30.04.2015 Nervige Nachbarn? – Nicht mit uns!

Geistesblitze des Tages:

  • „Papa macht mal deine Hände sauber!“
    „Dann esse ich noch ein Schokoei, dann sind die wieder schmutzig.“
  • „Mama! Mama, weißt du, ich gehe jetzt in die Küche und schmeiße das Papier weg, damit das weg ist.“
  • „Ich muss mir noch kalte Hände machen!“ Auch trotz mehrmaliger Nachfrage konnte der Sinn dieser Aussage nicht festgestellt werden.
  • Und ganz ohne Worte clever: Kind spielt per Hand mit einem Auto, welches sich aber – was er nicht weiß – auch fernsteuern lässt. Papa hat die Bedienung und lässt den Sohn ganz nah an das Auto herankommen und fährt dann weg. Das tut er drei vier Mal, dann dreht sich der Sohn um, wirft dem Papa einen prüfenden Blick zu, marschiert zu ihm und fordert die Herausgabe des Bedienelements ein. Tja Papa! Nicht mit deinem Sohn!

Nach diesem Einstieg, den ich in dieser Form nun täglich vorne weg schicke, soll es heute um das meist lästige Übel einer Mietwohnung gehen – die Nachbarn!

Als wir vor etwa eineinhalb Jahren aus unserer alten Wohnung wegziehen mussten – zwei Zimmer reichten einfach nicht mehr – taten wir dies mit einem sehr weinenden Auge. Die Lage war toll, schön zentral, aber ruhig, mit einem schönen grünen, vor allem umzäunten Hinterhof und die Nachbarn waren super. Wir hatten ja schon sieben Jahre dort gewohnt und alle freuten sich, dass das nette, junge Paar Nachwuchs bekommen sollte. Es war ein relativ altes Haus, soll heißen, wir zogen quasi als junge Menschen in eine seit Jahrzehnten eingeschworene Hausgemeinschaft und alle freuten sich, dass endlich ein wenig Leben Einzug halten sollte. Ein weiterer Pluspunkt war der Umstand, dass die liebenswerte Dame über uns schwerhörig, unser direkter Nachbar sehr schlecht zu Fuß und die Nachbarin unter uns fast nie da war. Beschwerden über den Babylärm standen also kaum zu befürchten und wurden auch in dem einen Jahr, das wir mit dem kleinen Mann noch dort wohnten auch nicht an uns heran getragen. Sie alle waren traurig, als sie hörten, dass wir ausziehen! „So nette junge Leute wie Sie kommen hier bestimmt nicht wieder rein,“ sagte man uns und: „Wer weiß, was da nach Ihnen kommt. Mit Ihnen hatten wir ja großes Glück!“ Wir wurden mit großem Bedauern und einer Menge Geschenken für Eltern und Kind verabschiedet und auch jetzt noch telefonieren wir ab und an mit einem der Bewohner.

Die neue Wohnung war also zu Beginn tatsächlich ein notwendiges Übel – allerdings nur ganz zu Beginn. Denn sehr schnell fanden wir heraus, dass sie nicht wesentlich schlechter angebunden ist, dafür aber noch ruhiger und schöner gelegen ist, nämlich direkt an einem Park. Wir schauen aus unserem komplett verglasten Balkon, den man aber auch komplett öffnen kann, direkt ins Grüne und hören Meisen, Amseln und Eichelhäher zwitschern. In der Birke vor unserem Fenster ist ein Vogelnest, von dem wir hoffen, dass es irgendwann bewohnt werden wird, damit die Kinder da mal kleine Vögelchen beobachten können. Wir haben im Schlafzimmer einen französischen Balkon und können vom Bett direkt auf den kleinen Spielplatz im Hof schauen, der zwar nicht umzäunt, aber von zwei Müllplätzen eingegrenzt und auch wunderbar grün ist. Außerdem gibt es Wäscheleinen – im Sommer wirklich ein Traum. Nachdem nun auch noch im Flur ein Einbauschrank vorhanden war – wer die berühmten Q3A-Bauten aus dem ehemaligen Osten noch vor Augen hat, der kennt die Ecke, die ich meine – und eine alte, aber top gepflegte Küche, die wir ohne Kosten übernehmen konnten, hatten wir im Grunde keinerlei Bedenken mehr, dass dies unsere neue Wohnung ist.

Nur eine Sorge blieb: Die Nachbarn!

Die Gefühle, die uns aus dem alten Haus entgegen gebracht wurden, beruhten nämlich auf Gegenseitigkeit. Die waren alle super! Es gab keinen Ärger, keine Beschwerden und wann immer man Hilfe brauchte, war auch jemand da. Man kannte sich – wo ist das heute noch so?
Und würde das im neuen Haus genauso sein? Nach dem, was wir schon mitbekommen hatten, war das Haus hier ähnlich alt und eingeschworen und viele ältere Menschen bergen ja auch immer die Gefahr von Lärmempfindlichkeit. Die Damen hier waren oder sind alle alleinstehend und unsere Vormieterin war fast nie da und damit naturgemäß leise. Kinder sind das nicht und schon gar nicht unser Sohn! Zwar hieß es auch hier von allen Seiten: „Endlich wieder Leben im Haus!“ aber wussten die denn wirklich, was ein Kind im Haus bedeutet?

Nun nach eineinhalb Jahren kann ich sagen: Ja!

Kaum zu glauben, aber wir haben ein zweites Mal riesiges Glück. Unsere Nachbarn sind samt und sonders begeistert vom Nachwuchs. Obwohl unser kleiner Mann wirklich nicht leise ist – heute übte er Riverdance mit meinen Hakenschuhen, was gar nicht mal so schlecht klang 😉 – gab es nicht eine ernst gemeinte Beschwerde. Ganz zu Beginn fragte die Dame unter uns zwaghaft, ob das Kind denn öfter mit Bauklötzern auf dem Boden spielen würde, was ich bejahte. Sie fragte dann, ob man nicht eine Decke unterlegen könnte, winkte aber sofort ab und sagte: „Ach, was rede ich denn, da bleiben die Kleinen ja eh nicht drauf!“ Mittlerweile ist es sogar so weit, dass sie uns nach unserem geburtsbedingten Krankenhausaufenthalt erleichtert im Treppenhaus begrüßte, sie habe sich schon große Sorgen gemacht, weil sie so gar nichts gehört hätte.
Als wir gerade hier eingezogen waren, lag am Geburtstag des kleinen Mannes ein Spielzeug vor der Tür – zufällig, aber mit dem Gedanken, dass es bei der Dame nur herum liegen würde und da wollte sie es lieber dem kleinen Kerl schenken, im Übrigen hätte sie auch noch eine Babywanne im Keller, die recht praktisch sei, weil sie einen Stöpsel hätte und ein Babyphon könnten wir auch gleich noch haben. Und das war nicht das letzte Geschenk. Kein Feiertag wird vergessen, selbst der nette Herr von gegenüber, der gerade 90 geworden ist, hat immer eine Kleinigkeit für unser Käferchen und gerade heute kam die Nachbarin mit der Badewanne extra auf den Hof herunter, um uns eine Packung Kekse zu schenken. Ganz zu schweigen von der großartigen Art und Weise, wie man sich über das kleine Schwesterchen freute – ganz selbstverständlich und mit offenen Armen wurde sie aufgenommen und ebenso ängstlich fragte man uns, ob wir denn jetzt bald wegziehen würden. Was wir nicht tun werden.

Denn wir sind hier angekommen, fühlen uns angenommen. Als es im Haus zu einigen unschöneren Vorfällen kam – Fahrradbeschädigungen, Einbruchsversuche, Müll im Keller – hatte ich Sorge, dass der Verdacht auf uns fallen könnte, schließlich waren wir die neuen in einem eingeschworenen Verband. Darauf angesprochen, lachte die Nachbarin laut auf und versicherte mir eilig, dass nicht einer auch nur eine Sekunde gedacht habe, wir könnten damit etwas zu tun haben, im Gegenteil man habe sich in diesem Rahmen eher darüber ausgetauscht, was für nette junge Leute wir seien und wir niedlich unser Sohn.
Man bittet meinen Mann um Hilfe, informiert uns, wenn er den Keller offen gelassen hat und versichert uns, dass es überhaupt kein Problem sei, wenn der Kinderwagen mal ein wenig länger in unserem recht engen Hausflur stünde – immerhin wisse man noch genau, wie das mit Kind und Einkauf damals so war. Und wenn der kleine Mann wieder einmal im Erdgeschoss geklingelt hat, weil ich nicht schnell genug war, dann sind die beiden unten nicht genervt, sondern lachen über das kesse kleine Wesen.

Nein! Solange es keinen Grund gibt, ziehe ich hier nicht weg! Und ich denke jetzt schon mit Grauen, an die Zeit, wenn das Kinderzimmer zu klein für die zwei Kinder wird. Gott sei Dank ist das noch eine Weile hin.

