27.10.2014 Immer wieder Fieber!

Es war noch nicht ganz klar, ob der kleine Mann am heutigen Tag in die Kita würde gehen können. Bereits seit zwei Wochen plagt ihn ein hartnäckiger Schnupfen. Mal mehr, mal weniger stark, letzte Woche Sonntag hatte unser Sohn dann auch Fieber, dass jedoch am nächsten Morgen wieder weg war.
Gestern Abend kam mir der kleine Mann dann wieder sehr warm vor und das Fieberthermometer bestätigte dann auch die Vermutung. 38.8° beim ersten Messen, 38.4° beim zweiten verkündete es laut piepsend. Da wir erst ab über 39° fiebersenkende Mittel geben, legte ich den kleinen Mann ins Bett und hoffte, dass der Schlaf sein übriges tun würde. Und tatsächlich lag die Temperatur des kleinen Kerls heute Morgen wieder bei 37.8°. Noch nicht perfekt, aber auch kein Grund für mich, ihn nicht in die Kita zu geben, zumal er quietschfidel war und lautstark den Besuch der Kita einforderte. Dort angekommen fragte er kurz nach seiner Bezugserzieherin, die Erklärung, dass sie im Urlaub sei, nahm er aber sehr gefestigt hin und rannte dann zum Spielen los. Wahrscheinlich aufgrund dieser Tatsache durfte ich dann auch dieses Mal gleich gehen und kehrte erst nach dem Mittagessen zurück. Der Eindruck hatte nicht getäuscht. Der kleine Mann habe sich großartig gemacht, berichtete die betreuende Erzieherin, lediglich das Mittagessen sei heute nicht sein Fall gewesen, weswegen er im Moment ein bisschen unleidlich sei. Diese Unleidlichkeit zog sich auch durch den Rest des Nachmittags, nur unterbrochen vom Mittagsschlaf und von einer intensiven halbstündigen Kuschelphase, in welcher der kleine Mann ganz ruhig auf meinen Bauch lag und sich von mir Lieder vorsingen ließ.
Da ich aufgrund des gestrigen Fiebers sowieso noch ein wenig beunruhigt war, maß ich dann beim abendlichen Wickeln noch einmal Fieber, obwohl mir das kleine Kerlchen gar nicht warm vorkam. So kann man sich täuschen. 39.1° beim ersten Messen. 38.7° beim zweiten Messen.
Jetzt schläft der kleine Mann und ich war auch noch einmal bei ihm drin und werde auch gleich noch einmal nach ihm schauen. Und wenn das Fieber morgen nicht deutlich unter 38° ist, dann werde ich ihn wohl doch zu Hause behalten, auch wenn das in der Eingewöhnung immer schwierig ist.

