdings war sie auch ziemlich überrascht, dass er das jetzt schon in dieser Form rezitierte. Immerhin hatte sie tatsächlich am Vortag das erste Mal das Fröschelied zum Inhalt des Morgenkreises gemacht. Da unser kleiner Mann heute etwas anhänglicher war und mich zudem ausdrücklich um meine Anwesenheit bat, wohnte ich dem Morgenkreis dann bei und wurde Zeuge des Froschliedes:

Refrain:
Mmh, mmh macht der grüne Frosch im Teich.
(Zunge im Mund, an den Ohren ziehen, Zunge raus strecken)
Mmh, mmh macht der grüne Frosch.
(Zunge im Mund, an den Ohren ziehen, Zunge raus strecken)
Mmh, mmh macht der grüne Frosch im Teich.
(Zunge im Mund, an den Ohren ziehen, Zunge raus strecken)
Anstatt quack, quack, quack, quack.
(Hände über einander legen und dann auf und zu machen, wie ein Maul)

Strophe:
Und die Fische schwimmen schubidubidu, schubidubidu, schubidubidu
Und die Fische schwimmen schubidubidu.
(Hände aneinanderlegen und schlängelnde Bewegungen – vorwärts oder seitwärts.)

Und der kleine grüne Frosch macht mmh, mmh, mmh dazu
(Zunge im Mund, an der Ohren ziehen, Zunge rausstrecken)

Refrain

Man kann dann das Lied noch beliebig erweitern – die Krebse zum Beispiel machen Zwickedizwick – aber in der Kita belassen wir es derzeit noch bei der ersten Strophe. Immerhin sollte man von den kleinen Knirpsen dann doch nicht zu viel verlangen.
Was den Mittagsschlaf angeht, so konnten wir heute nur insofern einen Erfolg erzielen, dass der kleine Mann sich relativ bereitwillig eine Weile hinlegte. Von Schlaf konnte aber auch heute keine Rede sein, sodass er mich bereits fröhlich spielend empfing, sich jedoch umso stürmischer in meine Arme warf. Kurz darauf schmiss er sich genauso überschwänglich seiner Erzieherin in die Arme, sodass ich denke, es ist vielleicht auch nicht ganz schlecht, wenn er weniger schläft. Natürlich würde ich mir wünschen, dass der kleine Kerl mittags zur Ruhe findet, aber wenn er schon nicht tut, dann kann er so wenigsten ein bisschen mehr Zeit allein mit der Erzieherin verbringen, was ja im alltäglichen Kita-Betrieb nicht immer gewährleistet ist. Wie gut ihm das tut, beweist ja die Umarmung. Und auch für die Erzieherin ist es schön zu erleben, was für ein tolles, kleines Kerlchen unser Sohn ist. Denn er redet zwar sehr viel und sehr gut, aber nur sehr selten einfach ins Leere hinein. Er braucht und möchte einen Ansprechpartner und wenn er den erst einmal gefunden hat, dann ist er schon richtig charmant. Und so verführte er seine Erzieherin zu einem hingerissenen Lachen und der Aussage „Ooh Gott, ist das süß!“, als er fröhlich grinsend die Zunge rausstreckte und Mmh, mmh macht der Frosch im Teich rezitierte. Als ich dann noch den fehlerfreien Vortrag der ersten Strophe von „Alle meine Entchen“ anführte, äußerte sie sich sehr positiv über die Auffassungsgabe des kleinen Mannes.
Trotz des kleinen Fortschritts in Sachen Mittagsschlaf – der ausgebliebene Bock – entschieden wir dann, dass wir den kleinen Mann in der nächsten Woche doch bereits nach dem Mittagessen abholen würden. Prinzipiell ist es kein Problem, wenn ein Kind nicht schläft, aber aufgrund der derzeitigen Betreuungssituation wäre es für alle Seiten zuviel Stress. Dafür durften wir das erste Kunstwerk unseres Sohnes mit nach Hause nehmen. Denn da heute nur vier Kinder in der Kita waren, wagte sich die Erzieherin an Pinsel und Tusche. Gemalt wurden Sonnenkäfer mit roten Röckchen und schwarzen Punkten. Und ich finde, man kann das gut erkennen – wenn man weiß, was es ist. Trotzdem keine Frage: Das erste Kunstwerk des Sohnes wird gerahmt und bekommt einen Ehrenplatz.

