22.02.2016 Ich hätte es nicht gedacht – aber der kleine Mann hat gewonnen!

Keinen Wettkampf und kein Preisausschreiben und auch nicht den Platz für das Kitakind mit der häufigsten Bindehautentzündung – nein, dieser Kelch ging ausnahmsweise einmal an uns vorbei.

Er hat das interne Geschwisterrennen um den ersten Besuch in der Notaufnahme gewonnen.
Der Papa und ich hatten nämlich so eine Art Wette laufen, welches unserer Kinder als erstes in die Notaufnahme müssen würde.
Ich tippte auf das Chaosmädchen, denn – mal ehrlich – dieses Kind kennt keine Angst. Nicht vor Höhen, nicht vor Tiefen, nicht vor Kanten oder Abgründen, nicht vor Absperrungen, Wasser, Pflanzen, Hockern, Treppen … und so weiter.
Der Papa hielt dagegen, er dächte da eher an den kleinen Tollpatsch, der es immerhin schafft aus dem Stand auf die Nase zu fallen, ohne, dass er sich vorher irgendwie bewegt hätte.

Eine wie auch immer geartete Verletzung war indes nicht der Grund für unseren gestrigen Besuch in der Rettungsstelle, sondern der Umstand, dass der kleine Mann gegen halb zehn weinend aufwachte und über Bauchweh klagte.
Kinder klagen ja nun des öfteren über Bauchweh, insbesondere wenn sie krank sind, ganz einfach weil sie die diffusen Schmerzen, die mit Fieber z.B. einher gehen, einfach nicht benennen können, von daher dachte ich zunächst, ich tröste ihn erst einmal und dann sehen wir weiter.
Als ich ihn in den Arm nahm, stellte ich fest, dass er sich glühend heiß anfühlte und das, obwohl wir ihm vor dem Schlafengehen ein Zäpfchen gegeben hatten.
Eine rasche Messung ergab eine Temperatur von 40,2° Celsius.
Das war der Moment in dem wir entschieden, dass wir nicht bis zum nächsten Morgen warten wollten, um den Arzt aufzusuchen. Denn Fieber hatte der kleine Mann bereits seit – wie sollte es anders sein – Freitag Abend.
Da er aber nur Fieber hatte, das auch mit einem Zäpfchen vor dem Schlafen gehen ganz gut in Schach war, wollte ich ihm nun nicht unbedingt eine wochenendliche Notaufnahme zumuten.
Mit dem Bauchweh als Dreingabe sah das dann aber ganz anders aus, vor allem bei der Höhe des Fiebers trotz Zäpfchen.
Und also machte sich der Papa auf den Weg mit dem Sohne in das Krankenhaus, mit dem unbedingten Auftrag mein Baby auf keinen Fall aus den Augen zu lassen.

Zwei Stunden später waren sie wieder zurück. Immer noch mit Fieber. Aber ohne Befund! Alles unauffällig, wohl ein akuter Infekt der oberen Atemwege.
Da die oberen Lymphdrüsen wohl irgendwie mit denen im Bauch verbunden sind, könne das schon mal Bauchweh hervor rufen.
Und wir sind so schlau als wie zuvor.
Und das Kind so krank als wie zuvor!
Und unsere Ärztin hat Urlaub!
Dann müssen wir wohl in den sauren Apfel beißen und morgen zur doofen Vertretungs-Frau-Doctor, die immer gleich Antibiotika verschreibt.
Gar nicht schön!
Nichts davon 😦

frhoppe 22.02.2016

26.01.2016 Wie ein Sechser im Lotto – mit Zusatzzahl!

Wir haben den Jackpot geknackt, sind über Los gezogen, haben in die Vollen gegriffen und wissen nicht wohin für Glück.
Nicht!
Nein, im Ernst! Wirklich nicht.
Denn hier ist der Supergau eingetreten: Mama ist krank!

Und zwar so richtig!
Würde man zum Arzt gehen, diagnostizierte der vermutlich eine Bronchitis, aber zum Arzt gehen ist für Anfänger!
Fortgeschrittene Mamas schlafen die halbe Nacht nicht vor Husten und stillen die andere Hälfte das schubende Baby – ich frag mich langsam, ob das Herzensmädchen da mal wieder mit aufhört. Und betreuen am nächsten Tag trotzdem den kerngesunden, fröhlich-aufgeweckten Quietschball. Der im Übrigen reichlich irritiert guckt, wann immer ich ihn mit meinem neblig-dunkel-rauchigen Bass anspreche.
Natürlich hat sie reichlich wenig Verständnis dafür und davon, dass ich heute nicht ganz so kommunikativ und vor allem aktiv bin. Dieses Unverständnis tut sie vor allem dadurch kund, dass sie mich etwas häufiger als sonst – Ruhe bei Krankheit ist auch sehr überschätzt, finde ich – fordernd bis teuflischsakramentskruzitürk-wütend anheult.
Wenn sie das aber nicht macht, dann spielt sie fröhlich. Mit ihren Rasseln und Holzklapperkisten, mit lustigen Musikschnecken und Klapperringen und auch gerne mit allem, was sich möglichst lärmintensiv gegen die Gitterstäbe ihres Ställchens hämmern lässt.
Eine echte Erleichterung!
Aber um fair zu bleiben: Sie hat geschlafen!
Auf meinem Schoß!
Zwei Stunden.
Zum Glück kam gegen halb fünf der Sohn nach Hause, mir wäre sonst auch fast langweilig geworden, nachdem ich das Abendessen vorbereitet hatte.
Mit einem wenig interessierten Blick musterte er meine desolate Erscheinung und meinen Aufenthaltsort auf der Couch und fragte: „Warum liegst du da?“
„Ich bin leider krank!“ Ich bin ehrlich: Ich erhoffte mir Mitleid.
Der Blick, den mir das Kind zuwarf, ist nicht einmal mit gutem Willen mitleidig zu nennen. Seine Worte noch viel weniger:
„Ich bin auch krank!“ Mit einer – EINER! – hochgezogenen Augenbraue!
Und dann ging er!
Nachdem er dann eine Weile mit dem Papa im Kinderzimmer ein Müllauto gebastelt hatte, kam er wieder zu mir.
„Mama, das ist ein Fegeauto. Das habe ich mit Papa gebastelt. Du kannst auch mal eins basteln, wenn du…,“ Hier kam wieder die Augenbraue zum Einsatz. „…endlich mal aufstehst!“
Ich war ein bisschen sprachlos.

