06.11.2014 Er wird frech!

Also zunächst einmal: Nachdem der kleine Mann zwar zu Beginn wieder kräftig weinte, als ich die Kita verließ, stand er die Zeit bis zum Abholen, dann aber sehr gut durch. Sohnemanns Erzieherin wusste zu berichten, dass der kleine Kerl kaum nach mir gefragt hatte und sich sehr gut im Kitaalltag zurechtgefunden hatte.
Der wirkliche Knaller kam aber erst, als wir uns bereits im heimischen Hausflur befanden. Wie in letzter Zeit häufiger weigerte sich der kleine Kobold standhaft, Treppen zu steigen. Da ich aber nunmehr seit fast sieben Monaten in anderen Umständen bin, weigere ich mich eben so standhaft, ihn die Treppen hinaufzutragen. Er wiegt immerhin schon 13 Kilo und das ist mir einfach zu schwer, zumal das Ganze tatsächlich mehr eine Machtprobe als Unwillen oder Unvermögen ist. Diese Annahme bestätigte sich heute auf beeindruckende Weise. Nachdem wir mittlerweile geschlagene zwanzig Minuten im Treppenhaus verbracht hatten und sämtliches Betteln, flehen, selbst Bestechungsversuche nichts gebracht hatten, verlegte ich mich aufs Drohen.
„Wenn du nicht gleich nach oben gehst, gibt es keinen Keks! Ich zähle bis drei!!! Eins…!“
Da grinst mich das Kind entwaffnend an und sagt tatsächlich: „…zwei, drei, vier, fünf!“
Ich war völlig von den Socken, wusste überhaupt nicht, was ich sagen sollte, angesichts eines bis fünf zählenden zweijährigen Kindes. Ich meine, sicherlich machen wir Fingerspiele mit ihm, bei denen klar wird, dass es fünf Finger gibt und so, aber bewusst mit ihm geübt oder so etwas haben wir deswegen nicht mit ihm.
Und obwohl ich so dermaßen stolz auf ihn war, war ich gleichzeitig in der Bredouille, denn ich musste ihn ja irgendwie in den ersten Stock bekommen. Ich verlegte mich darauf, weiter zu zählen und tatsächlich: Als ich bei zweidreiviertel – Eltern kennen diesen merkwürdig langen Zwischenraum zwischen zwei und drei – angekommen war, bequemte sich der kleine Mann endlich die Treppen hoch und bekam dann seinen Keks.

Frhoppe 06.11.2014

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05.11.2014 Heute kein Mittagsschlaf!

Als ich heute Nachmittag in der Kita ankam, hatte der kleine Mann keinen Mittagsschlaf gemacht, was allerdings an dem Umstand lag, dass es direkt nach dem Mittag einen Zwischenfall mittlerer Katastrophenstufe gab.
Eines der Kinder büxte beim Wickeln aus. Es lief nun schon von Windeln befreit durch den Schlafraum und entschied leider genau in diesem Moment, dass es sein großes Geschäft genau jetzt verrichten müsse. Mitten im Schlafsaal. Da sich eine Gruppe Kinder naturgemäß nur sehr schwer vom Herumrennen abhalten lässt, blieb nicht aus, dass mehrere Kinder durch das Unglück hindurch rannten und damit den ganzen Kram im Schlafsaal verteilten und in der Folge auch untereinander, sodass nunmehr alle Kinder gesäubert werden mussten. Unser kleiner Mann war dabei der letzte an der Reihe und dementsprechend aufgedreht. Verständlicherweise fand er nun nicht mehr recht zur Ruhe und da er die anderen Kinder durch sein Geplapper wach hielt, wurde er dann wieder in den zweiten Raum zur Ruhe gelegt, wo er dann auch tatsächlich eine gute dreiviertel Stunde ruhig lag, bevor er wieder munter wurde und zum Spielen aufstand.
Vermutlich aufgrund des fehlenden Mittagsschlafes zeigte mein kleiner Schatz heute gesteigerte Sehnsucht nach seiner Mama. Trotzdem beschlossen wir, dass wir morgen versuchen würden, erst nach der Vesper zu kommen, das heißt etwa eine dreiviertel Stunde später noch als heute.

Frhoppe 05.11.2014

04.11.2014 Ein deutliches Zeichen

Heute war der zweite Tag, an dem Sohnemanns Erzieherin aus dem Urlaub wieder da war und heute weinte der kleine Mann auch wieder ein wenig mehr, als ich die Kita gen „Arbeit“ verließ. „Mama soll nicht arbeiten gehen“ schluchzte er und streckte vom Arm seiner Erzieherin aus die Händchen flehend nach mir aus.
Es wird wirklich nicht leichter, da einfach zu gehen.
Allerdings gab es heute eine erleichternde Nachricht für mich. Als ich nach dem Mittagsschlaf wieder in der Kita ankam, berichtete mir die Erzieherin, dass der Sohn heute ein wenig unruhiger war und nicht so recht in den Schlaf fand. Also legte sie sich neben ihn und gab ihm ihren Finger zum Festhalten, was schließlich dazu führte, dass der kleine Mann endlich einschlief. Dann jedoch wollte sie aufstehen und musste feststellen, dass die kleine Kinderhand ihren Finger fest umklammert hielt. Jeder Versuch ihn zu lösen, war vergebens, so dass sie schließlich befürchtete, den Mittagsschlaf neben dem Sohn liegend verbringen zu müssen.
Schließlich gelang es ihr aber doch, sich zu befreien, indem sie behutsam einen Finger nach dem anderen löste, bis sie schließlich gehen konnte. Sie freute sich dann sehr, als ich ihr mitteilen konnte, dass dies ein sehr deutliches Zeichen dafür ist, dass der kleine Mann sie als enge Bezugsperson in seinem Leben akzeptiert hat.

