05.11.2014 Heute kein Mittagsschlaf!

Als ich heute Nachmittag in der Kita ankam, hatte der kleine Mann keinen Mittagsschlaf gemacht, was allerdings an dem Umstand lag, dass es direkt nach dem Mittag einen Zwischenfall mittlerer Katastrophenstufe gab.
Eines der Kinder büxte beim Wickeln aus. Es lief nun schon von Windeln befreit durch den Schlafraum und entschied leider genau in diesem Moment, dass es sein großes Geschäft genau jetzt verrichten müsse. Mitten im Schlafsaal. Da sich eine Gruppe Kinder naturgemäß nur sehr schwer vom Herumrennen abhalten lässt, blieb nicht aus, dass mehrere Kinder durch das Unglück hindurch rannten und damit den ganzen Kram im Schlafsaal verteilten und in der Folge auch untereinander, sodass nunmehr alle Kinder gesäubert werden mussten. Unser kleiner Mann war dabei der letzte an der Reihe und dementsprechend aufgedreht. Verständlicherweise fand er nun nicht mehr recht zur Ruhe und da er die anderen Kinder durch sein Geplapper wach hielt, wurde er dann wieder in den zweiten Raum zur Ruhe gelegt, wo er dann auch tatsächlich eine gute dreiviertel Stunde ruhig lag, bevor er wieder munter wurde und zum Spielen aufstand.
Vermutlich aufgrund des fehlenden Mittagsschlafes zeigte mein kleiner Schatz heute gesteigerte Sehnsucht nach seiner Mama. Trotzdem beschlossen wir, dass wir morgen versuchen würden, erst nach der Vesper zu kommen, das heißt etwa eine dreiviertel Stunde später noch als heute.

Frhoppe 05.11.2014

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04.11.2014 Ein deutliches Zeichen

Heute war der zweite Tag, an dem Sohnemanns Erzieherin aus dem Urlaub wieder da war und heute weinte der kleine Mann auch wieder ein wenig mehr, als ich die Kita gen „Arbeit“ verließ. „Mama soll nicht arbeiten gehen“ schluchzte er und streckte vom Arm seiner Erzieherin aus die Händchen flehend nach mir aus.
Es wird wirklich nicht leichter, da einfach zu gehen.
Allerdings gab es heute eine erleichternde Nachricht für mich. Als ich nach dem Mittagsschlaf wieder in der Kita ankam, berichtete mir die Erzieherin, dass der Sohn heute ein wenig unruhiger war und nicht so recht in den Schlaf fand. Also legte sie sich neben ihn und gab ihm ihren Finger zum Festhalten, was schließlich dazu führte, dass der kleine Mann endlich einschlief. Dann jedoch wollte sie aufstehen und musste feststellen, dass die kleine Kinderhand ihren Finger fest umklammert hielt. Jeder Versuch ihn zu lösen, war vergebens, so dass sie schließlich befürchtete, den Mittagsschlaf neben dem Sohn liegend verbringen zu müssen.
Schließlich gelang es ihr aber doch, sich zu befreien, indem sie behutsam einen Finger nach dem anderen löste, bis sie schließlich gehen konnte. Sie freute sich dann sehr, als ich ihr mitteilen konnte, dass dies ein sehr deutliches Zeichen dafür ist, dass der kleine Mann sie als enge Bezugsperson in seinem Leben akzeptiert hat.