Frhoppe 27.10.2014

20.10.2014 Kita? Aber unbedingt!

Zunächst einmal die gute Nachricht: Das Fieber war heute morgen ganz weg – eine Erkenntnis, deren Entstehen der Sohn neugierig verfolgte mit der Frage: „Was sagt das Fieber?“ Ich nehme an, er ließ der Bequemlichkeit halber das Thermometer weg, aber eigentlich finde ich diese kurze Version sowieso sehr viel besser.
Dem Gang in die Kita stand also nichts entgegen.
Dort angekommen, konnte der kleine Mann es wieder kaum erwarten, alles zu bespielen und forderte zum ersten Mal sogar das Singen des Sonnenkäferliedes ein. Nach dem Morgenkreis geschah dann etwas unheimlich niedliches. Auf dem Flur ging die Erzieherin des Sohnes in die Hocke und sagte „Na, mein kleiner Freund!“ während sie die Arme ausbreitete. Und der kleine Käfer rannte hinein und ließ sich umarmen. Und dann kurz darauf, glitt sein Blick zu mir und ohne, dass ich etwas gesagt hätte, rannte er auf mich zu und umarmte mich ebenfalls, ganz so, als wolle er, dass ich nicht zu kurz komme. Dann war er sofort wieder fröhlich lachend unterwegs.
Die Erzieherin stellte dann fest, dass er jetzt schon viel offener ist, mehr lächelt und auch mitmacht und nicht nur beobachtet. Das sei ein schöner Fortschritt. Dann wollte sie noch wissen, ob er manchmal morgens nicht in die Kita wolle. Ich konnte das verneinen, allerdings räumte ich auch etwas verlegen ein, dass ich ihm dazu keine Chance gebe. Gleich morgens öffne ich dir Tür mit einem strahlenden Lächeln und sage: „Guten Morgen, ein neuer Kitatag beginnt! Schnell wickeln und anziehen, damit wir in die Kita können.“ Außerdem gab ich zu, dass ich die mittlerweile schon recht solide vorhandene Bindung an die Erzieherin mitunter ausnutze und sage: „Na los, … wartet schon auf dich mit dem Morgenkreis.“ Für mich überraschend zeigte sich unsere Erzieherin erfreut über dieses Vorgehen. Auf Nachfrage teilte sie mir mit, dass dieses Verhalten dem Kind den Übergang in die Kita sehr erleichtere. Sie habe auch oft Eltern, die ihre Kinder fast dafür bemitleiden, dass sie in die Kita „müssen“!
Ehrlich gesagt, verstehe ich das nicht! Ich meine, die Kita ist so etwas Tolles für Kinder. Sie können spielen und toben in einer kindersicheren Umgebung, in der nicht andauernd jemand Nein sagt! Sie lernen, dass sie ganz viele Dinge alleine können – einfach weil ja in einer Kita eine Eins-zu-Eins-Betreuung unmöglich ist. Und das ist gut so. Ich merke jetzt schon, wie sehr sich mein Kind positiv entwickelt. Seine Sprache hat nochmal einen ordentlichen Schub gemacht, er isst noch besser und hat heute das erste Mal Interesse an einer Toilette gezeigt. Er kennt die ersten Kinder mit Namen – sogar welche, die nicht in seiner Gruppe sind und als wir ihn heute abgeholt haben, ist er völlig aufgedreht gewesen vor Freude. Und das zu einer Zeit, in der wir normalerweise den ersten Machtkampf ausfechten, einfach weil wir voneinander schon mächtig gestresst sind. Er lernt, mich zu vermissen und gleichzeitig, dass ich immer wieder komme und er merkt, dass ich dann gute Laune habe und entspannter bin.
Liebe Eltern, falls ihr euer Kind bemitleiden solltet, weil es in der Kita ist! Das braucht ihr nicht! Es ist ein unheimlich toller und wichtiger Schritt, der dem Kind und den Eltern so viel gibt!
Im Auto auf dem Rückweg hatten wir dann auch gleich eine amüsante Diskussion. Wir haben dort als Notfallzuckerlieferant solch kleine Schoko-Minz-Plätzchen liegen. Natürlich blieb der kleinen Raupe Nimmersatt nicht lange verborgen, dass man die Dinger essen kann und seitdem bekommt er im Auto immer eins – immer nur EINS – und das auch nur, wenn er höflich fragt. Am Anfang hieß es nämlich immer: „Ich will eins essen!“ Dieses „Ich will“ gewöhnen wir ihm gerade ab und das klappt inzwischen ziemlich gut.
„Ich möchte bitte im Auto eins essen!“
„Prima!“ Ich gab ihm daraufhin ein Drops.
Eine Weile schnurpste und knurpste es im Kindersitz, dann: „Ich möchte bitte noch eins essen.“
„Nein, es gibt immer nur eins! Das weißt du genau!“
„Mama danke. Danke sagen!“
„Das ist schön, du bekommst trotzdem keins mehr.“
„… bekommt trotzdem eins?“
Ich fand das unheimlich niedlich, trotzdem blieb ich hart, obwohl er alle Register zog. Sonst merkt der sich das sofort und ich habe keine Chance mehr auf eine ruhige Autofahrt.
Überhaupt ist der kleine Mann ein ordentlicher Schlawiner. Er weiß genau, nach der Kita gibt es den Mittagsschlaf und als ich ihn fragte: „Weißt du, was jetzt kommt?“ sagte er auch prompt ja.
„Und was kommt jetzt?“
Große blaue Augen wurden aufgerissen, ein verschmitztes Grinsen breitete sich auf dem Gesichtchen aus und es ertönte ein liebevolles: „Mama hat dich ganz doll lieb.“
Ich denke, es ist klar, dass er trotzdem seinen Mittagsschlaf halten musste, vor allem, weil ja auch seine Kimmi ganz furchtbar müde war, aber dafür hatte ich nachmittags ein ganz außerordentlich gut gelauntes Kind zu Hause. Er kuschelte mit mir, gab mir eines von seinen drei Gummibärchen ab und verlangte mir dann all die Kitalieder ab, die wir schon kennen. Als ich dann den Fehler machte, außer der Reihe „Alle meine Entchen“ zu singen, hörte er erst einmal erfreut zu, bevor er schnurstracks ins Kinderzimmer lief und sein „Alle meine Entchen“-Liederbuch holte. Für die nächste halbe Stunde mutierte ich zu seiner persönlichen Jukebox. Rauf und runter wurden mir die Lieder abverlangt – und es sind nur sieben. Dafür wurde er dann aber auch ganz zärtlich.
Als ich ihn fragte, ob er denn sieht, dass Mamas Bauch schon ganz rund ist, sagte er „Ja!“ Dann meinte ich: „Das kommt von dem Baby! Das ist schon ordentlich groß!“ Er schaute erst einmal interessiert, dann sehr ernst und dann sagte er ganz lieb: „Muss man aufpassen!“, kam auf mich zu und streichelte ganz lange und intensiv die kleine Babykugel!

