04.11.2014 Ein deutliches Zeichen

Heute war der zweite Tag, an dem Sohnemanns Erzieherin aus dem Urlaub wieder da war und heute weinte der kleine Mann auch wieder ein wenig mehr, als ich die Kita gen „Arbeit“ verließ. „Mama soll nicht arbeiten gehen“ schluchzte er und streckte vom Arm seiner Erzieherin aus die Händchen flehend nach mir aus.
Es wird wirklich nicht leichter, da einfach zu gehen.
Allerdings gab es heute eine erleichternde Nachricht für mich. Als ich nach dem Mittagsschlaf wieder in der Kita ankam, berichtete mir die Erzieherin, dass der Sohn heute ein wenig unruhiger war und nicht so recht in den Schlaf fand. Also legte sie sich neben ihn und gab ihm ihren Finger zum Festhalten, was schließlich dazu führte, dass der kleine Mann endlich einschlief. Dann jedoch wollte sie aufstehen und musste feststellen, dass die kleine Kinderhand ihren Finger fest umklammert hielt. Jeder Versuch ihn zu lösen, war vergebens, so dass sie schließlich befürchtete, den Mittagsschlaf neben dem Sohn liegend verbringen zu müssen.
Schließlich gelang es ihr aber doch, sich zu befreien, indem sie behutsam einen Finger nach dem anderen löste, bis sie schließlich gehen konnte. Sie freute sich dann sehr, als ich ihr mitteilen konnte, dass dies ein sehr deutliches Zeichen dafür ist, dass der kleine Mann sie als enge Bezugsperson in seinem Leben akzeptiert hat.

Frhoppe 04.11.2014

30.10.2014 Das schlimmste Gefühl der Welt.

Bereits gestern war der kleine Mann ja nicht wirklich einverstanden mit dem Umstand, dass ich ihn in der Kita zurückließ. Heute morgen sprach er dann direkt seine Ängste an, indem er sich schon im Auto meiner dauerhaften Anwesenheit in der Kita zu versichern versuchte. Da ich ihn nicht belügen wollte, sagte ich ihm auch ganz ehrlich, dass ich zwar noch eine Weile mit rein käme, dann aber arbeiten müsste. In der Folge wich der Gnom in der Kita die ganze Zeit nicht von meiner Seite. Zwei Schritte in den Raum hinein schaffte er, dann flüchtete er wieder halbwegs verzweifelt zwischen meine Arme und kuschelte sich gegen meine Beine. Nichtsdestotrotz mussten wir es ja versuchen und so schlug die Vertretungserzieherin des kleinen Kerlchens mir eine halbe Stunde später vor, trotzdem zu gehen.
Ich kam mir vor wie der schlechteste Mensch der Welt.
Der kleine Schatz klammerte sich an meinen Beinen fest, versuchte mir die Jacke zu entwinden und weinte ganz schrecklich verzweifelt in den Armen seiner Erzieherin, die Händchen nach mir ausgestreckt. Schließlich nahm sie ihn auf den Arm und verließ den Flur, in der Hoffnung, mich nicht mehr zu sehen würde die Situation verbessern. Und da wir ja vereinbart hatte, dass ich auf dem Handy erreichbar sein würde, ging auch ich, wenngleich ich mich furchtbar deswegen fühlte. Ich muss ehrlich sagen, dass es mir fast das Herz zerriss meinen kleinen Sohn so furchtbar nach mir weinen zu hören und trotzdem einfach zu gehen. Meine Gefühlte mussten mir wohl deutlich anzusehen gewesen sein, denn eine ebenfalls anwesende Mama versicherte mir sofort, dass diese Verzweiflung bestimmt nur der Abwesenheit der Bezugserzieherin geschuldet sei. Normalerweise gehöre mein kleiner Schatz zu den fröhlichsten und aufgewecktesten Kindern der Kita und würde kaum einmal nach mir fragen, geschweige denn verzweifelt sein, dass ich nicht da bin. Das half mir unheimlich, stark zu bleiben, denn von der Logik her weiß ich natürlich, dass ich gehen muss, dass ich es dem kleinen Mann nicht leichter mache, wenn ich gehe. Trotzdem fragte ich mich natürlich auch, ob eine gute Mama wirklich geht, wenn ihr Kind so weint, zumal ich mich tags zuvor mit einer anderen Mama unterhalten habe, die ihr Kind genau aus diesem Grund doch wieder zu Hause behält. Allerdings kam ich im Verlauf des Tages doch selbst zu dem Schluss kam, dass es richtig und wichtig ist zu gehen. Wenn ich ihn jetzt wieder aus der Kita nehmen würde, dann nehme ich ihm die Möglichkeit, seine eigenen Stärken und Grenzen kennen zu lernen. Ich würde ihm damit zeigen, dass ich ihm nicht zutraue mit der Situation und ohne mich fertig zu werden und ihm damit ein Stück seines Selbstbewusstseins wieder nehmen.
Und wie um mich zu bestätigen, erzählte mir die Erzieherin am Mittag, dass des Kindes Gebrüll verstummte, kaum dass ich um die Ecke war. Und auch meine beste Freundin, die selbst Erzieherin ist, beruhigte mich am Nachmittag, dass die meisten Kinder immer mal wieder heftig weinen, einfach um es den Eltern ein bisschen schwerer zu machen.
Ich bin also beruhigt und bleibe weiterhin stark, denn ich weiß, dass mein Sohn die Kita liebt.

