22.04.2015 Fresspause für die Fressraupe

Nach einer mit weniger Schlaf gesegneten Nacht – im Ernst jetzt, ich glaube, ich habe keine Stunde am Stück geschlafen – durften wir als erstes ein großes Erfolgserlebnis mit dem kleinen Mann teilen. Ein im wahrsten Sinne großes Ereignis, denn seit einiger Zeit haben wir mit dem Töpfchen-Training angefangen und heute befand sich im Töpfchen tatsächlich wieder ein großer Haufen. Wie stolz der kleine Mann darüber war, erwies sich am Abend, als allein die Erinnerung an den morgendlichen Erfolg ihn dazu brachte, sich freiwillig auf das Töpfchen zu setzen. Auch das ist nicht unbedingt zu unterschätzen, denn auch wenn wir keinen Zwang anwenden, so ist das komische weiße Plastikding nicht unbedingt der beste Freund unseres Sohnes.

Nachdem der Sohnemann dann wohlbehalten in der Kita abgegeben war, erwarteten wir gespannt den vorerst letzten Besuch unserer Hebamme. Immerhin wollte ich wissen, was sie von dem gestrigen Trinkexzess unserer Fressraupe hielt. Und wenn sie mir nur sagen würde, ich soll mich nicht so haben, das sei alles ganz normal, dann wäre das auch okay, dann hätte ich wenigstens eine Richtlinie!
Tja, was soll ich sagen – normal ist das, aber eben weil bei Babys alles quasi alles normal ist. Aber normal ist das nicht!
Will heißen: „Wenn du sogar weinst, dann hat sie dich ziemlich rund laufen lassen gestern.“ Und nachdem sie sich das Fressverhalten unserer kleinen Raupe schildern lassen hat, und die kleine Maus ein wenig beim Trinken beobachten konnte – sie hatte nämlich wenig überraschend gerade wieder ein Hüngerchen – verordnete sie eine Fresspause. Mama hat nämlich viel, viel Milch und die kommt immer direkt rausgeschossen aus der Brust, so dass das Würmchen am Anfang gar keine Wahl hat, wobei sie auch nicht so aussieht, als sei sie damit unzufrieden. Es heißt also „Trink oder stirb!“ Und sie trinkt mit einer Inbrunst, dass man denken könnte sie sei völlig ausgehungert. Das Problem an der Sache ist aber, dass sie dabei leider viel Luft schluckt, was dann wiederum Bauchweh zur Folge hat, welches sie ganz furchtbar piesackt und zwickt. Sie ist also latent unzufrieden und fühlt sich unwohl und verwechselt das dann mit Hunger. Oder wie unsere Hebamme es ausdrückt: „Na klar will sie bei Mama an die Brust – da ist für sie alles gut!“
Ihre Empfehlung? Mindestens zwei Stunden muss das kleine Milchmonster durchhalten, alles andere ist schlecht fürs Bäuchlein. Wenn sie vorher wieder kommt, dann geben wir Fenchel- oder Bauchwohltee und tragen sie unermüdlich im Fliegergriff durch die Gegend, damit der Bauch besser wird. Und beim Trinken soll sie möglichst aufrecht auf meinem Bauch liegen, das reduziert den Druck, mit dem ihr die Milch in den Mund schießt!
Einzige Ausnahme von der Regel – sie hat vor der Mahlzeit vier bis fünf Stunden geschlafen! Dann darf sie auch drei oder vier mal hintereinander Hunger haben, denn sie muss quasi ihre Speicher wieder auffüllen.