Frhoppe 20.10.2014

19.10.2014 So ein kleines Fieber hält uns doch nicht auf.

Unsere Nacht war furchtbar. Nach gerade mal einer Stunde Schlaf für mich, wurde der Käfer um ein Uhr nachts wach und war etwa eine Stunde kaum zu beruhigen, bevor er endlich wieder in einen unruhigen Schlaf fiel. Bis kurz nach drei weinte er immer wieder kurz, nicht lange genug, um reinzugehen, aber doch so lang, dass ich nicht schlief. Dann endlich war Ruhe – bis halb sieben. Nachdem wir beide offensichtlich noch sehr müde und es zudem noch dunkel war, holte ich den kleinen Mann ins große Bett, wo wir dann immerhin noch einmal bis acht schliefen.
Gleich beim Aufstehen wusste ich, was der Verursacher der nächtlichen Ruhe war. Der Sohn hatte Fieber. Immerhin 38,5°C. Da es ihm aber augenscheinlich trotzdem jetzt ziemlich gut ging und er schon fröhlich herum rannte, beschloss ich, trotzdem mit ihm in den Gottesdienst zu gehen, zumal ich zugesagt hatte, dort auch zu singen. Da der Papa ja das ganze Wochenende nicht da war, musste der kleine Kerl mit und freute sich auch darauf. Das Fieber machte dann lediglich einen Strich durch den Plan, ihn zum ersten Mal in den Kindergottesdienst mitzugeben. Ich habe es auch gar nicht erst versucht, sondern ihn gleich bei mir behalten. Immer wenn ich singen musste, nahm ihn die Mama meiner besten Freundin auf den Schoß, was er sich sehr gut gefallen ließ, da er die Mama zum einen schon kennt und sie zum anderen einfach eine ganz tolle, liebevolle Mama und Großmutter ist, bei der sich Kinder einfach wohlfühlen. Erst nach einer halben Stunde etwa wurde er etwas lebendiger und unruhiger und glücklicherweise bot sich die Mama meiner besten Freundin an, versuchsweise mit ihm nach oben ins Spielzimmer zu gehen. Dort blieb er dann bis zum Ende des Gottesdienstes, was wohl nicht nur an der Begeisterung fürs die Gesellschaft lag, wie diese lachend zugab, sondern vor allem am Vorhandensein einer Tüte Russisch Brot.
Nun war für den Nachmittag eigentlich geplant um drei Uhr zum Segnungsgottesdienst in der Kita zu gehen, aber als der kleine Mann aus seinem Mittagsschlaf gar nicht wieder aufwachen wollte, beließ ich es dabei, vor allem aufgrund des Fiebers, dass immer wieder zwischen 38,3° und 38,8° schwankte. Nach dem Mittagsschlaf war es dann aber auf 38,3° runter und da der kleine Kerl von selbst nach der Kitafeier fragte, beschloss ich dann doch hinzufahren. Ich hatte ja schließlich auch das ganze Essen im Kühlschrank und wenn ich merkte, dass der kleine Mann nicht mehr kann, könnten wir sofort wieder los und wären in zehn Minuten zu Hause.
Es wurde ein toller Nachmittag. Der kleine Käfer traf seine „Freunde“, bekam tolles Essen – darunter Kuchen vom Buffet –, freute sich riesig, als er seiner Erzieherin in der Menge fand und durfte vor allem und am wichtigsten, endlich einmal in die blaue Kita. (Die blaue Kita ist der Teil der Kita, in dem die „großen“ Kinder spielen, wir sind die grüne Kita.) Und das allerbeste: Als wir nach Hause kamen, hatte der kleine Mann eine Temperatur von 38,0°.

