31.07.2015 Zum Kotzen – im wahrsten Sinne des Wortes!

Eigentlich hatte ich geplant, den heutigen Tag nach dem selben Prinzip wie gestern zu beginnen. 7:30 Uhr aufstehen, 7:40 Uhr den Sohn wecken – bis etwa 7:50 Uhr oder so kuscheln, bis 8:00 Uhr pullern gehen und Zähne putzen. Dann beginnt die halbe Stunde Anziehzeit, die wir gestern eingeführt haben, auf Anraten meiner besten Freundin, welche ihres Zeichens Erzieherin ist und darum auch gut um Rat gefragt werden kann, wenn das eigene Kind eine geschlagene Stunde braucht, um sich anzuziehen, was nicht daran liegt, dass er es nicht kann, sondern daran, dass er es nicht will. Er testet uns aus, wie weit wir gehen und natürlich hat er relativ fix gecheckt, dass er so unsere Aufmerksamkeit bekommt. Nach dem neuen Prinzip hat der Sohn nun eine halbe Stunde Zeit, in der einer von uns beiden Erwachsenen voll auf ihn konzentriert ist. Diese halbe Stunde mit uns gehört ihm, egal was passiert. Wir stellen einen Wecker, der rückwärts läuft und wenn er tatsächlich schneller mit dem Anziehen ist, dann wird den Rest der Zeit gespielt oder gelesen oder ähnliches. Wenn er es in der halben Stunde nicht schafft, sich anzuziehen – vor allem, wenn er wieder mal verweigert –, dann geht er so in die Kita, wie er ist. Gestern hat dieses Prinzip erstaunlicherweise schon super geklappt, wir konnten sogar noch 5 Minuten spielen. Eigentlich hatte ich also geplant, den heutigen Tag nach dem selben Prinzip wie gestern zu beginnen.

Eigentlich!
Uneigentlich lag der Sohn am Fußende des Bettes und deutete unglücklich auf sein Laken. Offenbar hatte er sich über Nacht sein gestriges Essen noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Rückblickend betrachtet hätte man damit wohl rechnen können, denn mir wurde schon beim Zugucken schlecht, aber in seinen 2 ¾ Lebensjahren hat unser Sohn sich nicht einmal übergeben, also fand ich die Kombination aus Krabbenchips (Krupuk) und Minz-Schokodrops zwar widerlich, aber ich rechnete nicht mit dem Ergebnis. Es sei im Übrigen klar gestellt, dass ich ihm nur die Krabbenchips erlaubt hatte. Die Schokodropse hat er sich höchstselbst geklaut und auf die Chips gepackt, während ich gerade durch das jüngere Kind abgelenkt gewesen war. Das es einige Schokodropse gewesen sein müssen, verriet mir der stark reduzierte Füllstand der Tüte. Nun ja, sei es wie es sei, alle Selbstvorwürfe halfen nichts. Unser Tag begann nun also mit dem Abziehen des Bettes und einem ungeplanten Bad für den Sohn, denn er hatte das Zeug sogar in den Haaren. Dann überlegten wir, wie es weitergehen sollte. Fieber hatte Sohnemann keines, sein Frühstück behielt er bei sich und auch ganz grundsätzlich ging es ihm super, er quatschte fröhlich vor sich hin und alberte herum. Von „Wir gehen heute nicht in die Kita“, wollte er gar nichts hören. Also ging er in die Kita. Zum Glück bestätigte sich unsere Hoffnung, dass es wohl ein ernährungsbedingtes Malheur gewesen war. Nachmittags war unser Söhnchen so gut gelaunt wie eh und je und bewies mir sogar, dass der gestrige Beitrag ein wenig zu negativ von mir niedergeschrieben wurde. Denn er zeigte uns nicht nur, dass er ganz wunderbar ohne festhalten auf einem Bein stehen kann (mit beiden Beinen) sondern bewies auch erstaunliche Fortschritte beim Umgang mit dem Laufrad. Sogar die Füße löste er streckenweise vom Boden und rollte richtig. Das war heute eine gute Lehre in Sachen „Dem eigenen Kind vertrauen!“ Die machen das schon.
Dafür endete unser Tag dann ähnlich unschön, wie er begonnen hatte. Zwar ging es dem kleinen Mann ganz wunderbar, jedoch plagten nun das kleine Mädchen in unserer Familie arge Bauchschmerzen. Geschlagene zwei Stunden brüllte sie und sah mich dabei ganz furchtbar hilfesuchend an. Nichts half, nicht einmal das bewährte Fiebermessen brachte einen Erfolg und wir beide waren schon völlig am Ende unserer Nerven, als ich plötzlich den richtigen Winkel beim Beine heben fand. Leider eben gerade beim Windel unter dem Kind wegnehmen. Es schoss aus dem Kind heraus über Wickelunterlage und Schlafzeug und was ich noch mit der stoischen Gelassenheit eines liebenden Elternteils hinzunehmen vermochte, wurde gefolgt von einem derart widerwärtigen Furz, dass selbst ich würgen musste.
Aber wenigsten lachte die kleine Motte nun erleichtert und war binnen weniger Minuten tief und fest eingeschlafen.

