05.06.2015 Da zieht er von dannen!

Bevor man es sich versieht ist er heran – der große Tag! Der Tag, an dem unser Söhnchen von seiner Oma abgeholt wird, auf dass er eine Woche in Griechenland verbringe. Während ich heute Vormittag seine Sachen packte und noch die Vollmacht schrieb, fingen dann doch meine Nerven an zu flattern. Klar freue ich mich, dass er diese Gelegenheit bekommt. Ich finde es toll, dass er so jung schon so etwas aufregendes machen kann und dass ihm seine Großeltern ermöglichen zu verreisen.
Aber er ist doch mein kleines Baby.
Mein kleines Baby wird in ein Flugzeug steigen und eine Woche lang weg sein – ganz ohne seine Mama und seinen Papa. Er ist oft übers Wochenende weg, aber eine ganze Woche, das ist das erste Mal und wir alle waren gespannt, wie er damit umgehen würde – und wie wir damit umgehen würden. Erst einmal war aber heute noch mal die volle Dröhnung Mama und Papa angesagt. Ein Mittagskind war der kleine Mann nämlich heute – er wurde also gleich nach dem Mittag abgeholt, damit wir den Nachmittag noch zusammen verbringen konnten, bevor der kleine Käfer von Oma gegen vier abgeholt würde. Und das taten wir exzessiv. Mittagsschlaf fiel aus, dafür ging es auf den Hof – mit Decke, Baby, ferngesteuertem Auto, Buddelzeug und Keksen. Und dann wurde gespielt, gekuschelt und gealbert, was das Zeug hielt. Ganze vier Stunden lang verbrachten wir in Familie auf dem Hof und vielleicht war das genau das richtige. Denn als Oma dann kam, war von Abschiedsschmerz keine Spur!
Vielleicht lag das aber auch an dem supercoolen Ziehkoffer-Rucksack. Ein todschickes Teil, rotschwarz mit Rennautos drauf und gleichzeitig zum hinterher ziehen und zum tragen auf dem Rücken. Und außerdem soooo groß, dass es auf dem Rücken unseres kleinen Mannes aussah wie ein Koffer mit Beinen. Ganz eifrig wurde er bepackt, wobei sich herausstellte, dass unser kleines Genie meine Ausführungen zum Thema „zu schwer“ sehr wohl verstanden hatte, denn er hielt sich nicht nur an die „Zwei Autos, zwei Bücher, zwei Kuscheltiere“ – Regel, er entschied sogar nur EIN Auto mitzunehmen.
Dann sollte es aber schnell gehen. Kaum schaffte er es nochmal zu kuscheln und uns einen Abschiedskuss zu geben – wir hatten größere Probleme als er, ihn loszulassen, haben uns aber ganz tapfer zurückgehalten, um es ihm nicht schwer zu machen -, von einem Foto mit Rucksack wollte er dann gar nichts mehr wissen. „Nein Papa, lass das jetzt einfach! Ich brauche kein Foto!“, sagte er mit erhobener Hand und seitlich weg gedrehtem Kopf, ganz wie die großen Stars es zu tun pflegen. Er wollte los! Jetzt! SOFORT! Und am liebsten gar nicht mehr zurückschauen.
Und zurück blieben Mama und Papa. Ganz wehmütig und auch ein bisschen wehleidig, aber vor allem ganz mächtig stolz ob ihres kleinen großen Weltreisenden.

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Frhoppe 25.06.2015

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