Frhoppe 30.04.2015

Advertisements

29.04.2015 Ein Schub – oder: Der Tag der ersten Male!

Zu Beginn des heutigen Beitrages erfreue ich euch mit ein paar der bedeutsamen Äußerungen unseres Sohnes – einfach so, zur allgemeinen Erheiterung und weil ich finde, dass da wirklich Geist und Witz drin steckt:

  • „Sohn! Kennst du einen Horst?“
    „Ja! Onkel M. ist ein Horst!“
  • Papa, ich messe dein Gehirn!“ Eine Gummibärchentüte wird auf Papas Kopf gehalten. „Du hast ein blaues Gehirn! Jetzt messe ich mein Gehirn!“ Dieselbe Tüte kommt zum Einsatz. „Ich habe ein rotes Gehirn. Oma B., jetzt messe ich dein Gehirn!“ Einsatz der Tüte! „DU hast ein schwarzes Hirn. MAAAAAMAAAA!“ Ich war in der Küche, darum das Geschrei. „Ich muss noch dein Gehirn messen!“ Gesagt, getan – mir wird die Tüte an den Kopf gehalten, dann folgt ein Zögern und ein sehr ernster, fast besorgter Blick: „Mama! Du hast ein altes Gehirn!“
  • Und damit ich mir auch ganz sicher bin, dass ich alt bin, sagt er mir wenige Minuten später: „Mama! Du bist alt Jahre!“
  • Papa zieht eine Grimasse, der Sohn unterbricht sein Spiel und schaut auf: „Du kleiner Nasenbär!“, ruft er grinsend mit hoher Stimme und spielt ungerührt weiter.
  • Und nach dem Zubettgehen tönte es durch die geschlossene Tür: „Oma, weißt du??? Wir fahren mit dem Rollerbusch und machen alle pusch, pusch, pusch!“

Im Garten mit Oma demonstrierte er sehr deutlich, dass er eine feste Vorstellung von den Dingen und ihrem Verlauf hat.

  • Opa will sich ausruhen und setzt sich auf einen Stuhl, nur um sofort zurecht gewiesen zu werden: „Nein Opa! Das ist mein Stuhl, da sitze ich!“
  • Selbiges, als Opa Omas Portemonnaie weglegen möchte: „Nein Opa! Das ist Omas Portemonnaie, lass das da liegen!“
  • Und ebenso wenig durfte Opa das Bett umgraben: „Nein Opa! Nicht die Grabegabel nehmen. Das bleibt so!“

Selbstredend gehorcht der Opa aufs Wort – naja, da brauch er sich nicht über seinen vorlauten Enkel wundern 😀

Wir hatten aber heute auch noch aus ganz anderen Gründen einen tollen Tag. Unsere Maus schubt nämlich. Okay … diese Tatsache ist jetzt nicht ganz so toll – vor allem, weil sie das seit zwei Tagen tut und das bedeutet: viel trinken, weil ja die Milchproduktion auf den Mehrbedarf umgestellt werden muss, wenig schlafen und das bevorzugt auf Mamas Bauch oder Arm und vor allem eine Menge schlechter Laune. Aber es bedeutet eben auch: Sie lernt etwas Neues, kann wieder etwas mehr und wird uns am Ende dieser Phase ganz sicher mit etwas überraschen.

Dieser Tag war heute.

Während ich in der Küche werkelte und rumorte, hörte ich plötzlich ein ganz zaghaftes „Gah“ aus der am Boden befindlichen Kinderwagenschale, welche die kleine Mieze beherbergte. Ich schaute irritiert zu ihr runter und da lag sie und lachte mich mit strahlenden Augen an. „Gah!“ wiederholte sie, gefolgt von einem „Nguh!“ und mir schossen Tränen des Glücks in die Augen. Meine kleine, gerade erst geborene Maus entdeckt ihre Stimme und versucht sich sofort in der Kontaktaufnahme. Dieses Gefühl ist durchaus vergleichbar mit jenem, dass einem beim ersten Schrei ergreift. Und auch ein bisschen Wehmut schleicht sich ein, denn dies ist der Anfang – nicht vom Ende, aber vom Großwerden. Jeden Tag wird sie ein wenig mehr lernen und ein bisschen weniger Baby sein!
Dazu gehört dann auch die zweite Neuerung des Tages, denn wir haben festgestellt, dass nasse, schwere Windeln doof sind. Die kleine Motte schrie und schrie, war durch Tragen nicht zu beruhigen und auch nicht durch füttern, den Nuckel spuckte sie aus und Bäuchleinklopfen war auch nicht recht. Also begab ich mich zum Wickelplatz obwohl das letzte Mal noch gar nicht lange her war und siehe da. Die Windel war ordentlich vollgepuschert und mächtig schwer. Kaum befreite ich das kleine Bündel von dem großen Bündel, war Ruhe und ich hatte ein hochzufriedenes Baby vor mir liegen.
Diese Zufriedenheit hielt dann auch den Nachmittag über an. Nach einem kleinen Nickerchen kam die Mama meiner besten Freundin zum Babygucken und natürlich wollte und durfte sie die kleine Maus auch halten. Kaum hatte sie sie im Arm, wandte die Maus den Kopf und nahm Augenkontakt auf. Dann lächelte sie. Und lachte. Lächelte wieder – mal nur mit einem Mundwinkel, mal übers ganze Gesicht! Eine volle Viertelstunde lang strahlte sie mit der Mama meiner besten Freundin um die Wette – so lange und so oft wie noch nie zuvor!

Wenn ich das dann so sehe und erlebe, dann bin ich schlagartig nicht mehr müde und erschöpft, sondern platze vor Stolz und Freude – bis zur nächsten Schreiattacke. 😉

Frhoppe 29.04.2015

28.04.2015 Wer hat unser Kind vertauscht? – Oder: Warum ich es trotzdem liebe, ihn ins Bett zu bringen!

Wir haben ein Abendritual. Irgendwann zwischen sechs und sieben, je nach Müdigkeitsgrad des Kindes beginnen wir mit unserer abendlichen Zeremonie.

Den Auftakt bildet das Abendbrot – wobei das optional ist, wenn das Kind vorher beispielsweise bei den Großeltern war und wahrlich genug gegessen hat. Nicht optional sind dann: Ausziehen, was der kleine Mann schon ganz prima alleine macht, Waschen, Töpfchen, Wickeln, Schlafzeug an und Zähneputzen.
Pünktlich zum Ausziehen ist unser Sohn wie ausgewechselt. War er eben noch lieb und umgänglich gar freudig, sitzt nun ein kleines Monster vor uns. Er schreit, weint, jammert, hält seine Sachen fest, tritt den Papa oder die Mama, beißt und haut und läuft davon, wobei er wie wild kreischt und lacht. Das ganze dauert im Schnitt 5 bis 10 Minuten, dann ist der Spuk vorbei. Das Käferchen zieht sich selbstständig aus, trifft sehr ernsthaft seine Entscheidung, ob ihn heute Frosch oder Affe waschen sollen, sitzt geduldig auf dem Topf und freut sich mit uns, wenn ihm dort doch einmal ein Erfolg gelingt. Sein Schlafzeug zieht er alleine an und auch das Zähneputzen klappt gut, seit Mama das abends wieder übernimmt – und seit ich ihm irgendwann nicht mehr nur mit dem Entzug von Süßkram gedroht habe, sondern ihm auch erklärt habe, dass ihm die Zähne ausfallen, wenn er nicht putzt und er dann nur noch Wasser trinken und Brei essen kann. Klingt erst mal gemein, einem Kind das so zu sagen, aber der kleine Kerl ist einfach zu clever, um sich was daraus zu machen, dass der Osterhase im Falle des Nichtputzens keine Schokolade in seine Pappeier legt. Gibt ja auch noch genug leckere Sachen, wenn Oma ihn abholt. Aber keine Zähne mehr zu haben! Das wäre blöd! Könnte man ja auch nicht mehr beißen! Wobei das vielleicht gar nicht so schlecht wäre!

Aber ich schweife ab!

Nach seinem heutigen Ausbruch fragte ich ihn, ob sein Gehirn schon im Schlafmodus sei und er beantwortete das mit einem klaren „Jo!“ – dieses Jo müsst ihr euch genau so vorstellen, wie es so ein cooler Möchtegernrapper sagt. Ich warte nur noch auf die entsprechende Geste dazu. Auf die Nachfrage, ob er deswegen so aufgedreht sei, kreischte er ein entschiedenes „Jaaaaa!“ und warf sich mir an den Hals, um mir mein Gute-Nacht-Küsschen zu geben, denn da seine Schwester am Schreien war, blieb der schöne Teil des Abendrituals dem Papa überlassen.
Wenn nämlich alles geschafft, auch der letzte Zahn geputzt und die letzte Socke angezogen ist, dann geht es ins Bett. Dort warten der Tutti und die Schnuffeltücher, sowie die Kuscheltierarmee auf unseren Sohn und er kriecht friedfertig unter die Decke. Dann darf sich das Käferchen ein bis sechs Lieder aussuchen, denn das Singen ist fester Bestandteil unseres Lebens – meistens sind es zwei, wobei an den meisten Abenden tatsächlich die „Wasserflut“ das Rennen macht. Wem dieses Lied nichts sagt, nicht wundern: Wasserflut heißt so, weil es in der zweiten Strophe heißt „Weißt du wie viel Fischlein springen, in der hellen Wasserflut“ und ist eigentlich das allseits bekannte Lied „Weißt du wie viel Sternlein stehen!“ Unser Sohn hat da eine ganz eigene Art, sich Lieder zu merken: So heißt zum Beispiel „Eine Seefahrt, die ist lustig …“ bei uns „Uschi Uschi“, weil nämlich in der dritten Strophe eine gewisse Uschi zweimal angesprochen wird. Ich gebe zu, es hat eine Weile gedauert, bis wir das raushatten.