Frhoppe 30.10.2014

17.10.2014 Urgroßtanten und andere Komplikationen

Heute bin ich so richtig fertig. Körperlich sowieso – die Erkältung trägt ihr übriges zum allgemeinen Schwangerschaftserschöpfungszustand bei – und nervlich erst recht völlig.
Der Kita-Tag mit der Eingewöhnung lief zunächst erst einmal sehr gut. Nach unserem gestrigen Erfolg, gefolgt von der mehr oder minder gut kaschierten und von mir verneinten Frage, ob denn der kleine Kerl irgendwie geäußert habe, nicht in die Kita zu wollen, wurde beschlossen, dass ich heute bereits um halb zehn gehen sollte. Das wären dann immerhin schon 2,5 Stunden, also fast der gesamte Vormittag. Der Morgenkreis lief wieder sehr entspannt ab – der Sohn nahm aufgeregt teil, ich wartete im Flur und war schon guter Dinge, als der kleine Mann nach dem Ende des morgendlichen Singens plötzlich sehr anhänglich wurde. Immer wieder wurden mir diverse Kuscheltiere zur Verwahrung gebracht und bereits wenige Augenblicke später wieder abgeholt, bis ich schließlich vom Kind ganz in den Raum gebeten wurde. Gemeinsam mit der Bezugserzieherin beschlossen wir, dass ich dann noch ein bisschen länger bleiben würde, was ich dann auch tat, bis das Kind wieder sehr geschäftig im Raum umher stromerte. Als ich mitteilte, dass ich nun „einkaufen“ müsse, würdigte er mich kaum eines Blickes, geschweige denn, dass er mich verabschiedete. Erst als ich dann wirklich fast weg war, kam er noch einmal in den Flur gestürzt und wurde nun doch etwas weinerlich, darauf beharrend, dass Mama nicht gehen solle. Ich erklärte ihm sehr ruhig, dass ich doch die Zutaten für die Bouletten einkaufen müsse, die wir am Sonntag zum Segnungsgottesdienst der Kita mitbringen wollen und überraschenderweise war ihm diese Erklärung genug, denn er antwortete mit einem einfachen „Okay!“ Ohne weiteres Jammern oder Bitten folgte er der Erzieherin, die ihm vorschlug ein Instrument auszuprobieren.
Als ich knapp zweieinhalb Stunden später wiederkam, wusste die Erzieherin zu berichten, dass der kleine Mann das alles ganz toll macht. Wenn er draußen ist, mischt er überall mit und muss immer als einer der letzten eingefangen werden. Und drinnen macht er auch sein Ding und hat kaum einmal Anwandlungen von Sehnsucht. Und heute hatten wir dann auch eine Premiere. Normalerweise verrichtet der kleine Mann sein großes Geschäft entweder VOR oder NACH der Kita, aber nicht dort. Heute hat er es das erste Mal dort getan, was heißt, dass er sich dort mittlerweile wohl genug fühlt – er kann das große Geschäft nämlich geraume Zeit einhalten. Und es bedeutet gleichzeitig auch , dass er das erste Mal von der Erzieherin gewickelt wurde. Und das hat er sich ganz brav gefallen lassen, ohne irgendwelches Theater. Es klingt bescheuert, aber ich bin deswegen ganz schön stolz auf ihn.
Soweit so gut. Und nun kommt der stressige Teil:
Da der Papa übers Wochenende nicht da ist, bat er mich, ihn gegen dreiviertelzwei zum Bahnhof zu fahren. Dies bedeutete, dass es keinen Mittagsschlaf für den Gnom geben würde. Da der Papa aber wegen der Wochenendbeschäftigung noch Sachen packen musste, blieb die Betreuung eines aufgedrehten, mittagsschlaflosen Räubers an mir hängen – schon für normale Nerven manchmal eine Herausforderung. Nun hätte ich den kleinen Mann nach vollbrachter Ablieferung des Papas noch hinlegen können, jedoch waren wir zwischen drei und halb vier mit der Urgroßtante verabredet.
Besagte Urgroßtante ist am vergangenen Sonntag stolze 88 Jahre alt geworden und dementsprechend kindersicher ist ihre Wohnung! Richtig! GAR NICHT!!! Das alleine ist schon eine wirklich anspruchsvolle Aufgabe für eine einzelne Person, zumal die Tante so gut wie gar nicht laufen kann. Hinzu kam aber noch, dass die Urgroßtante von meinem nicht einmal zwei Jahre alten Sohn erwartete, still zu sitzen und sich mit ihr zu unterhalten. Und jedes Mal, wenn er das nicht tat – quasi durchgängig zwei Stunden lang, weil wirklich ALLES interessanter war, als die Großtante – war sie beleidigt und tat dies auch mit entsprechend „Ist das Schade“- „Bin ich traurig“-Kommentaren kund. Ich war also am hin und her springen zwischen der Bewahrung meines Sohnes vor Blumenvasen, Streichhölzern, Kerzen, Porzellan- und Kristallnippes – oder eher umgekehrt – und der verletzten Eitelkeit meiner Großtante.
Erst ganz zum Schluss griff Kimmi ein, die kleine Plüschkatze, die unser Sohn vor zwei Wochen von seiner Cousine geschenkt bekam und die seitdem treuer Begleiter in jeder Situation ist. Irgendwie ist das Tier für den Sohn eine reale Person, deren Meinung ihm offenbar sehr wichtig ist – mitunter sogar wichtiger als unsere, wenngleich ihre Stimme ja nur unsere verstellte ist. Wenn Kimmi sagt, dass Sohnemann ins Bett kommen soll, weil sie soooo müde ist, dann klettert er sofort ins Bett. Wenn Kimmi möchte, dass Sohnemann das Obst ist, dann isst er das Obst. Und als Kimmi heute meinte, sie würde sich soooo freuen, wenn Sohnemann sich mal zur Tante setzt und vielleicht ein bisschen kuschelt, lief Sohnemann umgehend zur Urgroßtante und blieb dort volle zehn Minuten sitzen. Sogar ein Küsschen gab er der Tante, die dann auf einmal wieder ganz versöhnt war.

