23.05.2015 Babysitter – oder: Warum man sich immer im Auge behalten sollte!

Der weiß, was er will:

  • „Oma, du gibst mir einen Joghurt!“
    „Wie bitte?!“
    „Ich möchte bitte einen Joghurt essen!“
    Oma geht mit Kind zum Buffet!
    „Was möchtest du – Blaubeere oder Erdbeere!“
    „NEEEEEIIIIIIIIN!!!! Ich möchte Joghurt!“
  • „Die Männer sind Blümchen!“

Heute waren wir auf einer Familienfeier – ein großer 80ster Geburtstag. Der kleine Mann hatte sich extra schick gemacht, so richtig mit Anzug und sogar mit kleiner Fliege und ich sage bewusst er hat sich schick gemacht, denn er gefiel sich selbst so gut, dass er sich eine geschlagene Stunde standhaft weigerte, sein kleines Jackett auszuziehen. Und das, obwohl es wirklich, wirklich warm war.
Dieser Geburtstag war so etwas wie eine Generalprobe für die Hochzeit, denn auch wenn keine 80 Leute da waren, sondern nur etwa 30, so zeigte sich doch, dass wir zwar für die Feierlichkeiten bestimmt keinen Babysitter zu organisieren brauchen, aber dass es doch klare Absprachen geben muss, wer wann wie für das Kind verantwortlich ist. Man verlässt sich nämlich nur allzu schnell darauf, dass ja genug Leute da sind, um das Kind zu betreuen. Der Papa und ich nutzten diese Gelegenheit, um das Verhalten der verschiedenen Omas und Opas und Tanten und Onkel und und und zu beobachten und während z.B. die Oma und die Uroma mütterlicherseits sehr gut in ihrem „Job“ waren, d.h. den kleinen Käfer nicht aus den Augen ließen, bis die Aufsichtspflicht übergeben war, gab es auch Momente, in denen der gerade Zuständige plötzlich im Gespräch war und dann doch Mama oder Papa hinterherliefen. Oder auch die Oma mütterlicherseits, die immer Blickkontakt mit dem Papa hatte. War schon irgendwie witzig zu beobachten, wie die beiden sich ohne Worte darüber verständigten, wer den kleinen Mann jetzt im Blick behält und ihm notfalls hinterher rennt.
Es geht nämlich wahnsinnig schnell, dass so ein kleiner Mensch weg ist. Einmal nicht aufgepasst und das Kind ist an der Treppe, so wie bei meiner angeheirateten Großcousine und ihrer Freundin: „Wo ist das Kind?“ fragte ich meine Stiefschwester!
„Der ist mit A. und S. draußen!“
„Und wissen die das auch?“
Denn während die beiden am einen Ende der Terrasse standen, rannte der kleine Mann fröhlich Richtung Treppe. Hätte er da wirklich runter gemacht, wäre keine von ihnen schnell genug bei ihm gewesen – natürlich stand der Papa aber an der Treppe bereit. Ebenso bereit stand er, als der Sohn seinem Großcousin entwischte und um die Ecke des Vorraums verschwinden wollte, in dem das Buffet stand. Und das waren nur zwei von einigen Situationen, in denen entweder der Papa oder die Oma plötzlich aufsprangen und dem Sohnemann hinterher rannten. Er ist nun einmal ein kleiner Wirbelwind und man weiß nie, was er als nächstes plant.
Dafür hat er aber auch seine ruhigen, ganz wundervollen Seiten. Weil der 80ste Geburtstag früher als nötigenfalls eingeplant zu Ende war, beschlossen wir spontan beim 30. Geburtstag einer unserer ältesten und liebsten Freundinnen vorbei zu schauen, der wir eigentlich abgesagt hatten. Das wir damit goldrichtig lagen, zeigte sich, als sie bei unserem Anblick völlig unerwartet vor Freude in Tränen ausbrach. Aber davon ganz abgesehen, war es auch für den kleinen Mann trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit noch eine ganz tolle Entscheidung, denn die Blumen – die Menschen mit den bunten Haaren nämlich – schnappten sich ihre Klampfe und spielten noch ein paar ganz wunderbare Lieder. Und unser kleiner Wildfang wurde ganz still und staunend, während er der Musik lauschte und weckte damit die Begeisterung aller Anwesenden über ein so musikbegeistertes Kind.

Frhoppe 27.04.2015

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