Frhoppe 19.10.2014

19.06.2013 Was eine Hitze!!!

Als ich diesen Blog am ersten Januar 2013 begann, schrieb ich, dass junge Eltern NICHTS wissen und das es auch völlig egal sei, wie oft und intensiv man schon andere Kinder gehütet hat, man fange ganz von vorne an! Ich unterschreibe diese Aussage auch heute noch völlig blind! Zum einen weil ich der absoluten Überzeugung bin, dass jedes Kind anders ist und sich Eltern darum anders darauf einstellen müssen. Zum anderen weil uns die Richtigkeit dieser Aussage wieder einmal vor Augen geführt wurde.

Heute war nämlich der erste RICHTIG heiße Tag des Jahres und damit auch Babys erster RICHTIG heißer Tag! Und wir fingen als Eltern bei null an!

Natürlich nicht ganz bei null. Der kleine Mann hielt sich zu 99% der Zeit im Schatten auf und war trotzdem gut eingecremt, falls wir doch mal mit ihm in die Sonne kämen. Am laufenden Band bot ich ihm Wasser an – mit dem Löffel, denn der erste Mineralwassererfolg war wohl nur ein Einzelstück, lediglich mit dem Löffel bekommen wir ein paar Tropfen in Baby hinein – und wann immer er danach verlangte, legte ich ihn an. Klamotten trug er schon gleich gar nicht, auch keine Windel, was zu dem ein oder anderen Pinkelanschlag führte. Ich muss allerdings sagen, dass ich diese Pinkelei eher erleichternd fand, denn zwischendurch war Baby doch sehr matt, bekam richtig glänzende Augen und einen hochroten Kopf. Wegen der glänzenden Augen beschloss ich dann auch, Fieber zu messen, weil ich nicht mehr einschätzen konnte, ob er einfach nur wegen der Temperaturen warm war oder doch Fieber hatte. Die Temperatur war mit 37,8° gerade noch eben in Ordnung, aber für mich eben doch schon bedenklich. Da er schon nackt und im Schatten war, war ich ein wenig hilflos, denn von dem wenigen Wasser, das ich mit dem Löffel in ihn hineinbekam, spuckte der kleine Mann mindestens die Hälfte wieder aus. Und an der Brust war er mittlerweile auch mäkelig geworden. Wie sollte ich also genug Flüssigkeit in Baby hinein bekommen? Dass er pullert war dann insofern erleichternd, dass es bedeutet, er hat noch genügend Flüssigkeit im Körper.