Frhoppe 17.10.2014

16.10.2014 Piff, Paff, Puff mit Fingerchen

Ich muss sagen, dass es mir heute morgen sehr schwer fiel, rechtzeitig aufzustehen, denn mich hat jetzt der Kita-Schnupfen des Kindes auch voll erwischt, nur dass es mir – wie es ja immer so ist mit Kinderkrankheiten – deutlich schlechter geht als dem Kind. Und da man ja mit 5 Monate altem Baby im Bauch ohnehin nicht immer die beste Kondition und Konstitution hat, war ich entsprechend weniger positiv gegenüber der Idee des frühen Aufstehens eingestellt. Aber wie sagt der Kölner: Wat mutt, dat mutt! Zumal der Gnom auch wieder schon hellwach war, als ich noch schlaftrunken ins Bad tappte.
Dementsprechend war ich dann auch ganz froh, als mir die Erzieherin mitteilte, ich dürfe heute ebenso wie gestern bereits um zehn gehen und sogar bis NACH dem Mittagessen wegbleiben. Volle zwei Stunden Freiheit! Na gut – es waren nur knapp eineinhalb, weil ich dann doch länger da war, um beim aufgrund des Regenwetters erschwerten Anziehen der acht Kinder zu helfen, aber ich habe es trotzdem geschafft, in Ruhe einen Kaffee zu trinken und wuschelweiche Kuschelwintersocken zu kaufen.
Der Vormittag heute in der Kita war ein wenig besonders, denn eines der Kita-Kinder hatte Geburtstag und so wurden im Morgenkreis bis auf das Begrüßungslied hauptsächlich Geburtstagslieder gesungen und außerdem waren heute auch die ganz Kleinen beim Morgenkreis anwesend – die sind normalerweise eine Art Extragruppe, auch wenn die Räume untereinander offen sind. Dieses Beisammensein stellte dann auch eine größere Herausforderung bei der Vesper dar, denn die Mama des Geburtstagskindes hatte Cake-Pops gebacken – für alle die das nicht kennen: das ist Kuchen am Stiel, überzogen mit Schokolade und Streuseln drauf, wie ein Lolli halt, nur aus Kuchen.
Während die Erzieher noch darüber rätselten, ob die Kinder es wohl schaffen würden das halbwegs sauber zu essen – ich dachte, naja so mit Stiel sollte das eigentlich gehen – bewies mein Sohn, dass es nicht nur geht, sondern auch schnell!
Etwas ungläubig fragte die Erzieherin der „kleinen“ Gruppe, ob sich mein Kind gerade den gesamten Kuchen in den Mund gesteckt habe. „Ja hat er“, bestätigte ich. „Das ist seine bevorzugte Strategie. Soviel wie möglich, so schnell wie möglich in den Mund stecken.“ Das ist insofern ein erstaunliches Verhalten, da er es nur bei Banane und Süßkram an den Tag legt, ansonsten isst er ja ordentlich. Woher diese Verlustangst kommt, weiß ich ehrlich gesagt nicht, es isst ihm ja keiner was weg. Wenn er denn mal was bekommt, dann hat er auch für sich. Aber vielleicht ist es genau das. Er bekommt – von Banane mal abgesehen – eher selten Süßes oder Kuchen, bei uns zu Hause eigentlich gar nicht, also nutzt er die Chance, wenn sie sich im bietet oder so! Keine Ahnung. Auf jeden Fall sorgte er heute für Spaß beim Händewaschen, denn er outete sich als Gegner des Konsums. Er entschied, dass nicht jedes Kind sein eigenes Handtuch haben müsse, sondern hängte sehr geduldig alle Handtücher an einen Haken und freute sich dann über das Ergebnis. Das nun keiner mehr wusste, wem welches Handtuch gehörte – in Kitas ja auch durchaus eine Hygienefrage, könnte ich mir vorstellen – war ihm relativ gleichgültig.
Im Übrigen war er das einzige der Kinder, das halbwegs sauber aus der Sache mit dem Schokoladenkuchen herauskam, von Tisch und Boden ganz zu schweigen – was mich und eine andere Eingewöhnungsmama dann dazu verleitete, nicht ganz ernsthafte Mutmaßungen über die beste Geburtstagsnahrung anzubringen. Wir einigten uns auf leicht angetautes Eis in den Sorten Schokolade und Blaubeere. Dies wiederum veranlasste unsere Bezugserzieherin zu der Äußerung: „Hach, ich liebe meine Eltern.“, worüber wir dann alle sehr lachen mussten.
Und noch etwas war heute sehr erfreulich: Nach einem dreistündigen Mittagsschlaf verlangte das Kind: „Mama soll Käse holen.“ Als ich darauf hin erwiderte: „Das ist aber keine schöne Art zu fragen!“ überlegte er kurz und sagte dann steinerweichend grinsend: „Ich möchte bitte einen Käse!“ Darüber hinaus sangen wir mehrfach das schöne Lied „Mit Fingerchen!“ (Text unten), wobei er nicht nur schon toll mitmachte – Finger, flache Hände, Fäuste, Hände über dem Kopf und vor den Augen kann er schon – sondern sich auch noch bekugelte vor Lachen über den Jäger, der Piff, Paff, Puff macht und lauthals Piff, Paff, Puff krähend durch die Wohnung rannte.
Und wer so ein herzhaftes Kinderlachen hört, weiß wie gut das fürs Gemüt und die Seele ist und somit geht es mir heute trotz körperlicher Gebrechen, die mich jetzt schon ins Bett gezwungen haben, psychisch sehr gut.

Anmerkung: Text zu „Mit Fingerchen“ für alle Nachahmer, die es nicht kennen:

Mit Fingerchen, mit Fingerchen
(Mit beiden Zeigefingern auf den Tisch klopfen.)
mit flacher, flacher Hand
(Mit den Händen auf den Tisch klopfen.)
mit Fäusten, mit Fäusten
(Mit den Fäusten auf den Tisch klopfen.)
mit Ellenbogen
(Mit den Ellenbogen auf den Tisch klopfen.)
klatsch, klatsch, klatsch.
(In die Hände klatschen.)

