22.05.2015 Ein Stück Normalität – Mama fährt mich zur Kita!

Apropos Normalität – hier kommen mal wieder die Knaller des Tages:

  • „Hat Oma schon Teller hingestellt? Jaaaaa!!! Dann können wir ja endlich Kuchen essen!“
  • „Du bist ne olle Plärre!“ Opa hat die Nase voll vom theatralischen Geweine des Enkels!
    „Nein Opa, man sagt sowas nicht!“
  • „Guck mal Sohn! Ein Bus!“
    „Ich meine, das wär‘ ein LKW!“
  • „Ich hab dich lieb, mein kleiner Mann!“
    „Ich hab dich lieb, mein großer Mann!“
    „Mama und Papa passen immer auf dich auf!“
    „Mama und ich passen immer auf DICH auf!“

Und nun geht es los:
Das erste wovon man sich verabschieden sollte, wenn man sich dafür entscheidet ein Kind zu bekommen, ist der Gedanke an Planbarkeit! Alles was praktisch ist und gut strukturiert und geplant funktioniert, hat meist einen Haken: Das Kind.
Ganz aktuell betrifft dies bei uns die morgendliche Kita-Regelung, die doch so wunderbar bequem für alle Beteiligten war – na gut, kurz nach der Geburt mehr für mich, denn ich durfte im Bett liegen bleiben, während Papa das große Kind fertig macht und zur Kita bringt. Seit etwa einer Woche war es dann ein bisschen anders: Papa weckt das große Kind, während ich das kleine Kind stille, das daraufhin noch einmal einschläft. Während Papa das große Kind aus dem Schlafzeug und aufs Töpfchen quatscht, mache ich den beiden Männern Frühstück, welches diese dann zusammen einnehmen, während ich das kleine Kind wickele und es, so wie auch mich, anziehe. Kurz vor oder kurz nach neun verlassen wir dann im Rudel das Haus gen Kita! Gestern stellten wir dann fest, dass dieses Vorgehen für den kleinen Mann offenbar nicht optimal ist, denn schon als wir ihn auszogen wollten er uns nicht von der Seite weichen, als wir dann gingen, weinte er bittere Tränen – was er schon sehr lange nicht mehr gemacht hat. Das brachte uns beide zum Nachdenken und wir hatten bereits gestern entschieden, dass wieder nur noch einer von uns fährt. Da der Papa ja immer noch nicht wieder fit war, übernahm also heute ich den Weck- und Fahrdienst und was soll ich sagen? Es war super. Der kleine Mann pullerte aufs Töpfchen, zog sich allein an, frühstückte, während ich mich anzog und als es losging, konnte ich das frisch gestillte Kind bedenkenlos bei Papa zurück lassen.
Im Auto erzählte der kleine Mann dann munter vor sich hin und in der Kita war von Abschiedsschmerz oder Tränen nichts zu sehen. Als ich ihn nachmittags fragte, ob ich ihn wieder zur Kita fahren soll morgens, sagte er: „Ja! Und der Papa bleibt zu Hause mit der Schwester.“ In diesem Moment fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Es war endlich wieder etwas so wie vor der Geburt. Da hatte ich den kleinen Mann morgens immer geweckt und zur Kita gefahren. Seit der Geburt ist ja nicht nur das sondern überhaupt alles anders und ich kann mir vorstellen, dass es für den kleinen Kerl ein Stück Sicherheit in einer völlig umgeworfenen Lebenssituation bedeutet, wenn er auf einmal ein altes Ritual wieder hat.
Und egal, wie schön und bequem es für mich ist, morgens mit der kleinen Maus einfach liegen zu bleiben, oder wie gut es funktioniert, wenn wir uns den Ablauf teilen, ich habe mir fest vorgenommen, jetzt wieder öfter den Weck- und Kita-Dienst zu übernehmen. Bleibt nur abzuwarten, ob der Papa mich lässt! Der ist nämlich von dieser Idee gar nicht begeistert, denn er hat das Gefühl, ich will ihm seine Zeit mit seinem Sohn wegnehmen. Naja, vielleicht lässt sich ja eine Regelung finden, in der mal er, mal ich den Sohn wecken und bringen.

Frhoppe 22.05.2015

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