08.05.2015 Unser erstes Playdate – oder warum gute Freunde das wichtigste sind!

Erkenntnisse des Tages:

  • Heute morgen wachte der Sohn mit einem völlig nassen Schlafanzug auf – die Windel hatte einfach keine Chance gehabt!
    „Was ist denn da passiert,“ fragte Papa!
    „Ich hab mich mit Wasser bekleckert!“
    „Und wo ist deine Tasse?“
    „In der Küche!“
    Stimmt – und zwar seit gestern Abend. Wasser war DAS garantiert nicht!
  • Beim abendlichen Singen:
    „Mama, du musst was sagen,“ flüstert der Sohn verschwörerisch.
    „Was soll ich denn sagen,“ frage ich genauso verschwörerisch.
    „Brokkoli!“

Ich habe viele Freunde und Bekannte, aber ich muss sagen, dass ich nicht unbedingt viele sehr gute Freund habe, ich glaube ich kann die sehr guten Freunde sogar an zwei Händen abzählen. Und auch wenn das nicht immer einfach ist, vor allem jetzt wo meine beste Freundin nach Irland gezogen ist, finde ich das gar nicht weiter schlimm, denn ich weiß, dass ich mich auf diese Menschen so sehr verlassen kann, dass sie jeder für sich für zehn Menschen stehen. Ich weiß, dass sie mir nichts wirklich übel nehmen, vor allem nicht, dass ich in letzter Zeit mehr als nur vergesslich und unaufmerksam bin, ich weiß, dass ich sie jederzeit um Hilfe bitten kann – sogar, dass meine Beste sich sofort in den Flieger setzen und kommen würde, wenn es ein Notfall ist –, und ich weiß, dass sie immer für mich da sind, ohne auch nur darüber nachzudenken.
So wie heute!
Wir hatten nämlich unser erstes Playdate. Eine sehr gute Freundin – und Mama, mit Kindern in derselben Kita wie unser Sohn und zudem auch Schwägerin meiner besten Freundin – wollte gerne heute unseren kleinen Mann von der Kita mit nach Hause nehmen, ihn einfach mal abholen. Ich dürfe gerne dazustoßen, es sei auch noch eine weitere Freundin mit ihren beiden Kindern da. Ich stieß gerne dazu und wir hatten einen wirklich tollen Nachmittag, denn die vier älteren Kinder – zu denen auch der kleine Mann ganz stolz gezählt wurde – spielten im Kinderzimmer, während wir Mamas mit den drei jüngeren Kindern ganz klischeehaft bei einem Kaffee die verhältnismäßige Ruhe genossen. Sogar zum Abendessen wurden wir noch mit eingeladen, was wirklich super war, denn der kleine Mann war schon so müde, dass er Abendessen nach dem Heimweg bzw. Heimweg ohne Abendessen nicht mehr gepackt hätte. Schon ihn beim Abendessen in einigermaßen ruhige Bahnen zu lenken, war nicht unbedingt einfach.
Allein dieser Nachmittag, diese selbstverständliche Gastfreundlichkeit, zeugt für mich von Freundschaft, doch was ich meine, bewies sich nur Minuten später. Nach dem Abendessen nämlich wollte ich, dass sich der kleine Mann anzieht. Das wollte der aber nicht. Gleichzeitig schrie die kleine Maus, es sei dem sie wurde in ihrer Wagentasche geschuckelt oder im Fliegergriff getragen. Das Resultat daraus folgte auf dem Fuße, ich bekam Magenschmerzen. Zunächst dachte ich noch, das würde sich schon wieder einrenken, leider stellte sich schnell heraus: Keine Chance. Den Papa anrufen, damit er uns abholt, ging nicht, denn der fuhr wiederum seinen Papa gerade zum Skat und wäre frühestens halb acht wieder erreichbar bzw. in der Nähe. Also nahm ich das sofort angebotene Wärmekissen doch an und erbat mir ein paar mehr Minuten in der Hoffnung auf wundersame Heilung. Es ist jetzt nicht schwer zu erraten, dass die nicht kam – im Gegenteil, es wurde wieder einmal richtig heftig. So heftig, dass mir der Schweiß ausbrach und ich nicht mehr sprechen konnte. Kurzerhand übernahm meine Freundin das Kommando. Sie kümmerte sich darum, dass der kleine Mann sich anzog, schaukelte nebenbei die Babyschale – man merkt, dass sie drei Kinder hat und super managed! – und packte nebenbei noch meine Sachen. Dann verkündete sie, dass sie mich selbstverständlich jetzt nach Hause fahren würde, so könne ich ja natürlich nicht laufen – konnte ich auch nicht. Während ich noch in Schmerzen auf ihrer Couch lag, nahm sie Kinderwagenschale und alle Taschen, rief ihre größere Tochter, die unseren kleinen Mann an die Hand nahm und machte sich auf den Weg zum Auto mit der Bemerkung, ich solle einfach kommen, sobald ich wieder in der Lage sei zu laufen. Nach einer Ibuprofen – in Zukunft nehme ich die schneller, die wirkte wahre Wunder – ging das dann tatsächlich, auch wenn mein Kreislauf ziemlich am Ende war nach diesem Schmerzmarathon, und wir wurden heil und sicher nach Hause gebracht, sogar bis nach oben in die Wohnung. Ich durfte nicht einmal die Wagenschale selber tragen.
Und so sind sie, meine wenigen sehr guten Freunde. Sie fahren mich spontan nach Hause oder auch nachts um zwölf in die Zahnklinik, weil mir ein Zahn abgebrochen ist. Sie nähen ohne zu zögern die allersüßesten Babysachen und geben mir meine Kinderwagenschale vollgepackt mit lauter Überraschungen zurück. Sie organisieren meinen Junggesellinnenabschied und die Deko für die Hochzeit, obwohl sie selbst in Arbeit schwimmen. Sie schimpfen nicht, wenn unser Sohn beim Frühstück ihre Wand anmalt, weil er nicht weiß, wo das Whiteboard endet und denken zuerst an uns, wenn sie ein Hüpfpferd zu vererben haben. Sie vermachen uns die kaum getragenen, wunderschönen Sachen ihres Sohnes und haben immer Kuchen für uns. Sie schenken uns einen Besuch im Tierpark, obwohl sie selbst kaum Geld haben und teilen Freud und Leid als erstes mit uns. Ich könnte noch seitenlang so weiterschreiben, aber eigentlich gibt es nur eins zu sagen:

Ich liebe Euch. Von ganzem Herzen. Ihr seid Menschen, wie die Welt sie mehr braucht. Ihr seid die Heldinnen in meinem Leben, diejenigen, die mir Vertrauen in die Menschheit geben. Ihr seid die, zu denen ich IMMER kommen würde und denen ich jederzeit meine Kinder anvertraue! Ihr seid Menschen, wie ich sie meinen Kindern zum Freund wünsche und erbitte! Und ich hoffe, dass ich euch eines Tages all das zurück geben kann, was ihr mir jeden Tag schenkt!
Danke! Danke, dass es euch gibt!

Frhoppe 08.05.2015

Advertisements