19.03.2013 Was für ein Spaß!

Nun, da sich unser Urlaub langsam dem Ende zuneigt, ist es Zeit mal über den kleinen Mann und seine Tante bzw. seinen Onkel zu schreiben. Die beiden sind nämlich soo süß mit Baby, dass ich den ganzen Tag nur grinsen könnte.

Zuerst einmal der liebe Onkel. Der behauptet nämlich steif und fest, dass er sich später nicht um so was Kleines kümmern wird. „Du willst ein Haustier haben, dann kümmerst du dich auch darum“, sagt er immer zu meiner Schwester 😀  .  Kaum meckert der Kleine aber mal, ist er der erste, der davor sitzt und den kleinen Mann bespaßt oder ihn durch die Gegend trägt – Wir haben nicht mal Zeit zu reagieren, so schnell ist der gute Mann. Richtig niedlich!

Babys Tante ist mindestens genauso süß. Ganz geduldig liegt sie mittags neben dem kleinen Fraßbär auf dem Liegehocker und gurrt und streichelt ihn in den Schlaf. Und wenn er dann wieder wach ist, dann spielt sie mit ihm und bringt ihn durch allerlei verrückte Grimassen zum Lachen. Weint er, nimmt sie ihn hoch und wandert durch die Wohnung. Heute hat sie ihn dann auch noch zusammen mit dem Papa gebadet. Jetzt sind wir gerade mal eine Woche hier und schon wird sie abends nach der Arbeit mit einem breiten Lächeln begrüßt.

Auch wenn der Rest der Verwandtschaft zu Hause sehnsüchtig auf die Rückkehr ihres Kronprinzen wartet, war es definitiv die richtige Entscheidung noch ein paar Tage hinten ran zu hängen. Denn so hat der kleine Mann endlich mal richtig viel Zeit mit seine wundervollen Tante und seinem großartigen Onkel verbringen können.

© frhoppe 19.03.2013

 

17.02.2013 Ich lerne das Lächeln neu kennen!

Angefangen hat es vor 96 Tagen. Oder vor dreizehn Wochen, fünf Tagen, fünf Stunden und 32 Minuten. Als der erste Schrei unseres Sohnes erklang haben wir beide glücklich, erleichtert, übermütig und auch ein bisschen erschöpft gelacht. Und doch wussten wir nicht, dass es noch ein viel schöneres Lachen gibt – das Lachen unseres Sohnes. Und er hat so viele verschiedene Lachen.

Als erstes war da das so genannte Engelslächeln, dass völlig ohne bewusstes Handeln der Kinder meistens im Schlaf auftaucht. Es ist ein ganz leichtes, wundervoll träumerisches Lachen, das irgendwie aussagt: „Ich habe ein wunderschönes Geheimnis.“ Forscher sind sich bis heute nicht einig, wozu dieses Lächeln da ist. Soll es dazu dienen, Wohlbefinden zu vermitteln oder ist es eine Einrichtung der Natur, die sicherstellt, dass frisch gebackene Eltern sich immer mehr an ihr Kind binden – denn man ist hin und weg von diesem winzigen Zucken der Mundwinkel. Und dann kommt dieses erste bewusste Lächeln, ganz strahlend, weil Baby Mama oder Papa erkennt und darauf erfreut reagiert. Das Gefühl, das man dabei hat, kann ich einfach nicht beschreiben. Es ist unglaublich überwältigend.