An dieser Stelle muss ich aber doch mal eine Lanze für den Papa brechen. Der nämlich hat trotz der Tatsache, dass er heute eine gute Stunde früher los musste, beide Kinder angezogen und dem kleinen Mann Frühstück gemacht, während er selbst sich sein Essen auf den Weg nehmen musste und ziemlich in Hektik geriet.
Und abends dann hat er sich ganz allein der Herkulesaufgabe gestellt unser kleines großes Monster in sein Bett zu bugsieren.
Nachdem er organisiert hat, dass das Herzensmädchen morgen früh abgeholt und den Tag über betreut wird.
Er ist halt doch ein guter! ❤

frhoppe 26.01.2016

02.08.2015 Das Wochenende der ersten Male – oder warum man nicht aus dem Hundenapf trinken sollte …

Nachdem unser kleiner Chaot ja schon am Freitag Bekanntschaft mit der ernährungsbedingten Missfunktion seines Magen-Darm-Traktes machen durfte, gab es heute unglücklicherweise eine weitere Premiere in unserem Hause.

Sehr jämmerlich rief unser Sohn des Morgens nach uns, was uns schon per se aufhorchen ließ, denn nach uns rufen ist nicht so sein Stil – er kommt lieber direkt ins Schlafzimmer. Als wir die Tür zum Kinderzimmer öffneten, wurde uns allerdings klar, warum er uns gerufen hatte. Ein kleines Häufchen Elend schaute uns aus tränenumflorten Augen sehr beschämt an und sagte: „Ich hab gekackert.“ Was daran so beschämend sein sollte, war uns zunächst nicht klar, immerhin trug er ja eine Windel. Als Papa dann aber die Decke hob, entdeckten wir das Unglück, denn nun hatte uns auch das Übel Durchfall zum ersten Mal erwischt.
In Erinnerung an den freitäglichen Vorfall vermuteten wir spontan, doch einen Magen-Darm-Infekt, jedoch kam uns sofort der relative, zeitliche Abstand merkwürdig vor. Bei dieser Art Infekt tritt ja alles gleichzeitig und vor allem andauernd auf. Beide Vorfälle waren jedoch Einzelfälle und zudem noch zeitlich recht weit auseinander liegend. Ich beschloss noch das Frühstück – magen- und darmschonender Haferschleim – abzuwarten und entschied nach einiger Wartezeit, dass es wohl doch verspätete Folgen der Schokodrops-Eskapade gewesen sein mussten, die da zugeschlagen hatten.
Dann jedoch trafen wir uns heute noch einmal mit unseren Freunden im schwiegerväterlichen Garten, um das schöne Wetter zu genießen – ich hatte die Freunde zwar gewarnt, dass wir eventuell ansteckend sein könnte, aber die Mama meinte, sofern der Sohn gut drauf sei, kein Fieber habe und nicht alle fünf Minuten auf Klo müsste, würde sie es riskieren. Genau so war es und so stellten wir im Garten beisammen sitzend fest, dass der Grund für die plötzliche Darmüberfunktion unseres Sohnes wohl doch eine recht offensichtliche Ursache hatte: Am Vorabend erwischten wir ihn, wie er mit der heimlich dem Hund gestohlenen Hundewasserschale Wasser aus der kleinen, exzessiv genutzten Muschel schöpfte und dieses dann komplett austrank. Da wundert einen doch wirklich überhaupt nichts mehr!
Dem kleinen mann geht es im Übrigen bereits seit heute Vormittag wieder richtig gut, es gab keine weiteren Unfälle, wenn man mal von dem abendlichen Pinkelunfall absieht. Aber der gehört eher in die Kategorie Töpfchentraining und kam nur zustande, weil wir nicht schnell genug waren. Aber immerhin kommen wir so beim Bettwäsche wechseln nicht aus der Übung.