Das war der Moment, in dem ich von meinem „Nur-Wasser“-Vorsatz abrückte. Bevor Baby zu wenig trinkt und sein kleiner Kreislauf das nicht mehr verarbeiten kann, probiere ich es dann doch lieber mit einem Schuss Apfelsaft im Wasser. MuMi ist schließlich auch süß und zudem sehr gehaltvoll, da halte ich 10 ml Apfelsaft auf 150ml Wasser für vertretbar, natürlich nur wenn der Saft Direktsaft ist, d.h. zu 100% aus Äpfeln besteht.
Und endlich trank der kleine Mann, etwa 60 ml am Stück und sah danach gleich viel frischer aus.

Trotzdem schläft er jetzt ganz pattig, auf dem Bauch liegend alle viere von sich gestreckt und bis auf seine Windel nackt.

© frhoppe 19.06.2013

14.03.2013 Was war zuerst – Milchstau oder Fieber?

Tja, da ist er nun. Nachdem ich mich erst neulich mit einer Freundin darüber unterhalten habe, dass ich noch keinen hatte, habe ich nun nach vier Monaten den ersten Milchstau. Und ich muss sagen, ich hoffe erstens, dass es schnell vorbei ist und zweitens, dass ich nicht noch mal einen bekomme. Das tut nämlich schweinisch weh!

Und nun haben wir das Problem, dass ich zusätzlich auch noch krank bin – schon wieder, so langsam reichts echt! Das ist ja grundsätzlich schon nicht schön, aber in diesem Fall noch blöder, weil wir nicht wissen, was zuerst da war – Der Milchstau oder der grippale Infekt! Blöd ist das deswegen, weil Fieber und Erkältung schon mal einen Milchstau auslösen können – da muss man dann halt durch. Allerdings kann ein Milchstau auch von Fieber und grippeähnlichen Erscheinungen begleitet sein. Und das wäre dann wirklich bescheiden schön, weil das hieße, es ist eine Entzündung in der Brust. Und die Folge wäre dann Antibiotika L. Tja, jetzt ergreifen wir alle Maßnahmen, die uns so einfallen – warme Lappen beim Stillen, warme Duschen, ausstreichen, Kind so legen, dass es beim Trinken mit dem Kinn die Stelle massiert, die verhärtet ist und abpumpen, abpumpen, abpumpen. Wenn jemand unter euch Müttern noch Tipps hat, dann her damit!

Mein Trost ist, dass der kleine Mann wirklich fantastisch ist. Er ist so lieb, fast als würde er merken, dass es der Mama gerade nicht so gut geht.

© frhoppe 14.03.2013

26.01.2013 Der Schluckspecht wird zum Spuckspecht!

Zunächst habe ich mal eine gute Nachricht: Dem kleinen Mann geht es wieder besser. Er hustet kaum noch und auch die Nase ist schon immer mal wieder frei. Und Fieber hat er Gott sei Dank die ganze Zeit nicht bekommen, ich hätte ihm nämlich nicht auch noch ein Fieberzäpfchen verabreichen wollen.