Vier bis fünf Stunden geschlafen hat sie heute nicht und auch keine zwei Stunden durchgehalten, also konnte ich das mit dem Fencheltee gleich mal ausprobieren. Wer jemals versucht hat, Flüssigkeit, die einem Kind nicht schmeckt mit einem Teelöffel in selbiges Kind hineinzubekommen, der weiß wie sich ein Kampf mit einem Tintenfisch einfühlt. Die gute Nachricht ist aber, dass das Kind irgendwann so sauer ist, dass es das Zeug vor Wut schluckt, statt es fein säuberlich mit der Zunge aus dem Mund herauszuarbeiten. Ich muss ehrlich sagen, zwischendurch war ich versucht, die kleine Maus einfach wieder anzulegen – was weiß denn schließlich die Hebamme schon? Tja, leider eben eine Menge und so hörte ich dann doch auf die dämliche Vernunft, die mir ins Ohr schrie, das Baby jetzt anzulegen macht das Problem nicht besser, sondern verschiebt es nur um einige wenige Minuten. Tatsächlich schlief die Maus dann auch wieder ein – zwar auf meinem Bauch und sie brüllte auch, sobald ich sie weglegen wollte – aber immerhin habe ich sie erfolgreich von ihrem „eingebildeten“ Hunger ablenken können. Denn das der Hunger eingebildet ist, merkt man daran, dass sie sich mit Tee und Kuscheln hat abspeisen lassen. Wenn sie nämlich richtig Knast hat, dann hilft nix davon, dann muss das Titti raus, aber Zackzack.
Nun immerhin war sie dann einigermaßen entspannt, als es daran ging, ihren großen Bruder abzuholen. Da war sie gerade gesättigt und frisch gewickelt nach einem monströsen Pups. Tatsächlich bin ich nicht sicher, ob es nicht der Pups war, der sie so entspannt hat, denn der war wirklich erfurchtgebietend, wenn man bedenkt, dass er aus so einem kleinen Wesen kommt. Jedenfalls konnten wir uns auf diese Art beim Abholen auf das größere Kind konzentrieren, das sich mir auch wieder überschwänglich in die Arme schmiss und mich ganz süß mit einem Kuss begrüßte. Er nahm nämlich mit seinen beiden Händchen mein Gesicht zu sich herunter und gab mir einen dicken Schmatz. Zu Hause angekommen heimste er dann noch einmal Lorbeeren ein. Obwohl er nämlich schon seine Schokolade schon in seinen Nostalgie-Pappostereiern gefunden hatte – die gibt es nämlich rationiert seit Ostern immer dann, wenn er sich ordentlich die Zähne putzt (morgen gibt es übrigens keine – soviel dazu!) – legte er sie noch einmal weg und zog sich erst seine Jacke und seine Schuhe ganz von allein aus! Keine Frage, dass er dafür ein riesiges Lob bekam, denn normalerweise streiten wir darüber, dass zu Hause als erstes Jacke und Schuhe ausgezogen werden. Ein zweieinhalbjähriger Junge, der das freiwillig tut, obwohl er seine Schokolade schon erbeutet hat, verdient ein Extralob, finde ich.
Leider sind kleine Jungs eben doch keine richtigen kleinen Jungs, wenn sie nicht wenigstens einmal am Tag Quatsch machen und so mussten wir dem größeren Kind dann noch erklären, dass sich sich die Kuh und der Bauer ganz viel Mühe geben, um die Milch zu machen und dass es darum gar nicht schön ist, wenn er die Milch absichtlich und vor allem aus reiner Provokation auf den Boden spuckt. Als Konsequenz gab es dann heute keine Milch mehr – da unser Kind in der Regel nur Milch und Wasser trinkt, ist das eine Kürzung seiner Auswahlmöglichkeiten um 50% – und er musste den Boden allein trocken wischen. Er resümierte dann ein wenig später, dass die Kuh und der Bauer sehr traurig sind und wirkte darüber ehrlich betroffen, aber ich bezweifle dennoch nicht, dass er nicht das letzte Mal auf den Boden gespuckt hat.
Dafür hat er aber nach dem Zubettgehen und dem Abendritual noch einmal ganz laut nach uns gerufen, weil er seiner kleinen Schwester noch nicht Gute Nacht gesagt hatte. Erst nachdem wir ihn das nachholen ließen, konnte er beruhigt und sekundenschnell einschlafen.
Und ich habe jetzt das kleinere Kind an den Papa verkauft und gönne mir ein heißes Zeit-für-Dich-Bad, damit ich auch morgen noch kraftvoll zupacken kann!

