10.08.2015 Ein großer Erfolg

Unser Morgen begann mit einem Experiment. Zunächst waren wir alle ziemlich guter Laune, jedoch schlug die Stimmung wieder einmal sehr schnell um, als wir den Sohn baten, sich auf das Töpfchen zu begeben. Quasi sofort fing er an zu jammern. Statt wie die Tage vorher jedoch ebenso sofort genervt zu sein, fragte ich ihn betont fröhlich: „Weißt du was? Heute versuchen wir mal den Tag ohne jammern zu verbringen.“ Das Kind hielt inne in seiner Jammerei, überlegte kurz und sagte dann: „Oh ja!“ So begeistert, als hätte ich vorgeschlagen, einen riesigen Eisbecher mit ihm essen zu gehen. Ich dachte mir nur, na mal schauen, ob du wirklich weißt, was ich von dir will.

Anscheinend schon, denn die Jammerei des Käferchens beschränkte sich heute auf ein Minimum. Und als wäre es des positiven nicht genug, hatten wir heute einen Riesenerfolg in Sachen Windelfrei.
Relativ spontan beschlossen wir heute morgen auf den nahegelegenen Spielplatz zu gehen und daher brachen wir auch ein wenig überstürzt auf. Normalerweise sind wir noch nicht so weit, dass der Sohnemann ohne Windel auf den Spielplatz geht, aber heute haben wir schlichtweg vergessen, ihm eine anzuziehen. Die Zeit verging, er spielte fröhlich, bis wir schließlich den Spielplatz verließen. Keiner dachte daran, dass das Kind vielleicht mal würde pullern müssen – warum auch, wir wähnten ihn ja ihn Windeln. Wir spazierten also durch den Park und entschlossen uns den dringend nötigen Einkauf noch schnell zu erledigen – der witzigerweise aus Windeln für beide Kinder bestand. Während wir dann also im Drogeriemarkt standen, zappelte das Kind auf einmal ungeduldig hin und her und griff sich in den Schritt. Da erst fiel mir auf, dass der Sohn keine Windel trug. Musst du pullern, fragte ich ihn und er sagte Nein, zappelte aber weiter. Kurzentschlossen schickte ich ihn mit meiner Freundin ins nächstgelegene Kaffee – für die kleinen Kinderfüße aber trotzdem bestimmt 5 Minuten weit weg – und bezahlte schnell die Einkäufe, um anschließend dem Sohn hinterher zu eilen. Im Kaffee angekommen, entdeckte ich den kleinen Mann und meine Freundin auf der Bank sitzend. Man hatte sich nicht getraut auf der Toilette zu pullern. Zwischen Feststellung der Misere im Drogeriemarkt und diesem Moment waren nun immerhin weitere 10 Minuten vergangen und immer noch hielt der kleine Mann das Pipi an. Ganz brav ging er dann mit mir auf die Toilette, die sehr kinderfreundlich über ein Töpfchen verfügte und da plätscherte ein kleiner See aus dem Kind hinaus. Es war also wirklich sehr dringend und trotzdem hat unser toller kleiner Mann die ganze Zeit angehalten.
Zusätzlich zu meinem überschwänglichen Lob und den Bekundungen meines Stolzes ob dieser Leistung, gab es dann in jenem Kaffee auch noch zwei Kugeln Eis. Eine extra Belohnung, die er wohl zu würdigen wusste, denn normalerweise gibt es eine Kugel und das auch nur höchst selten. Aber besondere Ereignisse bedürfen besonderer Belohnungen.

Frhoppe 10.08.2015