Frhoppe 02.08.2015

31.07.2015 Zum Kotzen – im wahrsten Sinne des Wortes!

Eigentlich hatte ich geplant, den heutigen Tag nach dem selben Prinzip wie gestern zu beginnen. 7:30 Uhr aufstehen, 7:40 Uhr den Sohn wecken – bis etwa 7:50 Uhr oder so kuscheln, bis 8:00 Uhr pullern gehen und Zähne putzen. Dann beginnt die halbe Stunde Anziehzeit, die wir gestern eingeführt haben, auf Anraten meiner besten Freundin, welche ihres Zeichens Erzieherin ist und darum auch gut um Rat gefragt werden kann, wenn das eigene Kind eine geschlagene Stunde braucht, um sich anzuziehen, was nicht daran liegt, dass er es nicht kann, sondern daran, dass er es nicht will. Er testet uns aus, wie weit wir gehen und natürlich hat er relativ fix gecheckt, dass er so unsere Aufmerksamkeit bekommt. Nach dem neuen Prinzip hat der Sohn nun eine halbe Stunde Zeit, in der einer von uns beiden Erwachsenen voll auf ihn konzentriert ist. Diese halbe Stunde mit uns gehört ihm, egal was passiert. Wir stellen einen Wecker, der rückwärts läuft und wenn er tatsächlich schneller mit dem Anziehen ist, dann wird den Rest der Zeit gespielt oder gelesen oder ähnliches. Wenn er es in der halben Stunde nicht schafft, sich anzuziehen – vor allem, wenn er wieder mal verweigert –, dann geht er so in die Kita, wie er ist. Gestern hat dieses Prinzip erstaunlicherweise schon super geklappt, wir konnten sogar noch 5 Minuten spielen. Eigentlich hatte ich also geplant, den heutigen Tag nach dem selben Prinzip wie gestern zu beginnen.

Eigentlich!
Uneigentlich lag der Sohn am Fußende des Bettes und deutete unglücklich auf sein Laken. Offenbar hatte er sich über Nacht sein gestriges Essen noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Rückblickend betrachtet hätte man damit wohl rechnen können, denn mir wurde schon beim Zugucken schlecht, aber in seinen 2 ¾ Lebensjahren hat unser Sohn sich nicht einmal übergeben, also fand ich die Kombination aus Krabbenchips (Krupuk) und Minz-Schokodrops zwar widerlich, aber ich rechnete nicht mit dem Ergebnis. Es sei im Übrigen klar gestellt, dass ich ihm nur die Krabbenchips erlaubt hatte. Die Schokodropse hat er sich höchstselbst geklaut und auf die Chips gepackt, während ich gerade durch das jüngere Kind abgelenkt gewesen war. Das es einige Schokodropse gewesen sein müssen, verriet mir der stark reduzierte Füllstand der Tüte. Nun ja, sei es wie es sei, alle Selbstvorwürfe halfen nichts. Unser Tag begann nun also mit dem Abziehen des Bettes und einem ungeplanten Bad für den Sohn, denn er hatte das Zeug sogar in den Haaren. Dann überlegten wir, wie es weitergehen sollte. Fieber hatte Sohnemann keines, sein Frühstück behielt er bei sich und auch ganz grundsätzlich ging es ihm super, er quatschte fröhlich vor sich hin und alberte herum. Von „Wir gehen heute nicht in die Kita“, wollte er gar nichts hören. Also ging er in die Kita. Zum Glück bestätigte sich unsere Hoffnung, dass es wohl ein ernährungsbedingtes Malheur gewesen war. Nachmittags war unser Söhnchen so gut gelaunt wie eh und je und bewies mir sogar, dass der gestrige Beitrag ein wenig zu negativ von mir niedergeschrieben wurde. Denn er zeigte uns nicht nur, dass er ganz wunderbar ohne festhalten auf einem Bein stehen kann (mit beiden Beinen) sondern bewies auch erstaunliche Fortschritte beim Umgang mit dem Laufrad. Sogar die Füße löste er streckenweise vom Boden und rollte richtig. Das war heute eine gute Lehre in Sachen „Dem eigenen Kind vertrauen!“ Die machen das schon.
Dafür endete unser Tag dann ähnlich unschön, wie er begonnen hatte. Zwar ging es dem kleinen Mann ganz wunderbar, jedoch plagten nun das kleine Mädchen in unserer Familie arge Bauchschmerzen. Geschlagene zwei Stunden brüllte sie und sah mich dabei ganz furchtbar hilfesuchend an. Nichts half, nicht einmal das bewährte Fiebermessen brachte einen Erfolg und wir beide waren schon völlig am Ende unserer Nerven, als ich plötzlich den richtigen Winkel beim Beine heben fand. Leider eben gerade beim Windel unter dem Kind wegnehmen. Es schoss aus dem Kind heraus über Wickelunterlage und Schlafzeug und was ich noch mit der stoischen Gelassenheit eines liebenden Elternteils hinzunehmen vermochte, wurde gefolgt von einem derart widerwärtigen Furz, dass selbst ich würgen musste.
Aber wenigsten lachte die kleine Motte nun erleichtert und war binnen weniger Minuten tief und fest eingeschlafen.

Frhoppe 31.07.2015

03.06.2015 Sonnenbrille ja oder nein?

Am Wochenende wird unser kleiner Mann das erste Mal auf große Reise gehen. Nach Griechenland geht es – mit jeder Menge Großeltern.