Frhoppe 22.04.2015

28.10.2014 Geburtstagskuchen vom Onkel

Als ich heute morgen das Zimmer des kleinen Mannes betrat, war das Kerlchen schon putzmunter und ließ sich widerstandslos Fieber messen. Ich muss sagen, ich war ziemlich überrascht als ich feststellte, dass die Temperatur des kleinen Mannes bei total normalen 37,2° lag. Dem Gang in die Kita stand also nichts im Wege.
Dort angekommen konnte ich den Sohn dann auch direkt als vermisst melden, so wenig interessierte ihn meine Anwesenheit. Aber wenigstens konnte ich so ruhigen Gewissens gehen. Als ich den kleinen Mann dann nach dem Mittag wieder abholte, erzählte er mit sofort, dass ihm das Essen heute geschmeckt habe. Wirklich mitkommen mit mir wollte er aber nicht. Viel lieber wäre er da geblieben. Erst als ich ihm erklärte, dass sein Onkel heute Geburtstag habe und wir deswegen nach Hause müssten, erklärte er sich gnädigerweise bereit mich zu begleiten. Um ihn dann zu Hause zum Mittagsschlaf zu bewegen, erzählte ich dem kleinen Mann, dass es nach dem Schlafen Kuchen von seinem Onkel geben würde.
Im Nachhinein erwies sich das als ausnehmend unkluge Idee, denn kaum war der kleine Käfer erwacht, fragte er nach dem Kuchen. Nun war es allerdings erst halb drei und der Onkel wollte erst gegen vier kommen. Den ganzen Nachmittag verlangte er alle 5 Minuten den Kuchen und als es dann kurz nach vier endlich klingelte, schaffte der Sohn es gerade noch eben so dem Onkel alles Gute zu wünschen, bevor er nach dem Kuchen fragte. Leider sollte der Kuchen erst angeschnitten werden, wenn auch der Papa endlich zu Hause wäre, was in diesem Fall eine weitere Verzögerung von einer halben Stunde bedeutete.
Das Kind saß nun also eine halbe Stunde am gedeckten Tisch, war von seinem Stuhl nicht wegzubewegen und forderte lautstark den Kuchen. Und als wenn das noch nicht genug wäre, wies der gemeine Opa väterlicherseits immer wieder auf das Objekt der Begierde hin, was den Sohn natürlich immer nervöser machte.
Es war fast komisch mit welcher Erleichterung er dann schließlich sein Stück Kuchen verschlang.

Frhoppe 28.10.2014

21.10.2014 Alle meine Böckchen…

Der heutige Tag begann bereits mit schlechter Laune. Wahrscheinlich der durch nächtlichen Durst bedingten halbstündigen Störung des kindlichen Schlafes geschuldet, war der kleine Mann denkbar übel drauf. Nichts war richtig, nichts gut, er wollte nicht wickeln, nicht anziehen, nicht frühstücken, gar nichts. Lediglich der Gedanke in die Kita zu gehen, bewegte den kleinen Kerl endlich zur Handlung. Kaum waren wir dann in der Kita angekommen, freute er sich aber sehr darüber, seine Erzieherin zu sehen und begann auch umgehend fröhlich zu spielen. Zumindest bis zum Morgenkreis. Den wollte er heute auch nicht so richtig mitmachen, ließ sich aber zumindest davon überzeugen halbwegs daran teilzunehmen, zumindest solange ich hinter ihm sitzen blieb. Allerdings ließ er mich heute sehr schnell und problemlos gehen, vorsichtshalber warnte ich aber seine Erzieherin vor, dass es um des Kindes Laune nicht zum allerbesten stand.
Als ich ihn dann Mittags wieder abholte, wurde ich stürmisch und aufgeregt plappernd und lachend begrüßt, sodass ich zunächst dachte, es sei doch alles prima gelaufen. Sohnemanns Erzieherin berichtete mir dann aber doch vom ersten massiven Bock des kleinen Mannes in der Kita. Das Kind wollte schlicht und einfach und partout nicht in den Garten und hat diese Meinung standhaft vertreten. Selbst nachdem alle anderen Kinder fertig waren, war er nicht bereit sich anziehen zu lassen, was dann darin gipfelte, dass er in einem unbeachteten Moment und eine durch ungünstige Verkettung der Umstände zweier offener Türen in Richtung Straße türmte. Dies wiederum hatte zur Folge, dass die Erzieherin des Böckchens zum ersten Mal ernsthaft mit ihm schimpfte und dies war auch der Grund für ihren Bericht. Sie wollte einfach, dass ich Bescheid wüsste, falls der Sohn etwas in diese Richtung erwähnen sollte. Ich versicherte ihr im Gegenzug, dass dies für mich okay sei, denn im Grunde vertreten wir – in vernünftigen Grenzen – die Ansicht: Wo das Kind zu Besuch ist, gelten die Regeln des Gastgebers/Betreuers. Ob wir nun dabei sind oder nicht. Insofern ist es auch richtig, dass die Erzieherin schimpft, wenn er nicht hören mag, vor allem bei solch wichtigen Sachen.
Aber wie zum Ausgleich wurde der Sohn dann noch gelobt. Zum Mittagessen gab nämlich Nudeln und Tomatensauce und Currywurst. Ich nehme an, es lag an der Beschaffenheit der Wurst – vermutlich mit Darm – jedenfalls sagte sie dem Sohn nicht zu. Statt sie jedoch einfach auszuspucken, schaute er die Erzieherin an und sagte „Schmeckt nicht!“ woraufhin sie eine Schüssel zum sauberen Entsorgen der unerwünschten Essenskomponente holen konnte. Sie hob dann noch deutlich hervor, dass sie es toll fand, wie klar der kleine Kerl sein Missfallen kommuniziert hat.
Auch sonst – und trotz der guten Laune – war in Sachen Sprache heute wieder ein erfreulicher Tag. Am Nachmittag rezitierte das Kind fehlerfrei die gesamte erste Strophe von „Alle meine Entchen“ – mit Wiederholung. Und wenn ich den kleinen Schatz jetzt frage: „Weißt du was?“ Dann lacht er mich an und antwortet: „Mama hat dich lieb!“ Ich finde das so niedlich und so toll, dass es für ihn so selbstverständlich ist!
Und nach unserem nachmittäglichen Termin bei der Gynäkologin konnten wir ihm heute auch mitteilen, dass er vermutlich eine kleine Schwester bekommen wird, was ihn dazu veranlasste, sein Ohr auf meinen Bauch zu legen und „Hallo Baby“ zu sagen.

