19.01.2016 Zeit, um glücklich zu sein!

Wir denken immer, wir haben noch Zeit,
zu lieben, zu leben, zu lachen.
Doch niemand ist jemals wirklich bereit,
diese letzte Reise zu machen.

Wir wissen nicht wann wir sie machen müssen,
wir wissen nur irgendwann ist es soweit.
Und dann werden wir all die Chancen vermissen,
für die wir dachten, wir hätten noch Zeit.

Drum lebt ihr Leute, lebt, liebt und lacht
lebt gestern und heute und morgen.
Denn einst wird sie kommen die ewige Nacht
dann habt ihr nichts mehr zu verborgen.

Besinnt euch auf das, was wirklich zählt,
auf Freunde, Familie und Glück.
Prangert nicht an, was euch vielleicht fehlt
und schaut nicht andauernd zurück.

Holt euch das Glück und nehmt euch die Zeit,
bewundert die Wunder des Lebens.
Denn dort, wo die Liebe und Glück reich gedeiht,
glaubt mir, da war nichts vergebens.

Frhoppe 19.01.2016

Advertisements

Es war ruhig…

Es war ruhig um mich.
Sehr ruhig.
Sehr lange!
Aber ich brauchte Zeit.
Zeit, um zu verstehen, dass ich meine Tochter zwar lieben kann, aber gleichzeitig erst noch eine Beziehung zu ihr aufbauen muss.

Das kannte ich vom kleinen Mann so nicht. Als er auf die Welt kam, da gab es gleich das volle Paket.
Bäm!!! Liebe, Freude, Sorge, Ichwilldichkennenlernenmeingottwasbistdusüßundclever! Alles also. Ich wusste: Der da und ich! Wir werden ein Team.
Und so war es dann ja auch.
Mit dem Lieblingssohn lief alles wie am Schnürchen. Er schlief von Anfang an ganz viel, ließ sich prima wickeln, meisterte alle U-Untersuchen mit Bravour, drehte sich mit sechs Monaten brav das erste Mal vom Rücken auf den Bauch und aß eigentlich alles, was man ihm so anbot. Gut in den ersten sechs Monaten war das ausschließlich Muttermilch – aber danach dann! Da verschwand alles in seinem Mäulchen. Unfälle gab es quasi nicht, weil das clevere kleine Kerlchen – ich hab es ja gleich gewusst – irgendwie immer alles erst vorsichtig ausprobierte.
Ich gebe zu, von dem vorsichtig ist nicht mehr viel übrig, aber clever ist er immer noch! Sehr!!!