Während nun alle mitfahrenden Großeltern sich auf die bevorstehende Reise freuten, mussten wir dem Sohnemann erklären, dass eben nicht alle Großeltern mitfahren würden. Er war nämlich der festen Überzeugung, dass auch seine Oma väterlicherseits mit von der Partie sein würde. Was sie nicht ist. Um nun aber auch etwas zur Reise beitragen zu können, erklärte sie sich bereit, mit dem kleinen Mann heute Nachmittag ein Sonnenbrille zu erwerben. Dazu hatte ich angeregt, denn ich war der Überzeugung, das Kind bräuchte doch eine Sonnenbrille.
Zum Glück geriet meine Schwiegermama an eine kompetente Verkäuferin, die nicht um jeden Preis verkaufen wollte, sogar zunächst vom Kauf abriet, bis sie erfuhr, dass es nach Griechenland geht. Unter dieser besonderen Voraussetzung erklärte sie sich doch zu einem Verkauf bereit, bestand aber auf einer ausführlichen Beratung, deren Ergebnis mich überraschte.
Kinder sollen keine Sonnenbrillen tragen – höchstens in Ausnahmefällen! – denn die kindlichen Augen haben sich noch nicht an das helle Licht gewöhnt. Der Anpassungsvorgang ist noch in vollem Gange und wenn die Kinder zu früh eine Sonnenbrille auf bekommen, dann werden die Augen lichtempfindlich und die Kinder sind später nicht mehr in der Lage in hellem Licht gut zu sehen. Lediglich in solchen Fällen wie einem Urlaub am Meer oder beispielsweise einem Skiurlaub sei eine Sonnenbrille vertretbar, weil die Spiegelung der Sonne im Meer oder im Schnee sehr intensiv ist. Ansonsten solle man doch eher auf eine Mütze mit Schirm zurückgreifen.
Wieder etwas gelernt.

Frhoppe 15.06.2015

01.06.2015 Besuch beim Osteopathen und andere Monster!

Nun stand er an, der lange erwartete Termin beim sagenumwobenen Osteopathen. Viel gutes hatte man über ihn zu berichten gewusst. Wahre Wundertaten soll er vollbracht haben und täglich von Neuem voll bringen. Schreiende Babys seien nur durch Berührung seiner magischen Hände zu sanft schnurrenden Kätzchen geworden, gar unter seinen fähigen Fingern aus einer Brüllattacke heraus eingeschlafen. Andere – bauchschmerzgeplagte – Babys hätten nach der Behandlung eine Stunde lang gepupst oder gar den ganzen Tag ordentlich die Windeln gefüllt und seien schließlich wie ausgewechselt gewesen. Ich kannte all diese Geschichten, einige der Babys sogar persönlich, wenigstens bei dem Fall mit den sieben vollen Windeln an einem Tag und der folgenden totalen Gemütsänderung habe ich persönlich miterlebt, wie gut solch ein Besuch bei Osteopathen tun kann. Ich hatte also große Erwartungen. So große, dass ich mich fast schon wieder fragte, was ich machen würde, wenn sich das alles als wirkungslos erweisen würde. Ich wollte meine kleine Tochter einfach nicht mehr jeden Abend schreien hören und sehen, ich wollte ihr endlich diesen furchtbaren Bauchschmerz ersparen, zumal dieser Schmerz so unnütz ist.

Vom Osteopathen unserer Wahl hatte ich gerade erst heute morgen wieder nur Gutes gehört. Ein gutaussehender, großer Mann sei er, dem die Babys zu Füßen liegen würden und der sehr viel von seiner Profession verstand. Ich war also sehr gespannt und stellte schnell fest: Gutaussehend und groß stimmte schon mal offensichtlich. Mama war also schon mal optisch angetan und auch seine Art mich nach der Geburt und dem Verhalten unserer kleinen Maus zu befragen, wirkte auf mich sehr vertrauenerweckend. Aber die wahre Überraschung erlebte ich dann auf der Liege. Der große, gutaussehende Mann beugte sich nämlich über meine wunderschöne, kleine Maus und fragte sie erst einmal ganz freundlich mit einer tiefen, sehr sonoren Stimme: „Guten Tag, kleines Fräulein, wie geht es dir denn heute? Geht es dir gut?!“ Und meine kleine, eigentlich ziemlich schlecht gelaunte Tochter strahlte über das ganze Gesicht und stieß ein begeistertes „Ngah!“ aus! Aha! Dachte ich mir, da muss also nur ein gutaussehender, dunkelhaariger Mann mit blauen Augen kommen und du fängst an zu flirten. Die Behandlung an sich war dann auch sehr aufschlussreich. Unser kleines Menschlein hat aufgrund der doch recht schnellen Geburt das sogenannte KISS-Syndrom. Das heißt ausgeschrieben kopfgelenksinduzierte Symmetrie-Störung und bedeutet im Grunde genau das: Aufgrund einer Blockade des Kopfgelenks ist der ganze Körper wortwörtlich schief. Das konnte ich schon selbst beobachten, wenn ich das Kind auf dem Rücken vor mir liegen hatte. Fast wie ein C sah das aus. Mit dieser Asymmetrie geht sehr häufig eine Blockade im Beckenbereich einher, die wiederum auf einen Nervenknoten drückt, der für die Tätigkeit eines Teils des Dickdarms verantwortlich ist. Blockade im Becken also = Blockade des Dickdarms = Bauchschmerzen. Anhand meines Berichts vom Anfang hatte der gute Doktor sich schon ein Bild machen können, dass er mit nun anhand der beiden Beinchen unserer kleinen Bauch demonstrierte. Das rechte Bein nämlich, ließ sich nicht annähernd so weit nach unten drücken wie das linke Bein, asymmetrisch also!
„Na, das machen wir mal weg!“ brummelte der gutaussehende Doktor. „Das ist ja auch doof so mit Bauchweh, nicht wahr?“ gurrte er hinzu, was ihm ein weiteres strahlendes Lächeln meiner Tochter einbrachte. Und dann ging es los. Drehen, drücken, strecken, ziehen, schieben und noch viel mehr. Zum Glück sah unsere kleine Maus dabei unheimlich entspannt aus, so dass auch ich ganz ruhig bleiben konnte.