Während wir singen, wird gekuschelt – und zwar vom Sohn. Wie eine kleine Katze butzt er uns mit seinem Köpfchen an und kugelt sich in unseren Armen ein. Außerdem werden wir gestreichelt und geknutscht, bis der letzte Ton verklungen ist! Dann müssen wir folgende Worte sagen, die er auch mitflüstert: „Mama und Papa haben dich ganz ganz ganz doll lieb und wir passen immer auf dich auf, ganz egal was auf der Welt noch passiert. DU bist unser größter Engelbär. Soll der Mond noch singen?“ Damit ist die Spieluhr gemeint und die Frage ist eher rhetorisch, denn der Mond soll IMMER singen! „Ja!“ flüstert es durch den Tutti, es wird an der Schnur gezogen und der kleine Mann hebt uns sein Gesicht zum letzten Gute-Nacht-Kuss entgegen. „Ich hab dich lieb, mein kleiner Engel. Schlaf gut und träum süß! Bis morgen früh!“
Dann gehen wir raus. Und unser Sohn schläft. Tief und fest und wir können tatsächlich an einer Hand abzählen, wann das einmal nicht so gewesen ist. Ich denke, er weiß, dass ihm nichts passieren kann!

Frhoppe 28.04.2015

27.04.2015 Magenkrämpfe und die ganz große Liebe!

Ich hatte Magenkrämpfe. Nicht bloß Krämpfe, sondern KRÄMPFE!!! Die behelligen mich seit der Geburt nicht zum ersten Mal und sicher auch nicht zum letzten Mal, aber heute war schon ein besonderes Ereignis, denn ich wand mich zusammengerollt auf dem Boden und versetzte damit den Mann naturgemäß in Panik! Was durchaus verständlich, aber nicht nötig ist, denn die Magenschmerzen sind ziemlich sicher Ausdruck der Gesamtumstände. Zwar ist unsere Maus weitestgehend handzahm und schläft meistens recht gut und auch der Große findet sich langsam in der Situation zurecht, aber die Betonung liegt dann leider doch auf weitestgehend, meistens und langsam.

Heute kamen so ziemlich alle Faktoren zusammen: Die Fressraupe schlief schlecht und trank vier mal des nachts, was dann zu einer übervollen Windel führte – leider nicht nur mit Pipi überfüllt. Unser Morgen startete also schon schlecht. Zu dem Schlafmangel – auch beim Papa, obwohl ich das bei seinem Geschnarche nicht gedacht hätte – kam dann blöderweise auch noch schlechte Laune bei uns beiden und Bauchschmerz bei der Maus. Eins kam zum andern, man stritt über dies und das aber natürlich über nichts wichtiges und nachdem unser kleiner Mann nach der Kita zunächst sehr friedlich spielte und auch ganz lieb zuerst seine Jacke und Schuhe auszog und dann seine Schoko-Beute vertilgte, packte ihn dann kurz vor dem Schlafengehen doch der Rappel und er drehte völlig frei. Beißen, kratzen, treten und dann ganz provokativ noch mal beißen, während er so tat, als wolle er den vorherigen Biss mit einem Heileküsschen versorgen.

Als wenn das noch nicht Herausforderung genug wäre, kam es über diesen Ausbruch zu einem weiteren Streit, denn ich hatte bereits kurz vor sechs gesagt, man möge doch mit den Abendvorbereitungen anfangen, solange der kleine Kerl noch munter ist!
„Ooooch, der ist doch noch so wach und spielt so schön. Ich will ihn jetzt da nicht raus reißen! Es ist ja auch erst sechs,“ sprach der Papa und spielte weiter mit dem Sohne. Nun – soll er mal machen, dachte ich mir, ich hatte schließlich das kleine Kind vor den Bauch geschnallt und war damit raus aus der Bettgehzeremonie. Nachdem nun der Sohnemann gegen halb sieben so derartig durchdrehte, ließ ich mich zu einer durchaus amüsiert geäußerten Bermerkung hinreißen, dies sei der Grund, aus dem ich empfohlen habe, bereits um sechs mit dem Ritual rund ums Waschen, Töpfchen und Zähneputzen zu beginnen. Hätte ich nicht sagen sollen! Der Papa bekam das nämlich in den ganz falschen Hals und tat seinen Unmut auch kund. Es folgten heimlich vergossene Tränen auf meiner Seite und eine sehr ernste Entschuldigung auf seiner Seite und auch der kleine Käfer hatte seinen Anfall überwunden und ließ sich hochgradig zahm versorgen und ins Bett bringen. Nun hätte also endlich Ruhe einkehren können – wenn nicht, ja wenn nicht dieser gemeine Bauchschmerz wäre. Der nämlich packte unsere kleine Maus ganz unverhofft erneut und ließ sie etwa eine Stunde schreien, selbst an der Brust. Und das endete dann in den besagten Magenschmerzen.

Allerdings kann ich erfreut berichten, dass es dem lieben Gatten gelungen ist, sie durch eine ausgedehnte Rückenmassage zu vertreiben. Eine genauere Analyse der Umstände ergab dann, dass ich auch bei den letzten Malen immer innerlich SEHR angespannt gewesen war. In Verbindung mit einer verkrampften Haltung beim Tragen der Maus im Fliegergriff sind diese Magenschmerzen wohl unvermeidbar – wie so manches andere in Verbindung mit dem Kinderkriegen. 😉
Aber es lohnt sich.
Bevor mir die Magenschmerzen nämlich dazwischen grätschten, wollte ich heute nämlich eigentlich etwas ganz anderes berichten, dass mich alle negativen Seiten geduldig durchstehen lässt:

„Die Geburt ist das einzige Blind Date, bei dem du dir 100%ig sicher sein kannst, dass du die Liebe deines Lebens findest!“

Wunderschön gesagt und soooo wahr.
Es gibt Momente, in denen ich vor Liebe zu meinen Kindern gar nicht mehr weiß wohin damit. Und dann gibt es diese Momente, in denen ich mich frage, ob meine Kinder – im Moment eher noch nur das größere Kind – wissen, was ich für sie empfinde.
Meine Antwort: Sie tun es!!!
Woher ich das weiß?
Wenn ich unserem Sohn sage: „Mama und Papa haben dich ganz, ganz, ganz doll lieb!“ dann schaut er mich an und sagt „Ja!“ Nichts weiter, nur dieses „Ja!“ Und sein Tonfall drückt aus, dass diese Tatsache für ihn so selbstverständlich ist, dass er sich wundern muss, warum ich das so oft sage. Er ist mutig und voller Selbstvertrauen, testet seine Grenzen und provoziert ohne Ende, aber wenn er denkt, er hat uns möglicherweise enttäuscht, dann weint er bitterlich.Ein Beispiel dazu: Er hat kein Problem damit, seine Milch auf den Boden zu spucken oder seine Wassertasse auszukippen, nur um zu schauen, wie wir reagieren, aber wenn ihm versehentlich etwas herunterfällt, das dann womöglich auch noch kaputt geht, dann weint er fürchterlich und wahrhaftig verzweifelt, bis wir ihm glaubhaft versichert haben, dass das gar nicht weiter schlimm ist.
Wenn ich ihn aus der Kita abhole – was im Moment sehr selten ist – dann strahlt sein ganzes Gesicht, er unterbricht sofort jegliches Spiel und springt mir in die Arme, bevor er mein Gesicht in die Hände nimmt und mich ganz dicke knutscht!
Und unsere kleine Fressraupe?
Sie ist noch nicht einmal sechs Wochen alt und lacht bereits seit über einer Woche ganz bewusst über das ganze Gesichtchen, wenn sie mich sieht. Sogar auf Foto konnte ich diese Zuneigungsbekundung schon bannen und als ich dieses Bild einer Freundin zeigte und mich über das frühe Auftreten dieses Lächelns wunderte, sagte sie nur:
„Geliebte Kinder sind so!“

Ich finde, das kann man so stehen lassen!