Frhoppe 21.10.2014

16.10.2014 Piff, Paff, Puff mit Fingerchen

Ich muss sagen, dass es mir heute morgen sehr schwer fiel, rechtzeitig aufzustehen, denn mich hat jetzt der Kita-Schnupfen des Kindes auch voll erwischt, nur dass es mir – wie es ja immer so ist mit Kinderkrankheiten – deutlich schlechter geht als dem Kind. Und da man ja mit 5 Monate altem Baby im Bauch ohnehin nicht immer die beste Kondition und Konstitution hat, war ich entsprechend weniger positiv gegenüber der Idee des frühen Aufstehens eingestellt. Aber wie sagt der Kölner: Wat mutt, dat mutt! Zumal der Gnom auch wieder schon hellwach war, als ich noch schlaftrunken ins Bad tappte.
Dementsprechend war ich dann auch ganz froh, als mir die Erzieherin mitteilte, ich dürfe heute ebenso wie gestern bereits um zehn gehen und sogar bis NACH dem Mittagessen wegbleiben. Volle zwei Stunden Freiheit! Na gut – es waren nur knapp eineinhalb, weil ich dann doch länger da war, um beim aufgrund des Regenwetters erschwerten Anziehen der acht Kinder zu helfen, aber ich habe es trotzdem geschafft, in Ruhe einen Kaffee zu trinken und wuschelweiche Kuschelwintersocken zu kaufen.
Der Vormittag heute in der Kita war ein wenig besonders, denn eines der Kita-Kinder hatte Geburtstag und so wurden im Morgenkreis bis auf das Begrüßungslied hauptsächlich Geburtstagslieder gesungen und außerdem waren heute auch die ganz Kleinen beim Morgenkreis anwesend – die sind normalerweise eine Art Extragruppe, auch wenn die Räume untereinander offen sind. Dieses Beisammensein stellte dann auch eine größere Herausforderung bei der Vesper dar, denn die Mama des Geburtstagskindes hatte Cake-Pops gebacken – für alle die das nicht kennen: das ist Kuchen am Stiel, überzogen mit Schokolade und Streuseln drauf, wie ein Lolli halt, nur aus Kuchen.
Während die Erzieher noch darüber rätselten, ob die Kinder es wohl schaffen würden das halbwegs sauber zu essen – ich dachte, naja so mit Stiel sollte das eigentlich gehen – bewies mein Sohn, dass es nicht nur geht, sondern auch schnell!
Etwas ungläubig fragte die Erzieherin der „kleinen“ Gruppe, ob sich mein Kind gerade den gesamten Kuchen in den Mund gesteckt habe. „Ja hat er“, bestätigte ich. „Das ist seine bevorzugte Strategie. Soviel wie möglich, so schnell wie möglich in den Mund stecken.“ Das ist insofern ein erstaunliches Verhalten, da er es nur bei Banane und Süßkram an den Tag legt, ansonsten isst er ja ordentlich. Woher diese Verlustangst kommt, weiß ich ehrlich gesagt nicht, es isst ihm ja keiner was weg. Wenn er denn mal was bekommt, dann hat er auch für sich. Aber vielleicht ist es genau das. Er bekommt – von Banane mal abgesehen – eher selten Süßes oder Kuchen, bei uns zu Hause eigentlich gar nicht, also nutzt er die Chance, wenn sie sich im bietet oder so! Keine Ahnung. Auf jeden Fall sorgte er heute für Spaß beim Händewaschen, denn er outete sich als Gegner des Konsums. Er entschied, dass nicht jedes Kind sein eigenes Handtuch haben müsse, sondern hängte sehr geduldig alle Handtücher an einen Haken und freute sich dann über das Ergebnis. Das nun keiner mehr wusste, wem welches Handtuch gehörte – in Kitas ja auch durchaus eine Hygienefrage, könnte ich mir vorstellen – war ihm relativ gleichgültig.
Im Übrigen war er das einzige der Kinder, das halbwegs sauber aus der Sache mit dem Schokoladenkuchen herauskam, von Tisch und Boden ganz zu schweigen – was mich und eine andere Eingewöhnungsmama dann dazu verleitete, nicht ganz ernsthafte Mutmaßungen über die beste Geburtstagsnahrung anzubringen. Wir einigten uns auf leicht angetautes Eis in den Sorten Schokolade und Blaubeere. Dies wiederum veranlasste unsere Bezugserzieherin zu der Äußerung: „Hach, ich liebe meine Eltern.“, worüber wir dann alle sehr lachen mussten.
Und noch etwas war heute sehr erfreulich: Nach einem dreistündigen Mittagsschlaf verlangte das Kind: „Mama soll Käse holen.“ Als ich darauf hin erwiderte: „Das ist aber keine schöne Art zu fragen!“ überlegte er kurz und sagte dann steinerweichend grinsend: „Ich möchte bitte einen Käse!“ Darüber hinaus sangen wir mehrfach das schöne Lied „Mit Fingerchen!“ (Text unten), wobei er nicht nur schon toll mitmachte – Finger, flache Hände, Fäuste, Hände über dem Kopf und vor den Augen kann er schon – sondern sich auch noch bekugelte vor Lachen über den Jäger, der Piff, Paff, Puff macht und lauthals Piff, Paff, Puff krähend durch die Wohnung rannte.
Und wer so ein herzhaftes Kinderlachen hört, weiß wie gut das fürs Gemüt und die Seele ist und somit geht es mir heute trotz körperlicher Gebrechen, die mich jetzt schon ins Bett gezwungen haben, psychisch sehr gut.