Frhoppe 04.11.2014

03.11.2014 Nun aber wirklich: Der erste Mittagsschlaf!

Nachdem die Bezugserzieherin nun endlich wieder da war, konnte sich auch in des Kindes Stimmung eine erhebliche Verbesserung beobachten lassen. Voller guter Laune machten wir uns auf den Weg in die Kita und ich muss sagen, es war ein ziemlich bewegender Augenblick, als die Erzieherin die Kita betrat. Alle Kinder – inklusive meinem – rannten ihren Namen rufend auf sie zu und umringten sie in einer Traube. Ich glaube, so ein Erlebnis gehört zu den Momenten, in denen man genau weiß, wofür man diesen Beruf ausübt.
Aufgrund der Anwesenheit seiner Bezugserzieherin ließ der Sohn mich dann heute auch weitestgehend ruhig gehen, nachdem wir vereinbart hatten, dass wir es heute wie geplant mit dem Mittagsschlaf versuchen wollten.
Voller Spannung, die Gedanken immer beim kleinen Mann und dem Versuch zu schlafen, verbrachte ich die Zeit bis halb zwei, als ich dann endlich losfuhr, um ihn abzuholen. In der Kita angekommen, sah ich dann den kleinen Mann mit roten Wangen im Schlafzeug, samt Kuschelkimmi, Tutti und Fetter Hase, sowie seinen Schnuffitüchern ins Bad stiefeln. Allerdings entdeckte er mich auf halber Strecke durch den Flur und rannte strahlend auf mich zu, um mir gleich freudig mitzuteilen, dass er geschlafen habe.
Seine Erzieherin teilte uns dann noch mit, dass er tatsächlich sehr schnell eingeschlafen sei und dann ganz tief durch schlummerte, bis kurz bevor ich auftauchte. Das ist ein toller Erfolg, denn es heißt für mich, dass ich nun endlich einige Stunden am Stück Zeit habe, mich um Haushalt und Studium zu kümmern. Jetzt muss ich nur noch die Motivation dafür finden 😉

Frhoppe 03.11.2014

31.10.2014 Was macht ihr denn hier?

Heute war für den kleinen Mann ein besonderer Tag in der Kita. Er wurde nämlich das erste Mal nicht von mir, sondern von seinen Urgroßeltern abgeholt. Das war besonders niedlich, weil er nämlich zunächst gar nicht bemerkte, was da los war. Der kleine Mann war so auf sein Essen konzentriert, dass er erst aufsah, als ein Kitakamerad freudig rief: „Da eine Oma!“
Der Beschreibung nach sah der kleine Kerl erst einmal nur mäßig interessiert auf, als die Neuankömmlinge so angekündigt wurden. Dann jedoch erkannte er seine geliebten Urgroßeltern. Nach einem kurzen Moment der Freude folgte Verwirrung. Ihm war deutlich anzusehen, dass er nichts mit der Anwesenheit dieser Menschen in der Kita anfangen konnte. Die gehören da für ihn einfach nicht hin.
Dann jedoch schien er den Umstand ihres Daseins in der Kita zu akzeptieren und sprang voll Freude ihren Namen rufend auf und rannte auf sie zu. Er war schon beinahe dabei, sich seine Sachen zu holen, da viel ihm ein, dass er noch seinen Nachtisch essen wollte. Fast hilflos sah er die Großeltern an und sagte: „Muss noch Joghurt essen?!“ Zum Glück für ihn würden seine Großeltern ihm kaum jemals etwas verweigern und so durfte der Sohn ganz in Ruhe sein Dessert vertilgen.
Am Abend erzählte er mir dann strahlend vor Stolz, dass er mit Oma und Opa Straßenbahn gefahren ist und dann Fahrstuhl – sogar einer ganz aus Glas, wo man ringsum alles sieht – und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, durfte er dann auch noch S-Bahn fahren. Dazu muss man wissen, dass unser Kind unheimlich auf öffentliche Verkehrsmittel steht. Kaum sitzt er in einem der genannten Beförderungsmittel, verschlägt es ihm total die Sprache. Er sitzt einfach nur staunend im Fahrzeug und genießt die Fahrt. Zudem wird jeder Bus, jede Straßenbahn und jede S- oder U-Bahn protokollarisch aufgenommen. Die Großeltern des kleinen Kerls wussten dann noch zu berichten, dass der Enkel während des gesamten Heimwegs immer wieder zwischen beiden hin und her schaute, so als könne er nicht fassen, dass die beiden wirklich da sind. Nichtsdestotrotz begann er ab etwa halb fünf an, regelmäßig nach seiner Mama zu fragen. Und als ich dann endlich kam, stürzte er sich vor Freude mich zu sehen, fast die Treppe herunter.