Frhoppe 27.04.2015

26.04.2015 Eine haarige Angelegenheit!

„Die ist aber süß die Kleine!“

Diesen Satz höre ich mindestens drei Mal die Woche, mitunter auch täglich – nämlich jedes Mal, wenn jemand, den wir nicht kennen, uns auf unseren Sohn anspricht! Der Grund dafür ist folgender: Er hat lange Haare! Wirklich lange Haare, die ihm bis an den Hintern reichen, so sie denn nass sind, denn im trockenen Zustand locken sie sich recht ansehnlich. Dazu kommen noch seine relativ feinen Gesichtszüge, die groooßen blauen Augen und vielleicht auch die Tatsache, dass wir ihn relativ neutral anziehen – wobei ich das aber auch schon gesagt bekam, wenn er Turnschuhe, eine dunkle Jeans und sein schwarz-weiß kariertes Herrenhemd anhatte.
An sich stört mich das nicht, ich berichtige den Irrtum lächelnd, habe auch Verständnis dafür und bin mir vor allem ziemlich sicher, dass es auch mit kürzeren Haaren zu dieser Verwechslung kommen würde. Die Haare könnten also und können auch von mir aus lang bleiben, vor allem, wenn es bei einem Schnitt nur darum gehen würde, unseren Sohn deutlich als Jungen zu kennzeichnen. Ich stimme meinem Mann zu, dass die schönen langen blonden Haare ein Alleinstellungsmerkmal sind und ich denke auch nicht, dass sie unseren Sohn per se in seiner Identitätsfindung negativ oder positiv oder sonstwie beeinflussen – das tun eher diejenigen, die ihm, obwohl sie wissen, dass er ein Junge ist, immer wieder sagen: „Du siehst ja aus wie ein Mädchen.“

Mein Problem mit den langen Haaren ist ein eher ein praktisches – Es wird Sommer!
Ohnehin hat der Sohn die Haare schon andauernd im Mund und im Gesicht kleben, besonders wenn er Schnupfen hat und sich das mit dem Schnodder vermischt, ist es nicht mehr schön – für ihn nicht und für mich auch nicht, denn das Zeug klebt in den Haaren. Im Sommer kommt dann noch dazu, dass man schwitzt, vor allem im Nacken, die Haare kleben überall fest und verfitzen ziemlich leicht. Zudem geht es für unseren kleinen Mann in ein paar Wochen mit den Omas und Opas in den Urlaub nach Griechenland. Eine Woche lang jeden Tag Sonne satt, Sand, Salzwasser, Sonnencreme und vor allem jeden Abend Haarewaschen, damit das Zeug wieder aus den Haaren rauskommt. Ich frage mich, wie angenehm das für unseren kleinen Mann wird.
Eine Lösung wäre es einen niedlichen Pferdeschwanz zu machen oder die Haare hochzustecken zu einer hübschen Frisur, aber bei einem Jungen? Kann ich das? Darf ich das? Will ich das? Will er das und vor allem, will ich ihn dem aussetzen? Für mich ist es keine Frage, dass er ein Junge ist, ob er nun seine Haare lang hat oder nicht und auch er zweifelt nicht daran. Es ist mir egal, ob er einen Zopf hat oder nicht und auch er hatte heute keine Bedenken, sich von mir nach dem Baden die Haare flechten zu lassen, aber die meisten anderen Menschen sind leider selten sensibel. Es beginnt mit: „Du siehst ja aus wie ein Mädchen“ und endet bei „Hach, dann machen wir dir niedliche Zöpfchen und demnächst trägst du noch ein Kleid!“ Ich reagiere darauf immer mit der Antwort. „Wenn ihn das glücklich macht, dann soll er eins tragen!“ und merke, dass die meisten dann schlucken. Ich versuche meinem Sohn das Gefühl zu geben, dass alles, was er tut, okay ist, aber ist es nicht auf Dauer zu anstrengend, zu „verstörend“ für ihn, immer wieder in Frage gestellt zu werden?

Ich weiß es wirklich nicht!
Für die langen Haare muss in der Hitze und den anderen Bedingungen des Sommers eine Lösung gefunden werden. Ich für meinen Teil möchte sie wenigstens ein bisschen abschneiden, weil ich denke, dass das im Sommer sehr viel angenehmer für ihn ist und weil ich die Entscheidung über das Tragen eines Zopfes ihm überlassen möchte. Es ist ein Unterschied, ob ich dem Kind vorschlage einen Zopf zu machen oder ob er es von sich aus macht. Mein Mann hingegen stellt sich vehement gegen die Vorstellung ihm die Haare abzuschneiden. „Bei einem Mädchen würde es diese Diskussion überhaupt nicht geben!“ meint er – nicht zu Unrecht. Einem Mädchen würde man aber auch einfach einen Zopf machen können! Und wieder einmal frage ich mich, warum all das in unserer Gesellschaft eine so große Rolle spielt. Warum kann ich einem Jungen nicht einfach einen Zopf machen, ohne dass er dafür mit blöden Kommentaren konfrontiert wird und ich ihm erklären muss, dass die das alle nicht so meinen und er ganz toll so ist, wie er ist?
Für Gedanken und Anregungen zu diesem Thema bin ich sehr dankbar.

Frhoppe 26.04.2015

25.04.2015 Ich liebe meinen Sohn, aber …

… ab und an stelle ich mich auch gerne mal zwei Stunden an eine Großbaustelle, um die Ruhe zu genießen!!!

Heute bei Crouse@dercrouse gelesen und direkt für passend gefunden, denn unser Tag heute war sooo:

Rumms! Schlafzimmertür kollidiert mit dahinter stehendem Schrank. „GUTEN MORGEN, MAMA!“ kräht der Sohn blendend gelaunt, gefolgt von einem „Oh, die schläft noch!“
Nein! Jetzt nicht mehr! Aber danke für die Feststellung. Offenbar ist es auch nicht mehr als das, denn als nächstes springt das Kind in Parcours-Manier auf das Bett und schmeißt sich auf mich!
„Ich habe Hunger!!!“ werde ich informiert. Offenbar reagiere ich nicht schnell genug, denn quasi sofort wird das gesagte ein paar Dezibel lauter wiederholt und erweitert: „ICH HABE HUNGER! Du musst Frühstück machen!“
Ich muss gar nix, aber das Kind hat Glück, ich habe auch Hunger, also mache ich Frühstück, ich muss mich nur vorher anziehen. Genau so sage ich das dem Bub.
„Ich bringe dir deine Sachen!“ ruft er begeistert und springt vom Bett. Nun heißt es fix sein, denn „Ich bringe dir deine Sachen“ bedeutet er macht den Schrank auf und sucht wahllos Sachen heraus ohne Rücksicht auf eventuell herausfallende Sachen. Natürlich darf er nicht allein an den Schrank, aber in seiner Begeisterung mir zu helfen, kann man das schon mal vergessen.
„Mama, du musst deine Titties noch einpacken,“ kommentiert er meine Fortschritte! Puh – gut dass er das sagt, ich hätte das jetzt glatt vergessen! Hätte peinlich werden können, so entblößt den ganzen Tag.

Überhaupt kommentiert der kleine Kerl sehr gerne. Er ist im Grunde ein ständiges Rauschen. Erst heute wieder beim Frühstück machen!
„Mama, ich will dir helfen!“ Kein Problem, das kann er und darf er auch.
„Aber natürlich, Käferchen. Ich mache schnell den Kaffee und dann gebe ich dir was zum rein tragen!“
Und damit begann es:
„Ich träge den Teller rein!“ Sprach’s und wuselte los, nur um kurz darauf zurückzukehren mit der Frage: „Was noch?!“
„Hier ist Mamas Teller!
„Ich träge Mamas Teller rein!“ Auf diesem „ich träge“ beharrt er, egal wie oft wir ihm sagen, dass es „trage“ heißt. Aber wie berichtigt man das am besten, wenn man sagen würde „Ja stimmt, du trägst das!“ Denn offensichtlich auf einen Fehler beim Sprechen hinweisen wollen wir den kleinen Mann nicht, sondern ihm unauffällig beibringen, wie es richtig heißt. Nun ja, vielleicht gibt sich das auch noch. Nun jedenfalls bekommt er Papas Teller in die Hand.
„Oh, ich trage noch einen Teller rein.“
Tapp, tapp, tapp!!! „Was noch?“
„Ich träge die Teewurst rein.“
Tapp, Tapp, Tapp. „Was noch?“
„Ich träge meinen Joghurt rein … NEIN! Ich kann den erst essen, wenn ich ein Brötchen hatte!“ Tapp, Tapp, Tapp! „Was noch?“
„Ich träge die Butter rein! Mama ich nehme die Butter ganz vorsichtig, damit sie nicht runter fällt!“
„Oh, oh, Mama ich muss noch die Eierbecher rein tragen!“ Da kann er es dann auf einmal!
Und so geht es weiter, den ganzen, lieben langen Tag. Heute bevor wir zum Einkaufen gingen, sagte er zum Papa: „Papa, ich gebe dir einen neuen Schlüppi!“ Er sagt wirklich Schlüppi und seine Schlüppis kommen in die Schlüppilade. „Da kannst du deinen Pullermann rein tun!“

