17.05.2016 Mein Kind soll glücklich sein oder: Für mehr Toleranz und Akzeptanz!

„Ich hasse das Wort Homophobie. Es ist keine Phobie. DU hast keine Angst! Du bist ein Arschloch!“

Mittlerweile wissen wir, dass es nicht Morgan Freeman war, der diese Worte sagte, doch deswegen sind sie nicht weniger wahr.
Homophobie und auch Transphobie sind in meinen Augen zwei Begriffe, die nicht zutreffen, denn der Hass auf Menschen, die nicht meine sexuelle Orientierung teilen, hat absolut gar nichts mir einer Angststörung zu tun!
Dennoch ist es wichtig, dass es diese Begriffe gibt, denn sie machen ein Thema griffig, das in unserer immer noch eines der polarisierendsten ist, die es gibt! Man kann es damit benennen und das ist wichtig, damit man darüber spricht!

Heute ist der Internationale Tag gegen Homo- und Transphobie und es ist ein wichtiger Tag für alle, die immer noch und immer wieder gegen Anfeindungen und Intoleranz kämpfen müssen, aber auch für mich!

Ich lebe in einer heterosexuellen Beziehung und habe zwei Kinder. Das ist nun mal so, das habe ich mir aber nicht ausgesucht! Genauso wenig, wie jeder andere Mensch auf diesem Planeten, denn sexuelle Orientierung oder auch das Gefühl im falschen Körper zu sein ist keine Option oder etwas, das man ändern könnte.
Man kann es vielleicht unterdrücken, aber wie lange? Und gesund ist das auch nicht! Es macht im Gegenteil krank und unglücklich, zieht im schlimmsten Fall schwere psychische Probleme nach sich unter denen Betroffene ein Leben lang leiden.

Nun stellt sich vielleicht die Frage, warum ich darüber blogge, wenn es mich doch gar nicht betrifft!

Das tut es eben doch!

Denn ich habe einige Verwandte und Freunde, die noch immer mit den Einschränkungen kämpfen müssen, die eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft nach sich zieht! Sie müssen mit Anfeindungen leben, mit Versteckspielen und auch mit dummen Fragen, die man einem heterosexuellen Paar niemals zu stellen wagen würde, weil es einen nichts angeht!

Und ich habe Kinder!

Ich weiß natürlich nicht, welches ihre Orientierung ist – wie auch in diesem Alter?
Aber ganz ehrlich: Es ist auch egal!
Manchmal witzeln wir darüber, dass unser Sohn wohl doch eher einen Freund nach Hause bringen wird – wenn er zum Beispiel in Tränen ausbricht, weil das Oberteil nicht zur Hose passt oder wenn er im Supermarkt begeistert das rosafarbene Einhorn mit den Regenbogenflügeln kaufen will!

Doch selbst, wenn es so ist, dann ist das okay – mit einer Einschränkung:
Er soll glücklich sein!
(Wenn ein potentieller Partner meine Kinder unglücklich macht, dann lernt er mich kennen, ganz egal ob Mann, Frau oder Transgender, aber das nur am Rande)

Für uns ist es das wichtigste, dass unsere Kinder sich selbst akzeptieren und glücklich sind. Und wenn das eben heißt, dass mein Sohn einen kompliziert geflochtenen Zopf* über seinem Undercut tragen möchte, dann flechte ich ihm den. Oder lasse ihn mit dem rosafarbenen Glitzerhaarreif in die Kita gehen, oder seine Barbie mitnehmen.
Allerdings erkläre ich ihm vorher, dass es sein kann, dass einige Kinder über ihn lachen und ihn ein Mädchen nennen. (Im Übrigen keine übertriebene Fürsorglichkeit, sondern weil es bereits so geschehen ist!) Und ich sage ihn, dass er sich davon nicht ärgern lassen soll, sondern ihnen einfach erklären, dass er schließlich anziehen und mitbringen darf, was er möchte. Und das auch Jungs rosa Haarreifen tragen dürfen, wenn ihnen danach ist!
Und dass er ganz perfekt so ist, wie er ist!

Dass ich das aber erklären muss, weil es nicht selbstverständlich ist, weil selbst so kleine Kinder schon in Kategorien wie Junge und Mädchen und normal denken, das macht mich manchmal traurig. Und manchmal wütend!

Und genau das ist der Grund, aus dem ich diesen heutigen Tag gegen Homophobie und Transphobie so wichtig finde!

Ich wünsche mir eine Welt, in der Kinder, Jugendliche und Erwachsene keine Angst mehr haben müssen, sich zu outen – mehr noch, in der sie sich nicht mehr outen müssen, weil es nicht mehr wichtig ist, welche sexuelle Orientierung sie haben!
Jeder sollte so leben dürfen, wie es ihn glücklich macht, denn jeder Mensch ist gleich!
Für Toleranz und Akzeptanz!
Immer!

Frhoppe 17.05.2016

Anmerkung: Mir ist bewusst, dass dieser Beitrag ein sehr komplexes und kontroverses Thema gerade mal anreißt. Es soll hier aber nur darum gehen, kurz meine Gedanken zum heutigen Tag aufzuschreiben.

*Hier noch das Bild von besagtem Zopf zur besseren Vorstellung 😉
Sammi Zopf