Frhoppe 31.10. 2014

30.10.2014 Das schlimmste Gefühl der Welt.

Bereits gestern war der kleine Mann ja nicht wirklich einverstanden mit dem Umstand, dass ich ihn in der Kita zurückließ. Heute morgen sprach er dann direkt seine Ängste an, indem er sich schon im Auto meiner dauerhaften Anwesenheit in der Kita zu versichern versuchte. Da ich ihn nicht belügen wollte, sagte ich ihm auch ganz ehrlich, dass ich zwar noch eine Weile mit rein käme, dann aber arbeiten müsste. In der Folge wich der Gnom in der Kita die ganze Zeit nicht von meiner Seite. Zwei Schritte in den Raum hinein schaffte er, dann flüchtete er wieder halbwegs verzweifelt zwischen meine Arme und kuschelte sich gegen meine Beine. Nichtsdestotrotz mussten wir es ja versuchen und so schlug die Vertretungserzieherin des kleinen Kerlchens mir eine halbe Stunde später vor, trotzdem zu gehen.
Ich kam mir vor wie der schlechteste Mensch der Welt.
Der kleine Schatz klammerte sich an meinen Beinen fest, versuchte mir die Jacke zu entwinden und weinte ganz schrecklich verzweifelt in den Armen seiner Erzieherin, die Händchen nach mir ausgestreckt. Schließlich nahm sie ihn auf den Arm und verließ den Flur, in der Hoffnung, mich nicht mehr zu sehen würde die Situation verbessern. Und da wir ja vereinbart hatte, dass ich auf dem Handy erreichbar sein würde, ging auch ich, wenngleich ich mich furchtbar deswegen fühlte. Ich muss ehrlich sagen, dass es mir fast das Herz zerriss meinen kleinen Sohn so furchtbar nach mir weinen zu hören und trotzdem einfach zu gehen. Meine Gefühlte mussten mir wohl deutlich anzusehen gewesen sein, denn eine ebenfalls anwesende Mama versicherte mir sofort, dass diese Verzweiflung bestimmt nur der Abwesenheit der Bezugserzieherin geschuldet sei. Normalerweise gehöre mein kleiner Schatz zu den fröhlichsten und aufgewecktesten Kindern der Kita und würde kaum einmal nach mir fragen, geschweige denn verzweifelt sein, dass ich nicht da bin. Das half mir unheimlich, stark zu bleiben, denn von der Logik her weiß ich natürlich, dass ich gehen muss, dass ich es dem kleinen Mann nicht leichter mache, wenn ich gehe. Trotzdem fragte ich mich natürlich auch, ob eine gute Mama wirklich geht, wenn ihr Kind so weint, zumal ich mich tags zuvor mit einer anderen Mama unterhalten habe, die ihr Kind genau aus diesem Grund doch wieder zu Hause behält. Allerdings kam ich im Verlauf des Tages doch selbst zu dem Schluss kam, dass es richtig und wichtig ist zu gehen. Wenn ich ihn jetzt wieder aus der Kita nehmen würde, dann nehme ich ihm die Möglichkeit, seine eigenen Stärken und Grenzen kennen zu lernen. Ich würde ihm damit zeigen, dass ich ihm nicht zutraue mit der Situation und ohne mich fertig zu werden und ihm damit ein Stück seines Selbstbewusstseins wieder nehmen.
Und wie um mich zu bestätigen, erzählte mir die Erzieherin am Mittag, dass des Kindes Gebrüll verstummte, kaum dass ich um die Ecke war. Und auch meine beste Freundin, die selbst Erzieherin ist, beruhigte mich am Nachmittag, dass die meisten Kinder immer mal wieder heftig weinen, einfach um es den Eltern ein bisschen schwerer zu machen.
Ich bin also beruhigt und bleibe weiterhin stark, denn ich weiß, dass mein Sohn die Kita liebt.