Mit dieser großartigen Sprachbegabung, die uns unheimlich viel Freude bereitet, geht allerdings auch ein immenser Geräuschpegel einher. Denn wie schon erwähnt, kommentiert er alles was er tut. Wenn unser Kind also auf seiner Blechtrommel trommelt, was ja schon an sich mitunter recht laut ist, dann ruft er dazu noch lauthals „Ich trommele auf meiner Trommel!“ Und kürzlich hatte er auf sein Töpfchen gepullert und rief mir das aus seinem Zimmer, wo er mit dem Papa saß durch die geschlossene Tür zu. „MAAAAMAAAA!!! Ich hab aufs Töpfchen gepullert!“ Und das 10 Mal hintereinander, immer lauter werdend.
Besonders schön ist diese Begabung, wenn er etwas nicht möchte, dann steigert sich nämlich nicht nur die Frequenz der Äußerungen, sondern auch deren Lautstärke und vor allem die Ausdauer, mit der er sein Missfallen äußert. Wenn dann auch noch die kleine Maus eine ihrer Schreiattacken hat, dann fällt mir nur eines ein:

Ich liebe meinen Sohn, aber ab und an stelle ich mich auch gerne mal zwei Stunden an eine Großbaustelle, um die Ruhe zu genießen!!!

Und genau dann, wenn dieses Gefühl eintritt, während also die kleine Maus mir ins Ohr brüllt und ich denke, ein bisschen Ruhe wäre so schön, dann kommt mein kleines Käferchen mit seinem Lieblingspinguin im Arm angewackelt und sagt: „Mama, ich geb der kleinen Schwester meinen Pinguin, damit die nicht mehr weint!“ ❤

Frhoppe 25.04.2015

24.04.2015 Ausgewogene Ernährung in der Kita!

Als wir für unser größeres Kind eine Kita suchten, war der Faktor Ernährung nicht unser Hauptkriterium. Primär waren wir froh, dass wir überhaupt eine Kita gefunden haben, die uns wollte, denn als ich Anfang Januar 2014 anrief, ich hätte gerne ab Oktober/November 2014 einen Kita-Platz bekam ich mehr als einmal die Antwort, man könne mir einen Platz ab Herbst 2015 anbieten, wenn ich Glück hätte, ich sei viel zu spät dran!

Aha! Na gut, das hätte ich wirklich wissen können, dass ich mit dem positiven Schwangerschaftstest in der Hand quasi direkt zur Kita-Anmeldung muss, aber nun war es ja einmal zu spät, was sollte man also tun. Zum Glück steckte uns eine sehr gute Freundin, dass ihre Kita im Juli umziehen würde und darum ein Nestbereich geschaffen – sprich Betreuung für die unter dreijährigen. Ich rief also an und machte einen Kennenlerntermin. Die Kita ist eine evangelische Kita und stimmte daher schon einmal mit meinen grundsätzlichen Werten in der Erziehung überein und auch in Sachen Ernährung ging ich durchaus konform. Es sollte nicht jeden Tag Fleisch geben, durchaus auch mal Fisch, morgens gibt es eine Obst-/Gemüsepause und nachmittags eine Vesper, zu der es nur in Ausnahmefällen mal einen Keks gibt. Trinken dürften die Kinder Wasser und ungesüßten Tee und morgens zur Obst-/Gemüsepause eine kleine Tasse Kakao. Und prinzipiell würde auf abwechslungsreiches Essen geachtet!

Klang doch alles ganz gut!
Wir bekamen also den Kita-Platz und dann stellte sich heraus, dass man uns dreist belogen hatte! Und dies auch noch mit einem ausgedruckten, offensichtlich erfundenen Speiseplan zu verschleiern versuchte. Denn als ich nach der Eingewöhnung – in der wohl nur, um ahnungslose Eltern in Sicherheit zu wiegen, jeden Tag ein anderes Essen auf den Tisch kam – das Kind fragte, was es denn zu essen gegeben habe, antwortete es: Spinat, Kartoffeln und Ei! Am zweiten Tag genau dasselbe: Spinat, Kartoffeln und Ei! Und so fort: Jeden Tag gibt es Spinat, Kartoffeln und Ei! Was mich dabei wundert, ist, dass offenbar nur unser Sohn dieses Essen bekommt, das er im übrigen nicht einmal mag, denn alle anderen Kinder bekommen jeden Tag Nudeln. Erst seit zwei Wochen gibt es endlich etwas Abwechslung im Speiseplan, denn jetzt gibt es Erbsen! Heute auch wieder – voller Überzeugung äußerte der kleine Mann, es habe zum Mittag Erbsen gegeben und er esse die gerne!
Allen die jetzt noch zweifeln sei gesagt, dass unsere Kita sich selbstverständlich große Mühe gibt, das Essen ausgewogen und interessant zu gestalten. In der Tat ist es sogar so, dass versucht wird, sogar auf die Abneigungen der Kinder einzugehen.
„Heute gab es Spinat und der kleine Mann hat nicht gut gegessen“, empfing mich eines Tages die Erzieherin, als es tatsächlich einmal Spinat gegeben hatte. „Er mag den wohl nicht!“
Ich winkte ab. „Ja ich weiß, den mochte er letzte Woche auch schon nicht!“
„Wie? Letzte Woche?!“ horchte die Erzieherin auf. „Da muss ich aber mal mit der Küche reden. Jede Woche Spinat muss ja nicht sein!“
Fand ich gut!
Und noch besser finde ich, dass mein Kind bei dem absolut üblichen Verhalten kleiner Kinder, jeden Tag dasselbe zu antworten auf die Frage nach dem Essen, eine gewisse Fantasie an den Tag legt.
Trotzdem bin ich erleichtert, dass es jetzt endlich mal Erbsen gibt – ich hoffe nur nicht wieder 4 Monate lang, sonst muss ich doch mal ein ernstes Wörtchen mit der Kita reden.
😉

Frhoppe 24.04.2015

23.04.2015 „Regretting Parenthood“ – warum ich nichts bereue, aber diese Eltern verstehe!

Seit einiger Zeit geht ja der Geist des sogenannten „Regretting motherhood/fatherhood/parenthood“ durch das Internet. Es handelt sich dabei um Eltern, die bereuen Mütter/Väter/Eltern geworden zu sein. Die wenigsten von ihnen bereuen die Existenz ihrer Kinder, im Gegenteil: Sie lieben sie von Herzen! Aber sie hatten sich ihr Leben oder die Elternschaft anders vorgestellt, finden das Elterndasein an sich bescheiden schön, um es diplomatisch auszudrücken.

Ich habe in letzter Zeit einige weniger schöne Reaktionen auf dieses Thema gelesen, Anfeindungen und Unverständnis schlagen diesen Müttern/Vätern/Eltern entgegen. „Wie kann eine Mutter ihr Kind nicht lieben?“ wird pauschal gefragt und dabei Reue über die Elternschaft mit mangelnder Liebe gleichgesetzt! Rabenmutter ist noch der harmloseste Ausdruck und es wird gar nicht versucht zu betrachten, wie es im Einzelnen zu dieser Erkenntnis, zu diesem Gefühl gekommen ist.
Ich denke, das größte Problem ist, dass Eltern heutzutage zu große Ansprüche an sich selbst haben, z.T. von sich selbst aufgestellt, z.T. von den Verwandten aufoktroyiert und zu einem ganz großen Teil von Medien und Gesellschaft verursacht.
Junge Eltern haben perfekt zu sein. Am besten sollen sie rund um die Uhr für das Kind da sein, den Haushalt ganz allein perfekt managen und dabei noch beide Vollzeit arbeiten. Dabei sehen sie natürlich immer wie aus dem Ei gepellt aus. Wenn eines der beiden Elternteile zu Hause bleibt, dann hat es voll in dieser Rolle aufzugehen, für das Hausmann-/Hausfrauen-Dasein und natürlich für die Kinder zu leben, während eigene Interessen ganz weit hinten anstehen. Sehnsüchte nach Beruf oder Erfüllung gibt es nicht! Andersherum wird von berufstätigen Eltern erwartet, dass sie es nach der Arbeit kaum erwarten können, nach Hause zu kommen, um dort endlich wieder die vollgekackte Windel des neugeborenen Glücks wechseln zu dürfen und sich vollkotzen zu lassen. Kurzum: Ein Kind zu bekommen ist pures Glück – quasi ein Regenbogen, der aus dem Hintern eines Einhorns kommt und Glitzer sprüht!

Klar ist es das! Also so vom Grundsatz her!

