08.02.2013 Dankbarkeit!

„Leider läßt sich eine wahrhafte Dankbarkeit mit Worten nicht ausdrücken“, sagte Goethe einst. Ich will es zumindest versuchen, denn wenn es eines gibt, dass man als Eltern ganz schnell lernt, dann ist es Dankbarkeit und zwar nicht diese große allumfassenden, die man allein für das Dasein seines Kindes empfindet, sondern diese leise kleine Dankbarkeit, die in scheinbar ganz unscheinbaren Situationen plötzlich da ist.

Gestern Abend – Sie erinnern sich vielleicht, ich wollte baden – durfte ich so lange baden, wie ich wollte, denn Baby schrie nicht. Tatsächlich schlief der kleine Mann von halb acht abends bis nachts halb fünf. Rechne, rechne, rechne – ja, Sie haben richtig gerechnet – das sind NEUN! Stunden. Für ein Baby von drei Monaten nicht schlecht. Dafür bin ich schon mal wahnsinnig dankbar, aber auch dafür, dass er abends ohne Heckmeck einschläft. Bei uns ist kein Licht an, keine Musik, die Tür ist zu und den Nuckel bekommt er nachts auch nicht. Wir schleichen auch nicht durch die Wohnung, sondern bewegen uns ganz normal und ihn stört das nicht. Ich bin auch dankbar, wenn der kleine Mann aus dem fürchterlichsten Gebrüll schlagartig ruhig ist, sobald ich ihn an die Brust lege. Und wenn ich Baby wickeln will, dann ist er in 99% der Fälle schlagartig gut gelaunt, sobald er merkt, dass er auf dem Wickeltisch liegt. Dabei liegt der Fokus meiner Dankbarkeit aber zumeist darauf, dass der große Spiegel auf massiven Haken hängt, denn er macht regelmäßig Krafttraining mit dem Ding, indem er es von der Wand weg hebt – ich muss aber auch zugeben, dass ich deswegen immer ganz schön stolz bin auf unseren starken kleinen Mann. Ich bin dankbar für all dieses verschmitzte, strahlende oder vorsichtige Lächeln, das er nicht nur uns, sondern auch den Freunden und der Familie schenkt, aber ganz besonders dankbar bin ich für dieses ganz spezielle Lächeln, das nur uns vorbehalten ist. Und was ich früher nie dachte: Ich bin sogar dankbar dafür, wenn der Pups, der den kleinen Mann so furchtbar gequält hat, endlich raus ist.

Und um der ganzen Dankbarkeit – für die es noch tausend Beispiele geben würde – ein Ende zu setzten: Ich bin dankbar für die Dankbarkeit, denn sie stimmt uns positiv und ohne sie würden wir die schwierigen Situationen, die es auch zur Genüge gibt, nicht so gut überstehen. Und Francis Bacon gab weise Worte von sich, als er sagte: „Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind“

© frhoppe 08.02.13

23.01.2013 Wenn du glücklich bist…

Eine ganz entscheidende Frage, die man sich relativ bald nach der Geburt, zumeist auf der Höhe einer Schreiattacke, stellt, ist: Warum haben wir das nur getan? Das heißt keinesfalls, dass man sein Baby nicht mehr haben möchte – Sie können ja gerne mal versuchen mir meins wegzunehmen, regeln Sie aber bitte vorher ihre Angelegenheiten – aber man denkt manchmal eben doch über das Warum nach.

Und dann kommt er: Der Moment in dem Baby restlos glücklich ist. Nicht nur satt und zufrieden und aufgrund dieses Umstandes selig schlafend, sondern wach und glücklich. Meistens hält diese Phase nicht viel länger als 20 bis 30 Minuten an, denn Babys sind schnell mal reizüberflutet, aber für die Dauer dieser Phase, liegt der Himmel in den Augen der kleinen Wesen. Denn sie sind unverfälscht glücklich und genießen diesen einen Moment. Wo wir irgendwie doch immer unsere „Erwachsenensorgen“ im Hinterkopf haben, lacht der kleine Mann einfach los. Quietschend und strampelnd zeigt er seine Freude über das, was Mama oder Papa gerade machen.

Unser Baby liebt es total, wenn ich zurückgelehnt sitze, die Beine aufgestellt habe und ihn auf meinem Bauch sitzend nach hinten an die Beine gelehnt. Ich bin eine menschliche Babywippe. Das scheint die ideale Sitzposition zu sein. Da ist quasi alles möglich. Er liegt auf dem Rücken, kann dabei aber unser Gesicht sehen und vor allem kann er selbst entscheiden, wann er hingucken will oder wann es genug ist. Gleichzeitig kann Mama da ganz toll Babymassage üben. Außerdem lässt es sich so aufgrund der leicht angewinkelten Beine ganz wunderbar  pupsen. Und schlafen kann man da sowieso prima. Sie sehen also, eine Multifunktionsposition. Und genau hier haben wir diese tollen Momente, in denen ich ihm vorsingen darf und er mich dabei anlacht, weil er das Lied kennt, in denen er aktiv meine Hände greift und sie befühlt, in denen er seinen Körper entdeckt, indem er die Beine und Arme in die Luft streckt oder sich gedankenverloren den Bauch krabbelt. Und das sind auch die Momente, in denen er sein erstes quietschendes Lachen von sich gab.

Und für dieses Lachen, für diese Freude machen wir das alles!!!

© frhoppe 23.01.13