Anmerkung: Text zu „Mit Fingerchen“ für alle Nachahmer, die es nicht kennen:

Mit Fingerchen, mit Fingerchen
(Mit beiden Zeigefingern auf den Tisch klopfen.)
mit flacher, flacher Hand
(Mit den Händen auf den Tisch klopfen.)
mit Fäusten, mit Fäusten
(Mit den Fäusten auf den Tisch klopfen.)
mit Ellenbogen
(Mit den Ellenbogen auf den Tisch klopfen.)
klatsch, klatsch, klatsch.
(In die Hände klatschen.)

Legt eure Hände auf den Kopf,
(Hände falten und über den Kopf heben)
forme einen Blumentopf,
(Die Hände zu einem U öffnen.)
leg die Finger zu ner Brille,
(Daumen und Zeigefinger zu Kreisen formen und um die Augen legen.)
und dann sei auch mal ganz stille.
(Leise sprechen und dann den Zeigefinger auf die Lippen legen.)

Kommt der Jäger und macht:
Piff! Paff! Puff!
(Erst mit einer, dann mit der anderen und bei
puff mit beiden Handflächen auf den Tisch klatschen.)
Frhoppe 16.10.2014

15.10. 2014 Der Fischmann aus Stralsund oder: Es gab Schokolade zum Mittag!

Das zumindest war die einhellige Meinung aller Kinder zum Mittagessen des heutigen Tages, an dem wir, man ahnt es schon, nach erfolgreich überstandener Trennung wieder teilnehmen durften. Tatsächlich gab es heute Eierkuchen mit Nougatfüllung – ich muss sagen, ein denkbar ungeeignetes Essen für einen Nestbereich in einer Kita. Nicht das die Kinder sie nicht mochten – Nein, die waren begeistert von der vielen Schokolade und dem Apfelmus.