Aber es ist eben auch, als würde ein Meteorit in dein Leben einschlagen und einen riesigen Krater hinterlassen. Die Geburt an sich ist schon eine umwälzende Erfahrung – für beide Partner! Sie kann schön sein, aber eben auch nicht und nicht immer stellen sich sofort nach der Geburt die Glücks- und Muttergefühle sofort ein. Ein Kind zu bekommen ist für den Körper einer Frau Hochleistungssport und für den Mann – so er denn dabei ist – eine große psychische Belastung, mitunter auch eine körperlich, wenn die Frau – so wie ich – ihren Schmerz über seine Hände abzuleiten versucht. Auf dieses anstrengende Ereignis folgen dann die zwei bis drei Tage, in denen das Kind quasi ununterbrochen trinken muss, damit die Milch gebildet werden kann. An Schlaf ist da nur im Sitzen zu denken. Und auch wenn sich der Trinkrhythmus nach diesen Tagen so langsam einpendelt, tut es der Schlafrhythmus nicht. Die sogenannte Stilldemenz ist kein Mythos – sie liegt begründet in den Hormonen, die der Körper nach der Geburt ausschüttet und vor allem auch im veränderten sprich gestörten Nachtschlaf. Das Kind schreit eben, wenn es Hunger hat und wenn Mama und Papa da gerade in der REM-Phase ihres Schlafes sind, dann haben sie Pech gehabt. Und gerade diese Phase ist es, in der sich die Gehirnzellen erholen können. Dazu kommen dann noch Bauchschmerzen und im Laufe der Jahre schlechte Laune, Zipperlein, Böcke, die Entwicklung eines eigenen Willens und und und und …

Normalerweise gleichen Kinder das aus durch ihre Freude am Leben und die Liebe, die sie einem entgegen bringen. Meine Kinder sind da wirklich tolle Beispiele – Die kleine Maus lächelte mich heute morgen über das ganze Gesicht an, als sie mich erblickte, nachdem sie einmal 6 Stunden und dann noch einmal 5,5 Stunden geschlafen hatte und sie ist gerade mal 5 Wochen alt. Unser Sohn geht nicht ins Bett, bevor er uns nicht beiden einen Gute-Nacht-Kuss gegeben hat und schließt darin seit kurzem seine Schwester mit ein. Er streichelt mir abends beim Singen den Kopf, während er eigentlich schon fast schläft und umarmt uns aus ganzem Herzen und ganz fest. Er ist unheimlich intelligent und clever und hat eine Freude am Leben und am entdecken, die einfach umwerfend ist. Außerdem ist er wirklich witzig: Heute kamen wir nach Hause und er entdeckte, dass sein Wickelzeug noch auf dem Bett lag. „Ich räume das jetzt GANZ SCHNELL weg!“ verkündete er und grinste mich dabei verschmitzt an, denn er hatte das „ganz schnell“ genauso drohend betont, wie ich es immer tue, wenn er etwas „GANZ SCHNELL“ sein lassen soll. Er hat wirklich genau den Tonfall getroffen. Wenn wir Grimassen ziehen, dann lacht er erst herzhaft und sagt dann „Du kleiner Nasenbär“ zu uns oder „Du kleiner Schlingel!“ und ebenfalls heute Abend bestand er darauf, dass er kein Engelbär ist. „Nein Mama, ich bin kein Bär“, sagte er. „Ich bin dein kleiner Engel! Ihr habt mich ganz, ganz, ganz doll lieb!“ – und das ist ein O-Ton!
Wir sind wirklich gesegnet mit unseren Kindern, das ist mir durchaus bewusst und doch ist auch uns das alles manchmal zu viel, die Nerven liegen bloß und man ist froh, wenn die Kinder endlich endlich schlafen. Es gibt Momente, in denen ich den größeren Sohn weder sehen noch hören will – wenn er nämlich wieder einmal sämtliche Grenzen gleichzeitig austestet und das über Stunden mit all den Mitteln, wie jammern, schreien, hauen, treten, Haare ziehen hinwerfen, rumschmeißen, kaputt machen und so weiter – es gibt Augenblicke, in denen ich meine süße kleine Tochter einfach nur noch loswerden will – weil sie nämlich in der Nacht nur höchstens eine Stunde am Stück geschlafen hat und mir seit einer Stunde ins Ohr brüllt oder vielleicht nicht einmal brüllt, sondern einfach nur den ganzen Tag getragen werden wollte.

Und wenn ich dann über „Regretting Parenthood“ lese und nachdenke, dann stelle ich mir vor, wie es wäre, wenn mein älterer Sohn nur schreien, hauen, schlagen würde und nicht so gut schlafen. Oder wenn unsere Tochter durchgehend schreien würde ohne jegliche Ruhepause. Wenn ich vielleicht mit meinen zwei Kindern alleine wäre ohne jegliche Hilfe und niemals wirklich zur Ruhe kommen könnte. Es gibt solche Kinder. Kinder, die einfach unheimlich anstrengend sind, mit denen jeder Tag ein Kampf ist. Für die man immer da sein muss und immer eine doppelte Portion Aufmerksamkeit braucht. Ich verstehe, dass man diese Kinder zwar von Herzen lieben und sich trotzdem fragen kann, ob es das wert ist!
Ich möchte damit nicht sagen, dass nur Eltern von „anspruchsvollen“ Kindern ihre Elternschaft bereuen oder dass nur sie ein „Recht“ dazu haben bzw. ich das nur in diesem Fall verstehe. Es ist auch immer eine Frage, wie viel man von sich selbst aufzugeben bereit ist und inwieweit das mit dem vereinbar ist, was man tatsächlich aufgeben muss. Wenn ein Kind erst einmal da ist, dann würden die meisten Eltern alles für es tun, aber das muss nicht heißen, dass sie damit glücklich sind. Eine Mutter/ ein Vater mit einem tiefenentspannten, lebensfrohen, intelligenten, durchschlafenden Kind kann trotzdem bereuen, dass sie/er nicht mehr einfach so verreisen kann, dass ihr gesellschaftliches Leben sich verändert oder verringert hat oder oder oder. Eine Frau/ ein Mann kann sich bewusst dafür entschieden haben, zu Hause zu bleiben bei den Kindern und gleichzeitig bereuen, dass sie/er keine Karriere gemacht hat.

Ich für meinen Teil und für mich ganz allein kann und werde es nicht bereuen, Mutter zu sein. Für mich ist das ein tiefgreifender Teil meiner Zukunftswünsche und dessen, was mich glücklich macht. Meine Kinder nach der Geburt in den Arm nehmen zu können, war für mich ganz klischeehaft das schönste Gefühl der Welt und ließ mich tatsächlich alles vergessen, was zuvor geschah. Ich genieße jedes Lächeln, mein Herz blüht auf beim Lachen meines Sohnes, ich platze vor Stolz, wenn er mit seinen nicht einmal zweieinhalb Jahren zweistellige Zahlen von allein erkennt und wenn er Satzkonstruktionen baut, die manch Fünf- oder Sechsjähriger nicht beherrscht. Ich breche in absurde Freude über den Pups meiner kleinen Maus aus, wenn sie vorher so lange dafür gekämpft hat, dass er heraus kommt und ich liebe das entspannte Gesicht, das sie hinterher zur Schau trägt.
Aber ich versuche das alles auch ganz bewusst wahrzunehmen. Wenn meine Tochter lacht, dann ist das immer etwas besonderes. Wenn sie 4, 5 oder 6 Stunden am Stück schläft, dann sage ich mir jedes Mal, was ich für ein Glück ich habe. Ich weiß, wie ungewöhnlich es ist, dass unser Sohn 12 – 14 Stunden pro Nacht schläft, seit er ein Jahr alt ist und mir ist bewusst, welch großes Glück es ist, dass ich beide Kinder völlig problemlos stillen kann bzw. konnte. Wir haben keine Allergien und keine Krankheiten und ich bin dankbar für meinen Mann, der mir sehr viel Arbeit abnimmt und noch mehr Verständnis aufbringt. Und wenn an manchen Tagen doch alles den Bach runter geht, alle gleichzeitig sauer oder genervt oder weinerlich sind und ich sie dann alle zum Mond schicken könnte, dann erinnere ich mich bewusst daran, dass das normal ist! Und okay!

Ich glaube, dass größte Problem in unserer Gesellschaft ist, dass alle denken, Kinder zu haben macht einen IMMER und UNABDINGBAR glücklich! Und wenn man nicht permanent vor Glück strahlt, dann stimmt etwas nicht – entweder mit einem selbst oder mit den Kindern. Wenn wir alle ein bisschen offener damit umgehen würden, dass nicht immer alles gut ist, wenn aber vor allem Mütter/Väter/Eltern, die über die negativen Seiten und Gefühle des Elterndasein sprechen, nicht immer sofort verteufelt würden à la „Wie kannst du nur…?“, dann würde nicht eine solch hohe Erwartungshaltung an sich selbst und an Eltern überhaupt entstehen.
Eltern sind Menschen! Eltern dürfen sich schlecht fühlen, überfordert sein, raus wollen aus alledem! Und ja Eltern dürfen bereuen, dass sie Eltern geworden sind! Schließlich kann man nicht wissen, was das richtige für einen ist, bevor man es nicht probiert hat! Und mit Kindern ist es nun einmal so, dass man sie nicht zurück geben kann, falls es doch nicht das richtige ist! Man wird ins kalte Wasser geschmissen und muss schwimmen ohne je eine Schwimmstunde gehabt zu haben. Und nur weil ich das Schwimmen nicht mag, kann ich trotzdem das Wasser lieben, nicht wahr?