Legt eure Hände auf den Kopf,
(Hände falten und über den Kopf heben)
forme einen Blumentopf,
(Die Hände zu einem U öffnen.)
leg die Finger zu ner Brille,
(Daumen und Zeigefinger zu Kreisen formen und um die Augen legen.)
und dann sei auch mal ganz stille.
(Leise sprechen und dann den Zeigefinger auf die Lippen legen.)

Kommt der Jäger und macht:
Piff! Paff! Puff!
(Erst mit einer, dann mit der anderen und bei
puff mit beiden Handflächen auf den Tisch klatschen.)
Frhoppe 16.10.2014

10.10.2014 Heute keine Kita!

An diesem heutigen Freitag war der Sohn schon vor uns wach, was allerdings vorwiegend daran lag, dass wir später aufstanden. Dies wiederum war begründet mit der Tatsache, dass wir heute nicht in die Kita gingen. Eigentlich ist es ja immer nicht so ratsam, während der Eingewöhnung freie Tage zu haben, aber da die Bezugserzieherin des kleinen Mannes heute zu einer Beerdigung musste und noch nicht klar war, ob die andere Erzieherin würde da sein können, hätten wir zwar kommen dürfen, aber es wurde uns geraten, vielleicht doch zu Hause zu bleiben, um den kleinen Mann nicht zu sehr zu verwirren.
Gesagt, getan!
Als ich dann also gegen neun die Zimmertür des Sohnes öffnete, war dieser hellwach und vollauf bereit in die Kita zu gehen. Statt der umständlichen langwierigen Erklärung, mit der er ohnehin nicht viel anfangen könnte, sagte ich einfach, es sei Wochenende und am Wochenende müsse man nicht in die Kita. Dies nahm er erstaunlich gleichmütig hin, was vielleicht auch an der Tatsache lag, dass es mal kein schnelles Tellerfrühstück gab, sondern einen richtig gedeckten Tisch mit Obst- und Gemüseteller und frischen Brötchen.
Außerdem rief gleich morgens die Uroma an und so wurde entschieden, dass wir den schönen sonnigen Tag dafür nutzen würden, in den Garten zu fahren. Während der Papa den großelterlichen Kompost umsetzte, freute sich der kleine Mann seines Lebens, rannte quietschfidel durch die Botanik, ging mit Oma am See spazieren und erzählte begeistert von der Hupe am Bus. Zudem wiederholte er seine Modifikation einer Strophe des Liedes, die er sich am Morgen ausgedacht hatte. „Die Türen vom Bus gehen auf und zu und die Leute steigen aus und machen Blablabla.“ Erwartungsgemäß rief dies natürlich angemessene Begeisterung hervor, ebenso wie der Erfolg auf dem Töpfchen.
Zum ersten Mal seit Beginn unserer Töpfchenversuchsreihe im Mai hatte der kleine Mann bei den Urgroßeltern ins Töpfchen gepullert. Nun war das nicht per se das erste Mal, denn wir hatten bereits seit Mai immer mal wieder kleine und große Töpfchenerfolge, aber bei den Großeltern war da nichts zu machen. Eine besonders niedliche Episode trug sich zu, als das Kerlchen geraume Zeit buchlesend auf dem Topf zubrachte und dann auf die Frage ob er schon gepullert habe, ganz ernsthaft antwortete: „Ich glaube nicht!“ Nun endlich war es so weit und das auch noch in meiner kurzzeitigen Abwesenheit. Das machte die Großeltern natürlich umso stolzer.
Und noch eine Kleinigkeit gibt es zu berichten: Wir haben unseren ersten Kita-Schnupfen. Ich habe aber damit gerechnet, da unser Sohn mit dem Kuscheltier des eindeutig an einem solchen Schnupfen erkrankten Kindes mehrfach in engeren Kontakt getreten ist. Und der kleine Mann steckt den Schnupfen auch sehr gut weg.