Allerdings muss man bei Eierkuchen ja bedenken, dass es ja eigentlich runde Fladen sind. Diese waren mit Nougatcreme bestrichen, gerollt und dann in Stücke geschnitten worden. Mit dem Ergebnis, dass jetzt im Prinzip breite mit Schokolade bestrichene Spagetti auf den Tellern der Kinder lagen. Wer nun schon einmal Kinder Spagetti mit Tomatensauce hat essen sehen, der weiß, was er sich vorstellen muss. Nur mit circa 10 mal so breiten Spagetti voller Tomatensauce. Erstaunlicherweise blieb unser Sohn auch heute sehr sauber. Weder der Tisch noch er selbst bekamen Schokolade ab. Er schaffte es sogar sehr konzentriert, seine letzte Eierkuchenspagetti auf den Löffel zu schieben und sie dann zusammenzufalten, bevor er sie in den Mund schob.
Ich war einigermaßen erleichtert darüber, denn im Anschluss an die Kita sollte es zu den Urgroßeltern gehen, die Besuch von ihrem Sohn – also meinem Vater und Sohnemanns Opa – sowie dessen Gattin erwarteten. Als ich dem Sohn entlocken wollte, wer denn da wohl käme ergab sich folgendes Gespräch:
„Wir fahren jetzt zu Oma I. Und Opa K. Und weißt du wer da kommt?!“
„Nein!“ Ehrlich Antwort, woher sollte das Kind es auch wissen, ich hatte ihm ja noch nichts verraten.
„Wer kommt aus Stralsund?“ gab ich einen Hinweis auf die Wohnstätte des Opas.
Da strahlte das Kind: „Der Fischmann!“
Ja! Da hat er durchaus Recht! In der Nähe der Kita hat nämlich immer Mittwochs ein Fischhändler aus Stralsund seinen Stand! Und eben jener Fischhändler war in der Erinnerung des Sohnes nun einmal noch frischer als der Ostsee-Opa, zumal dieser ihm auch in der Woche zuvor noch ein Brötchen geschenkt hatte.

Frhoppe 15.10.2014

14.10.2014 Das erste Mittag!!!

Also nicht überhaupt! Aber in der Kita. Es gab Königsberger Klopse mit Kartoffelstampf.

Und das kam so:
Schon am Morgen war der kleine Käfer hellwach, plapperte bereits munter vor sich hin und begrüßte mich aufgeregt. In die Kita müsse man gehen. So weit, so bekannt, wenn auch erfreulich, ist es doch ein Zeichen der zunehmenden Akzeptanz der neuen Lebenssituation. Zudem fragte der Sohn das erste Mal namentlich nach einem anderen Kita-Kind und das alles noch vor dem Frühstück.
Das Frühstück selber lief dann etwas unkonzentriert ab, denn der kleine Kerl musste immer wieder den Familienstammbaum ansehen und mich vor allem daran erinnern, das wir das mitnehmen müssen und … geben. Er trug es dann auch ganz stolz bis zum Auto und vom Auto in die Kita und dort angekommen, suchte er gleich seine Erzieherin um ihr stolz seine Familie zu präsentieren. Als sie dann das Machwerk nachmittäglicher Kreativität in den Händen hielt, erklärte er ihr auch gleich ganz konzentriert diverse Namen. Besonders schön fand ich aber, dass sich Sohnemanns Erzieherin dann nach dem Morgenkreis – dem ich heute im übrigen nicht beiwohnte – mit den Kindern hinsetzte und unseren Stammbaum anschaute. Dabei erklärte sie dann auch den anderen Kindern, wer da nun wer ist – das hatte ich ihr vorsorglich dazugeschrieben, damit sie die auf Nachfrage des Kindes auch parat hat. Sie muss sich immerhin schon die Namen der Kinder und Eltern merken, da ist die ganze Familie dann doch zu viel verlangt, aber Kinder machen diesen Unterschied eher noch nicht. Wenn sie Omas und Opas mit ihrem Namen kennen, dann muss das doch ihre Erzieherin wohl auch.
In einer ruhigen Minute erklärte ich dann auch noch, warum ich von den Rudelmitgliedern zumeist ein Foto mit dem kleinen Mann zusammen ausgewählt habe und dann auch noch in Klammern das etwaige Alter dazugeschrieben. Der kleine Käfer zeigt nämlich außerordentliches Interesse an Bildern von sich selbst als Baby und da ich irgendwo gehört oder gelesen habe, dass das Anschauen von eigenen Babybildern bei der Akzeptanz des neuen Babys helfen kann, fand ich, es kann auch nicht schaden, wenn er das in der Kita sieht. Und so kann im Fall der Fälle eben auch die Erzieherin darauf reagieren, sofern, dass Kind das fordert. Positiver Nebeneffekt? In der Kita wissen sie jetzt auch Bescheid. Gedacht hat sie es sich zwar fast schon, aber sie hat sich nicht getraut zu fragen, weil der Bauch dann doch noch nicht eindeutig genug ist, um sich nicht doch zu irren.
Nachdem nun der Vormittag insgesamt ziemlich gut lief, der Sohn kaum einmal nach mir sah und meine gestrige Abwesenheit ja auch keine Probleme bereitete, durfte ich dann heute schon um 5 vor 10 „einkaufen“ gehen und musste erst um viertel nach elf wieder da sein. Die zweite freudige Überraschung war dann, dass der kleine Mann am Mittagessen teilnehmen durfte. Und ich konnte stolz feststellen, dass er von allen Kindern mit Abstand am saubersten isst. Nur ein einziger Soßenfleck war neben seinem Teller zu finden, während der Rest des Tisches wie ein Lageplan der Mittagsmahlzeit aussah. Allerdings hatte sich das Kind auch gleich zu Anfang Löffel und Gabel gesichert, völlig ungerührt davon, dass sein Nachbar nun kein Besteck mehr hatte.