Frhoppe 30.10.2014

29.10.2014 Der Bock aller Böcke oder auch einfach: NEIN!!!

Von der Kita gibt es heute nicht allzu viel zu berichten, außer vielleicht, dass der kleine Mann das erste Mal einen Anflug von Unglück gezeigt hat, als ich die Kita verlassen wollte. Seine Vertretungserzieherin teilte mir dann auch mit, dass diese Verlassensangst bis zum Vesper anhielt, jedoch durch den Spaß im Garten schließlich verdrängt wurde.
Das eigentliche Ereignis heute war jedoch der Monsterbock des kleinen Sonnenscheins.
Das das Kerlchen bereits greinend aus dem Mittagsschlaf aufwachte, hätte mir ja vielleicht schon eine Warnung sein können, aber zunächst zeigte sich das Kind noch recht anhänglich und so wiegte ich mich in Sicherheit. Gedankenlos schlug ich vor das große Geschäft in des Kindes Windel durch Wickeln zu beseitigen.
Ich gebe es zu: Das war doof. Ich hätte das einfach nicht tun sollen! Ich hätte den kleinen Menschen einfach noch eine Weile vor sich hinmüffeln lassen sollen, aber ich habe das merkwürdige Verlangen, vollgesch… Windeln zeitnah zu wechseln. Die Folge dieses Verlangens war zunächst ein entschiedenes Nein! Eben jenes kenne ich nun genauer, kommt es doch öfter im Alltag vor und lässt sich zumeist ignorieren oder durch Argumentation in ein Okay verwandeln. Als ich heute jedoch die Wickelutensilien zurechtlegte, setzte es beim kleinen Mann aus.
Wie ein Besessener wand er sich auf dem Boden, bockte hoch, schrie aus voller Kehle immer wieder und ausschließlich NEEEEEIN, NEEEEEEIN, NEEEEEEIN. Jeglicher Beruhigungsversuch schlug nicht nur fehl, sonder verschlimmerte die ganze Situation nur noch, so dass ich mich schließlich auf regungs- und wortlose Anwesenheit verlegte. Zu deutsch: Ich saß einfach nur da!
Nach einer halben Stunde Gebrüll hielt ich es rein lautstärkebedingt nicht mehr im Zimmer aus und zog mich, nachdem ein weiterer Versuch, das Kind zu beruhigen, fehlgeschlagen war, in eine strategisch günstige Beobachtungsposition auf der wohnzimmerlichen Couch zurück. Überraschenderweise wurde nun das Gebrüll ruhiger, der kleine Mann fasste mich an der Hand und führte mich in sein Zimmer, wo er sich wortlos auf seine Wickelunterlage legte und mich abwartend ansah. Völlig widerstandslos ließ er sich wickeln, so dass ich annahm, wir hätten nun das Schlimmste überstanden.
Wieder lag ich falsch.
Ich fragte ihn nach vollendeter Säuberung, ob den jetzt alles wieder okay sei. Drei mal darf man raten, was geschah: Das Gebrüll ging von vorne los. Und wieder nur NEEEEEEEEEEEEIN, NEEEEEEEIN! und nichts anderes. Einzige Änderung im Ablauf war der Ort, da das Kind nun nicht mehr im Zimmer schrie, sondern auf dem Flurboden lag und bockte und trampelte. So hatte nicht nur ich etwas von dem Klangerlebnis, sondern auch alle Nachbarn – glücklicherweise vermuteten die hinter dem Gebrüll nichts schlimmeres als Zahnschmerzen.
Eine weitere halbe Stunde ging das Schreien weiter, jeder Trostversuch war genauso zum scheitern verurteilt wie zuvor, sodass ich tatsächlich einfach nur daneben saß und wartete. Urplötzlich war dann Ruhe, der kleine Mann stand auf, atmete tief durch und teilte mir sehr sachlich mit, er brauche jetzt seinen Tutti. Da er mir wirklich leid tat und ich ehrlich gesagt auch keinen weiteren Anfall durch ein Nein herausfordern wollte, bekam er ihn umgehend. Mit einem Seufzen nahm der kleine Kerl das Nuckeln auf, begab sich schnurstracks in sein Bett, wo er sich mit seinen Tüchern und seiner Kimmi einkuschelte und mir mitteilte, er müsse sich jetzt ausruhen.
Eine Viertelstunde lag er ganz ruhig in seinem Bett, während ich ein Lied nach dem anderen vorsang und er andächtig lauschte, dann kam mein kleines Wunder wieder aus dem Bett gekrabbelt und kuschelte sich ganz eng an mich.

