26.01.2016 Wie ein Sechser im Lotto – mit Zusatzzahl!

Wir haben den Jackpot geknackt, sind über Los gezogen, haben in die Vollen gegriffen und wissen nicht wohin für Glück.
Nicht!
Nein, im Ernst! Wirklich nicht.
Denn hier ist der Supergau eingetreten: Mama ist krank!

Und zwar so richtig!
Würde man zum Arzt gehen, diagnostizierte der vermutlich eine Bronchitis, aber zum Arzt gehen ist für Anfänger!
Fortgeschrittene Mamas schlafen die halbe Nacht nicht vor Husten und stillen die andere Hälfte das schubende Baby – ich frag mich langsam, ob das Herzensmädchen da mal wieder mit aufhört. Und betreuen am nächsten Tag trotzdem den kerngesunden, fröhlich-aufgeweckten Quietschball. Der im Übrigen reichlich irritiert guckt, wann immer ich ihn mit meinem neblig-dunkel-rauchigen Bass anspreche.
Natürlich hat sie reichlich wenig Verständnis dafür und davon, dass ich heute nicht ganz so kommunikativ und vor allem aktiv bin. Dieses Unverständnis tut sie vor allem dadurch kund, dass sie mich etwas häufiger als sonst – Ruhe bei Krankheit ist auch sehr überschätzt, finde ich – fordernd bis teuflischsakramentskruzitürk-wütend anheult.
Wenn sie das aber nicht macht, dann spielt sie fröhlich. Mit ihren Rasseln und Holzklapperkisten, mit lustigen Musikschnecken und Klapperringen und auch gerne mit allem, was sich möglichst lärmintensiv gegen die Gitterstäbe ihres Ställchens hämmern lässt.
Eine echte Erleichterung!
Aber um fair zu bleiben: Sie hat geschlafen!
Auf meinem Schoß!
Zwei Stunden.
Zum Glück kam gegen halb fünf der Sohn nach Hause, mir wäre sonst auch fast langweilig geworden, nachdem ich das Abendessen vorbereitet hatte.
Mit einem wenig interessierten Blick musterte er meine desolate Erscheinung und meinen Aufenthaltsort auf der Couch und fragte: „Warum liegst du da?“
„Ich bin leider krank!“ Ich bin ehrlich: Ich erhoffte mir Mitleid.
Der Blick, den mir das Kind zuwarf, ist nicht einmal mit gutem Willen mitleidig zu nennen. Seine Worte noch viel weniger:
„Ich bin auch krank!“ Mit einer – EINER! – hochgezogenen Augenbraue!
Und dann ging er!
Nachdem er dann eine Weile mit dem Papa im Kinderzimmer ein Müllauto gebastelt hatte, kam er wieder zu mir.
„Mama, das ist ein Fegeauto. Das habe ich mit Papa gebastelt. Du kannst auch mal eins basteln, wenn du…,“ Hier kam wieder die Augenbraue zum Einsatz. „…endlich mal aufstehst!“
Ich war ein bisschen sprachlos.

An dieser Stelle muss ich aber doch mal eine Lanze für den Papa brechen. Der nämlich hat trotz der Tatsache, dass er heute eine gute Stunde früher los musste, beide Kinder angezogen und dem kleinen Mann Frühstück gemacht, während er selbst sich sein Essen auf den Weg nehmen musste und ziemlich in Hektik geriet.
Und abends dann hat er sich ganz allein der Herkulesaufgabe gestellt unser kleines großes Monster in sein Bett zu bugsieren.
Nachdem er organisiert hat, dass das Herzensmädchen morgen früh abgeholt und den Tag über betreut wird.
Er ist halt doch ein guter! ❤

frhoppe 26.01.2016

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