Frhoppe 31.07.2015

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30.07.2015 Warum?

Wir sind angekommen. In der von allen Eltern so gefürchteten Warum-Phase. Diese furchtbare Zeitspanne, in der Kinder wirklich bei allem fragen: „Warum?“ Einerseits sah ich dieser Phase relativ gelassen entgegen, hatte ich doch vor einigen Jahren einen Beitrag zu diesem Thema gehört, in dem eine Kinderpsychologin sagte: „Ab und an mal ein gepflegtes DARUM! dürfen sich Eltern erlaube, ohne dass die kindliche Neugierde für immer zerstört wird!“ Andererseits kenne ich ja meinen Sohn und seine bisherige Sprachentwicklung ließ vermuten, dass er es nicht auf einem einfachen Warum beruhen lassen würde.

Und was soll ich sagen?
Wir lasen in einem Märchenbuch. Dort herinnen wurden ein Junge und ein Mädchen dargestellt, Hänsel und Gretel nämlich, und während Hänsel Schuhe trug, stellten wir fest, dass dem Mädel ebenjene fehlten! Nun fragte der Sohn nicht etwa altersentsprechend „Warum!“ sondern „Warum hat das Mädchen keine Schuhe an und wo sind ihre Schuhe eigentlich?“
Ich gebe zu, dass ich nicht mehr oft überrascht bin, wenn unser Sohn wieder eine seiner Weisheiten loslässt. Ich erfreue mich an seiner Wortgewandtheit und bin stolz, dass er so vieles schon so detailliert ausdrücken kann, aber ich falle nicht mehr jedes Mal aus allen Wolken. Aber gestern war es wieder einmal so weit. Ich meine, ohne jedes Zögern solch einen Satz von sich zu geben, der von einer Wissbegierde und einer Fähigkeit zu schlussfolgern zeigt, die man in diesem Alter einfach nicht erwartet – da darf man wirklich mal wieder von schwärmen.
Vor allem, weil ich nicht immer einfach nur begeistert bin. Diese Fähigkeit unseres kleinen Mannes bereitet mir mitunter auch Sorgen, denn Menschen neigen dazu, anhand der Sprache zu beurteilen, was ein Kind alles schon können muss. Das führt dazu, dass unser kleines Kerlchen oft überschätzt wird. Er soll am besten alles so gut können, wie sprechen. Und dabei hat er gerade im motorischen Bereich noch Aufholbedarf, denn er ist – mal ein bisschen gemein gesagt – manchmal ein echter kleiner Körperklaus. Wenn er rennt, dann läuft er zum Beispiel nicht schneller, sondern zieht seine Arme an und bewegt sie euphorisch nach rechts und links. Und er kann nicht hüpfen. Es sieht unheimlich niedlich aus, wie er versucht zu hüpfen, aber sich wirklich vom Boden lösen, das hat er einfach noch nicht raus. Das alles ist nicht schlimm und er ist auch noch nicht hinterher damit, er ist nur eben in diesen Dingen altersgerecht und das wird nicht immer gewürdigt. Natürlich muss man da ein Auge drauf haben, aber man sollte es eben auch nicht überbewerten.
Und vor allem nicht vergleichen mit anderen Kindern. Erst recht nicht mit seiner Schwester. Denn die kann sich mit ihren vier Monaten nicht nur schon auf den Bauch drehen, sondern versuchte sich heute allen Ernstes im Krabbeln, wobei sie sich gar nicht so schlecht anstellte. Beide Knie hatte sie schon unter den Bauch gezogen und streckte den Hintern fröhlich in die Höhe.

