07.08.2015 Ein vielversprechender Anfang

Unser allerliebster kleine Mann war heute den letzten Tag in der Kita. Also nicht für immer, aber immerhin für drei Wochen. Denn es ist Kitaschließzeit. Ganze drei Wochen ist unsere Kita jetzt zu und der Sohnemann zu Hause!

Wie ich ja schon jüngst andeutete, erprobt unser Skorpiönchen im Moment mit Vorliebe seinen Stachel. Der Nachteil daran, ein willensstarkes Kind zu erziehen, das weiß, was es will, ist nämlich, dass man dann ein willensstarkes Kind hat, das weiß, was es will! Und dies geht nicht immer konform mit dem was Mama und Papa wollen.
Manchmal nimmt das dann auch absurde Auswüchse an – so geschehen heute beim Abendessen. Da regte sich unser kleines Monster aber auch wirklich über alles auf. Es begann mit dem Wasser, welches er gar nicht sofort trinken, wohl aber auf den Tisch stellen sollte. Das wollte der Sohn aber nicht und wetterte drauf los, bis wir sagten: „Wasser auf den Tisch, vorher gibt es kein Essen!“ Totternd tat er wie ihm befohlen. Kaum im Wohnzimmer kam es zum nächsten Eklat. Ich hatte – Rabenmutter, die ich bin – sein Besteck schon in die Stube getragen. Geht GAR nicht! „NEEEEEIN!!! ICH muss das reintragen!!“ Sprachs, nahm sein Besteck vom Tisch, brachte es in die Küche, legte es auf die Anrichte, nahm es wieder runter und brachte es zurück ins Wohnzimmer. Soweit, so wunderlich. Während der Papa nun unsere Teller in die Stube brachte, band ich dem Sohn seinen Latz um – nur war es leider nicht der, den er wollte. Er wollte den weißen Latz, nicht den durchsichtigen. Es schrie und plärrte, warf sich nach hinten, riss den Latz immer wieder herunter und beruhigte sich erst, als sein Teller vor ihm stand. Allerdings auch nur, um zu monieren, dass es Pilze auf dem Teller hatte. Es gab nämlich heute Pfifferlings-Risotto.
„Ey, ich ess doch keine Pilze!“ Stimmt nicht und das sagte ich ihm auch.
„Seit wann denn das? Du hast immer Pilze gegessen!“
„Nein ich ess die gar nicht! Die sollen auf deinen Teller!
Das wiederum sah ich so gar nicht ein. Wenn er sie nicht essen will – Fein! Aber dann soll er gefälligst sehen, wo er die auf seinem Teller lässt und sie nicht alle zu mir rüberschaufeln. Vor allem, da er sie nicht einmal probieren wollte. Hmpfgrmbl!
Leider löste meine Weigerung, seine großzügig offerierten Pilze entgegen zu nehmen, einem weiteren Wutanfall aus, der sich nur dadurch eindämmen ließ, dass ich ihm den Teller wegnahm und ihm todernst mitteilte, wenn er weiter so brüllte, dann dürfe er in sein Zimmer gehen. Ich jedenfalls würde mir das nicht länger anhören, ich wollte jetzt in Ruhe essen.
Vielleicht hat er gemerkt, dass es mir ernst war, vielleicht war er aber auch einfach nur erschöpft und hungrig. Was es auch immer war, das Kind nahm nun seine Gabel und aß – das Hackfleisch und den Risottoreis. Die Pilze und die Zucchini wurden fein säuberlich heraus sortiert und liegen gelassen. Aber immerhin auf seinem Teller.
Und ich sitze nun hier und hoffe, dass dies nicht drei Wochen so weitergeht. Dann bin ich nämlich am Ende der Kitaschließzeit reif für die Nervenheilanstalt!

Frhoppe 07.08.2015

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