So langsam sind wir aber recht froh, dass es ihm wieder besser geht. Natürlich schon allein deswegen, weil es ihm wieder besser geht, aber auch, weil dann die blöde Medikamentengabe ein Ende hat. Das ist ja sowieso schon immer so eine eher heikle Geschichte, dem kleinen Mann seine Vitamin-D-Tabletten täglich zu geben. Unbedarfte Nicht-Eltern mögen jetzt fragen: Wieso? Mund auf, Tablette rein. Ist doch ganz einfach, oder? EBEN NICHT!!! Mal ganz davon abgesehen, dass Babys sich an Festkörpern übel verschlucken können und diese darum grundsätzlich nicht in Babys Mund gehören, muss das Ding laut Packungsanweisung aufgelöst werden. In Wasser oder auch Tee, da hat man dann die Qual der Wahl. Ist aber eigentlich auch egal – unser Sohn mag keins von beiden. Wenn er einen schlechten Tag hat, braucht es zwei Erwachsene, den Löffel in sein Mäulchen zu bekommen – einer der den Löffel fest hält, der zweite zum Bändigen von Babys acht Armen – an guten Tagen lässt er es stoisch über sich ergehen. Das große Problem ist aber eigentlich nicht das Hineinbekommen sondern das Drinnenbehalten. Und damit wären wir beim Hustensaft. Wenn er die Tablette nämlich wieder ausspuckt, ist das nicht ganz so schlimm. Den Hustensaft muss er aber bekommen. Und zwar zweimal am Tag. Manchmal schmeckt er ihm, dann macht er den Mund weit auf und schluckt das Zeug einfach. Manchmal hat er aber so gar keinen Bock drauf. Dann gibt es keine Möglichkeit, ihn dazu zu bewegen den Saft zu schlucken. Und dabei hat er es wirklich drauf uns zu überlisten. Er kann nämlich den Schluckreflex ausschalten. Wirklich! Der behält den Pamps solange im Rachen bis wir mal eine Sekunde wegschauen und zack, lässt er es zu beiden Seiten aus seinem Mund laufen. Schön am Hals entlang in den Nacken hinein. Prima! Ist ja nicht so, als würde das Zeug kleben. Ach iewo!

Naja, falls er wirklich zu wenig abbekommen hat, dann gibt es ja noch das leckere Fichtennadel-Eukalytus-Öl zum Inhalieren. Das muss aber zum Glück nur auf den Schlafsack getropft werden und nicht in den Mund. Dafür riecht aber unser Schlafzimmer auch wie eine finnische Dampfsauna.

© frhoppe 26.01.13

21.01.2013 Du armes Baby!!!

An der Uhrzeit, zu welcher der heutige Beitrag eingestellt wurde, sieht man, dass wir heute keine Verschnaufpause hatten. Erst jetzt, wo der kleine Mann schläft, komme ich dazu, den Tag Revue passieren zu lassen. Und was für ein Tag das war.

Los ging es mit dem Besuch beim Kinderarzt. Baby hat zwar Gott sei dank noch immer kein Fieber, aber der Husten ist noch immer schlimm und außerdem muss man bei so kleinen Würmchen ja auf jeden Fall immer abklären lassen, dass das nicht von der Lunge her kommt. Nachdem wir nach halb durchwachter Nacht endlich die Augen aufbekamen, riefen wir erst mal bei der Kinderärztin an, um zu erfragen, wann wir denn am besten kommen könnten, damit wir nicht zu lange warten müssen. Die Schwester meinte, gerade sei es ruhig, sie könne aber nicht garantieren, dass das so bleibt. Nun der kleine Mann war gerade satt und gewickelt, also sprach nichts dagegen, gleich loszufahren. Gesagt, getan! Wie Sie sich sicher denken können, war es bei unserer Ankunft natürlich voll. Voll von kranken Kindern, die dementsprechend zwischen aufgedrehtem Gespiele und lautem Geweine schwankten. Der Papa meinte dazu nur ganz trocken, er wisse nun wieder, warum er so früh vom Kinderarzt zum Allgemeinarzt gewechselt hat. Der Lärm an sich war aber gar nicht so schlimm. Viel nervenaufreibender gestaltete sich der Schutz unseres Babys. Kinder haben nämlich ein riesengroßes Interesse an Säuglingen. Finden die wirklich ganz spannend. Ehrlich! Besonders Mädchen! Find ich an sich ja niedlich – würden die nicht alle mit der Puppe spielen wollen!