Und jetzt? Mittlerweile hat unser kleiner Mann so viele Nuancen beim Lächeln. Es gibt das ausgelassen quietschende Lachen – ein Ausdruck größter Begeisterung –, es gibt das schelmisch spitzbübische Lächeln, bei dem er uns aus einem Auge verschmitzt von der Seite angrinst. Dann haben wir noch das „Da bist du ja endlich wieder“- Lächeln, dass für die Omas und Opas vorbehalten ist und das „Ich kenn dich irgendwoher, ich glaub du warst nett“ – Lächeln, für alle die der kleine Mann zwar kennt, aber nicht so häufig sieht. Fremden gegenüber lässt er sich nach einer Weile manchmal zu einem vorsichtigen „Na komm erst mal rein, sympathisch bist du mir ja“ – Lächeln hinreißen. Und dann ist da noch dieses eine ganz bestimmte Lächeln, das ganz sanft und zärtlich ist und das nur uns vorbehalten ist. Dieses Lächeln, das sagt: „Hey Mama, hey Papa…wisst ihr was? Ihr seid für mich die wichtigsten Menschen der Welt.“ Ich liebe es, wenn sich dieses Lächeln auf seinem Gesicht ausbreitet, sobald er mir morgens in die Augen sieht.

Das tollste an jedem einzelnen Lächeln und Lachen ist aber, dass sie alle einfach nur echt und tief empfunden sind. Der kleine Mann lacht nur, wenn er es ehrlich meint, denn er hat die „Kunst“ der Verstellung noch nicht kennen gelernt.

© frhoppe 17.02.13

08.02.2013 Dankbarkeit!

„Leider läßt sich eine wahrhafte Dankbarkeit mit Worten nicht ausdrücken“, sagte Goethe einst. Ich will es zumindest versuchen, denn wenn es eines gibt, dass man als Eltern ganz schnell lernt, dann ist es Dankbarkeit und zwar nicht diese große allumfassenden, die man allein für das Dasein seines Kindes empfindet, sondern diese leise kleine Dankbarkeit, die in scheinbar ganz unscheinbaren Situationen plötzlich da ist.

Gestern Abend – Sie erinnern sich vielleicht, ich wollte baden – durfte ich so lange baden, wie ich wollte, denn Baby schrie nicht. Tatsächlich schlief der kleine Mann von halb acht abends bis nachts halb fünf. Rechne, rechne, rechne – ja, Sie haben richtig gerechnet – das sind NEUN! Stunden. Für ein Baby von drei Monaten nicht schlecht. Dafür bin ich schon mal wahnsinnig dankbar, aber auch dafür, dass er abends ohne Heckmeck einschläft. Bei uns ist kein Licht an, keine Musik, die Tür ist zu und den Nuckel bekommt er nachts auch nicht. Wir schleichen auch nicht durch die Wohnung, sondern bewegen uns ganz normal und ihn stört das nicht. Ich bin auch dankbar, wenn der kleine Mann aus dem fürchterlichsten Gebrüll schlagartig ruhig ist, sobald ich ihn an die Brust lege. Und wenn ich Baby wickeln will, dann ist er in 99% der Fälle schlagartig gut gelaunt, sobald er merkt, dass er auf dem Wickeltisch liegt. Dabei liegt der Fokus meiner Dankbarkeit aber zumeist darauf, dass der große Spiegel auf massiven Haken hängt, denn er macht regelmäßig Krafttraining mit dem Ding, indem er es von der Wand weg hebt – ich muss aber auch zugeben, dass ich deswegen immer ganz schön stolz bin auf unseren starken kleinen Mann. Ich bin dankbar für all dieses verschmitzte, strahlende oder vorsichtige Lächeln, das er nicht nur uns, sondern auch den Freunden und der Familie schenkt, aber ganz besonders dankbar bin ich für dieses ganz spezielle Lächeln, das nur uns vorbehalten ist. Und was ich früher nie dachte: Ich bin sogar dankbar dafür, wenn der Pups, der den kleinen Mann so furchtbar gequält hat, endlich raus ist.

Und um der ganzen Dankbarkeit – für die es noch tausend Beispiele geben würde – ein Ende zu setzten: Ich bin dankbar für die Dankbarkeit, denn sie stimmt uns positiv und ohne sie würden wir die schwierigen Situationen, die es auch zur Genüge gibt, nicht so gut überstehen. Und Francis Bacon gab weise Worte von sich, als er sagte: „Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind“

© frhoppe 08.02.13