Frhoppe 10.10.2014

09.10.2014 Tag 4: Der Tag der Erfolge

Heute Morgen schlief der kleine Mann noch tief und fest, als ich die Tür zu seinem Zimmer öffnete. Sobald ich aber die Vorhänge aufzog, setzte er sich urplötzlich in seinem Bett auf und sagte mit verschlafenem Blick und stecknadelgroßen Schlafpupillen: „Da ist der Pinguin!“ Dann drehte er sich zu mir um und schaute mich sehr unglücklich dreinblickend an. Er wollte schlicht und einfach nicht aufstehen.
Erstaunlicherweise war seine gute Laune sehr schnell wieder hergestellt, als ich ihm erklärte, wir müssen jetzt Milch trinken und uns anziehen, weil seine Erzieherin schon auf uns wartet. Ganz brav ließ er sich anziehen, aß sein Frühstück, holte seine Schnuffitücher und seine Kimmi und stand dann gespornt und gestiefelt im Flur und drängelte mich: „Mama, müssen inne Kita fahren mit dem Auto!“
In der Kita selber war dann wieder alles wie immer. Wir kommen an, das Kind ist weg, kaum dass es Hausschuhe anhat. Heute brauchte er wieder etwas länger, um aus sich heraus zu kommen, beim Morgenkreis durfte ich dann aber immerhin schon hinter ihm sitzen und er saß auf seinem eigenen kleinen Kissen und beobachtete wieder stumm und immer noch recht kritisch das Treiben der klatschenden und singenden Menschen. Ich nehme an, dass ihn heute vor allem der Neuankömmling aus dem Konzept gebracht hat. Heute war nämlich zum ersten Mal der Auszubildende da, ein junger Mann, der den praktischen Teil seiner dualen Ausbildung in unserer Kita absolviert. Prinzipiell finde ich es super, dass unser Sohn auch in der Kita nicht nur weibliche Bezugspersonen hat und dieser junge Mann war darüber hinaus auch noch sehr sympathisch und wie ich im Tagesverlauf beobachten konnte, auch schon sehr kompetent im Umgang mit den Kindern. Allerdings war er natürlich erst mal ein neuer Faktor im Ablauf des kleinen Mannes, den er aber sehr schnell für sich integriert hatte. Bereits nach der Obstpause war er so vertraut mit dem Erzieher, dass es einen ersten Minibock gab – im übrigen den ersten in der Kita – aufgrund der Tatsache, dass das Kind als einziger nicht Händewaschen wollte. Wenn ich eines von meinem Sohn weiß, dann dass er dann bockt, wenn er sich irgendwo oder bei irgendjemandem wohlfühlt. Also insgesamt ein toller Fortschritt für die Eingewöhnung – zumindest aus meiner Sicht. Einen zweiten Erfolg hatten wir schon kurz zuvor gehabt: Ich kann nicht genau sagen, was passiert ist, aber wahrscheinlich ist der kleine Mann irgendwo herunter gefallen, denn auf einmal hörte ich sein Weinen, blieb aber sitzen. Und das war das Schwerste, das ich je in meinem Leben getan habe. Es war ja nicht einfach nur irgendein weinen, das war schon echt, aber ich dachte mir, wenn er hier irgendwann alleine sein soll, dann muss ich den Erzieherinnen auch die Chance geben, für ihn da zu sein. Und tatsächlich! Kurze Zeit später verklang das Weinen und mein kleiner, wieder fröhlicher Mann kam um die Ecke in den Flur geschossen – wo ich wieder meinen Platz eingenommen hatte – und erklärte mir sehr ernst: „… hat sich nur gestoßen!“ Dann zischte er wieder davon und spielte weiter. Der erste gelungene Trost und dann machte er sich auch noch die Mühe, mich zu beruhigen. Hach!
Nach der Obstvesper ging es dann wieder nach draußen und ich blieb auch wieder drinnen. Dieses Mal hielt es der kleine Mann etwa zehn Minuten ohne mich aus, dann stiefelte er mit seiner Erzieherin an der Hand um die Ecke und schaute durch die Glasscheibe hindurch, ob ich noch da bin. Das reichte ihm aber auch schon. Als ihn nämlich die Erzieherin fragte, ob sie noch buddeln wollten, ging er widerstandslos mit und spielte noch einmal volle 20 Minuten alleine, bevor er mich wirklich aufforderte nun bitte nach draußen zu kommen. Das konnte ich ihm nun nicht mehr verweigern, allerdings musste ich unglücklicherweise noch das Örtchen aufsuchen, was dem Sohn wiederum so gar nicht zusagte.
Ich ging! Er weinte!
Und als ihn seine Erzieherin hochnahm, bekam er einen Bock, so einen richtigen, mit steif machen und trampeln.
Ich ging trotzdem!
Als ich mich dann später erkundigte, bis wohin der Bock angehalten habe, wurde mir mitgeteilt, dass dies lediglich bis zur Ecke der Fall gewesen sei und der kleine Mann dann schon wieder zum spielen losrannte. Ich erklärte, dann, dass das ein Zeichen dafür ist, dass er sich wohlfühlt, schlug die Erzieherin mir vor, ab Montag dann wirklich mal längere Zeit die Kita zu verlassen und vielleicht auch schon das Mittag mal mitzumachen.
Ich freu mich. So tolle Fortschritte in nur 4 Tagen und der kleine Kerl meistert das alles soooo prima.

Übrigens war die Erzieherin bass erstaunt, als ich ihr von der gestrigen Nachmittagsession zum Thema „Die Räder am Bus“ berichtete und ihr auf ihre Nachfrage hin antwortete, dass dieses Lied uns vorher nicht bekannt war. „Hallo?“ meinte sie. „Na, das ist ja mal ordentlich!“ Es ist einfach schön für mich, von jemanden, der viel mit Kindern zu hat, bestätigt zu bekommen, dass der kleine Mann sprachlich schon so schön weit ist.

Frhoppe 09.10.2014

08.10.2014 Tag 2: Langsam wird’s ernst …

… und kritisch!