Frhoppe 29.10.2014

27.10.2014 Immer wieder Fieber!

Es war noch nicht ganz klar, ob der kleine Mann am heutigen Tag in die Kita würde gehen können. Bereits seit zwei Wochen plagt ihn ein hartnäckiger Schnupfen. Mal mehr, mal weniger stark, letzte Woche Sonntag hatte unser Sohn dann auch Fieber, dass jedoch am nächsten Morgen wieder weg war.
Gestern Abend kam mir der kleine Mann dann wieder sehr warm vor und das Fieberthermometer bestätigte dann auch die Vermutung. 38.8° beim ersten Messen, 38.4° beim zweiten verkündete es laut piepsend. Da wir erst ab über 39° fiebersenkende Mittel geben, legte ich den kleinen Mann ins Bett und hoffte, dass der Schlaf sein übriges tun würde. Und tatsächlich lag die Temperatur des kleinen Kerls heute Morgen wieder bei 37.8°. Noch nicht perfekt, aber auch kein Grund für mich, ihn nicht in die Kita zu geben, zumal er quietschfidel war und lautstark den Besuch der Kita einforderte. Dort angekommen fragte er kurz nach seiner Bezugserzieherin, die Erklärung, dass sie im Urlaub sei, nahm er aber sehr gefestigt hin und rannte dann zum Spielen los. Wahrscheinlich aufgrund dieser Tatsache durfte ich dann auch dieses Mal gleich gehen und kehrte erst nach dem Mittagessen zurück. Der Eindruck hatte nicht getäuscht. Der kleine Mann habe sich großartig gemacht, berichtete die betreuende Erzieherin, lediglich das Mittagessen sei heute nicht sein Fall gewesen, weswegen er im Moment ein bisschen unleidlich sei. Diese Unleidlichkeit zog sich auch durch den Rest des Nachmittags, nur unterbrochen vom Mittagsschlaf und von einer intensiven halbstündigen Kuschelphase, in welcher der kleine Mann ganz ruhig auf meinen Bauch lag und sich von mir Lieder vorsingen ließ.
Da ich aufgrund des gestrigen Fiebers sowieso noch ein wenig beunruhigt war, maß ich dann beim abendlichen Wickeln noch einmal Fieber, obwohl mir das kleine Kerlchen gar nicht warm vorkam. So kann man sich täuschen. 39.1° beim ersten Messen. 38.7° beim zweiten Messen.
Jetzt schläft der kleine Mann und ich war auch noch einmal bei ihm drin und werde auch gleich noch einmal nach ihm schauen. Und wenn das Fieber morgen nicht deutlich unter 38° ist, dann werde ich ihn wohl doch zu Hause behalten, auch wenn das in der Eingewöhnung immer schwierig ist.