Frhoppe 14.10.2014

12.10.2014 Kleiner Schelm!

Ein besonders ereignisreicher Tag war es eigentlich heute nicht. Zwar hatte die Urgroßtante des kleinen Mannes Geburtstag, aber da sie in einem Restaurant feierte, war das für den kleinen Mann nicht sonderlich spannend.

Allerdings schien ihm der Geburtstag der Tante auch sehr wichtig zu sein. Als ich ihm nämlich berichtete, dass die Tante Geburtstag hatte, teilte er mir sehr ernsthaft mir, dass wir einen Blumenstrauß kaufen müssen. Selbigen, im Übrigen fast halb so großen wie der kleine Mann selbst, Strauß trug der kleine Kerl stolz wie Bolle in die Lokalität und überreichte ihn brav dem Geburtstagskind.
Eine ganze Zeit lang saß er dann brav in seinem Hochstuhl, mampfte Knoblauchbrot und Pommes und schaute sich nebenbei ein Buch an. Dann allerdings – maßgeblich aufgrund der zur Neige gehenden Pommes – wurde er unruhig und glücklicherweise waren ja die Urgroßeltern auch da. Uroma sprang also auf und spazierte mit dem kleinen Kerl durch das Restaurant – nun: vielmehr spazierte der kleine Kerl und die Oma rannte hinterher. Aber was soll ich sagen? Sie hat es sich ja so ausgesucht. Wenn sie nicht will, dass er wegläuft, muss sie ihn festhalten. Wenn sie das nicht tut, muss sie eben rennen. Und der Sohn ist schnell!!!
Und ganz nebenbei wieder voll in einer rebellischen Phase.
Kaum waren wir zu Hause, stellte er nur noch Blödsinn an. Er räumte das Katzenklo aus, mit der Bemerkung, er müsse es sauber machen. Er ging an Schubladen, schmiss Flaschen durch die Stube, räumte den Badschrank aus und Papas Akkuschrauber und schob schließlich einen Stapel Karten unter die Schrankwand. Letzteres veranlasste mich zu der Aussage, das Kind habe heute wieder nur Knete im Kopf!
Und das Schlimmste an diesem kleinen Kerl ist, dass er bei allem Blödsinn, den er so macht, immer so unheimlich schelmisch lächelt und mit seinen riesigen blauen Augen Herzen weichzuklopfen versteht.

Frhoppe 12.10.2014

12.10.13 Besuch beim Griechen

Anlässlich des Geburtstages seiner Urgroßtante besuchte der kleine Mann heute den Stammgriechen besagter Großtante zusammen mit seinen Eltern. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass der kleine Mann das eigentlich Geburtstagsgeschenk war, so sehr freuten sich alle an der Anwesenheit des Strahlemanns.
Er thronte in seinem eigens herbei geschaften Hochstuhl und zeigte immer wieder freudig auf den Tisch mit dem vielen Essen. Vor allem das Knoblauchbrot hatte es ihm angetan, davon konnte er gar nicht wieder lassen.
Und so sehr der kleine Mann sich auch gefreut hat über das Knoblauchbrot, so übel war der Gestank hinterher. Ich schwöre, es gibt nichts absurder als ein niedliches, süßes, kleines Kind, das furchtbar nach Knoblauch stinkt aus dem Mund.
Ganz nebenbei gibt es noch zu berichten, dass der kleine Mann seit einer Woche in seinem eigenen Zimmer durchschläft!