Und dann kam das Herzensmädchen. Die Geburt war anders.
Der Kreißsaal war überfüllt, ich wurde in das Zimmer für Wannengeburten geschoben, im Grunde ein größeres Bad – also schön kalt-weiß gefliest und aufgrund der fest installierten Wanne dann mit dem Krankenbett auch schön eng.
Da lag ich dann. Und ich lag lange, denn wenn die Fruchtblase platzt und das Kind noch nicht im Becken ist, dann muss man liegen. Auch, wenn man auf Toilette muss. Keine schöne Erfahrung. Nach neun Stunden mehr oder minder ineffektiven Wehen, bekam ich dann ein Wehen förderndes Mittel, das immerhin soweit half, dass ich zwischen halb drei und halb vier einen Spaziergang im Park machen durfte.
Das doofe ist, dass die durch dieses Mittel verursachten Wehen oft schmerzhafter sind – so wie auch in meinem Fall. Gleichzeitig zeigte mein Wehenschreiber nur einen geringen Ausschlag an. Da ich das alles ja schon mal mitgemacht hatte, wusste ich, dass die Höhe des Ausschlags gleichgesetzt werden kann mit der Stärke der Wehe.
Ich verbrachte also eine geraume Zeit mit dem panischen Gedanken: Ach du scheiße, wenn das jetzt schon so wehtut, wie soll ich dann den Rest schaffen. Das nämlich wusste ich auch noch von der ersten Geburt. Die „richtigen“ Wehen sprengen die Skala. Nur hatte ich in punkto Schmerz keinen Vergleich, denn beim ersten Mal war mir ja nach zwölf Stunden eine PDA gelegt worden.
Zum Glück fasste ich mir ein Mäuseherz und berichtete der Hebamme bei ihrem nächsten Besuch von meiner Verwirrung. Die klärte dann lachend das Missverständnis auf: Der Wehenschreiber könne nur bedingt etwas über die Intensität der Wehe aussagen, weil Frauen ja nicht genormt seien. Das Ding diene nur der Überprüfung der Abstände.
Nachdem das dann geklärt war, konnte ich mich auch besser auf das Veratmen der Wehen konzentrieren, von denen ich fand, dass sie jetzt doch schon recht schnell und stark kamen. Und noch immer lag ich im Bad, keine Spur von dem versprochenen Kreißsaal. Erst gegen halb sechs also nach 13 Stunden überbrachte die Hebamme mir die Nachricht, dass ich gleich umziehen dürfe, sie müsste nur noch … irgendwas… ich weiß nicht mehr… ich solle jedenfalls das Kind nicht ohne sie bekommen.
Guter Witz!
Vor allem, weil es fast passiert wäre.
Kaum war sie nämlich zur Tür raus, wollte auch das Herzensmädchen raus. Sofort! Aber wirklich: SOFORT!!!
Die Hebamme schoss wieder herein mit den Worten: „Na was ist denn jetzt passiert?“ Sehr vertrauenerweckend im übrigen. „Nun gut, dann bekommen wir das Kind eben hier!“
Ja! Guter Plan! Weil ich gehe jetzt nirgendwo hin!
Innerhalb von 10 bis 15 Minuten war meine Tochter auf der Welt, nachdem sie vorher zehn Tage länger gewartet hatte.
Wenn ich das jetzt hier lese, dann klingt es nicht schlimm und ich weiß von der Logik und auch von Freunden, dass er sehr, sehr, sehr viel schlimmere Geburtssituationen gibt, aber ich ganz persönlich habe diese Situation als verstörend empfunden.
Das lange Liegen, in einem Raum abgestellt, der überhaupt keine Wärme ausstrahlt, das Baby in einem provisorischen Krankenbett zu bekommen – Mütter kennen den Unterschied zu einem Kreißsaalbett – und dann auch noch so schnell. Und so stolz ich darauf bin, keine PDA gebraucht zu haben, auf die Schmerzen war ich nicht vorbereitet. Weil ich ja schon ein Kind hatte, dachte ich wohl irgendwie, ich wüsste was kommt. Ich hatte allerdings verdrängt, dass ich beim Sohnemann eine PDA bekam. Und dann sagte man uns noch, dass wir wegen der vielen Geburten kein Familienzimmer bekommen könnten. Ich würde also die erste Nacht allein verbringen – nein, nicht allein, sondern mit einer anderen Frau.
Wie gesagt, an sich und objektiv gesehen, war es alles nicht schlimm, tausende, ach was Millionen Frauen wünschen sich, so gut versorgt ihr Kind zu bekommen, aber in mir hat es trotzdem etwas ausgelöst. Ich fühlte mich nicht so glücklich wie nach der ersten Geburt.

Wobei ich durchaus glaube, dass dies normal ist. Schließlich ist ja bei aller Konzentration auf die eigentliche Geburt auch der Gedanke an das große Kind dabei, auch wenn dann das neue Würmchen da ist. Man muss eben doch an das andere Kind denken, das in unserem Fall bei Oma und Opa war.
Und so kam es – kurz zusammen gefasst – dass ich mit dem Herzensmädchen Berührungsängste hatte. Ich war unsicher – eigentlich weniger, dass ich sie liebe, aber wohl, ob wir miteinander auskommen.
Doof – ich weiß!
Aber diese Sicherheit, dass wir zusammen gehören, die fehlte mir. Ich kümmerte mich, ich fütterte, ich versorgte und ja: Ich liebte!
Aber Ende August wurde mir klar: Ich kenne meine Tochter noch nicht! Ich habe keine Beziehung zu ihr.
Das war der Punkt, an dem ich mich entschied, mich auf die Familie zu konzentrieren. Ich hätte unbedingt für das Studium weiterarbeiten MÜSSEN, aber das war mir egal. Ich wusste, dass hier viele auf neue Beiträge warten und manches Mal gab es Situationen, die ich gerne mit euch geteilt hätte, aber das musste mir egal sein. An erster Stelle stand, dass meine Tochter und ich uns kennenlernen, eine Bindung miteinander eingehen und ich das Gefühl bekomme, sie ist ganz mein Mädchen.