Ganz und gar nicht ruhig blieb ich dann nachmittags. Da war ich nämlich mit beiden Kindern bei meiner Oma zum Geburtstag. An sich eine tolle Sache und alles in allem auch ein sehr schöner Nachmittag. Nur dass Sohnemanns Großtante der Meinung war, ihn als verwöhnt und verzogen bezeichnen zu müssen, fand ich überhaupt nicht schön. Ich fand es sogar unfassbar unverschämt, denn mein Sohn ist vielleicht manchmal laut und sicherlich auch mitunter vorlaut, sogar frech, aber eines ist er ganz sicher nicht: Verwöhnt oder Verzogen! Und so etwas zu sagen, während das Kind mithört, nur weil eben dieses Kind nicht den ganzen Nachmittag brav dasitzt und von seinem Kita-Alltag erzählt, finde ich fehl am Platz. Vor allem, wenn dieses Kind mit seinen zweieinhalb Jahren bereits Bitte und Danke sagt und zwar ohne Aufforderung. Und obwohl ich bei meiner Großtante normalerweise auf Durchzug schalte, weil ich ihre Sticheleien zur Genüge kenne, war ich dazu heute nicht in der Lage. Nicht, wenn es meine Kinder betrifft und nicht, wenn es sie nur trifft, weil meine Großtante schlechte Laune hat.

Frhoppe 15.06.2015

26.05.2015 Die nächste Generation Chaos-Kinder

Nachdem ja nun der kleine Mann selbst im Schlaf noch gezuckt hatte, jegliche Simulation, um Mitleid zu heischen also ausgeschlossen worden war und der kleine Käfer auch immer noch vor sich hinhumpelte, wenn auch nicht mehr so arg schlimm, entschieden wir endgültig, den Arzt aufzusuchen.

Der Arzt ist eigentlich eine Ärztin und kennt schon den Papa und seinen Bruder quasi aus dem Effeff. Die beiden sind quasi Praxislegenden, seit mein Mann seinem Bruder einmal versehentlich ein Gabel in die Wange geschmissen hat und meine Schwiegermama geistesgegenwärtig nur ein Handtuch drum gewickelt und den Sohn in die Praxis verfrachtet hatte. Nach einem ausgewachsenen Lachanfall wurde die Gabel dann fachgerecht entfernt, aber die Erinnerung an die Jungs blieb. Zumal die beiden Chaoten auch häufige Gäste waren.
Als wir dann heute mit dem kleinen Mann in die Praxis kamen, erwarteten wir halb einen Kommentar dazu, dass nun auch unser Sohn Patient bei ihr wird, aber es war so voll, dass die Ärztin ihren Kopf ganz woanders hatte. Erst als wir zum Röntgen dran waren, merkten wir, dass sie den Papa doch bemerkt hatte und dass sie sich sehr wohl an die vielen Besuche erinnerte. Fast familiär konnte ihr Tonfall genannt werden:
Ärztin: „So, dann röntgen wir mal! Kann das nicht der Papa machen mit dem halten?“
Ich: „Ach Nö, das geht schon. So schwer isser ja nicht!“
Ärztin: „Ich meine, wegen einer Schwangerschaft!“
Ich: „Na, jetzt bin ich ja nicht mehr schwanger!“
Ärztin: „Ist mir anders trotzdem lieber! Das ist doch der Papa da draußen?“
Ich nickte!
Ärztin: „Daniel! Komm mal rein hier!“ In diesem liebevoll-familiären Tonfall bei dem man immer dieses berühmte „Schakkeline, komm von den Damm runter!“ im Ohr hat. Und nach dem Röntgen erkundigte sie sich beim Papa über dessen Bruder.
Der Fuß des kleinen Kerlchens ist übrigens nicht gebrochen, sondern wohl nur gezerrt oder gedehnt oder auch nur geprellt. Machen kann tut man da nix, weil Kinder von allein entlasten und alles andere nur eingreifen würde in den natürlichen Heilungsprozess. Erst wenn der kleine Mann in einer Woche noch humpeln sollte, dann müssten wir noch mal wieder kommen.
Und weil man manchmal eben doch ganz krank sein muss und Mitleid braucht, durfte der kleine Unglücksrabe zum Mittag einen Schokopudding essen und wurde den ganzen Tag sehr viel getragen. Dasss wir ganz viel kuschelten, versteht sich von selbst und ganz von allein wurde das humpeln weniger und war am Abend schon kaum noch zu sehen.

