29.04.2013 Angst!

Zwei Seiten, die eine dunkel die andere hell

das Karussell, es dreht sich so schnell.

Die Tage verfliegen, die Nächte auch.

Und manchmal ein banges Gefühl im Bauch.

Trotz all der Freude ist in mir diese Angst,

die du manchmal kaum verdrängen kannst!

Die Angst, dass irgendwann doch etwas ist.

Die Angst, dass du nicht immer so fröhlich bist,

dass irgendein Unglück dir wiederfährt,

ein Unglück, das deine Seele versehrt.

Die Angst, dass ich dir dann nicht helfen kann,

dass du allein da durch musst, mein kleiner Mann!

*

Dann schaust du mich an, ganz Ernst und still

und deine Augen, sie wissen unendlich viel!

Sie sagen mir: Mama sei unbesorgt,

ich weiß, alles Glück ist nur geborgt.

Denn Glück ist etwas das kommt und geht

und nur wer dies wirklich und wahrhaft versteht,

ist bereit auch das größte Unglück zu tragen

und zu warten auf Licht an besseren Tagen.

*

Und plötzlich nach diesem tiefen Moment

lachst du mich an völlig ungehemmt.

Dann weiß ich genau, du wirst alles packen,

Das Leben, die Liebe, und all unsere Macken!

© frhoppe 29.04.2013

30.03.2013 Baby- oder doch besser Uni-Blues?

Ob’s das miese Wetter zu Ostern ist oder der Wachstumsschub des kleinen Mannes oder vielleicht auch der Schlafmangel im Moment, irgendwie macht es mich heute so richtig fertig, dass ich nächsten Montag – also am 08.04. – wieder in die Uni muss. Ich weiß, dass andere Mamis viel früher wieder ran müssen und dann auch gleich fünf und nicht „nur“ drei Tage, aber das ändert nichts daran, dass ich noch nicht bereit dafür bin. ICH WILL NICHT!!! – und ja, jetzt stampfe ich gerade mit dem Fuß auf und verschränke bockig die Arme vor der Brust.

Das blöde ist, dass es keine Alternative gibt, wenn ich mein Studium noch abschließen will. Ich habe nämlich nur noch bis März 2014 Zeit und mindestens ein Semester braucht man für die Magisterarbeit. Also muss ich alle noch nötigen Kurse in diesem Sommersemester abarbeiten. Eigentlich sind es nur 8 Kurse – sechs, wenn sich die Prüfungsvorsitzende in Französisch gnädig zeigt und mir die zuviel besuchten Kurse aus dem Grundstudium anerkennt – aber die sind so blöd verteilt, dass ich eben an drei Tagen in die Uni muss, statt nur an zweien. Und die haben es dann auch noch in sich. Dadurch, dass ich eineinhalb Stunden bis zur Uni brauche – und das gleiche dann noch mal zurück – muss ich Dienstags um acht aus dem Haus und bin abends um halb acht wieder zu Hause und Mittwochs muss ich um sechs los, bin aber dafür schon um halb vier wieder da. Ich sehe also am Dienstag meinen kleinen Mann GAR nicht – erst recht, wenn ich danach noch zum Chor gehe, der bis um neun probt. Ich will das nicht, ich möchte das nicht, ich mag das nicht und ja, ich habe Angst davor!

Denn die Konsequenz aus der ganzen Uni-Fahrerei ist natürlich auch, dass ich, da ich noch voll stille, in der Uni abpumpen muss, damit der kleine Mann nicht hungern muss und auch damit die Milch weiter in der richtigen Menge produziert wird – je weniger ich stille respektive abpumpe, desto weniger Milch produziert der Körper nämlich. Heißt also: trotzdem regelmäßig abpumpen. Schaffe ich das zwischen den Kursen? Und wohin mit der Milch? Gibt es an der Uni eine Kühlmöglichkeit? Oder muss ich das wegschütten? Im Moment schießen mir einfach all diese Fragen durch den Kopf und irgendwie werden die immer größer und durcheinanderer – ich weiß das Wort gibt’s nicht, aber es passt!