Und heute bin ich an diesem Punkt!

Heute höre ich mich sagen: meingottwasbistdusüßundclever! Heute haben meine Tochter und ich eine so enge Bindung, dass es schon wieder zu viel ist.
Im Ernst!
Sie hat sich angewöhnt mich nur noch anzuheulen: Wenn ich den Raum verlasse, wenn ich ihn betrete, wenn ich an ihr vorbeigehe, wenn ich sie jemand anderem gebe und dann gehe, wenn ich wieder komme und sie nicht SOFORT nehme – sie heult!
Und das nicht mal niedlich. Sondern seeeehr vorwurfsvoll! Ich nenne sie schon liebevoll „Meine kleine Wutbratze!“ Und freue mich jetzt schon auf die Pupertät. 😉

Trotzdem, ganz oft, wenn sie mich sieht, strahlt ihr ganzes Gesicht, sie springt fast vom anderen Arm herunter, um zu mir zu kommen und ihr Krabbeltempo ist atemberaubend, wenn sie auf mich zu oder hinter mir her wuselt. Sie freut sich mit dem ganzen Körper darüber bei mir zu sein und seit kurzem kuschelt sie aktiv mit mir, sucht ganz bewusst meine Nähe und schmiegt ihr Köpfchen an mich. Ich liebe das.

Und genau darum war es richtig, mir diese Zeit zu nehmen, auch wenn ich dadurch vielleicht mein Studium nicht mehr schaffe und ich ganz sicher einige Leser verloren habe.
Ich kann auch nicht versichern, dass ich Zukunft wieder jeden Tag blogge, aber ich bin auf jeden Fall wieder da und ab morgen gibt es wieder Anekdoten und Geschichten vom Lieblingssohn und dem Herzensmädchen, denn ich sage euch, da gibt es viel zu erzählen.

frhoppe 17.01.2016

08.05.2015 Unser erstes Playdate – oder warum gute Freunde das wichtigste sind!

Erkenntnisse des Tages:

  • Heute morgen wachte der Sohn mit einem völlig nassen Schlafanzug auf – die Windel hatte einfach keine Chance gehabt!
    „Was ist denn da passiert,“ fragte Papa!
    „Ich hab mich mit Wasser bekleckert!“
    „Und wo ist deine Tasse?“
    „In der Küche!“
    Stimmt – und zwar seit gestern Abend. Wasser war DAS garantiert nicht!
  • Beim abendlichen Singen:
    „Mama, du musst was sagen,“ flüstert der Sohn verschwörerisch.
    „Was soll ich denn sagen,“ frage ich genauso verschwörerisch.
    „Brokkoli!“

