28.10.2014 Geburtstagskuchen vom Onkel

Als ich heute morgen das Zimmer des kleinen Mannes betrat, war das Kerlchen schon putzmunter und ließ sich widerstandslos Fieber messen. Ich muss sagen, ich war ziemlich überrascht als ich feststellte, dass die Temperatur des kleinen Mannes bei total normalen 37,2° lag. Dem Gang in die Kita stand also nichts im Wege.
Dort angekommen konnte ich den Sohn dann auch direkt als vermisst melden, so wenig interessierte ihn meine Anwesenheit. Aber wenigstens konnte ich so ruhigen Gewissens gehen. Als ich den kleinen Mann dann nach dem Mittag wieder abholte, erzählte er mit sofort, dass ihm das Essen heute geschmeckt habe. Wirklich mitkommen mit mir wollte er aber nicht. Viel lieber wäre er da geblieben. Erst als ich ihm erklärte, dass sein Onkel heute Geburtstag habe und wir deswegen nach Hause müssten, erklärte er sich gnädigerweise bereit mich zu begleiten. Um ihn dann zu Hause zum Mittagsschlaf zu bewegen, erzählte ich dem kleinen Mann, dass es nach dem Schlafen Kuchen von seinem Onkel geben würde.
Im Nachhinein erwies sich das als ausnehmend unkluge Idee, denn kaum war der kleine Käfer erwacht, fragte er nach dem Kuchen. Nun war es allerdings erst halb drei und der Onkel wollte erst gegen vier kommen. Den ganzen Nachmittag verlangte er alle 5 Minuten den Kuchen und als es dann kurz nach vier endlich klingelte, schaffte der Sohn es gerade noch eben so dem Onkel alles Gute zu wünschen, bevor er nach dem Kuchen fragte. Leider sollte der Kuchen erst angeschnitten werden, wenn auch der Papa endlich zu Hause wäre, was in diesem Fall eine weitere Verzögerung von einer halben Stunde bedeutete.
Das Kind saß nun also eine halbe Stunde am gedeckten Tisch, war von seinem Stuhl nicht wegzubewegen und forderte lautstark den Kuchen. Und als wenn das noch nicht genug wäre, wies der gemeine Opa väterlicherseits immer wieder auf das Objekt der Begierde hin, was den Sohn natürlich immer nervöser machte.
Es war fast komisch mit welcher Erleichterung er dann schließlich sein Stück Kuchen verschlang.