Nachdem der gestrige Tag ja so wunderbar gelaufen ist und sich mein kleiner Mann ganz tapfer geschlagen hat, ließ sich auch der heutige Tag gut an.
Bereits vor dem morgentlichen Öffnen der Tür war der kleine Mann munter, immerhin um dreiviertel acht, was sonst noch so gar nicht seine Zeit ist. Wir haben ja so ein Kind, von dem man gar keiner anderen Mutter erzählen darf. Mit seinen fast zwei Jahren schläft er seit einem knappen Jahr seine 13 Stunden durch, was traumhaft ist, auch wenn das bedeutet, dass er seit einigen Monaten keinen nennenswerten Mittagsschlaf mehr macht.
Aber zurück zum Tag: Ich wurde also von einem hellwachen Kind erwartet, dass mir auf die Frage, ob wir denn heute wieder in die Kita gingen, prompt antwortete: „ … muss Milch trinken und wickeln und anziehen und inne Kita gehen mit Kimmi!“ (Dies ist im übrigen unser tatsächlicher Ablauf morgens, was die Aneinanderreihung so vieler Tätigkeiten irgendwie noch beeindruckender macht.)
Sei es wie es sei, punkt neun Uhr stiegen wir vor der Kita aus dem Auto, was der Sohn zum Anlass nahm, mir zu verkünden, dass wir gleich den Morgenkreis machen. Dass ich darüber zu Recht erstaunt war, bestätigte mir Sohnemanns Erzieherin. Sie fragte mich nämlich, ob der kleine Mann wirklich noch keine Eingewöhnung mitgemacht habe und freute sich sehr über diese Entwicklung.
Insgesamt war der kleine Kerl aber auch an diesem Morgen zunächst etwas anhänglicher. Nachdem er erst einmal sehr aufgeregt spielte, wollte er zumindest am Morgenkreis nicht ohne seine Mama teilnehmen. Danach war ich dann aber sofort wieder abgeschrieben, was ich nun meinerseits zum Anlass nahm, mich auf den Flur zu verziehen. Immer noch da, aber eben doch schon ein bisschen weg. Und das hat auch gut funktioniert. Einmal brachte mir der Sohn einen Klumpen Knete, in den er formschön ein Plastikmesser gestochen hatte, das zweite Mal kam er um die Ecke geschossen und kuschelte kurz, bevor er wieder loszog.
Alles in allem also durchaus schon wieder ein Fortschritt, sodass wir es wagten, ihn nach dem Anziehen alleine draußen im Garten mit der Kita-Gruppe spielen zu lassen. Ich wartete derweil schicksalsergeben im Flur sitzend. Und immerhin: der kleine Mann hielt ganze zwanzig Minuten durch, bevor er laut weinend seine Mama vermisste und ich ganz unbedingt mit nach draußen sollte. Das fand ich aber absolut legitim, immerhin ist dort alles neu und aufregend, es gibt viel zu verarbeiten und müde wurde der kleine Mann auch schon wieder langsam.
Und es war auch gut, dass ich mit draußen war, denn so wurde ich Zeuge eines tollen und sehr emotionalen Momentes für mich: Eine andere Eingewöhnungs-Mama hatte ihr gerade neu geborenes Baby im Maxi-Cosi dabei und mein kleines Wunder stand ganz verzückt an der Trage und schaute immer wieder hinein. „Ist ein Baby drin,“ sagte er ganz zart. „Baby schläft!“ Dann schaute er mich groß und sehr ernst an. „Darf man nicht hauen!“ Ein toller Satz von diesem süßen Bald-Bruder, vor allem weil wir ihm bisher zwar von dem Baby erzählt haben, aber dieser Satz tatsächlich noch nicht gefallen ist. Da ist er also ganz von allein drauf gekommen.
Und noch etwas Tolles passierte am Nachmittag: Beim Einkaufen erzählte er mir freudestrahlend von der Hupe am Bus, die Huphuphup macht und von den Scheibenwischern, die ZischWischWisch machen und den Kindern im Bus die ganz viel Krach machen. Erfahrene Kita-Mamas wissen, dass dies das Lied „Die Räder am Bus drehen sich rundherum“ ist, welches wahrscheinlich zum Standartrepertoire von Kitas gehört. Für mich war daran aber so wunderbar, dass er damit offensichtlich zum Ausdruck brachte, dass der Morgenkreis Eindruck bei ihm gemacht hat. Da versteht man dann auch, dass das kleine Wunder erst nach DREI!!! Stunden Mittagsschlaf wieder erwachte.

Frhoppe 08.10.2014

07.10.2014 Tag 2 der Eingewöhnung

Während ich den kleinen Mann gestern um 7:45 Uhr noch nachdrücklich wecken musste, rumorte er heute schon vorher in seinem Zimmer herum und strahlte mich, als ich die Tür öffnete, fröhlich an. „ … hat ausgeschlafen. Inne Kita gehen.“ Nichtsdestotrotz war er dieses Mal ein wenig anhänglicher, als wir die Kita erreichten. Während des ganzen Morgenkreises, saß er eng angekuschelt auf meinem Schoß und sagte nicht viel. Als es dann jedoch los ging mit dem Spielen, war ich wie tags zuvor auch schon, schnell abgeschrieben.
Nachdem ich sah, dass der kleine Mann sehr gut allein zurechtkam, setzte ich mich in einer Ecke auf den Boden und beobachtete einfach nur. So war nicht direkt in der Sicht des kleinen Mannes, aber auf jeden Fall gleich auffindbar, wenn er mich doch suchen sollte. Das geschah allerdings nur dreimal. Das erste Mal brachte er mir ein Sitzkissen mit der Anweisung. „Mama soll draufsitzen.“, was ich außerordentlich fürsorglich fand. Das zweite Mal unterhielt ich mich mit einer kleinen Gruppe anderer Kinder, die mich in ihr Spiel einschlossen. Das geht natürlich nicht, da musste mir der kleine Mann dann natürlich auch ein paar Plastikeier bringen und mir die Farben benennen, um mir zu zeigen, dass er auch ganz toll ist – Revier abstecken sozusagen. Das dritte Mal, war er auf den kleinen Spielparcours geklettert und schaute sich von oben suchend nach mir um, wobei er „die Mama?“ rief. Nachdem ich mich ihm aber kurz zeigte, spielte er unbeeindruckt weiter. Nicht einmal als sein Opa väterlicherseits überraschend hereinschneite, ließ er sich ablenken. Der kleine Mann sagte kurz Hallo und war dann auch schon wieder weg.
Er machte sich heute so super, dass dann die Bezugserzieherin zu mir kam und meinte, dass sie es ganz toll findet, wie schön er sich schon von mir löst und mir vorschlug, wir könnten ruhig heute schon probieren, dass ich mal kurz „auf die Toilette“ gehe. Also sagte ich dem kleinen Mann, dass ich kurz auf die Toilette gehe und gleich wieder da bin und er bei der Erzieherin bleibt. Er sagte nur „Ja“ und schaute dann weiter das Buch an. Und als ich einige Minuten später wieder kam, wurde mir berichtet, dass er nicht einmal nach mir gefragt hatte. Nach diesem kleinen Erfolg, setzte ich mich dann in Hörweite, aber außer Sicht, nach draußen auf den Flur und ließ den kleinen Mann machen, was mir ein Lob von der Erzieherin eintrug, ich mache das sehr gut.
Ich erwähne das, weil dieses Lob Balsam für die Seele war. Auch wenn ich mich nämlich riesig freue, dass der kleine Mann in der Kita so viel Spaß hat, ist es doch nicht so einfach, wie ich gedacht habe. Ich komme zwar ganz gut damit klar, dass er sich abnabelt – das bin ich ja durch die Großelternbetreuung schon gewöhnt und solange er Spaß hat, ist für mich sowieso das meiste in Ordnung – aber es ist nicht so einfach, die Erzieherinnen einfach machen zu lassen. Die Verantwortung abzugeben und nicht gleich einzugreifen, sondern eben die Erzieher erziehen zu lassen. So manches Mal war ich schon halb im Aufspringen und kurz darauf war dann doch ein Betreuer da oder die Kinder hatten die Sache selbst geklärt. Einfach sitzen zu bleiben, ist eine der schwersten Sachen, die ich bisher machen musste. Kurz und knapp: Ich lerne im selben Maße wie mein Kind, Vertrauen zu haben zu den Menschen, die ihn in Zukunft einen großen Teil des Tages betreuen.
Und ich habe heute erkannt: Je eher ich diesen Menschen vertraue und das auch beweise durch meine Taten, desto einfacher ist es für meinen Sohn, mich loszulassen. Immerhin rief er mir heute beim Spielen draußen dann schon erbost zu: „… will nicht bei Mama bleiben.“ Er wollte lieber spielen. Das hat mich sehr stolz gemacht auf den kleinen tapferen Kerl, denn wie anstrengend das Ganze für diese kleinen Menschen ist, zeigt sich darin, dass der Springinsfeld schon wieder zweieinhalb Stunden schläft.
Und als wir nach eineinhalb Stunden wieder aus der Kita loszogen, teilte mir die Erzieherin noch mit, dass wir morgen wieder eineinhalb bis zwei Stunden einplanen und ich sogar schon versuchen soll, etwas länger wegzubleiben. Klingt blöd, aber ich freu mich: Denn je schneller der kleine Mann sich eingewöhnt, desto leichter ist es für ihn.