Ich habe viele Freunde und Bekannte, aber ich muss sagen, dass ich nicht unbedingt viele sehr gute Freund habe, ich glaube ich kann die sehr guten Freunde sogar an zwei Händen abzählen. Und auch wenn das nicht immer einfach ist, vor allem jetzt wo meine beste Freundin nach Irland gezogen ist, finde ich das gar nicht weiter schlimm, denn ich weiß, dass ich mich auf diese Menschen so sehr verlassen kann, dass sie jeder für sich für zehn Menschen stehen. Ich weiß, dass sie mir nichts wirklich übel nehmen, vor allem nicht, dass ich in letzter Zeit mehr als nur vergesslich und unaufmerksam bin, ich weiß, dass ich sie jederzeit um Hilfe bitten kann – sogar, dass meine Beste sich sofort in den Flieger setzen und kommen würde, wenn es ein Notfall ist –, und ich weiß, dass sie immer für mich da sind, ohne auch nur darüber nachzudenken.
So wie heute!
Wir hatten nämlich unser erstes Playdate. Eine sehr gute Freundin – und Mama, mit Kindern in derselben Kita wie unser Sohn und zudem auch Schwägerin meiner besten Freundin – wollte gerne heute unseren kleinen Mann von der Kita mit nach Hause nehmen, ihn einfach mal abholen. Ich dürfe gerne dazustoßen, es sei auch noch eine weitere Freundin mit ihren beiden Kindern da. Ich stieß gerne dazu und wir hatten einen wirklich tollen Nachmittag, denn die vier älteren Kinder – zu denen auch der kleine Mann ganz stolz gezählt wurde – spielten im Kinderzimmer, während wir Mamas mit den drei jüngeren Kindern ganz klischeehaft bei einem Kaffee die verhältnismäßige Ruhe genossen. Sogar zum Abendessen wurden wir noch mit eingeladen, was wirklich super war, denn der kleine Mann war schon so müde, dass er Abendessen nach dem Heimweg bzw. Heimweg ohne Abendessen nicht mehr gepackt hätte. Schon ihn beim Abendessen in einigermaßen ruhige Bahnen zu lenken, war nicht unbedingt einfach.
Allein dieser Nachmittag, diese selbstverständliche Gastfreundlichkeit, zeugt für mich von Freundschaft, doch was ich meine, bewies sich nur Minuten später. Nach dem Abendessen nämlich wollte ich, dass sich der kleine Mann anzieht. Das wollte der aber nicht. Gleichzeitig schrie die kleine Maus, es sei dem sie wurde in ihrer Wagentasche geschuckelt oder im Fliegergriff getragen. Das Resultat daraus folgte auf dem Fuße, ich bekam Magenschmerzen. Zunächst dachte ich noch, das würde sich schon wieder einrenken, leider stellte sich schnell heraus: Keine Chance. Den Papa anrufen, damit er uns abholt, ging nicht, denn der fuhr wiederum seinen Papa gerade zum Skat und wäre frühestens halb acht wieder erreichbar bzw. in der Nähe. Also nahm ich das sofort angebotene Wärmekissen doch an und erbat mir ein paar mehr Minuten in der Hoffnung auf wundersame Heilung. Es ist jetzt nicht schwer zu erraten, dass die nicht kam – im Gegenteil, es wurde wieder einmal richtig heftig. So heftig, dass mir der Schweiß ausbrach und ich nicht mehr sprechen konnte. Kurzerhand übernahm meine Freundin das Kommando. Sie kümmerte sich darum, dass der kleine Mann sich anzog, schaukelte nebenbei die Babyschale – man merkt, dass sie drei Kinder hat und super managed! – und packte nebenbei noch meine Sachen. Dann verkündete sie, dass sie mich selbstverständlich jetzt nach Hause fahren würde, so könne ich ja natürlich nicht laufen – konnte ich auch nicht. Während ich noch in Schmerzen auf ihrer Couch lag, nahm sie Kinderwagenschale und alle Taschen, rief ihre größere Tochter, die unseren kleinen Mann an die Hand nahm und machte sich auf den Weg zum Auto mit der Bemerkung, ich solle einfach kommen, sobald ich wieder in der Lage sei zu laufen. Nach einer Ibuprofen – in Zukunft nehme ich die schneller, die wirkte wahre Wunder – ging das dann tatsächlich, auch wenn mein Kreislauf ziemlich am Ende war nach diesem Schmerzmarathon, und wir wurden heil und sicher nach Hause gebracht, sogar bis nach oben in die Wohnung. Ich durfte nicht einmal die Wagenschale selber tragen.
Und so sind sie, meine wenigen sehr guten Freunde. Sie fahren mich spontan nach Hause oder auch nachts um zwölf in die Zahnklinik, weil mir ein Zahn abgebrochen ist. Sie nähen ohne zu zögern die allersüßesten Babysachen und geben mir meine Kinderwagenschale vollgepackt mit lauter Überraschungen zurück. Sie organisieren meinen Junggesellinnenabschied und die Deko für die Hochzeit, obwohl sie selbst in Arbeit schwimmen. Sie schimpfen nicht, wenn unser Sohn beim Frühstück ihre Wand anmalt, weil er nicht weiß, wo das Whiteboard endet und denken zuerst an uns, wenn sie ein Hüpfpferd zu vererben haben. Sie vermachen uns die kaum getragenen, wunderschönen Sachen ihres Sohnes und haben immer Kuchen für uns. Sie schenken uns einen Besuch im Tierpark, obwohl sie selbst kaum Geld haben und teilen Freud und Leid als erstes mit uns. Ich könnte noch seitenlang so weiterschreiben, aber eigentlich gibt es nur eins zu sagen:

Ich liebe Euch. Von ganzem Herzen. Ihr seid Menschen, wie die Welt sie mehr braucht. Ihr seid die Heldinnen in meinem Leben, diejenigen, die mir Vertrauen in die Menschheit geben. Ihr seid die, zu denen ich IMMER kommen würde und denen ich jederzeit meine Kinder anvertraue! Ihr seid Menschen, wie ich sie meinen Kindern zum Freund wünsche und erbitte! Und ich hoffe, dass ich euch eines Tages all das zurück geben kann, was ihr mir jeden Tag schenkt!
Danke! Danke, dass es euch gibt!