Erstaunlicherweise nahm der kleine Mann diesen ganzen Arztbesuch ganz friedlich hin, guckte interessiert und ließ sich lächelnd von Frau Doktor untersuchen, die uns ganz freundlich erklärte, dass so kleine Babys noch gar nicht krank sein dürfen! Vielen Dank – uns wäre es auch lieber, er wäre gesund, aber dummerweise hat unser Sohn uns nicht um Rat oder gar Erlaubnis gefragt. Da hätten wir dann auch Nein gesagt. Jedenfalls soll er soviel Tee trinken, wie rein geht – o-Ton Ärztin – wie wir das anstellen, da er ja das Fläschchen noch nicht kennt, sei uns überlassen. Hauptsache der Tee käme rein. Aha, okay, na dann! Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Auf in den Kampf!

Natürlich gab es keinen Kampf. Was wir schon vermutet hatten, wurde grausame Wahrheit: Wir sind Weicheier!!! Zumindest angesichts unseres kranken Würmchens. Ich hab ihm zwar die Flasche immer wieder angeboten und ein-, zweimal hat er auch genuckelt, aber sobald er anfing mit der Flasche im Mund zu weinen, musste er nicht weiter trinken. Ich will mein Kind einfach nicht zwingen, etwas zu essen bzw. zu trinken, was es nicht mag und Kamillentee ist echt ein Arsch. Und solange ich ihn jederzeit anlegen kann, damit er genug trinkt, geht es ja auch noch. Morgen probieren wir es dann mit Fencheltee.

Jetzt endlich schläft der Wurm und wenn ich nicht gerade wieder ängstlich nach ihm schaue, genieße ich die heiße Hühnersuppe, die uns der Papa gekocht hat. Und gerade muss ich etwas schmunzeln, denn mir fällt wieder ein, was die Kinderärztin uns noch empfohlen hat. Dreimal dürfen Sie raten … genau … einen Mundschutz!

© frhoppe 21.01.13

19.01.2013 Hat er gerade gehustet?

So schnell kann es gehen!!! Von wegen Nestschutz! … hmpf … Unser kleiner Mann ist das erste Mal krank. Nachdem ich dann gestern noch richtig mit Fieber im Bett gelegen habe, fing mitten in der Nacht auf einmal Baby an zu husten. Wir beide schreckten hoch, der Blick sofort adlergleich auf den kleinen Mann gerichtet. „Hat er gerade gehustet?“ fragte der Papa.

Hat er und zwar nicht trocken, sondern gleich rasselnd. Und dann fing er an, ganz furchtbar zu schnorcheln, weil die Nase auch nicht mehr frei war. Und wie das die typischen Neueltern so tun, sind wir auch ganz brav erstmal in Panik geraten. Was machen wir jetzt? Gleich zum Kinderarzt in die Rettungsstelle – das schlaue Buch sagt mit Husten immer zum Kinderarzt, na toll es ist aber Wochenende – oder doch erst mal die Nacht abwarten? Und haben die im Krankenhaus nicht gesagt, Babys sind Nasenatmer? Heißt das jetzt die können nicht durch den Mund atmen? Die letzte Frage stellte übrigens der Papa – es kommt also entgegen der landläufigen Meinung nicht nur den Frauen ein Hauch rationalen Denkvermögens abhanden, wenn es Baby nicht gut geht.

Wir haben uns dann dafür entschieden, die Nacht erst mal abzuwarten und den kleinen Mann nicht dem Stress der nächtlichen Rettungsstelle auszusetzen, zumal er auch kein Fieber hatte. Es erklärt sich allerdings von selbst, dass wir nicht besonders gut geschlafen haben. Wir waren zu sehr damit beschäftigt, den Kleinen zu überwachen. Nach dem Aufstehen stellte sich dann erneut die Frage: Rettungsstelle oder reicht der Kinderarzt am Montag? Schließlich sind Husten und Fieber bis zu einem gewissen Grad ja sinnvolle Reaktionen des Körpers, die den Krankheitskeimen den Weg aus dem Körper zeigen. Man sollte sie also nicht sofort unterdrücken. Andererseits soll Husten bei Babys immer abgehört werden. Gott sei Dank habe ich eine Ärztin im Freundeskreis, die selbst auch schon erfolgreich Mama ist, also wurde erst mal schnell da angerufen. Und sie bestätigte mich dann auch in der bevorzugten Variante, den kleinen Mann nicht in die Rettungsstelle zu schleppen, sondern bis Montag zu warten, solange er kein Fieber bekommt. Und dann gab sie mir noch eine Erkenntnis mit, die ich wirklich hilfreich fand: Ich stille, obwohl ich krank bin – was soll ich auch anderes machen! Und gerade das ist am besten, denn da ich selber schon fleißig am produzieren von Abwehrstoffen bin, muss Babys kleiner Körper das nicht alleine tun. Denn meine Abwehrstoffe gehen durch die Milch direkt an den kleinen Mann – vermutlich ist er sogar schneller wieder fit als ich.