Frhoppe 28.10.2014

16.10.2014 Piff, Paff, Puff mit Fingerchen

Ich muss sagen, dass es mir heute morgen sehr schwer fiel, rechtzeitig aufzustehen, denn mich hat jetzt der Kita-Schnupfen des Kindes auch voll erwischt, nur dass es mir – wie es ja immer so ist mit Kinderkrankheiten – deutlich schlechter geht als dem Kind. Und da man ja mit 5 Monate altem Baby im Bauch ohnehin nicht immer die beste Kondition und Konstitution hat, war ich entsprechend weniger positiv gegenüber der Idee des frühen Aufstehens eingestellt. Aber wie sagt der Kölner: Wat mutt, dat mutt! Zumal der Gnom auch wieder schon hellwach war, als ich noch schlaftrunken ins Bad tappte.
Dementsprechend war ich dann auch ganz froh, als mir die Erzieherin mitteilte, ich dürfe heute ebenso wie gestern bereits um zehn gehen und sogar bis NACH dem Mittagessen wegbleiben. Volle zwei Stunden Freiheit! Na gut – es waren nur knapp eineinhalb, weil ich dann doch länger da war, um beim aufgrund des Regenwetters erschwerten Anziehen der acht Kinder zu helfen, aber ich habe es trotzdem geschafft, in Ruhe einen Kaffee zu trinken und wuschelweiche Kuschelwintersocken zu kaufen.
Der Vormittag heute in der Kita war ein wenig besonders, denn eines der Kita-Kinder hatte Geburtstag und so wurden im Morgenkreis bis auf das Begrüßungslied hauptsächlich Geburtstagslieder gesungen und außerdem waren heute auch die ganz Kleinen beim Morgenkreis anwesend – die sind normalerweise eine Art Extragruppe, auch wenn die Räume untereinander offen sind. Dieses Beisammensein stellte dann auch eine größere Herausforderung bei der Vesper dar, denn die Mama des Geburtstagskindes hatte Cake-Pops gebacken – für alle die das nicht kennen: das ist Kuchen am Stiel, überzogen mit Schokolade und Streuseln drauf, wie ein Lolli halt, nur aus Kuchen.
Während die Erzieher noch darüber rätselten, ob die Kinder es wohl schaffen würden das halbwegs sauber zu essen – ich dachte, naja so mit Stiel sollte das eigentlich gehen – bewies mein Sohn, dass es nicht nur geht, sondern auch schnell!
Etwas ungläubig fragte die Erzieherin der „kleinen“ Gruppe, ob sich mein Kind gerade den gesamten Kuchen in den Mund gesteckt habe. „Ja hat er“, bestätigte ich. „Das ist seine bevorzugte Strategie. Soviel wie möglich, so schnell wie möglich in den Mund stecken.“ Das ist insofern ein erstaunliches Verhalten, da er es nur bei Banane und Süßkram an den Tag legt, ansonsten isst er ja ordentlich. Woher diese Verlustangst kommt, weiß ich ehrlich gesagt nicht, es isst ihm ja keiner was weg. Wenn er denn mal was bekommt, dann hat er auch für sich. Aber vielleicht ist es genau das. Er bekommt – von Banane mal abgesehen – eher selten Süßes oder Kuchen, bei uns zu Hause eigentlich gar nicht, also nutzt er die Chance, wenn sie sich im bietet oder so! Keine Ahnung. Auf jeden Fall sorgte er heute für Spaß beim Händewaschen, denn er outete sich als Gegner des Konsums. Er entschied, dass nicht jedes Kind sein eigenes Handtuch haben müsse, sondern hängte sehr geduldig alle Handtücher an einen Haken und freute sich dann über das Ergebnis. Das nun keiner mehr wusste, wem welches Handtuch gehörte – in Kitas ja auch durchaus eine Hygienefrage, könnte ich mir vorstellen – war ihm relativ gleichgültig.
Im Übrigen war er das einzige der Kinder, das halbwegs sauber aus der Sache mit dem Schokoladenkuchen herauskam, von Tisch und Boden ganz zu schweigen – was mich und eine andere Eingewöhnungsmama dann dazu verleitete, nicht ganz ernsthafte Mutmaßungen über die beste Geburtstagsnahrung anzubringen. Wir einigten uns auf leicht angetautes Eis in den Sorten Schokolade und Blaubeere. Dies wiederum veranlasste unsere Bezugserzieherin zu der Äußerung: „Hach, ich liebe meine Eltern.“, worüber wir dann alle sehr lachen mussten.
Und noch etwas war heute sehr erfreulich: Nach einem dreistündigen Mittagsschlaf verlangte das Kind: „Mama soll Käse holen.“ Als ich darauf hin erwiderte: „Das ist aber keine schöne Art zu fragen!“ überlegte er kurz und sagte dann steinerweichend grinsend: „Ich möchte bitte einen Käse!“ Darüber hinaus sangen wir mehrfach das schöne Lied „Mit Fingerchen!“ (Text unten), wobei er nicht nur schon toll mitmachte – Finger, flache Hände, Fäuste, Hände über dem Kopf und vor den Augen kann er schon – sondern sich auch noch bekugelte vor Lachen über den Jäger, der Piff, Paff, Puff macht und lauthals Piff, Paff, Puff krähend durch die Wohnung rannte.
Und wer so ein herzhaftes Kinderlachen hört, weiß wie gut das fürs Gemüt und die Seele ist und somit geht es mir heute trotz körperlicher Gebrechen, die mich jetzt schon ins Bett gezwungen haben, psychisch sehr gut.

Anmerkung: Text zu „Mit Fingerchen“ für alle Nachahmer, die es nicht kennen:

Mit Fingerchen, mit Fingerchen
(Mit beiden Zeigefingern auf den Tisch klopfen.)
mit flacher, flacher Hand
(Mit den Händen auf den Tisch klopfen.)
mit Fäusten, mit Fäusten
(Mit den Fäusten auf den Tisch klopfen.)
mit Ellenbogen
(Mit den Ellenbogen auf den Tisch klopfen.)
klatsch, klatsch, klatsch.
(In die Hände klatschen.)

Legt eure Hände auf den Kopf,
(Hände falten und über den Kopf heben)
forme einen Blumentopf,
(Die Hände zu einem U öffnen.)
leg die Finger zu ner Brille,
(Daumen und Zeigefinger zu Kreisen formen und um die Augen legen.)
und dann sei auch mal ganz stille.
(Leise sprechen und dann den Zeigefinger auf die Lippen legen.)

Kommt der Jäger und macht:
Piff! Paff! Puff!
(Erst mit einer, dann mit der anderen und bei
puff mit beiden Handflächen auf den Tisch klatschen.)
Frhoppe 16.10.2014

12.10.2014 Kleiner Schelm!

Ein besonders ereignisreicher Tag war es eigentlich heute nicht. Zwar hatte die Urgroßtante des kleinen Mannes Geburtstag, aber da sie in einem Restaurant feierte, war das für den kleinen Mann nicht sonderlich spannend.

