29.10.2013 Der erste Zahn

Heute morgen wachten wir nach einer etwas unruhigeren Nacht alle ein wenig übermüdet aus. Irgendwie war der kleine Mann unruhiger als sonst, war dreimal wach gewesen, einmal davon sogar etwas länger. Das war für uns ein wenig ungewöhnlich, denn seit dem 05. Oktober schläft der kleine Mann durch, also konnten wir uns nicht so recht erklären, warum er jetzt auf einmal wieder so unruhig ist.

Den ganzen Tag wussten wir nicht, was das ganze ausgelöst haben könnte, bis am Nachmittag der kleine Mann mich anlächelte und ich ein kleines weises Eckchen in seinem Oberkiefer mich anblitzte.
Er hat seinen allerersten Zahn – wir dachten schon, er bekommt ihn gar nicht mehr vor seinem ersten Geburtstag und dann hat er es zwei Wochen vorher doch geschafft. Und zwar nicht wie die meisten Kinder unten, sondern statt dessen oben rechts.
Wir sind soooo stolz und auch ein bischen verwundert, denn dafür, dass er gezahnt hat, war die Nacht dann doch sehr ruhig.

Frhoppe 03.07.2014

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12.10.13 Besuch beim Griechen

Anlässlich des Geburtstages seiner Urgroßtante besuchte der kleine Mann heute den Stammgriechen besagter Großtante zusammen mit seinen Eltern. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass der kleine Mann das eigentlich Geburtstagsgeschenk war, so sehr freuten sich alle an der Anwesenheit des Strahlemanns.
Er thronte in seinem eigens herbei geschaften Hochstuhl und zeigte immer wieder freudig auf den Tisch mit dem vielen Essen. Vor allem das Knoblauchbrot hatte es ihm angetan, davon konnte er gar nicht wieder lassen.
Und so sehr der kleine Mann sich auch gefreut hat über das Knoblauchbrot, so übel war der Gestank hinterher. Ich schwöre, es gibt nichts absurder als ein niedliches, süßes, kleines Kind, das furchtbar nach Knoblauch stinkt aus dem Mund.
Ganz nebenbei gibt es noch zu berichten, dass der kleine Mann seit einer Woche in seinem eigenen Zimmer durchschläft!

Frhoppe 03.07.14

01.03.2013 Die lieben Nerven!

Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass es Eltern gibt, denen die erste Zeit mit ihren Babys nicht an die Nerven geht. Auch wir hielten uns am Anfang für solche Eltern, waren wir doch vollgepumpt mit Glücks- und Kuschelhormonen. Eines jedoch lernten wir sehr schnell: Wenn man gerade eben ein Kind bekommen hat – und 15 Wochen ist erstaunlicherweise nicht so lange her, wie es sich manchmal anfühlt – dann leidet neben dem Haushalt und der allgemeinen Alltagsorganisation vor allem eins: die Nerven. Und zwar bei beiden Elternteilen.

Das liegt schlicht und einfach daran, dass man in eine völlig neue Situation geworfen wird. Nichts ist mehr planbar, alles hängt vom Zufriedenheitslevel des kleinen Würmchens ab. Wenn man – so wie wir – Glück hat und Baby von Anfang an zweieinhalb bis drei Stunden am Stück schläft und auch sonst friedlich ist, solange es genug Futter und trockene Windeln hat, dann dauert es vielleicht ein wenig länger, aber irgendwann nach einer weiteren durchwachten Nacht ist es auch bei diesen Eltern so weit: Die Nerven liegen blank. Man wird unleidlich, gereizt und empfindlich und weil man das alles nicht an Baby auslassen will und kann – der kann ja schließlich nichts dafür, der arme Wurm – sucht man sich das nächstbeste Opfer: den Partner! Bei uns wahnsinnig beliebt ist das „Falsch-Verstehen!“. Einer von uns sagt etwas und der andere versteht – wahrscheinlich aufgrund der bereits eingetretenen Hörschädigung durch Babys Geschrei – etwas völlig anderes. Nun nehme man noch ein Prise von Müdigkeit verursachter Gereiztheit und eine Messerspitze voll Empfindlichkeit dazu und Peng! Plötzlich wird aus dem gesagten: „Kannst du bitte das Kind schon mal anziehen!“ ein gehörtes „Verdammt noch mal, zieh du das Kind doch wenigsten einmal auch an!“ – diese Sätze sind natürlich situativ beliebig austauschbar – und schon steht eine Grundsatzdiskussion ins Haus. Und jeder weiß, wie ergiebig solche gereizt, empfindlich und übermüdet geführten Diskussionen sind: Richtig! Gar nicht!

Irgendwann waren wir an dem Punkt angekommen, an dem wir uns gefragt haben, warum wir so genervt von uns und von der Situation sind. Wir sind doch so glücklich, unser Sohn ist fantastisch, wir haben eigentlich alles was wir brauchen, das Kind schläft einigermaßen vernünftig und ist auch ansonsten meistens gut gelaunt, warum also sind ausgerechnet wir mit den Nerven am Ende? Weil das nun einmal so ist. Man muss sich nur mal klar machen, dass „Durchschlafen“ in den ersten Monaten eine Schlafdauer von maximal fünf Stunden bedeutet. Alles darüber hinaus ist utopisch und passiert höchstens einmal aus Versehen. Und in der Regel haben die meisten Babys diese lange Schlafphase in der ersten Hälfte ihrer Nacht, das heißt etwa von sieben bis maximal zwölf. Ich weiß, es heißt immer: Geh einfach mit deinem Kind schlafen. Nur ist das leider nicht immer realisierbar. Und dann liegt man da im Bett und erst hat er Hunger, zwei Stunden später ist die Windel voll und wenn man gerade wieder eingeschlafen ist, hat er wieder Hunger. Jedes Mal hofft man wieder, dass er jetzt mindestens drei Stunden schläft, was er aber in den seltensten Fällen tut – Ehrlich, ich hätte nie gedacht, dass drei Stunden Schlaf am Stück mal Luxus für mich sind.

Ich bleibe dabei: Ich wusste von vorneherein, dass ein Kind zu haben, eben nicht nur schöne Spielstunden bedeutet, sondern auf Deutsch gesagt, einen Arsch voll Arbeit! Wovon ich überrascht und verunsichert war, ist eben die Tatsache, dass ich doch so schnell mit den Nerven am Ende bin. Jammere ich vielleicht einfach nur auf hohem Niveau, wo es doch bei anderen weit schwieriger ist? Mittlerweile jedoch weiß ich, dass das in Ordnung ist, denn der Alltag mit Baby ist eine riesige Umstellung, auch wenn man ein „ruhiges“ Baby hat. Also ganz offen: Ob mich mein Sohn manchmal nervt? Aber ganz sicher doch! Jeden Tag mindestens einmal, nämlich zwischen fünf und sechs Uhr morgens. Ob mich mein Mann manchmal nervt? Aber sicher doch! Jeden Tag mindestens hundert Mal! Aber fragen Sie mich doch mal, ob ich glücklich bin?

Aber sicher doch – jeden Tag, jede Minute, jede Sekunde!

© frhoppe 01.03.2013