Frhoppe 24.10.2014

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08.10.2014 Tag 2: Langsam wird’s ernst …

… und kritisch!

Nachdem der gestrige Tag ja so wunderbar gelaufen ist und sich mein kleiner Mann ganz tapfer geschlagen hat, ließ sich auch der heutige Tag gut an.
Bereits vor dem morgentlichen Öffnen der Tür war der kleine Mann munter, immerhin um dreiviertel acht, was sonst noch so gar nicht seine Zeit ist. Wir haben ja so ein Kind, von dem man gar keiner anderen Mutter erzählen darf. Mit seinen fast zwei Jahren schläft er seit einem knappen Jahr seine 13 Stunden durch, was traumhaft ist, auch wenn das bedeutet, dass er seit einigen Monaten keinen nennenswerten Mittagsschlaf mehr macht.
Aber zurück zum Tag: Ich wurde also von einem hellwachen Kind erwartet, dass mir auf die Frage, ob wir denn heute wieder in die Kita gingen, prompt antwortete: „ … muss Milch trinken und wickeln und anziehen und inne Kita gehen mit Kimmi!“ (Dies ist im übrigen unser tatsächlicher Ablauf morgens, was die Aneinanderreihung so vieler Tätigkeiten irgendwie noch beeindruckender macht.)
Sei es wie es sei, punkt neun Uhr stiegen wir vor der Kita aus dem Auto, was der Sohn zum Anlass nahm, mir zu verkünden, dass wir gleich den Morgenkreis machen. Dass ich darüber zu Recht erstaunt war, bestätigte mir Sohnemanns Erzieherin. Sie fragte mich nämlich, ob der kleine Mann wirklich noch keine Eingewöhnung mitgemacht habe und freute sich sehr über diese Entwicklung.
Insgesamt war der kleine Kerl aber auch an diesem Morgen zunächst etwas anhänglicher. Nachdem er erst einmal sehr aufgeregt spielte, wollte er zumindest am Morgenkreis nicht ohne seine Mama teilnehmen. Danach war ich dann aber sofort wieder abgeschrieben, was ich nun meinerseits zum Anlass nahm, mich auf den Flur zu verziehen. Immer noch da, aber eben doch schon ein bisschen weg. Und das hat auch gut funktioniert. Einmal brachte mir der Sohn einen Klumpen Knete, in den er formschön ein Plastikmesser gestochen hatte, das zweite Mal kam er um die Ecke geschossen und kuschelte kurz, bevor er wieder loszog.
Alles in allem also durchaus schon wieder ein Fortschritt, sodass wir es wagten, ihn nach dem Anziehen alleine draußen im Garten mit der Kita-Gruppe spielen zu lassen. Ich wartete derweil schicksalsergeben im Flur sitzend. Und immerhin: der kleine Mann hielt ganze zwanzig Minuten durch, bevor er laut weinend seine Mama vermisste und ich ganz unbedingt mit nach draußen sollte. Das fand ich aber absolut legitim, immerhin ist dort alles neu und aufregend, es gibt viel zu verarbeiten und müde wurde der kleine Mann auch schon wieder langsam.
Und es war auch gut, dass ich mit draußen war, denn so wurde ich Zeuge eines tollen und sehr emotionalen Momentes für mich: Eine andere Eingewöhnungs-Mama hatte ihr gerade neu geborenes Baby im Maxi-Cosi dabei und mein kleines Wunder stand ganz verzückt an der Trage und schaute immer wieder hinein. „Ist ein Baby drin,“ sagte er ganz zart. „Baby schläft!“ Dann schaute er mich groß und sehr ernst an. „Darf man nicht hauen!“ Ein toller Satz von diesem süßen Bald-Bruder, vor allem weil wir ihm bisher zwar von dem Baby erzählt haben, aber dieser Satz tatsächlich noch nicht gefallen ist. Da ist er also ganz von allein drauf gekommen.
Und noch etwas Tolles passierte am Nachmittag: Beim Einkaufen erzählte er mir freudestrahlend von der Hupe am Bus, die Huphuphup macht und von den Scheibenwischern, die ZischWischWisch machen und den Kindern im Bus die ganz viel Krach machen. Erfahrene Kita-Mamas wissen, dass dies das Lied „Die Räder am Bus drehen sich rundherum“ ist, welches wahrscheinlich zum Standartrepertoire von Kitas gehört. Für mich war daran aber so wunderbar, dass er damit offensichtlich zum Ausdruck brachte, dass der Morgenkreis Eindruck bei ihm gemacht hat. Da versteht man dann auch, dass das kleine Wunder erst nach DREI!!! Stunden Mittagsschlaf wieder erwachte.