Frhoppe 30.07.2015

29.07.2015 Wir sind wieder da – nur mit neuem Namen!

Naja, noch nicht so ganz! Aber bald! Es wurde nämlich geheiratet und das ist auch der Grund für meine wirklich LANGE Abwesenheit mal wieder. Denn wie das bei jungen Familien mit zwei Kindern so ist, sieht es Sachen Geld eher mau aus und also machten wir vieles selber. Basteln, häkeln, kochen, dekorieren, einkaufen …… Ohne die Hilfe meiner wundervollen Freunde hätte ich das wohl nicht geschafft! Und so war Zeit wirklich und wahrhaftig Mangelware.

Ich habe es kaum geschafft, den beiden Kindern gerecht zu werden, geschweige denn über ihre Fortschritte zu schreiben. Ehrlich gesagt fiel ich heute erst einmal in ein ganz tiefes Loch, weil mir schlagartig bewusst wurde, wie schnell das letzte halbe Jahr vergangen ist. Mein letzter wirklich bewusster Moment der Ruhe fand statt, als ich noch schwanger war. Das ist tatsächlich schon fast 5 Monate her. Meine kleine Tochter ist schon vier Monate alt. Sie lacht schon, brabbelt vor sich hin und erkennt ihre Eltern und ihren Bruder und lacht uns bewusst an. Sie fordert mit kräftiger Stimme, was sie will und ihr Weinen ist längst nicht mehr nur hilfsbedürftig, sondern wird auch schon gezielt eingesetzt, um etwas zu erreichen. Sie kann greifen und zum Mund führen UND!!! Sie dreht sich auf den Bauch! Was mir schon beim Sohn fast zu schnell ging, rast nun noch viel schneller an mir vorbei und ich frage mich, ob es das wert war! Aber eigentlich denke ich: Ja! Ich habe zwölf Jahre auf meine Hochzeit gewartet und wir haben uns bewusst dafür entschieden, erst das zweite Kind zu bekommen und dann zu heiraten, denn es umgedreht zu machen, hätte bedeutet, dass der Abstand zwischen den beiden Kindern vier Jahre betragen hätte und das wollte ich nie. Bis jetzt hat sich das auch bestätigt, denn der Sohn akzeptiert seine Schwester ganz wunderbar. Nach einer kleinen Eingewöhnungszeit, in der sie das ein oder andere Ding mitbekommen hat, passt er so wundervoll auf sie auf. Er beschützt sie, ist ganz vorsichtig mit ihr und bezieht sie überall mit ein.

„Mama holt schnell die Taschen und ihr wartet hier mit der Tante!“
„Ja!“ nickt das Kind. „Und mit der Schwester!“
Oder auch hier:
„Wir fahren jetzt nach Hause: Wir Männer und du und die Schwester!“
Und nach wie vor ein Klassiker:
„Neee, das ist ja unsere Schwester!“

Das sind nur wenige Beispiele, aber sie zeigen, was bei uns tatsächlich so ist: Das Baby findet im Bewusstsein des Sohnes statt. Natürlich erkämpft er sich mitunter seine Aufmerksamkeit, zeigt er Anflüge von Eifersucht und Uneinsichtigkeit, aber das ist völlig klar und wäre es anders, würde ich mir tatsächlich Sorgen machen, denn das wäre nicht normal. Aber wir sind insgesamt sehr glücklich mit dem Zusammenwachsen unserer kleinen Familie. Wir sind ein richtiges kleines Kleeblatt geworden und mit der Zeit werden wir es auch als Eltern schaffen, unsere Aufmerksamkeit gerechter zu verteilen.
Immerhin ist die große Hochzeiterei ja jetzt vorbei und wir haben wieder mehr Zeit 😉

frhoppe 29.07.2015