Frhoppe 07.10.2014

06.10.2014 Und plötzlich…

…war er da!

Der erste Kita-Tag!
Schon seit geraumer Zeit bereiten wir den kleinen Mann auf seine Zeit als Kita-Kind vor. Bereits zum Vorstellungsgespräch war er mit und spielte dort bereits munter mit den beiden Kindern, die ebenfalls in der Kita sind. Wir haben immer versucht, ein sehr positives Bild von der Kita zu zeichnen, bloß nicht wehmütig zu werden – was vor allem dem Papa schwer fällt – wenn wir darüber reden und wir haben es tatsächlich geschafft, dass der kleine Mann schon vorher immer ganz begeistert über die Kita geredet hat.
„ … geht in die Kita“
„Und was machst du da!“
„Spielen! Mit Kindern und … und …!“
Und dann rannte er zum Fenster und guckte ganz gespannt raus und sagt: „ … will die Kita sehen, in Buchholz“ und wenn ich ihm dann erklärte, dass man die Kita vom Fenster aus nicht sieht, dann rannte er zur Tür und sagte: „ … muss Schuhe anziehen und mit Auto in die Kita fahren! Nach Buchholz.“
Und heute nun war es soweit. Ganz aufgeregt zogen wir los, bepackt mit allen nötigen Sachen für den Kita-Alltag, mit zwei Schnuffitüchern und dem derzeitigen Lieblingsplüschtier. Und als wir dann da waren, rannte der kleine Kerl gleich los, mit Straßenschuhen und Jacke noch an und wollte am liebsten gleich losspielen. Nur mühsam konnte ich ihn vom Ausziehen überzeugen und dann war ich erst einmal völlig abgeschrieben. Ohne einen Blick zurück rannte mein kleines Wunder los und bespielte erst einmal den Raum.
Schon gleich zu Beginn stellte seine Bezugserzieherin fest, dass er ja schon sehr gut sprechen würde und als es zum Morgenkreis daran ging, die verschiedenfarbigen Kissen auf dem Boden zu verteilen, zeigte sie sich freudig überrascht über die Tatsache, dass der kleine Mann verkündete: „Das ist ein grünes Kissen.“ „Ach, Farben können wir auch schon?“ fragte sie erfreut und war noch erfreuter als ich ihr erklärte, dass sein benennbares Farbspektrum mittlerweile Grün, Gelb, Blau, Rot, Orange, Lila, Schwarz, Weiß, Braun und je nach Tagesform auch Silber umfasst. Wir blieben etwa eine Stunde und zum Schluss durfte der kleine Mann noch an der Obstpause teilnehmen, wo er dann als krönenden Abschluss auch noch Kakao bekam.
Insgesamt war es ein sehr schöner, unproblematischer Start in die Kita, der aber für den kleinen Mann wohl so anstrengend war, dass er mittags dann glatt 3 Stunden am Stück schlief und das, obwohl er sonst eigentlich fast gar nicht mehr schläft.

Anmerkung: Die drei Punkte in der wörtlichen Rede ersetzen den Namen des jeweiligen Kindes, da ich ja hier grundsätzlich keine Namen nenne.