Trotzdem stelle ich mir die Frage, ob ich nicht doch den Mundschutz hätte in Erwägung ziehen sollen. Allerdings ist ja der Papa schon seit einer Woche krank. Um wirklich sicher zu sein, hätten wir schon eine Woche mit den Dingern herum rennen müssen. Das macht ja auch keiner!  Sollte zumindest niemand!!!

© frhoppe 19.01.13

15.01.2013 Das IMPFEN!!!

Warum ist dieses Wort groß geschrieben? Ganz einfach, weil es sich ungefähr genauso groß auf den Tag auswirkt, an welchem das IMPFEN von statten geht. Wir haben uns nach langem hin und her und sorgsamer Überlegung dafür entschieden und so war heute DER Tag.

Pünktlich um zehn Uhr morgens standen wir bei unserer Kinderärztin auf der Matte – zuerst die positive Nachricht: unser kleiner Fraßbär wiegt nicht sooo viel, wie wir dachten, sondern nur 6540g. Wir hatten ehrlich gesagt schon mit etwa 7 kg gerechnet. Die Laune war also gut, unser kleiner Mann war prima drauf und sah sich mit großen Augen in der Praxis um. Dann ging es zur Frau Doktor rein und ein erster Protestlaut entrang sich der kleinen Kehle, dräuend tauchten dunkle Wolken am sonnigen Himmel auf, die sich zunächst jedoch durch ein kunterbuntes Flugzeug noch fernhalten ließen. Dann kam die Schluckimpfung gegen die Rotaviren – auch noch annehmbar, weil offenbar wohlschmeckend, wenn auch schon ein Krokodilstränchen vergossen wurde, ob des unsäglichen Leides, diesen Impfstoff per Pipette in den Mund gedrückt zu bekommen. Du hast ja keine Ahnung, dachte ich bei mir, denn ICH wusste ja, dass noch zwei Spritzen folgen sollten. Ich hatte aber auch keine Ahnung, wie sich herausstellte, denn ICH sollte dem kleinen Mann die Ärmchen festhalten. Papa war fein raus, denn der hatte sich rechtzeitig eine Bronchitis eingefangen und musste sich deswegen vom Baby fernhalten. Die Schwester hielt seine Beinchen und die Ärztin legte los. Die erste Spritze ließ er halbwegs über sich ergehen, die zweite – die gegen Tetanus – nicht mehr, denn die piekt nicht nur, die tut auch noch beim reinspritzen weh. Zu diesem Zeitpunkt ließ sich der kleine tapfere Mann aber noch einmal von mir beruhigen.

Jetzt – etwa 8 Stunden später – möchte ich mich am liebsten mit ihm hinlegen und mitweinen, denn wenn er nicht schreit, dann nur, weil er sich vor Erschöpfung in den Schlaf geschrieen hat. Und wenn ich daran denke, dass wir das ganze in vier Wochen schon wieder vor uns haben, wird mir ganz anders. Allerdings gibt es eine gute Nachricht, denn er hat kein Fieber. Und an alle Eltern, die noch vor der Klärung der Frage stehen, ob ein Fieberthermometer an entsprechender Stelle wirklich die Darmtätigkeit anregt: Tut es! Sehr gut sogar!

© frhoppe 15.01.13