Mein Trost ist, dass der kleine Mann gut versorgt ist, wenn ich nicht da bin. Aber auch wenn ich weiß, dass ich ohne all die lieben, hilfsbereiten Omis und Opis mein Studium in den Wind schreiben könnte, sagt da dieses leise Stimmchen: Das ist mein Baby, ich muss mich doch drum kümmern!

© frhoppe 30.03.2013

17.01.2013 Gibt es ein zuviel an Sicherheit?

Heute bin ich wieder einmal mit einer sehr wichtigen Frage konfrontiert worden, nämlich der Frage nach der Sicherheit des Kindes und ob es ein zuviel an Sicherheit gibt. Wir haben nämlich zurzeit Besuch und der guckte etwas verwirrt, als mein Mann nach dem Kontrollblick ins Schlafzimmer zurückkam und vermeldete: „Schläft UND atmet!“

Warum er das so explizit verkündet, mögen Sie sich vielleicht fragen, schließlich impliziert das Wort schlafen ja, dass das Kind atmet. Nun, das kam so: Als ich vor fünf Tagen damit anfing, unseren Kleinen abends im Schlafzimmer allein hinzulegen, bat ich ihn nach einiger Zeit ins Zimmer zu linsen, ob Baby schon bzw. noch schläft. Tat es und das sagte der Papa mir auch, woraufhin ich ihn fragte, ob Baby auch atmet. Er antwortete darauf leicht amüsiert, dass das Kind sehr wohl atme. Als ich anhob, ihm zu erklären, warum ich das frage, grinste er leicht verschmitzt und sagte: „Ich leg ihm auch immer die Hand auf den Bauch!“ Ich brauche kaum zu erklären, dass ich hin und weg war vom Zeichen dieser väterlichen Sorge. Und noch schöner finde ich, dass er seitdem eben immer vermeldet „Schläft UND atmet!“

Nun war aber diese Aussage Anlass zur Erkenntnis unseres Gastes, dass wir über kein Babyfon verfügen. Dazu muss ich allerdings sagen, dass unsere Wohnung nur 46 Quadratmeter hat und wir mit dem Kind quasi Wand an Wand liegen, sodass wir definitiv hören, wenn der Kleine sich muckt. Seine Atmung hören wir so nicht, das tun wir aber auch nicht mit Babyfon. Unser Besuch erzählte uns daraufhin von einem neuen Prinzip, bei dem das Kind auf einer Matratze liegt, die mit Sensoren bestückt sind, die wiederum mit dem Babyfon verbunden sind. Diese Sensoren überwachen die kindliche Herzfrequenz und geben über das Babyfon einen Warnlaut ab, wenn der Herzschlag nicht mehr zu hören ist. Dies wäre beim Plötzlichen Kindstod (SIDS – Sudden Infant Death Syndrome) der Fall und man könnte sofort reagieren. Ich muss ehrlich sagen, dass ich dieses Prinzip vom Grundsatz her nicht schlecht finde, vor allem für Familien in denen durch Asthma oder anderes eventuell ein höheres Risiko besteht. Ich habe dann auch darüber nachgedacht, ob ich solch eine Sicherheitsmaßnahme für mich wollen würde. Das ist mir nicht besonders leicht gefallen, denn der SIDS ist das, was Eltern am meisten fürchten. Wir befolgen zwar schon alle neuesten Empfehlungen – Kind im Schlafsack, auf harter Matratze, ohne Stofftiere oder Nestchen, bei 16-18° im Elternschlafzimmer im eigenen Bettchen in einer absolut rauchfreien Umgebung – aber könnte man nicht noch mehr machen? Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich noch mehr nicht möchte. Die Angst, dass etwas passiert, ist unterbewusst immer präsent und mal schafft man es besser, sie zu verdrängen und mal eben nicht. Eine solche Matratze würde dazu führen, dass ich den ganzen Abend auf das Piepen des Babyfons warten würde. Und das möchte ich einfach nicht.

Ich möchte darauf vertrauen, dass meinem Kind nichts wirklich Schlimmes passiert und ich möchte diesen Glauben auch nicht verlieren. Denn eines weiß ich genau, auch wenn ich es gerne anders hätte – es gibt keine hundertprozentige Sicherheit und zu versuchen, sein Kind vor allem zu bewahren, stutzt ihm die Flügel.

© frhoppe 17.01.13