Frhoppe 06.10.2014

05.10.2014 Alles auf Anfang!

Wieder herrschte langes Schweigen auf meiner Seite und ich habe lange überlegt, wie ich damit umgehe.
Den Blog aufgeben? Möchte ich eigentlich nicht! Ich denke nach wie vor, dass es interessant ist, wie andere Kinder so leben, lieben und lachen, wie sie einfach größer werden und sich entwickeln.
Weiterhin alles nachtragen, was noch fehlt? Möchte ich schon! Schaffe ich aber einfach nicht. Und dadurch, dass ich das versuche oder mir vornehme, blockiere ich mich für die neuen Erlebnisse unseres kleinen Mannes. Ich schreibe sie kaum mehr auf und merke jetzt schon, wie vieles ich vergesse. Das ist so unheimlich schade, weil unser kleines Wunder jeden Tag so unendlich viele neue Dinge lernt und kann.
Wie also weiter?
Ich habe mich entschieden, einen Cut zu machen. Ich werde nicht mehr akribisch alles nachreichen, sondern von vorne anfangen und zwar mit dem morgigen Tag. Das ist ein guter Tag, denn aus unserem kleinen Mann wird ein großer, kleiner Mann. Er geht nämlich zum ersten Mal in die KITA. Und dann gibt es sicher wieder mehr als genug zu schreiben. Vielleicht nicht jeden Tag, vielleicht auch nicht jeden zweiten, aber auf jeden Fall regelmäßig. Und vielleicht, werde ich ab und an mal einen Rückblick über ein bestimmtes ganz tolles oder besonders lustiges Ereignis verfassen.

Fürs erste gibt es aber für Euch eine kleine Zusammenfassung, einen Stand der Dinge also über den kleinen Mann:
Er ist jetzt fast 23 Monate alt, schon knappe 88cm groß und wiegt je nach Häufung der Großelternbesuche zwischen 12 und 13 Kilo. Seine Füße verlangen schon nach einer stolzen Größe 23/24. Er verfügt über 8 Schneidezähne, 4 Backenzähne und 3 Eckzähne, der vierte bricht auch bald durch. Darüber hinaus ist er kerngesund, hat so gut wie gar nicht mit Erkältungen zu tun – wobei ich mich darauf einstelle, dass dies in der Kita anders wird – und ist auch grundsätzlich ganz prima entwickelt.
Er kann sagen, wie er heißt und zwar beide Namen, er weiß, dass er im November 2 Jahre alt wird und er weiß, wo er wohnt und auch, wo seine 3 Paar Großeltern und seine Urgroßeltern wohnen.
Das Sprechen hat er ja schon mit einem Jahr ganz fleißig geübt, einzelne Wörter waren gar kein Problem und sehr bald folgten dann auch Kombinationen aus zwei Wörtern. Mitte April, am 12. ganz genau, gab es dann den großen Durchbruch. Der kleine Kerl gab seinen ersten Dreiwortsatz von sich: „Kimmi unter Spüle“. Anlass war tatsächlich eine unter der Küchenspüle versteckte Katze namens Kimmi. Danach ging es Schlag auf Schlag. Bereits am 8. Mai stellte er des Morgens fest: „Mama hat Brille ab“ – ein Umstand, den sogar unsere Kinderärztin sofort in ihren Akten notierte. Mittlerweile können wir gar nicht mehr mitschreiben, was er alles kann. Vor knapp einem Monat ließ er anlässlich einer Erkältung seines Papas verlauten: „Papa ist krank, weil er ein fauler Apfel ist.“ Nun mag das nicht viel Sinn ergeben, aber wenn man weiß, dass wir ihm im Garten unlängst des Öfteren erklärten, dass man die heruntergefallenen faulen Äpfel im Garten nicht essen darf, weil man davon krank wird, dann ist das schon ein erstaunlicher Satz für einen nicht einmal Zweijährigen. Natürlich sind Eltern immer ganz besonders davon überzeugt, dass ihr Nachwuchs das besonders toll macht, aber anhand der Reaktionen von anderen, verwandten und nicht-verwandten, Personen lässt sich doch vermuten, dass dies nicht nur eine rein subjektive Einschätzung ist. Wir sind gespannt, was die KITA dazu sagt.
Ansonsten kann der kleine Kerl schon Treppen auf und ab sehr sicher steigen, was nun in Kombination mit seinem Sprachvermögen zu hitzigen Diskussionen über seine Fähigkeit, dies ganz allein zu tun, führt. Auch seine anderen motorischen Fähigkeiten sind gut entwickelt. Steckspiele kann er sowieso schon lange – vor allem diese flachen aus Holz mit Tieren oder Autos und auch den Steckwürfel von Eichborn beherrscht er mittlerweile quasi fehlerfrei – den, der innen hohl und aufklappbar und mit Steinen gefüllt ist, die in entsprechende Löcher an den Seiten und auf der Oberseite passen.
Bücher sind sowieso ganz großartig, die mag er ja schon lange und wenn er morgens doch mal vor uns wach ist – schlafen tut er nachts nämlich immer noch lange und tief und vor allem durch – dann sitzt er häufig in seinem Zimmer und schaut sich ganz ruhig Bücher an.
Und zu guter Letzt: Schon im Mai hatten wir ja das große Erlebnis, dass er beim Spiegeltest – dem wo das Kind einen Klecks ins Gesicht bekommt und dann geschaut wird, ob es den Klecks im Spiegel oder im eigenen Gesicht verwischt – ganz zielsicher in sein eigenes Gesicht fasste, um die Creme zu verwischen. Ich hatte, um sicher zu gehen, dass er nicht nur dahin fasst, wo er was spürt, mehrere Kleckse im Gesicht verteilt und bis auf einen alle verschmiert. Und er schaute einen Moment in den Spiegel und fasste dann an seine Nase, um die Creme zu verschmieren. Ein großer Erfolg, bedeutete es doch, dass er begann sich selbst, als eigene Person wahrzunehmen. Zunächst jedoch blieb es dabei. Aber seit etwa 3 Wochen benutzt er immer mal wieder in Satzkonstruktionen, das kleine, aber ganz entscheidende Wort: „Ich“! Unser kleiner Mann wird groß, er erkennt, dass er unabhängig von Mama und Papa ein eigener, ganz wundervoller, besonderer Mensch ist.
Und dass ist gut so.
Denn im nächsten März wird er ein großer Bruder sein.

Frhoppe 05.10.2014