Frhoppe 27.10.2014

25.10.2014 Schokodröhnung und Laubhaufen!

Am Freitagabend wurde der kleine Mann von seiner Oma mütterlicherseits abgeholt. Aufgrund des nicht ausgeführten Mittagsschlafes war naturgemäß mit dem Kind am Freitagabend nicht mehr allzu viel anzufangen, sodass er zeitnah das Bett aufsuchte. Bereits am nächsten Morgen jedoch trug sich ein – zumindest für mich und wenn ich ihren Schilderungen glauben darf, auch für meine Mama – äußerst bewegender Moment zu.
Der Sohn erwachte um halb sechs herzerweichend weinend. Als die Oma das Zimmer betrat, ließ er sich zunächst zwar auf den Arm nehmen, jedoch schluchzte er an ihrer Schulter ganz verzweifelt: „Nein! … Nein! … Ich brauche jetzt meine Mama!“ Zu meiner Erleichterung beruhigte er sich aber wohl recht schnell und schlief dann noch eine gute Stunde im großen Bett.
Der Plan für den Samstag sah dann folgendermaßen aus: Es sollte in den Garten gehen. Die Oma hatte extra einen kleinen Rechen gekauft, mit dem der kleine Mann Laub harken sollte. Zunächst jedoch gestaltete sich bereits die Anreise schwierig. Denn als man im Auto über die Eigenheiten des Herbstes sprach, ergab sich folgendes Gespräch zwischen Enkel und Oma:
„Wir haben jetzt Herbst. Da fallen die Blätter von den Bäumen.“, sagte die Oma.
„ … muss Blätter sammeln.“, gab der Enkel ernsthaft zur Antwort.
„Ja, es gibt rote Blätter und Orange! … Und grüne!“
Daraufhin herrschte eine Weile Ruhe. Bestimmt zwei oder drei Minuten später tönte es von hinten: „Tatsache?!“
Als der kleine Mann ein wenig später dann auch noch mitten auf der Autobahn und in die Stille hinein posaunte: „Hier fährt wahrscheinlich keine Straßenbahn.“, musste der Opa so herzhaft lachen, dass er zu dem Schluss kam, man müsse wohl aufs Autofahren verzichten, wenn der kleine Mann so weitermache, sonst landete man noch irgendwann am Baum vor Lachen.
Zumindest an jenem Tag kamen Großeltern und Enkel aber heil im Garten an und so konnte man sich eifrig an das Zusammenharken des Laubes machen. Und dies beinhaltete einige Tücken: Nicht nur stürzte der kleine Mann eine Treppenstufe hinunter – sein Sturz wurde allerdings von einem Laubhaufen abgefangen, sodass nichts passierte und die Erfahrung von Laub auf seinem Gesicht und seiner Jacke hielt ihn zudem vom Weinen ab. Es stellte sich auch heraus, dass das Kind zwar großen Spaß am Harken hatte, jedoch ebenso großes Vergnügen beim Verteilen des eben geharkten Haufens empfand. Eine weitere Schwierigkeit – noch dazu eine mit Spätfolgen, wovon ich weiter unten noch berichte – ergab sich dann beim Mittagessen. Wie es sich für eine richtige Uroma gehört, hatte die Potsdamer Uroma jedem Enkelkind einen riesigen Bottich Schokopudding – so diese 400 oder 500g-Becher – gekauft, sowie einen Weihnachtsschokoriegel. Als meine Mama versuchte dem Enkel den großen Bottich wegzunehmen und einen Teil des Puddings in ein Schälchen abzufüllen, klammerte sich der kleine Mann krampfhaft an dem Bottich fest unter Skandierung folgender Worte: „NEIN!!! NEIN!!! NEIN!!! MEIN BECHER!!!“ Nun hätte ich dem Kind den Topf trotzdem entwunden und den Pudding rationiert, jedoch habe ich durchaus Verständnis für die Oma, die diesen Kampf nicht aufnehmen wollte und dem Kind die Beute überließ. Aufgeputscht von seinem Erfolg gelang es dem Kind nun auch, das selbstständige Essen des Puddings herauszuschlagen, was in einer fröhlichen Sauerei endete, da zum Schluss die gesamte Hand in dem übergroßen Bottich steckte. Nachdem der kleine Kerl dann tatsächlich den größten Teil des Puddings vertilgt hatte, griff er siegessicher nach seinem Schokoriegel. Die Oma, nun wirklich gewillt, den Enkel vom Verzehr abzuhalten, wollte schon eingreifen, doch dann übernahm die Cousine des kleinen Mannes den Fall. Sie ging mit gutem Beispiel voran – sie legte ihren Riegel ins Regal und sagte zu ihrem Cousin: „Komm wir legen das ins Regal und dann haben wir zum Kaffee noch etwas!“ Und der kleine Mann hörte. Zum Kaffee dann konnte er mit einem winzigen Stück vom Riegel der Cousine zufrieden gestellt werden, sodass die Oma erfolgreich den verfrühten Kontakt mit Weihnachtssüßkram verhindern konnte.
Quasi als erfolgreicher Abschluss dieses aufregenden Tages ließ sich der kleine Kerl dann zum ersten Mal bei Oma baden – nur beim Haare waschen gab es dann Tränen, aber die gibt es bei uns ja auch.