Frhoppe 08.10.2014

28.01.2013 Wo man singt, da lass dich ruhig nieder…

Spötter mögen wieder einmal sagen: Jaaa, die Eltern, was die sich immer so alles einbilden. Heute aber hat unser Sohn das erste Mal gesungen. Wirklich und wahrhaftig gesungen. Das waren wirklich aneinander gereihte Töne in Reaktion darauf, dass ich ihm vorher vorgesungen habe. Hach nee, ich muss wirklich sagen, dass mein Musikerherz vor Freude auf und ab springt, wenn es sieht, wie sehr der kleine Mann Musik jeder Couleur genießt. Das hat ja schon im Bauch angefangen, dass Baby immer an ganz bestimmten Stellen des Liedes getreten hat – der Beweis schlechthin, dass die kleinen Würmchen sehr wohl schon mitbekommen, was da so außerhalb ihrer kleinen Einzimmerwohnung passiert. Erfreulicherweise setzt es sich jetzt fort.

Eigentlich ist es dem kleinen Mann egal, was für Musik läuft, hauptsache da dudelt was. Er zeigt aber schon eindeutige Präferenzen. Mittagsschlaf allein im Schlafzimmer geht zum Beispiel nur, wenn Radio Paradiso läuft, Deutschlandradio geht da mal gar nicht. Noch viel schöner ist es aber, wenn wir ihm vorsingen – ja, bei uns singt auch der Papa! Ich hatte ja schon erwähnt, dass der Gesang fest zu unserem Abendritual gehört, Naja sagen wir, das Abendritual besteht hauptsächlich aus Gesang. Dazu kommt noch ein bisschen wickeln und Schlafanzuganziehen vor dem Singen und eine kleine Mahlzeit während des Singens. Besonders schön ist dabei zu beobachten, wie der kleine Mann so richtig runterkommt. Er wird ganz entspannt und schaut mir ruhig und gelöst in die Augen, bevor er einschläft. Und dann schläft er meistens auch bis Mitternacht. Aber damit hört es ja nicht auf.

Gleich morgens nach dem Aufstehen, gibt es das Guten-Morgen-Lied aus dem Traumzauberbaum und hinterdrein gleich noch das Regenlied – das hilft nämlich mit integrierter Bauchmassage auch gleich beim morgendlichen Pups. Überhaupt steht er total auf interaktives Singen. Möglichst viele Tonbewegungen synchron mit Körperbewegungen beschäftigen ihn mitunter eine ganze Stunde und lenken ihn sogar manchmal vom Hunger ab. Unsere Favoriten sind da im Moment „The Owl and the Pussycat“ von Rutter und „Aschenbrödel“ von Weber&Beckmann. Das Schönste ist aber, dass man den kleinen Mann mit Liedern beruhigen kann. Früher oder später lauscht er andächtig dem Lied – ich hab da SEHR gute Erfahrungen mit „Hush Little Baby“ von Carly Simons gemacht! Dieses Lied holt ihn sogar aus dem größten Wutanfall.

Ich bin also hellauf begeistert, dass er das Singen so wunderbar annimmt, denn Gesang ist für so viele Dinge gut, nicht nur für die Seele. Die Atmung verbessert sich, die Sprache entwickelt sich besser und schneller und die Gehirnentwicklung wird auch gefördert. Und das gilt nicht nur für schönen Gesang – die Hauptsache ist, dass überhaupt gesungen wird und zwar egal wo. Denn wer sagt eigentlich, dass man in der Öffentlichkeit nicht singen darf. Doch nur irgendwelche Miesepeter, die sich selber nicht trauen.

© frhoppe 28.01.13