06.05.2015 Spielplatzbekanntschaften – oder warum wir unordentliche Eltern sind!

Kluge Worte:

  • „Sohn, wer geht denn in der Kita schon alles aufs Töpfchen?“
    „Der O und die H!“
    „Und wer noch?“
    „Die L und der O!“
    „Und wer noch?“
    „Der D.“
    „Und warum gehst du nicht aufs Töpfchen?!“
    „Na, weil da alles voll ist!“
    – großartig ausgekontert, den Papa! –
  • „Papa, ich bin schon groß!“
    „Ja, du bist schon ganz schön groß!“
    „Aber ich bin nicht übergroß!“
  • „Es ist rot, da müsst ihr anhalten. Bis wieder grün ist, dann könnt ihr fahren!“
  • „Papaaa – Nicht aussteigen!!! Ey, nee, steig wieder ein! Sonst beiß ich dir ins Ohr!“ Auch wenn es der pädagogische Supergau ist, mussten wir bei seinem strengen Tonfall beide unheimlich lachen!
  • „Papa, du bist kein Mann, ich bin kein Mann. Wir sind beide Frauen und Mama ist ein Mann!“ – Na wenn es ihn glücklich macht!
  • „Hoppe, hoppe Reiter, wenn man schreit dann fällt er in den Graben!“
  • „Mama, heute gehen wir mal ins Bett!“ – im Gegensatz zu sonst immer, oder wie?

Puh. Heute war ein ereignisreicher Tag.
Es fing damit an, dass ich morgens um acht einen Termin zur Nachuntersuchung hatte. Also frühzeitig aufstehen, Baby stillen und fertig machen und mich auch und dann nix wie los. Natürlich alles mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad, denn das große Kind schläft natürlich nicht wie sonst immer bis halb acht, sondern ist schon früher wach, was dazu führte, dass der Papa die Tür bereits öffnete, obwohl ich noch anwesend war. Dies wiederum hatte zur Folge, dass der kleine Mann in lauten Protest ausbrach, als ich fünf Minuten später losging und so gar nicht einsehen wollte, dass ich ihn nicht mitnehme zu Frau Doktor. Erst mit außerplanmäßigem Kuscheln konnte diese Krise abgewendet werden.
Ich kam dann sogar noch rechtzeitig. Pünktlich um acht stand ich vor der Praxis und dachte schon so: „Häää?!“ – Ich dachte wirklich Hä! „Warum machen die denn um acht einen Termin, wenn die erst um 8:30 Uhr aufmachen?“ Ich hab sogar noch geklingelt, bevor mir klar wurde: Machen die gar nicht! Eine Konsultation des Mutterpasses klärte mich darüber auf, dass der Termin eigentlich um 12:45 Uhr angesetzt war. Weshalb auch immer ich 8 Uhr in mein Handy eingespeichert hatte, ist mir absolut schleierhaft. Na ja – ich war ja noch schwanger, vielleicht lag es an den Hormonen! Ärgerlicherweise verpasste ich dadurch den Auftakt des Rückbildungskurses, aber dafür konnte ich endlich mal wieder den kleinen Mann mit in die Kita bringen, was ihn außerordentlich glücklich stimmte.

Es hätte dann doch noch entspannt werden können, zumal der Papa angekündigt hatte, heute zu Hause sein zu wollen. Leider entschied er dann spontan, dass er heute den lange fälligen Zahnarztbesuch abhaken wollte. Daraus wurde nix, weil Zahnärzte eben manchmal nicht so spontan sind, er darf dann aber morgen kommen. Und weil er nun mal Zeit hatte und eh gerade in der Nähe war, ist er gleich noch mit seiner Mama ein Eis essen gegangen! Ohne mich! Obwohl ich ja auch in der Nähe war, wegen meines Termins um 12:45 Uhr – zur Erklärung: Mein Frauenarzt und unser Zahnarzt liegen nahe beieinander. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich hätte ihm dieses Eis gegönnt.
Wenigstens ist er dann gleich nach Hause gekommen, sodass ich noch den frischen Spargel schälen konnte, bevor auch schon wieder der Sohn abgeholt werden wollte. Wir hatten ja den festen Plan noch auf den Spielplatz im nahegelegenen Park zu gehen bei dem schönen Wetter, also wollte ich auch verfügbar sein und tatsächlich lagen wir gut in der Zeit. Aber wie das dann so ist, erst forderte das kleine Kind sein Recht, sodass sich die Abholung des großen Kindes verzögerte, dann trödelte das große Kind beim Anziehen in der Kita und ganz zum Schluss fiel dem ganz großen Kind – ja, ich meine den Papa! – ein, dass er genau jetzt noch etwas essen und außerdem auch noch mal auf Klo muss. Summa Summarum waren wir also erst um halb sechs auf dem Spielplatz, wo all die vorbildlichen Mamas – die waren mit Obstbüchsen und Wasserflaschen ausgerüstet und hatten sich offenbar alle vorher zum Playdate verabredet – schon wieder am Zusammenpacken waren. Pünktlich um sechs wurden dann die Obstbüchsen und Kinder wieder eingepackt und der Spielplatz leerte sich. „Guck mal, die sind ordentlich, die gehen um sechs nach Hause“, meinte der Gatte und wir wollten uns fast schon fragen, ob wir denn nicht auch ganz verantwortungsvoll jetzt wieder nach Hause gehen sollten – aber das Kind spielte doch so schön und wir waren doch gerade erst gekomment … und … und … – da kam ein Paar etwa in unserem Alter mit einem Sohn etwa im Alter unseres Sohnes und einem Baby – gnihi, genau – etwa im Alter unseres Babys gerade auf dem Spielplatz an.
Da nun beide Söhne – unserer und ihrer – vehement darauf bestanden, dass wir die Eisenbahn nicht verlassen dürften und dann selbst aber zum Spielen verschwanden, kamen wir ins Gespräch und stellten fest, dass wir zumindest erst einmal die selbe Familienkonstellation haben – zwei Kinder, erstes zweieinhalb, zweites etwa 6 Wochen alt und ähnliche Problematiken im Alltag mit Kleinkind und Baby. Die beiden großen Jungs nebeneinander zu sehen, ließ uns überlegen, ob wir nicht eine Feldstudie mit den beiden nebeneinander durchführen wollten mit dem Thema „Typisches Verhalten im Kleinkindalter!“, so sehr glichen sich ihre Ausreden und Verhandlungstaktiken beim Thema Nachhausegehen.
Und weil der Nachmittag noch so schön war, komme ich doch wieder zu dem Schluss, dass es eben doch auch okay ist, erst etwas später auf dem Spielplatz zu sein. Hauptsache, man war draußen und das Kind ist glücklich. Da ist es dann auch okay, erst um acht im Bett sein, vielleicht klappt es dann auch ausnahmsweise mit dem Schlafen in der Kita. Das macht der kleine Käfer nämlich immer noch nicht, obwohl er jetzt jeden Tag behauptet, er hätte geschlafen. Das dies jedoch nur eine Behauptung ist, bestätigte uns Sohnemanns Erzieherin: „Nein, nein.“ schüttelte sie lächelnd den Kopf. „In den seltenen Fällen, wo er das tut, sagen wir euch Bescheid!“
Na dann!

Frhoppe 06.05.2015

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