Frhoppe 27.10.2014

24.10.2014 Fische im Teich oder: Ich schlafe nicht!

Es ist ja nun mittlerweile durchaus bekannt, dass unser Sohn sprachlich ziemlich weit und immer für eine Überraschung gut ist. Gestern Nachmittag überraschte uns der Sohn mit der Aussage: „Die Fische machen schubdubidu!“ Diese Aussage ist aus heiterem Himmel dann doch etwas ungewöhnlich, jedoch vermutete ich bereits eine Verbindung zu den jüngst in der Kita eingezogenen Magnetfröschen. Eine Nachfrage bei Sohnemanns Erzieherin bestätigte diese Vermutung, allerdings war sie auch ziemlich überrascht, dass er das jetzt schon in dieser Form rezitierte. Immerhin hatte sie tatsächlich am Vortag das erste Mal das Fröschelied zum Inhalt des Morgenkreises gemacht. Da unser kleiner Mann heute etwas anhänglicher war und mich zudem ausdrücklich um meine Anwesenheit bat, wohnte ich dem Morgenkreis dann bei und wurde Zeuge des Froschliedes:

Refrain:
Mmh, mmh macht der grüne Frosch im Teich.
(Zunge im Mund, an den Ohren ziehen, Zunge raus strecken)
Mmh, mmh macht der grüne Frosch.
(Zunge im Mund, an den Ohren ziehen, Zunge raus strecken)
Mmh, mmh macht der grüne Frosch im Teich.
(Zunge im Mund, an den Ohren ziehen, Zunge raus strecken)
Anstatt quack, quack, quack, quack.
(Hände über einander legen und dann auf und zu machen, wie ein Maul)

Strophe:
Und die Fische schwimmen schubidubidu, schubidubidu, schubidubidu
Und die Fische schwimmen schubidubidu.
(Hände aneinanderlegen und schlängelnde Bewegungen – vorwärts oder seitwärts.)

Und der kleine grüne Frosch macht mmh, mmh, mmh dazu
(Zunge im Mund, an der Ohren ziehen, Zunge rausstrecken)

Refrain

Man kann dann das Lied noch beliebig erweitern – die Krebse zum Beispiel machen Zwickedizwick – aber in der Kita belassen wir es derzeit noch bei der ersten Strophe. Immerhin sollte man von den kleinen Knirpsen dann doch nicht zu viel verlangen.
Was den Mittagsschlaf angeht, so konnten wir heute nur insofern einen Erfolg erzielen, dass der kleine Mann sich relativ bereitwillig eine Weile hinlegte. Von Schlaf konnte aber auch heute keine Rede sein, sodass er mich bereits fröhlich spielend empfing, sich jedoch umso stürmischer in meine Arme warf. Kurz darauf schmiss er sich genauso überschwänglich seiner Erzieherin in die Arme, sodass ich denke, es ist vielleicht auch nicht ganz schlecht, wenn er weniger schläft. Natürlich würde ich mir wünschen, dass der kleine Kerl mittags zur Ruhe findet, aber wenn er schon nicht tut, dann kann er so wenigsten ein bisschen mehr Zeit allein mit der Erzieherin verbringen, was ja im alltäglichen Kita-Betrieb nicht immer gewährleistet ist. Wie gut ihm das tut, beweist ja die Umarmung. Und auch für die Erzieherin ist es schön zu erleben, was für ein tolles, kleines Kerlchen unser Sohn ist. Denn er redet zwar sehr viel und sehr gut, aber nur sehr selten einfach ins Leere hinein. Er braucht und möchte einen Ansprechpartner und wenn er den erst einmal gefunden hat, dann ist er schon richtig charmant. Und so verführte er seine Erzieherin zu einem hingerissenen Lachen und der Aussage „Ooh Gott, ist das süß!“, als er fröhlich grinsend die Zunge rausstreckte und Mmh, mmh macht der Frosch im Teich rezitierte. Als ich dann noch den fehlerfreien Vortrag der ersten Strophe von „Alle meine Entchen“ anführte, äußerte sie sich sehr positiv über die Auffassungsgabe des kleinen Mannes.
Trotz des kleinen Fortschritts in Sachen Mittagsschlaf – der ausgebliebene Bock – entschieden wir dann, dass wir den kleinen Mann in der nächsten Woche doch bereits nach dem Mittagessen abholen würden. Prinzipiell ist es kein Problem, wenn ein Kind nicht schläft, aber aufgrund der derzeitigen Betreuungssituation wäre es für alle Seiten zuviel Stress. Dafür durften wir das erste Kunstwerk unseres Sohnes mit nach Hause nehmen. Denn da heute nur vier Kinder in der Kita waren, wagte sich die Erzieherin an Pinsel und Tusche. Gemalt wurden Sonnenkäfer mit roten Röckchen und schwarzen Punkten. Und ich finde, man kann das gut erkennen – wenn man weiß, was es ist. Trotzdem keine Frage: Das erste Kunstwerk des Sohnes wird gerahmt und bekommt einen Ehrenplatz.