Frhoppe 23.04.2015

22.04.2015 Fresspause für die Fressraupe

Nach einer mit weniger Schlaf gesegneten Nacht – im Ernst jetzt, ich glaube, ich habe keine Stunde am Stück geschlafen – durften wir als erstes ein großes Erfolgserlebnis mit dem kleinen Mann teilen. Ein im wahrsten Sinne großes Ereignis, denn seit einiger Zeit haben wir mit dem Töpfchen-Training angefangen und heute befand sich im Töpfchen tatsächlich wieder ein großer Haufen. Wie stolz der kleine Mann darüber war, erwies sich am Abend, als allein die Erinnerung an den morgendlichen Erfolg ihn dazu brachte, sich freiwillig auf das Töpfchen zu setzen. Auch das ist nicht unbedingt zu unterschätzen, denn auch wenn wir keinen Zwang anwenden, so ist das komische weiße Plastikding nicht unbedingt der beste Freund unseres Sohnes.

Nachdem der Sohnemann dann wohlbehalten in der Kita abgegeben war, erwarteten wir gespannt den vorerst letzten Besuch unserer Hebamme. Immerhin wollte ich wissen, was sie von dem gestrigen Trinkexzess unserer Fressraupe hielt. Und wenn sie mir nur sagen würde, ich soll mich nicht so haben, das sei alles ganz normal, dann wäre das auch okay, dann hätte ich wenigstens eine Richtlinie!
Tja, was soll ich sagen – normal ist das, aber eben weil bei Babys alles quasi alles normal ist. Aber normal ist das nicht!
Will heißen: „Wenn du sogar weinst, dann hat sie dich ziemlich rund laufen lassen gestern.“ Und nachdem sie sich das Fressverhalten unserer kleinen Raupe schildern lassen hat, und die kleine Maus ein wenig beim Trinken beobachten konnte – sie hatte nämlich wenig überraschend gerade wieder ein Hüngerchen – verordnete sie eine Fresspause. Mama hat nämlich viel, viel Milch und die kommt immer direkt rausgeschossen aus der Brust, so dass das Würmchen am Anfang gar keine Wahl hat, wobei sie auch nicht so aussieht, als sei sie damit unzufrieden. Es heißt also „Trink oder stirb!“ Und sie trinkt mit einer Inbrunst, dass man denken könnte sie sei völlig ausgehungert. Das Problem an der Sache ist aber, dass sie dabei leider viel Luft schluckt, was dann wiederum Bauchweh zur Folge hat, welches sie ganz furchtbar piesackt und zwickt. Sie ist also latent unzufrieden und fühlt sich unwohl und verwechselt das dann mit Hunger. Oder wie unsere Hebamme es ausdrückt: „Na klar will sie bei Mama an die Brust – da ist für sie alles gut!“
Ihre Empfehlung? Mindestens zwei Stunden muss das kleine Milchmonster durchhalten, alles andere ist schlecht fürs Bäuchlein. Wenn sie vorher wieder kommt, dann geben wir Fenchel- oder Bauchwohltee und tragen sie unermüdlich im Fliegergriff durch die Gegend, damit der Bauch besser wird. Und beim Trinken soll sie möglichst aufrecht auf meinem Bauch liegen, das reduziert den Druck, mit dem ihr die Milch in den Mund schießt!
Einzige Ausnahme von der Regel – sie hat vor der Mahlzeit vier bis fünf Stunden geschlafen! Dann darf sie auch drei oder vier mal hintereinander Hunger haben, denn sie muss quasi ihre Speicher wieder auffüllen.
Vier bis fünf Stunden geschlafen hat sie heute nicht und auch keine zwei Stunden durchgehalten, also konnte ich das mit dem Fencheltee gleich mal ausprobieren. Wer jemals versucht hat, Flüssigkeit, die einem Kind nicht schmeckt mit einem Teelöffel in selbiges Kind hineinzubekommen, der weiß wie sich ein Kampf mit einem Tintenfisch einfühlt. Die gute Nachricht ist aber, dass das Kind irgendwann so sauer ist, dass es das Zeug vor Wut schluckt, statt es fein säuberlich mit der Zunge aus dem Mund herauszuarbeiten. Ich muss ehrlich sagen, zwischendurch war ich versucht, die kleine Maus einfach wieder anzulegen – was weiß denn schließlich die Hebamme schon? Tja, leider eben eine Menge und so hörte ich dann doch auf die dämliche Vernunft, die mir ins Ohr schrie, das Baby jetzt anzulegen macht das Problem nicht besser, sondern verschiebt es nur um einige wenige Minuten. Tatsächlich schlief die Maus dann auch wieder ein – zwar auf meinem Bauch und sie brüllte auch, sobald ich sie weglegen wollte – aber immerhin habe ich sie erfolgreich von ihrem „eingebildeten“ Hunger ablenken können. Denn das der Hunger eingebildet ist, merkt man daran, dass sie sich mit Tee und Kuscheln hat abspeisen lassen. Wenn sie nämlich richtig Knast hat, dann hilft nix davon, dann muss das Titti raus, aber Zackzack.
Nun immerhin war sie dann einigermaßen entspannt, als es daran ging, ihren großen Bruder abzuholen. Da war sie gerade gesättigt und frisch gewickelt nach einem monströsen Pups. Tatsächlich bin ich nicht sicher, ob es nicht der Pups war, der sie so entspannt hat, denn der war wirklich erfurchtgebietend, wenn man bedenkt, dass er aus so einem kleinen Wesen kommt. Jedenfalls konnten wir uns auf diese Art beim Abholen auf das größere Kind konzentrieren, das sich mir auch wieder überschwänglich in die Arme schmiss und mich ganz süß mit einem Kuss begrüßte. Er nahm nämlich mit seinen beiden Händchen mein Gesicht zu sich herunter und gab mir einen dicken Schmatz. Zu Hause angekommen heimste er dann noch einmal Lorbeeren ein. Obwohl er nämlich schon seine Schokolade schon in seinen Nostalgie-Pappostereiern gefunden hatte – die gibt es nämlich rationiert seit Ostern immer dann, wenn er sich ordentlich die Zähne putzt (morgen gibt es übrigens keine – soviel dazu!) – legte er sie noch einmal weg und zog sich erst seine Jacke und seine Schuhe ganz von allein aus! Keine Frage, dass er dafür ein riesiges Lob bekam, denn normalerweise streiten wir darüber, dass zu Hause als erstes Jacke und Schuhe ausgezogen werden. Ein zweieinhalbjähriger Junge, der das freiwillig tut, obwohl er seine Schokolade schon erbeutet hat, verdient ein Extralob, finde ich.
Leider sind kleine Jungs eben doch keine richtigen kleinen Jungs, wenn sie nicht wenigstens einmal am Tag Quatsch machen und so mussten wir dem größeren Kind dann noch erklären, dass sich sich die Kuh und der Bauer ganz viel Mühe geben, um die Milch zu machen und dass es darum gar nicht schön ist, wenn er die Milch absichtlich und vor allem aus reiner Provokation auf den Boden spuckt. Als Konsequenz gab es dann heute keine Milch mehr – da unser Kind in der Regel nur Milch und Wasser trinkt, ist das eine Kürzung seiner Auswahlmöglichkeiten um 50% – und er musste den Boden allein trocken wischen. Er resümierte dann ein wenig später, dass die Kuh und der Bauer sehr traurig sind und wirkte darüber ehrlich betroffen, aber ich bezweifle dennoch nicht, dass er nicht das letzte Mal auf den Boden gespuckt hat.
Dafür hat er aber nach dem Zubettgehen und dem Abendritual noch einmal ganz laut nach uns gerufen, weil er seiner kleinen Schwester noch nicht Gute Nacht gesagt hatte. Erst nachdem wir ihn das nachholen ließen, konnte er beruhigt und sekundenschnell einschlafen.
Und ich habe jetzt das kleinere Kind an den Papa verkauft und gönne mir ein heißes Zeit-für-Dich-Bad, damit ich auch morgen noch kraftvoll zupacken kann!

Frhoppe 22.04.2015

21.04.2015 Aktiv-Kuschler, Nervenzusammenbrüche und Babys Lächeln

Ich bin Aktiv-Kuschler geworden. Für all jene, die sich – zu Recht – fragen, was ein Aktiv-Kuschler wohl sein mag, hier eine kleine Erläuterung: In der Regel kuschelt sich mein Menne nächstens vor dem Schlafen an meinen Rücken an und zieht sich dann bevor wir einschlafen auf seine Betthälfte zurück.