Frhoppe 08.05.2015

27.04.2015 Magenkrämpfe und die ganz große Liebe!

Ich hatte Magenkrämpfe. Nicht bloß Krämpfe, sondern KRÄMPFE!!! Die behelligen mich seit der Geburt nicht zum ersten Mal und sicher auch nicht zum letzten Mal, aber heute war schon ein besonderes Ereignis, denn ich wand mich zusammengerollt auf dem Boden und versetzte damit den Mann naturgemäß in Panik! Was durchaus verständlich, aber nicht nötig ist, denn die Magenschmerzen sind ziemlich sicher Ausdruck der Gesamtumstände. Zwar ist unsere Maus weitestgehend handzahm und schläft meistens recht gut und auch der Große findet sich langsam in der Situation zurecht, aber die Betonung liegt dann leider doch auf weitestgehend, meistens und langsam.

Heute kamen so ziemlich alle Faktoren zusammen: Die Fressraupe schlief schlecht und trank vier mal des nachts, was dann zu einer übervollen Windel führte – leider nicht nur mit Pipi überfüllt. Unser Morgen startete also schon schlecht. Zu dem Schlafmangel – auch beim Papa, obwohl ich das bei seinem Geschnarche nicht gedacht hätte – kam dann blöderweise auch noch schlechte Laune bei uns beiden und Bauchschmerz bei der Maus. Eins kam zum andern, man stritt über dies und das aber natürlich über nichts wichtiges und nachdem unser kleiner Mann nach der Kita zunächst sehr friedlich spielte und auch ganz lieb zuerst seine Jacke und Schuhe auszog und dann seine Schoko-Beute vertilgte, packte ihn dann kurz vor dem Schlafengehen doch der Rappel und er drehte völlig frei. Beißen, kratzen, treten und dann ganz provokativ noch mal beißen, während er so tat, als wolle er den vorherigen Biss mit einem Heileküsschen versorgen.

Als wenn das noch nicht Herausforderung genug wäre, kam es über diesen Ausbruch zu einem weiteren Streit, denn ich hatte bereits kurz vor sechs gesagt, man möge doch mit den Abendvorbereitungen anfangen, solange der kleine Kerl noch munter ist!
„Ooooch, der ist doch noch so wach und spielt so schön. Ich will ihn jetzt da nicht raus reißen! Es ist ja auch erst sechs,“ sprach der Papa und spielte weiter mit dem Sohne. Nun – soll er mal machen, dachte ich mir, ich hatte schließlich das kleine Kind vor den Bauch geschnallt und war damit raus aus der Bettgehzeremonie. Nachdem nun der Sohnemann gegen halb sieben so derartig durchdrehte, ließ ich mich zu einer durchaus amüsiert geäußerten Bermerkung hinreißen, dies sei der Grund, aus dem ich empfohlen habe, bereits um sechs mit dem Ritual rund ums Waschen, Töpfchen und Zähneputzen zu beginnen. Hätte ich nicht sagen sollen! Der Papa bekam das nämlich in den ganz falschen Hals und tat seinen Unmut auch kund. Es folgten heimlich vergossene Tränen auf meiner Seite und eine sehr ernste Entschuldigung auf seiner Seite und auch der kleine Käfer hatte seinen Anfall überwunden und ließ sich hochgradig zahm versorgen und ins Bett bringen. Nun hätte also endlich Ruhe einkehren können – wenn nicht, ja wenn nicht dieser gemeine Bauchschmerz wäre. Der nämlich packte unsere kleine Maus ganz unverhofft erneut und ließ sie etwa eine Stunde schreien, selbst an der Brust. Und das endete dann in den besagten Magenschmerzen.