Darüber hinaus durfte ich heute das erste Mal allein zur Probe gehen – ganz ohne Kind, aber nicht ganz ohne Hektik. Denn damit ich weg kann, muss ich natürlich abpumpen. Etwa eine Stunde nach dem Abpumpen hatte das Tochterkind natürlich außerplanmäßig wieder Hunger und ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wieder genug Milch. Ziemlich verraten blickte mich mein Baby an, als es an der Brust nuckelte und nicht wie gewohnt ein Schwall Milch kam, sondern nur ein Rinnsal. Gereicht hat es definitiv nicht, aber sie war erst einmal zufrieden gestellt. Kurz vor dem Gehen, etwa eine Stunde später durfte sie dann doch noch einmal an die Brust und scheinbar reichte ihr das, denn sie schlief kurz darauf tief ein. Nach der Probe rief ich den Papa nämlich quasi sofort an und fragte nach dem Stand der Dinge, der da so lautete: Das kleine Kind schlief tief und fest, dafür sei das große gerade aufgewacht und weine laut und verzweifelt nach seiner Mama. Mein Angebot, sofort nach Hause zu kommen, lehnte er jedoch ab. Man würde noch zehn Minuten abwarten, dann könne ich immer noch kommen, ich solle doch jetzt erst mal noch die gesellige Runde nach der Probe genießen. Das fand ich gut. Ich müsse auch nicht so bald kommen, er habe schließlich die Milch, falls unser Töchterchen weint, und alles andere kann ich auch nicht besser als er. Fand ich noch besser.
Und war dann doch schon eine halbe Stunde später da, obwohl auch der große Sohn schon wieder schlief.

Frhoppe 01.06.2015

25.05.2015 Pfingstmontag mit Stolperstellen!

„Ich freue mich auf die Zeit, wenn für den kleinen Mann nicht mehr ALLES potenziell tödlich ist!“ Sagte ich zu meiner Freundin, die mit ihrem Sohn und ihrem Mann heute bei uns im Garten zu Besuch war.

Sie lachte! Laut und wie ich finde, auch ein bisschen gehässig! Ich hab sie aber trotzdem lieb, vielleicht auch, weil sie offensichtlich recht hatte mit ihrer Äußerung, dass das noch laaaaange dauert!
Während wir alle dem Sohnemann nämlich heute mal gerade eben eine Sekunde den Rücken zugekehrt hatten, hockte der plötzlich weinend auf der Wiese. Mitten auf der Wiese, weit und breit nur Gras, kein Stein und auch kein Stock in Sicht. Und er weinte herzzerreißend und vor allem wirklich vor echtem Schmerz. Das kann man ja bei Kindern immer ganz gut unterscheiden, vor allem, weil er als ich die Arme ausbreitete und ihn zu mir rief, er versuchte loszulaufen und sich sofort wieder hinhockte und noch doller weinte. Das war dann der Moment, in dem ich das kleinere Kind meiner Freundin in den Arm drückte und zum Sohnemann eilte. Bestimmt zehn Minuten saßen wir auf der Wiese an Ort und Stelle und kuschelten, während der kleine Mann leise weinte. Und als wir aufstehen wollten, stellte sich heraus, dass er den Fuß nicht belasten konnte. Ganz mitleiderregend humpelte er mit mir zur Decke, was mich natürlich in großer Sorge zurückließ. Nicht nur, dass er in nicht einmal zwei Wochen mit den Großeltern nach Griechenland fliegen will, wobei ein Gipsfuß eher hinderlich wäre, auch ganz prinzipiell würde ich meinen Sohn keinen Bruch oder eine ernste Verletzung am Fuß wünschen. Ich meine, wie erklärt man das einem Kind, dass es auf keinen Fall laufen darf.
Aber bevor ich in Panik geriet, betrieben wir erst mal Ursachenanalyse. Der Sohn wollte wohl seinen Kumpel mal ganz lieb umarmen. Das wollte der aber nicht, also wich er aus und Sohnemann lief ins Leere. Da auf der Wiese nirgends ein Stock oder Stein zu sehen war, konnte ein Bruch als eher unwahrscheinlich angesehen werden, vermutlich ist es eine Prellung oder eine Zerrung, was mir aber zu diesem Zeitpunkt Sorgen machte, war, dass nichts dick oder blau wurde, obwohl er offensichtlich Schmerzen hatte. Das wäre ja wieder ein Anzeichen für einen Bruch. Wäre ich allein gewesen, hätte ich mich zu diesem Zeitpunkt wohl schon auf dem Weg ins Krankenhaus befunden – wegen Feiertag und Röntgen und so, aber der Papa meinte, das schad nix, wenn das noch einen Tag wartet, wir sollen kühlen und gucken und dann entscheiden wir operativ, was wir machen. Allerdings legte sich das Humpeln nicht und als ich gerade eben den Fuß des schlafenden Käfers noch mal untersuchte und er selbst im Schlaf schmerzerfüllt zuckte, entschieden wir, dass es morgen zum Arzt geht. Sicher ist sicher! Nicht das da doch etwas gebrochen ist.