Gestern habe ich mich endlich getraut, ihm zu gestehen, dass ich das im Moment nicht ertrage. Natürlich habe ich das diplomatischer ausgedrückt und ihm auch erklärt! Der Punkt ist folgender: Den ganzen Tag habe ich ein Kind im Arm, auf dem Bauch, an der Brust – leider nuckelt sich das Wurmi im Moment nur allzu gerne in den Schlaf und leider funktioniert dabei in 90% der Fälle der Nuckel nicht. Wenn dann abends der Sohnemann nach Hause kommt, fordert er natürlich, selbstverständlich und auch völlig zu Recht und gern gesehen seinen Teil von Mama ein, was sich im Moment auch durch exzessives Kuscheln, Knutschen und an Mama ranschmeißen, wahlweise festklammern äußert. Wenn ich dann abends ins Bett gehe und die kleine Maus endlich in ihrem Beistellbettchen schlummert – das macht sie nämlich bereits äußerst gut und gesegnete 4-5 Stunden am Stück – dann gehört mein Körper das erste Mal am Tag mir, ich habe ein wenig Freiraum, um mich zu spüren, auch wenn das doof klingen mag, aber man verliert sich doch tagsüber ein wenig an das Baby.
Und dann kommt der Mann und will ebenfalls – natürlich, selbstverständlich und auch völlig zu Recht – seinen Teil von seiner Frau haben. Man verstehe mich da nicht falsch: Er bedrängt mich nicht, verlangt nichts – er will einfach nur kuscheln und ich will ihm das auch nicht verwehren, zumal ich paradoxerweise ja auch den Kontakt zu ihm brauche, auch wenn er mir zu viel ist. Das Problem an der Sache ist, dass ich bislang noch nicht darüber mit ihm gesprochen habe, weil ich ihn nicht vor den Kopf stoßen möchte, vor allem auch nicht wegschieben, aber er ist natürlich auch nicht doof und merkt, dass ich mich verkrampfe und das eigentlich gerade gar nicht mag. Also fühlt er sich irgendwo doch abgewiesen.
Gestern Abend endlich fand ich die Lösung für dieses Problem: Ich bat ihn, mich an seinen Rücken ankuscheln zu dürfen, was er ein bisschen verwundert bejahte. Kaum hatten wir uns beide gedreht und ich meinen Arm um ihn gelegt, stellte ich erleichtert fest, dass dies funktionieren würde. So blöd es klingen mag, aber in dieser Position habe ich die Kontrolle über das Kuscheln – ich kuschele freiwillig und bin dem Kuscheln nicht ausgeliefert. Ich kuschele also aktiv! Und er und ich bekommen beide unsere Portion Körperkontakt und Zuneigung, die wir so dringend nötig haben, um im Gleichgewicht zu bleiben.
Wie wichtig dieses Gleichgewicht ist, zeigte sich nämlich heute wieder. Bereits nachts deutete sich an, dass dieser Tag ein etwas schwierigerer werden dürfte. Obwohl unsere wundervolle Tochter nämlich normalerweise ein unfassbar luxuriös entspanntes Kind ist – sie ist eine effektive Trinkerin, sprich sie dockt an, macht leer und ist nach 15 Minuten fertig, und schläft bereits jetzt wunderbare 4-5 Stunden tagsüber und auch nächtens – haben wir Tage an denen ich nicht mehr so recht weiß, ob die kleine Fressraupe wirklich schon wieder Hunger oder einfach nur vergessen hat, dass sie eben erst getrunken hat.
Heute war so ein Tag. Trinken, einschlafen, nach zehn, maximal 15 Minuten aufwachen, sofort wieder trinken, dann die Windeln vollknattern, wieder trinken – jetzt ist ja wieder Platz – und das ganze dann aber so hastig, dass man sich verschluckt und Bauchschmerzen bekommt, denn Bäuerchen macht die Lady gar nicht gern. Den Nuckel, den uns unsere Hebamme als Mittel gegen Überfressen aufgrund eines hohen Saugbedürfnisses empfahl, verweigerte die kleine Motte heute quasi komplett, sodass ich sie heute wirklich permanent an der Brust hatte. Da der Papa heute den ganzen Tag auf Arbeit war, vergaß ich bzw. hatte ich keine Chance etwas zu essen, was gegen zwei Uhr nachmittags zu massiven Magenkrämpfen führte, die natürlich nicht besser wurden, denn bei Magenschmerzen hilft bekanntlich Entspannung am besten. Und das ist mit einem 4600g schweren, 52cm großen, komplett steifen, rot angelaufenen, brüllenden kleinen Mädchen nicht nur schwer, sondern unmöglich. Das Stillen schaltete zwar den einen Anspannungsfaktor aus, fügte aber die nicht gerade entspannungsfördernde Stillhaltung gleich wieder hinzu. Nach etwa einer Stunde besserte sich dann der Zustand ein wenig. Mein Magen tat nur noch weh, statt mich beinahe umzubringen und die kleine Maus verhielt sich zumindest in meinem Arm für einige Zeit friedlich, sodass ich endlich dazu kam, etwas zu essen. Immerhin konnte ich danach den Rest des Nachmittags die Magenbeschwerden auf einem erträglichen Maß halten, angenehm ist aber trotzdem anders, zumal ja auch immer noch die kleine Fressraupe an meiner Brust und durch das permanente Nuckeln an meinen Nerven nagte.
Nun freute ich mich darauf, dass der Papa mir zugesichert hatte, er sei SPÄTESTENS um sechs da, eher etwas früher. Als er mich um halb sechs doch zurückrief, war er noch im Büro. Nun gut dachte ich mir, dann ist er um halb sieben da, macht ja nix, das große Kind ist ja noch mit Oma unterwegs, also alles entspannt, er kann ja dann die Tochter übernehmen, wenn er da ist, dann habe ich immer noch etwas Ruhe. Er kam tatsächlich um halb sieben, brachte auch ganz lieb den kleinen Mann ins Bett und teilte mir dann mit, dass er seine Mama noch nach Hause fahren würde, was ich absolut in Ordnung fand, hatte sie mir doch nachmittags den kleinen Mann abgenommen. Leider musste der Gatte dann auch noch etwas abholen, sodass er summa summarum erst um halb neun wieder zu Hause war.
Man muss ihm aber zu Gute halten, dass er quasi sofort zum Kinde eilte, als es nach – dreimal dürft ihr raten 10 Minuten – aus dem Schlummer erwachte. Nachdem sie sich allerdings nicht innerhalb von 5 Minuten beruhigte, kam er direkt zu mir und meinte, sie müsse Hunger haben. Der Ärmste wusste natürlich nicht, dass ich bis vor zehn Minuten gestillt hatte und so fuhr ich ihn recht unwirsch an, das könne nicht sein, woraufhin er sich aus dem Wohnzimmer verzog und im Schlafzimmer versuchte das schreiende Bündel zu beruhigen. Leider half nichts. Gegen neun gab ich auf und ging zu ihm, nahm ihm den kleinen Wurm ab und stillte zum gefühlten tausendsten Mal heute, erstaunlicherweise immer noch mit einigermaßen stoischer Akzeptanz der Situation – es blieb ja auch nichts anderes übrig.
Schon während des Stillens merkte ich, dass es der kleinen Fressraupe gar nicht primär ums Trinken, sondern nur ums Nuckeln ging – jedem der jetzt denkt, lass sie doch, ist ja nicht schlimm, sei gesagt, dass permanentes Nuckeln an der Brustwarze nicht nur an selbigen zehrt, sondern irgendwann vor allem an den Nerven. … Hätte ich aber auch noch ertragen können! Dann fing das kleine Monster an, mich zu kneifen! Mit diesen kleinen, sauscharfen Miniklauen, die Babys ihr eigen nennen, zwickte sie mich genüsslich in die Brust.
Das war der Moment, in dem ich in Tränen ausbrach und mein 4 Wochen altes Kind ernsthaft fragte, ob es denn nicht bitte damit aufhören könne.
Nach einer ausgedehnten Tröstorgie seitens des Papas, gewürzt mit sehr viel Verständnis und dem für stillende Mamas am Rande des Nervenzusammenbruchs essentiell wichtigen Satz „DU machst das alles ganz großartig“ – daran zweifelt man nämlich ganz schnell mal, wenn man gerade über spontanes Abstillen nachdenkt – beruhigte ich mich dann endlich wieder und konnte sogar schon wieder über die albernen Grimassen unseres Töchterleins lachen, dass sehr mimikreich versuchte, einen Pups in seine Windel zu befördern.
Und wie das mit Babys so ist: Auf einmal hielt sie inne, suchte ganz konzentriert meinen Blick und als sie ihn fand und ich gerade sagte „Jetzt pullert sie bestimmt!“, strahlte sie mich über das ganze Gesicht hocherfreut an. Ein richtig bewusstes „Für-Mama-Lächeln!“, das mich wieder einmal das alte Klischee auspacken lässt:
Egal wie schlimm oder anstrengend es ist, wenn dein Kind dich anlächelt, ist alles vergessen!

Frhoppe 21.04.2015