Allerdings schien ihm der Geburtstag der Tante auch sehr wichtig zu sein. Als ich ihm nämlich berichtete, dass die Tante Geburtstag hatte, teilte er mir sehr ernsthaft mir, dass wir einen Blumenstrauß kaufen müssen. Selbigen, im Übrigen fast halb so großen wie der kleine Mann selbst, Strauß trug der kleine Kerl stolz wie Bolle in die Lokalität und überreichte ihn brav dem Geburtstagskind.
Eine ganze Zeit lang saß er dann brav in seinem Hochstuhl, mampfte Knoblauchbrot und Pommes und schaute sich nebenbei ein Buch an. Dann allerdings – maßgeblich aufgrund der zur Neige gehenden Pommes – wurde er unruhig und glücklicherweise waren ja die Urgroßeltern auch da. Uroma sprang also auf und spazierte mit dem kleinen Kerl durch das Restaurant – nun: vielmehr spazierte der kleine Kerl und die Oma rannte hinterher. Aber was soll ich sagen? Sie hat es sich ja so ausgesucht. Wenn sie nicht will, dass er wegläuft, muss sie ihn festhalten. Wenn sie das nicht tut, muss sie eben rennen. Und der Sohn ist schnell!!!
Und ganz nebenbei wieder voll in einer rebellischen Phase.
Kaum waren wir zu Hause, stellte er nur noch Blödsinn an. Er räumte das Katzenklo aus, mit der Bemerkung, er müsse es sauber machen. Er ging an Schubladen, schmiss Flaschen durch die Stube, räumte den Badschrank aus und Papas Akkuschrauber und schob schließlich einen Stapel Karten unter die Schrankwand. Letzteres veranlasste mich zu der Aussage, das Kind habe heute wieder nur Knete im Kopf!
Und das Schlimmste an diesem kleinen Kerl ist, dass er bei allem Blödsinn, den er so macht, immer so unheimlich schelmisch lächelt und mit seinen riesigen blauen Augen Herzen weichzuklopfen versteht.

Frhoppe 12.10.2014

15.04.2013 Wow! Und die gehören alle zur Familie?

Heute hatte wir einen sehr aufregenden Tag, den heute hatte die Mama Geburtstag. Und weil die Mama am Wochenende nicht kann und weil ja auch keiner ahnen kann, dass schlagartig soooo gutes Wetter ist – na gut, ich geb’s zu, am 15. April ist seit 28 Jahren gutes Wetter – fand das Ganze bei uns in unserer 46qm-Wohnung statt. Dementsprechend voll war das!

Und der kleine Mann war so unendlich süß. Erst hat er ganz erfreut seine Urgroßeltern angelacht, die ihn um drei abgeholt zum Spaziergang abgeholt haben, damit nicht nur ich noch vorbereiten kann, sondern er auch vor dem Trubel noch ein bisschen schlafen. Als dann alle anderen Gäste kamen, ist der kleine Sonnenschein aus dem Lachen gar nicht mehr heraus gekommen – und das obwohl er schon bei seiner Ankunft nach dem Spaziergang monströsen Hunger hatte. Aber die Gästeschar bestand halt zu Beginn aus lauter Omas und Opas, die er auch alle kannte. Dementsprechend war er  immer gerade mit Freuen fertig, wenn es erneut klingelte. Auf die Art und Weise hat er noch eine dreiviertel Stunde vergessen, dass sein Magen eigentlich leer war. Kaum gefüttert ging der Spaß aber wieder los. Alle wurden angelacht, mit den meisten munter erzählt und seine kleine Kussfreundin wurde auch begeistert angehimmelt. Und als dann schließlich noch Mamas beste Freunde kamen, hatte er trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit auch für die noch jede Menge gute Laune und Lachen übrig.

Nun mag so mancher denken, dass er bei diesem Trubel dann nicht schlafen würde – meine eigene Mama meinte leicht spöttisch: „Na viel Spaß beim Schlafen nachher!“ -, doch weit gefehlt. Zwar schrie er beim Wickeln noch und war sichtlich aufgedreht, doch das viel gelobte Abendritual hat sich heute endgültig bewiesen. Bereits beim zweiten Lied war Baby eingeschlafen und schläft seitdem ganz tief und fest.

Und ganz nebenbei hat er mir heute das schönste Geburtstagsgeschenk von allen gemacht. Heute war er nämlich das erste Mal mit Mama in der großen Wanne baden und hat dabei noch mehr Spaß gehabt, als normalerweise schon. Ein tolles Gefühl, dass dir dein Baby so sehr vertraut, dass es in dieser großen Wanne voll Wasser noch lacht und juchzt.

© frhoppe 15.04.2013