Frhoppe 03.07.14

30.08.2013 Wenn die Augen größer sind und so…

Seid gestern bin ich krank – also ich, das heißt, die Mama! Mag es am mangelnden Schlaf der letzten Tage liegen oder auch dem Stress des Umzuges, in dem ich auch noch eine Arbeit auf Französisch schreiben muss, aber mich hat es voll erwischt. Ich schniefe, huste, habe Kopfschmerzen und Fieber und würde mich am liebsten einfach nicht bewegen.  Aber was soll ich nun sagen, das Kind sieht das anders.

Inzwischen ist er ja nun wirklich sehr mobil – er sitzt sehr sicher, zieht sich jetzt auch schon sehr häufig an allen möglichen Dingen hoch, was mir im Umzugschaos nicht immer so lieb ist – und ich bin eigentlich andauernd hinter dem davon krabbelnden Kind hinterher. Gerade heute könnte ich mir das gut und gerne sparen.  Dazu kommt, dass der Wurm das Essen entdeckt hat – Vor einer Woche berichtete ich ja schon vom Kampf Birne vs. zahnloser Mund vor vier Tagen haben wir uns dann an einer Leberwurststulle versucht, was auch sehr gut geklappt hat. So gut sogar, dass das Bärchen erkannt hat: „Aha…was Mama und Papa da in ihren Mund stecken, dass ist ja was Feines. Viel besser als mein Breipamps!“ In der Folge kräht er nun lauthals, wenn wir etwas essen wollen. So auch heute – und wenn man sich ohnehin zum Essen zwingen muss, dann will man sich dabei auch nicht die ganze Zeit anschreien lassen.

Also gab ich nach – blöder Fehler, ich weiß – aber ich dachte, was schadet es schon, wenn er jetzt halt ein Stück Wiener bekommt? Also gab ich es ihm … nun ja, eigentlich wollte ich ihn nur mal daran lutschen lassen. Flupp machte es und das Stück verschwand komplett in Babys Mund. Und der kleine Mann schaute mich ganz verdutzt an, wollte offenbar wissen, was er jetzt mit diesem Klumpen anfangen sollte. Und bevor ich noch denken konnte „mach mal“ begann er an dem Stückchen rumzuzutscheln. Das Ergebnis dieser Prozedur war ein Stück Wurstpelle, das mir nach getaner Arbeit in die Hand gespuckt wurde.

Ich bin ehrlich: Dieses Erlebnis hat mir meinen Tag gerettet, denn ich habe schon lange nicht mehr so herzhaft gelacht.

19.5.2014 frhoppe

29.08.2013 Babys erster Tag in der neuen Wohnung

 

Nun ist er endlich da, der große Tag für Baby – das erste Mal ist er richtig lange in der neuen Wohnung und hat dank des Umsonstladens an Papas Uni sogar schon seinen eigenen Laufstall in seinem Zimmer stehen – neben Überbleibseln, die unsere Vormieterin im Laufe der nächsten Wochen noch entsorgen wird. Der Versuch, ihn darin schlafen zu legen, scheiterte erbärmlich, was ich aber auch voll und ganz verstehen kann. Alles sieht anders aus, riecht anders und klingt auch ganz anders. Da hält sich Baby doch lieber an seinen Autositz, den kennt er wenigstens und da schlief er dann auch wirklich eine gute Stunde drin.

Was auch gut war, denn so war er ausgeschlafen, um die Vormieterin bei den Malerarbeiten genauestens im Auge zu behalten. Das war zu süß, wie er da auf meinem Schoß saß und die beiden wie ein Habicht beim Malern beobachtete.

Selbstverständlich musste er sich von der schweren Arbeit dann erst einmal erholen, aber das war auf unserem neuen, verglasten Balkon ja eine Leichtigkeit. Spieldecke ausgepackt und ausgebreitet und schon ging der Spaß los. Wie ein Wiesel krabbelte das Bärchen über den Balkon, erfreute sich an dem Kunstteppich da draußen und an dessen Beschaffenheit und rupfte munter das Stück Teppich auf der Türschwelle immer wieder herunter.

Und wie das so mit kleinen Bärchen nach einem aufregenden Tag ist – die haben einen großen Bärenhunger. Und weil bei Umzügen ja eh alles anders ist als sonst, gab es für den kleinen Mann heute das erste Mal Mamas Kartoffelsuppe – eine ganze Schale! In Rekordgeschwindigkeit vertilgt! Stolz isse, die Muddi! 😀

© frhoppe 07.01.2014