Allerdings kann ich erfreut berichten, dass es dem lieben Gatten gelungen ist, sie durch eine ausgedehnte Rückenmassage zu vertreiben. Eine genauere Analyse der Umstände ergab dann, dass ich auch bei den letzten Malen immer innerlich SEHR angespannt gewesen war. In Verbindung mit einer verkrampften Haltung beim Tragen der Maus im Fliegergriff sind diese Magenschmerzen wohl unvermeidbar – wie so manches andere in Verbindung mit dem Kinderkriegen. 😉
Aber es lohnt sich.
Bevor mir die Magenschmerzen nämlich dazwischen grätschten, wollte ich heute nämlich eigentlich etwas ganz anderes berichten, dass mich alle negativen Seiten geduldig durchstehen lässt:

„Die Geburt ist das einzige Blind Date, bei dem du dir 100%ig sicher sein kannst, dass du die Liebe deines Lebens findest!“

Wunderschön gesagt und soooo wahr.
Es gibt Momente, in denen ich vor Liebe zu meinen Kindern gar nicht mehr weiß wohin damit. Und dann gibt es diese Momente, in denen ich mich frage, ob meine Kinder – im Moment eher noch nur das größere Kind – wissen, was ich für sie empfinde.
Meine Antwort: Sie tun es!!!
Woher ich das weiß?
Wenn ich unserem Sohn sage: „Mama und Papa haben dich ganz, ganz, ganz doll lieb!“ dann schaut er mich an und sagt „Ja!“ Nichts weiter, nur dieses „Ja!“ Und sein Tonfall drückt aus, dass diese Tatsache für ihn so selbstverständlich ist, dass er sich wundern muss, warum ich das so oft sage. Er ist mutig und voller Selbstvertrauen, testet seine Grenzen und provoziert ohne Ende, aber wenn er denkt, er hat uns möglicherweise enttäuscht, dann weint er bitterlich.Ein Beispiel dazu: Er hat kein Problem damit, seine Milch auf den Boden zu spucken oder seine Wassertasse auszukippen, nur um zu schauen, wie wir reagieren, aber wenn ihm versehentlich etwas herunterfällt, das dann womöglich auch noch kaputt geht, dann weint er fürchterlich und wahrhaftig verzweifelt, bis wir ihm glaubhaft versichert haben, dass das gar nicht weiter schlimm ist.
Wenn ich ihn aus der Kita abhole – was im Moment sehr selten ist – dann strahlt sein ganzes Gesicht, er unterbricht sofort jegliches Spiel und springt mir in die Arme, bevor er mein Gesicht in die Hände nimmt und mich ganz dicke knutscht!
Und unsere kleine Fressraupe?
Sie ist noch nicht einmal sechs Wochen alt und lacht bereits seit über einer Woche ganz bewusst über das ganze Gesichtchen, wenn sie mich sieht. Sogar auf Foto konnte ich diese Zuneigungsbekundung schon bannen und als ich dieses Bild einer Freundin zeigte und mich über das frühe Auftreten dieses Lächelns wunderte, sagte sie nur:
„Geliebte Kinder sind so!“

Ich finde, das kann man so stehen lassen!

Frhoppe 27.04.2015

07.08.2013 Plötzlich neu verliebt!

Immer öfter, wenn ich Baby sehe, dann empfinde ich plötzlich solche Liebe und solchen Stolz, dass es mich fast umhaut. Ich stehe dann da und bin völlig überwältigt von diesem kleinen Wesen, das es binnen einer Zehntelsekunde schafft, mich zum Lächeln zu bringen und das mich so tief und monumental empfinden lässt, wie ich es mir vorher nicht einmal vorstellen konnte – und ich dachte eigentlich immer, dass ich ein emotionaler Mensch bin!

Ich kann einfach nicht anders, als zu lächeln, wenn der kleine Mann aus tiefster Versunkenheit heraus aufblickt, mich sieht und übers ganze Gesicht grinst. Wenn ich seinen kleinen Bauch knutsche und darauf puste, dann lacht er so herzhaft, dass ich mitlachen muss. Und wenn er mich morgens nach dem Aufwachen ganz zärtlich anlacht, dann wird mir ganz warm vor lauter Glück.

Ich liebe diesen kleinen süßen Mann so tief und innig und so unaufhörlich, dass ich es manchmal selbst kaum glauben kann.