Frhoppe 24.10.2014

23.10.2014 Der erste Mittagsschlaf

Nun hatten wir ja am gestrigen Mittag beschlossen, dass der kleine Kerl heute das erste Mal in der Kita Mittagsschlaf halten sollte. Nach erfolgreicher morgendlicher Übergabe des Kindes an seine Erzieherin vereinbarten wir noch schnell, dass mich selbige im Falle eines absolut nicht händelbaren Kindes oder anderer etwaiger Notfälle telefonisch kontaktieren würde. Da dies bislang nicht der Fall gewesen war, erschrak ich dann doch ziemlich, als um zehn das Telefon tatsächlich klingelte und die Kita dran war. Was war geschehen? Allergischer Schock, Gehirnerschütterung, Knochenbrüche, alle möglichen Horrorszenarien schossen mir durch den Kopf, bevor mir der Verstand riet, vielleicht doch erst einmal abzunehmen und nach dem Grund für den Anruf zu fragen. Der dann denkbar einfach war.
Die Erzieherin des Kindes hatte schlicht vergessen, mir Bescheid zu sagen, dass sie aufgrund der heutigen Frühschicht bereits um eins Feierabend habe und darum vermutlich nicht mehr anwesend sein würde, wenn ich gegen zwei käme, das Kind abzuholen. Da nun weitere Anrufe ausblieben, wähnte ich mich schon auf der sicheren Seite.
Sollte das Kind tatsächlich das Unerwartete getan haben und schlafen? War es möglich, dass er widerstandslos ins Bett gekrochen war und nun selig schlummerte? Sollte die Dynamik einer Gruppe so groß sein, dass sie sogar einen schlafunwilligen fast Zweijährigen von der Notwendigkeit eines Schlafes zur Mittagsstunde überzeugte?
NEIN!!!
Als wir – heute ausnahmsweise in Begleitung des Herrn Papa, weil selbiger zu Hause war – in der Kita ankamen, unheimlich gespannt ob des Erfolges oder Misserfolges des Experiments Mittagsschlaf, fanden wir unseren Sohn separiert im zweiten Raum der Nestchengruppe vor. Bereits im Flur erfuhren wir von der doch noch anwesenden Bezugserzieherin unseres Sohnes, dass der kleine Mann keine Sekunde geschlafen habe. Zunächst bekam er einen gewaltigen Bock, sobald das Wort Mittagsschlaf nur fiel. So weit, so bekannt! Allerdings ließ er sich auch von seiner Kimmi nur mühsam überzeugen, sich dann doch endlich zu den anderen Kindern zu legen. Dann jedoch unterhielt er fröhlich plappernd die ganze Gruppe und somit auch alle anderen Kinder vom Schlafen ab. Somit war seine räumliche Trennung von der Gruppe keine Strafe, sondern lediglich dem Umstand geschuldet, dass wenigstens die anderen Kinder schlafen können sollten. Ich muss zugeben, dass mir dieses Vorgehen bekannt vorkommt – zumindest aus Erzählungen. Gerüchten zufolge soll ich nämlich in meiner aktiven Kindergartenzeit ein ähnlich kommunikatives Verhalten an den Tag gelegt haben, was auch bei mir mehr als einmal zum Einzelschlafmodus führte. Immerhin konnten wir zumindest den kleinen Erfolg verbuchen, dass unser Sohn nach seinem Umzug etwa eine dreiviertel Stunde lang auf seiner Matratze ruhte, sodass wir schließlich übereinkamen, es am morgigen Tag noch einmal mit dem Schlaf in der Kita zu versuchen, bevor wir endgültig über die nächste Woche entscheiden.

Frhoppe 27.10.2014