Frhoppe 31.05.2015

21.05.2015 Mamas sind auch nur Menschen – oder: Dann mach’s halt allein!

Heute Abend hatten wir einen Vorfall der besonderen Art, der vermutlich den allseits angespannten Nerven geschuldet war. Insgesamt war unser Tag nämlich nicht besonders rosig verlaufen. Es begann damit, dass der Herr Papa spontan entschied, er bliebe heute lieber zu Hause, er sei schließlich krank. Zum einen war ich genervt, dass ich plötzlich doch nicht allein vor mich hin rödeln können würde, zum anderen ist der Gatte gerade so krank, dass er zwar wirklich krank ist, aber noch nicht krank genug, um nicht mehr sofort daran zu sterben. Es gibt ja diese zwei Stufen bei Männern: Die eine ist die, wo sie wirklich so krank sind, dass sie einem leid tun und man sich auch gern um sie kümmert, die andere ist die, wo es ihnen schlecht geht und sie vernehmlich daran leiden und einfach nervig sind – vor allem, wenn es einem selber auch nicht so gut geht und man sich aber standhaft weigert, krank zu werden.

In jedem Fall aber war der Mann nun zwar zu Hause, aber nicht wirklich zu gebrauchen. Er half mir ganz lieb beim Wäscheaufhängen und versuchte sich auch sonst an der Bearbeitung von Papieren, aber leider, leider schaffte er es nicht, zum Impfen mitzukommen. Nun musste ich da alleine hin und durch, mit Sack und Pack und Kind festhalten und allem drum herum – eine Situation, in der man einfach schon gerne den Papa des Kindes dabei hat. Zum Glück hatten wir gestern im Leila eine Manduca gefunden – diese großartigen Tragehilfen für Kinder, die wie unsere Maus das Tragetuch nicht mögen – so musste ich wenigstens nicht auch noch den Autositz mit mir herum schleppen. Das Impfen hat die Maus dann ziemlich gut vertragen. Sie hat zwar während dessen geweint, aber nach dem Stillen direkt im Anschluss schlief sie tief und fest ein und dann auch bestimmt vier Stunden ganz gut – wieder in der Manduca, denn nach dem Impfen mag ich die Kiddies immer ganz nah bei mir haben. Außerdem durfte ich mich nicht hinsetzen, denn dann wachte sie sofort auf und meckerte richtig mit mir. Irgendwie süß, aber leider auch sehr anstrengend, wenn man vier Stunden durch die Gegend schaukelt. Da hilft dann auch die Manduca nichts mehr gegen Rückenschmerzen.
Eh wir es uns versahen, war es Zeit den kleinen Mann aus der Kita abzuholen – weil Mausi noch in der Manduca schlief, musste doch der kranke Papa ran und weil ich schon so lange bettelte und außerdem den ganzen Balkon allein sommerfertig gemacht hatte, brachte er mir noch meine Hängeblumen an, bzw. die Haken dafür. Das hieß dann aber, dass ich nun den kleinen Mann und die Maus betreute und bespielte und zwar bis zum Abendbrot, denn nach der Arbeit war der kranke Papa dann zu fertig, um noch handlungsfähig zu sein. Das große Kind wiederum war wegen nicht absolviertem Mittagsschlaf in der Kita zu müde, um noch händelbar zu sein. Und das kleine Kind war nach vier Stunden Schlaf zu wach, um noch ruhig zu sein.
Summa Summarum war ich zur Bettgehzeit einfach durch. Völlig durch und am Ende. Wegen des kranken Papas übernahm ich heute das Abendritual des kleinen Mannes. Bzw. hatte ich das geplant. „Sohn, ziehst du dich bitte aus!“
„Nein!“
„Dann muss ich es machen!“
„Nein, ich mach das!“
„Dann mach es bitte auch!“
„Nein!“
„Warum nicht!“
„Du musst mir helfen!“
In dem Moment aber, wo ich damit begann, setzte es bei ihm – wohl ob der Müdigkeit – komplett aus. Er schrie, tobte, trat, biss, wand sich – ich sag euch, ein Oktopus ist ein Scheißdreck dagegen – haute und kratzte. Als ich dann den nächsten Tritt abbekam, hatte ich genug. Ich stand ruckartig auf, brüllte: „Dann mach’s halt alleine!“ Ich stürmte zum Fenster, ließ das Rollo runter und riss die Vorhänge zu und blaffte das Kind an: „Dann geh halt allein ins Bett! Mir reicht’s für heute! Gute Nacht!“ Ging raus und machte die Tür zu. Ich war sauer, wirklich, wirklich sauer und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, gab der Gatte auf dem Bett liegend mit der Zeitung in der Hand auch noch seinen Senf dabei: „Was war denn los?“ „Er tickt total aus, beißt, kratzt und haut und so!“ „Naja, du bist ja auch total aggressiv! Du bist total angenervt, dass ich mich nicht um die Kinder kümmere“
Ich muss ehrlich sagen, ich war sprachlos! Klar, war ich genervt und ehrlicherweise bereute ich in diesem Moment auch schon, dass ich so gebrüllt hatte und einfach abgehauen war und die Tür zugemacht hatte und das direkt vorm Schlafen – aber wie Pascha auf dem Bett liegen und mir sagen, ich sei total aggressiv, nachdem das Kind MICH geschlagen und getreten hat und ich darauf reagiere, finde ich schon ein starkes Stück. Ich weiß bis jetzt nicht, woher ich die Selbstbeherrschung nahm, ihm nicht den nächsten Gegenstand an den Kopf zu schmeißen, aber ich blaffte nun ihn an: „Mir geht’s selber total beschissen, aber daran denkst du in deinem Elend ja nicht!“ Dann drehte ich mich um, atmete tief durch, erkannte, dass ich den Mist nicht am Kind auslassen kann und ging wieder zum Sohnemann rein.
Der mit seinem Tutti und seinen Tüchern voll angezogen und mit großen blauen Augen im Bett lag und mich abwartend anschaute.
„Es tut Mama leid, dass sie einfach raus ist, aber ich konnte einfach nicht mehr. Es macht mich traurig, wenn du mich haust und trittst. Können wir uns jetzt ausziehen?!“
„Ja!“
So einfach. Ja! Und das Kind legte los, zog sich aus, ging aufs Töpfchen, ließ sich waschen und putzte Zähne. Alles so brav, dass ich noch ein schlechteres Gewissen hatte, einfach gegangen zu sein. Man merkte, dass er befürchtete, ich würde wieder gehen, wenn er nicht alles ganz lieb macht und das tat mir weh. Aber ich kann mich ja auch nicht einfach hauen lassen und irgendwann ist die Geduld auch mal erschöpft und man kann nicht mehr ruhig darum bitten, nicht getreten zu werden.
Man ist ja schließlich auch nur ein Mensch.
Um das wieder gut zu machen, krabbelte ich zu meinem kleinen Mann ins Bett unter die Decke, so wie er es wollte und sang ganz viele Lieder mit ihm und kuschelte, bis schließlich der Mond singen sollte und ich mit einem „Raus, raus, raus!“ der Tür verwiesen wurde.