© frhoppe 07.08.2013

02.07.2013 Deine Nähe!

Es ist schon so spät, ich komme schlafen,
doch du bist aus tiefem Schlummer erwacht.
Dein Hunger ist groß, ich bin dein Hafen
und streichle beim Trinken die Wange dir sacht.
Du trinkst verzweifelt, erleichtert zugleich –
Das schönste Geräusch der Welt!
In diesem Moment bin ich unendlich reich,
es ist soviel mehr wert als Geld.

Den Hunger gestillt, machst die Äuglein du zu,
doch noch bist du unruhig, mein Herz.
Ich wünschte du kämest endlich zur Ruh,
und hoffe du fühlst keinen Schmerz.

Plötzlich spür ich dich neben mir,
ganz nah, eng an mich geschmiegt
Deine Stirn an meiner liegst du hier
und schmatzt hinterm Nuckel vergnügt.
Ganz zart deine Hand an meiner Wange,
Dein Köpfchen ruht auf meinem Arm.
So liegen wir beide ganz ruhig und lange,
mein Herz vor Liebe glüht warm.

Diese Nähe ist anders als jene vorher
zum ersten Mal war sie ganz bewusst gesucht
und gab im gleichen Moment soviel mehr
als nur bloße Nähe zurück!

© frhoppe 02.07.2013

03.06.2013 Nur weil du atmest!

Du wunderschönes, fröhliches Kind

du bist so toll und verrückt,

machst, dass wir endlich vollkommen sind

und täglich aufs neue verzückt!

Gibst Liebe in jeder wachen Sekunde

und selbst wenn in tiefem Schlummer du liegst.

Mit dir gibt es keine traurige Stunde,

weil du stets neue Freude uns gibst.

Du gibst schon so unendlich viel zurück

obwohl du eigentlich hilflos noch bist.

Nur weil du atmest, lebe ich Glück

und weiß, wie tief Liebe wirklich ist.

© frhoppe 03.06.2013

 

 

22.05.2013 Dieses Lächeln!

Dieses Lächeln, dass du jeden Morgen schenkst,

dieses Lächeln ganz breit und verschmitzt,

dieses Lächeln, dass immer ganz plötzlich erscheint

und hinter dem reine Freude steckt.

*

Dieses Lächeln, das zeigt, dass du an uns denkst,

dieses Lächeln, wenn du endlich sitzt,

dieses Lächeln, dass Schalk und Liebe vereint

wird niemals von Arglist verdeckt.

*

Und egal, wohin deine Wege du lenkst,

auch wenn du im Zorn dich erhitzt,

ich hoffe, dass stets dieses Lächeln keimt

und stets zur Sonne sich reckt!

© frhoppe 22.05.2013

25.04.2013 Danke

Ich war für dich da, von der ersten Sekunde

Ich wusste noch gar nicht, dass es dich gibt.

Und ab dem Moment, ab dieser Stunde

da ich es wusste, war ich verliebt.

*

Dann kam der Tag und du warst da

Warst ganz perfekt und so wunderschön

Und eines war uns beiden sofort klar:

Wir werden die volle Distanz mit dir geh’n!

*

Jeden Tag lernst du Neues zu machen,

wirst immer größer und klüger dazu,

bringst uns jetzt ganz bewusst schon zum lachen,

Und hast ganz tolle Momente der Ruh!

*

Und dann dieses schönste von allen Gefühlen,

immer dann, wenn du abends mich wieder hast.

Fängst an mit der Nase an meinem Hals zu wühlen

und freust dich, kuschelst und lachst ohne Rast.

*

Ich dank dir dafür, dass du diese Liebe gibst

das Gefühl, dass ich ganz was Besonderes bin,

Und dass, obwohl du die anderen auch so sehr liebst,

Deine Mama für dich doch das Wichtigste ist.

© frhoppe 25.04.2013

19.04.2013 Freiheit?

Dass es so ist, ich hab es nie gedacht,

Das Liebe so etwas mit einem macht.

Du hast mich fest in deiner Hand.

Das war mit vorher unbekannt.

*

War immer frei, mein eigener Herr,

selbst dein Papa hat es oft schwer,

mich festzuhalten, wo ich fliegen will.

*

Und dann kamst du, mein kleiner Mann

zogst mich sofort in deinen Bann.

Und plötzlich will ich nicht mehr fort.

Bei euch, das ist der schönste Ort.

© frhoppe 19.04.2013