04.05.2015 Kopflos im Kinderzimmer – unser Kind hat Mitgefühl!

Ich weiß nicht, ob er genial oder geisteskrank ist – geistige Ergüsse des Tages:

  • „Wir brauchen die Mama!“ Pause „Beim Frühstück!“
  • „Lakritze, Lakritze … Spitze, dass du da warst!“
  • „Ich reiß die Schränke ab! Ich reiße die gaaaaaaanzen Schränke ab!“

Das Kind spielt friedlich im Kinderzimmer. „Oh!“ lässt es sich plötzlich vernehmen, dann ein unsicheres Weinen. Während wir noch warteten, ob das Weinen wirklich eine Not ausdrückte, steigerte es sich zu einem wirklich verzweifelten Heulen, aus dem tiefster Herzschmerz sprach. Dann eilte ein schluchzendes Kind durch den Flur ins Schlafzimmer, in welches wiederum ich durch den Papa gerufen wurde.
„Munz, komm mal gucken!“ rief er und in seinem Ton schwang tiefes Mitgefühl mit.
Ich eilte zu Vater und Sohn und da sah ich die Bescherung: Unsere Handpuppe Mischka – noch so eine ganz alte aus dem Osten – hatte den Kopf verloren. Oder vielmehr den Körper, denn der Kopf steckte noch auf der Stange, der Körper hingegen hatte sich nach unten verabschiedet.
Da stand er nun, der kleine Kerl, in der einen Hand die Stange mit Kopf, in der anderen Hand den Körper und weinte um seinen Mischka. Es tat ihm so furchtbar leid, was da passiert war – man merkte, dass ihm dieses Unglück im Herzen weh tat Gott sei Dank stellte sich heraus, dass sich der Körper mittels einer Sollbruchstelle ebenso leicht wieder anbringen, wie abreißen ließ. Nachdem Mama Kopf und Körper wieder vereint hatte, konnte auch das Kind erleichtert aufatmen und weiter spielen.
Ein weiterer Ausdruck seines Mitgefühls ereignete sich wenige Minuten später. Sohnemann hatte sich nämlich gestoßen. Und zwar gewaltig – an der Tischkante, als er sich nach seinem Stuhl beugte, also in der Abwärtsbewegung und mit voller Wucht. Muss wirklich weh getan haben, das hören Eltern ja immer an der Frequenz des Weinens und dieses Weinen war echt!
Ich tröstete also, nahm den kleinen Mann auf den Schoß, fragte ihn, wo es denn wehtut und legte ihm eine Kühlakku auf die entsprechende Stelle. Nicht lange – Kinder wollen die Dinger ja immer schnell wieder loswerden – da nahm das Käferchen mir den Akku ab und besah ihn sich genau. Nach einem letzten prüfenden Blick darauf, stellte er wieder Augenkontakt mit mir her.
„Weißt du Mama! Wenn du dich stößt, dann darfst DU den haben! Jetzt bringe ich den aber in den Kühlschrank!“ Sprachs und war verschwunden.

Frhoppe 04.05.2015