Frhoppe 21.05.2015

20.05.2015 Links! – Erkenntnisse beim Orthopäden!

Endlich war er da! Der Termin zum Hüftultraschall, von dem wir uns neue Erkenntnisse zur Gesamtlage unseres Bauchschmerzbabys erhofften. Gehört hatten wir ja schon so einiges, dass eine Verspannung im Hals zu Bauchweh führen könne, dass diese Babys mit dem überstreckten Köpfchen meist auch Schreibabys sind und einiges andere mehr. Fand ich alles sehr plausibel und hatte mich darum schon entschieden, dass wir dem Orthopäden eine Überweisung zum Osteopathen aus den Rippen leiern wollten.
Das war aber gar nicht nötig! Der Doktor warf eine Blick auf unsere Tochter, legte die Hände hinten um ihr Köpfchen und hob ihren Oberkörper zu sich heran!
„Na, Mäuschen, lass mal locker!“ Tat sie aber nicht, also wandte er sich mir zu. „Wie lange hat die Geburt gedauert?“ wollte er wissen.
„Naja, relativ lange, weil sie nicht ins Becken gerutscht ist!“
„Das zählt nicht, wie lang war die eigentliche Geburt denn? Also danach?!“
„Die ging ziemlich schnell!“
„Ja und da haben wir auch schon das Problem! Zu schnell ist nicht gut und zu langsam auch nicht. Sie hat eine Blockade im Hals. Schreit sie viel?“
„Nicht prinzipiell. Eigentlich ist sie gut drauf, aber sie hat viel Bauchweh und dann schreit sie!“
„Ja, das dachte ich mir. Meistens geht eine Blockade im Hals mit einer Blockade im Hüftbereich einher und das wirkt sich auf den ganzen Verdauungstrakt aus. Ich schau mir das gleich im Ultraschall mal an!“
Und das tat er! Ergebnis: Wir haben ein Kind mit zwei super gesunden Hüften, aber einer linksseitigen Blockade, wie er uns nach dem kurzen Zuruf „Links!“ in Richtung der Sprechstundenhilfe mitteilte. Wir nutzten die Gelegenheit, um das Wort Osteopathie fallen zu lassen und er nickte zustimmend. „Ja! Das habe ich der Schwester gerade mit dem Zuruf Links mitgeteilt! Hier verstehen wir uns so gut, da reicht das Kommando links und sie weiß, dass sie ein Rezept über drei mal Osteopathie ausstellen soll!“
Jetzt haben wir also ganz ohne Betteln das, was wir für unser kleines Mädchen wollten. Hoffentlich bekommen wir ganz bald einen Termin und hoffentlich hat sie dann nicht mehr andauernd solche Bauchschmerzen. Wobei ich schon auch ein bisschen gespannt bin, wie sich die Sache mit der Osteopathie auf ihr Wesen auswirkt. Alle mit denen ich bisher gesprochen habe, meinten, dass ihre Kinder danach wie ausgewechselt waren, gut gelaunt und fröhlich! Das ist unsere Maus ja im Grunde schon jetzt, außer wenn sie Bauchweh hat. Wahrscheinlich ist es dann nicht mehr auszuhalten vor lauter Frohsinn 😉

Frhoppe 20.05.2015