Frhoppe 04.11.2014

03.11.2014 Nun aber wirklich: Der erste Mittagsschlaf!

Nachdem die Bezugserzieherin nun endlich wieder da war, konnte sich auch in des Kindes Stimmung eine erhebliche Verbesserung beobachten lassen. Voller guter Laune machten wir uns auf den Weg in die Kita und ich muss sagen, es war ein ziemlich bewegender Augenblick, als die Erzieherin die Kita betrat. Alle Kinder – inklusive meinem – rannten ihren Namen rufend auf sie zu und umringten sie in einer Traube. Ich glaube, so ein Erlebnis gehört zu den Momenten, in denen man genau weiß, wofür man diesen Beruf ausübt.
Aufgrund der Anwesenheit seiner Bezugserzieherin ließ der Sohn mich dann heute auch weitestgehend ruhig gehen, nachdem wir vereinbart hatten, dass wir es heute wie geplant mit dem Mittagsschlaf versuchen wollten.
Voller Spannung, die Gedanken immer beim kleinen Mann und dem Versuch zu schlafen, verbrachte ich die Zeit bis halb zwei, als ich dann endlich losfuhr, um ihn abzuholen. In der Kita angekommen, sah ich dann den kleinen Mann mit roten Wangen im Schlafzeug, samt Kuschelkimmi, Tutti und Fetter Hase, sowie seinen Schnuffitüchern ins Bad stiefeln. Allerdings entdeckte er mich auf halber Strecke durch den Flur und rannte strahlend auf mich zu, um mir gleich freudig mitzuteilen, dass er geschlafen habe.
Seine Erzieherin teilte uns dann noch mit, dass er tatsächlich sehr schnell eingeschlafen sei und dann ganz tief durch schlummerte, bis kurz bevor ich auftauchte. Das ist ein toller Erfolg, denn es heißt für mich, dass ich nun endlich einige Stunden am Stück Zeit habe, mich um Haushalt und Studium zu kümmern. Jetzt muss ich nur noch die Motivation dafür finden 😉

Frhoppe 03.11.2014

31.10.2014 Was macht ihr denn hier?

Heute war für den kleinen Mann ein besonderer Tag in der Kita. Er wurde nämlich das erste Mal nicht von mir, sondern von seinen Urgroßeltern abgeholt. Das war besonders niedlich, weil er nämlich zunächst gar nicht bemerkte, was da los war. Der kleine Mann war so auf sein Essen konzentriert, dass er erst aufsah, als ein Kitakamerad freudig rief: „Da eine Oma!“
Der Beschreibung nach sah der kleine Kerl erst einmal nur mäßig interessiert auf, als die Neuankömmlinge so angekündigt wurden. Dann jedoch erkannte er seine geliebten Urgroßeltern. Nach einem kurzen Moment der Freude folgte Verwirrung. Ihm war deutlich anzusehen, dass er nichts mit der Anwesenheit dieser Menschen in der Kita anfangen konnte. Die gehören da für ihn einfach nicht hin.
Dann jedoch schien er den Umstand ihres Daseins in der Kita zu akzeptieren und sprang voll Freude ihren Namen rufend auf und rannte auf sie zu. Er war schon beinahe dabei, sich seine Sachen zu holen, da viel ihm ein, dass er noch seinen Nachtisch essen wollte. Fast hilflos sah er die Großeltern an und sagte: „Muss noch Joghurt essen?!“ Zum Glück für ihn würden seine Großeltern ihm kaum jemals etwas verweigern und so durfte der Sohn ganz in Ruhe sein Dessert vertilgen.
Am Abend erzählte er mir dann strahlend vor Stolz, dass er mit Oma und Opa Straßenbahn gefahren ist und dann Fahrstuhl – sogar einer ganz aus Glas, wo man ringsum alles sieht – und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, durfte er dann auch noch S-Bahn fahren. Dazu muss man wissen, dass unser Kind unheimlich auf öffentliche Verkehrsmittel steht. Kaum sitzt er in einem der genannten Beförderungsmittel, verschlägt es ihm total die Sprache. Er sitzt einfach nur staunend im Fahrzeug und genießt die Fahrt. Zudem wird jeder Bus, jede Straßenbahn und jede S- oder U-Bahn protokollarisch aufgenommen. Die Großeltern des kleinen Kerls wussten dann noch zu berichten, dass der Enkel während des gesamten Heimwegs immer wieder zwischen beiden hin und her schaute, so als könne er nicht fassen, dass die beiden wirklich da sind. Nichtsdestotrotz begann er ab etwa halb fünf an, regelmäßig nach seiner Mama zu fragen. Und als ich dann endlich kam, stürzte er sich vor Freude mich zu sehen, fast die Treppe herunter.

Frhoppe 31.10. 2014

30.10.2014 Das schlimmste Gefühl der Welt.

Bereits gestern war der kleine Mann ja nicht wirklich einverstanden mit dem Umstand, dass ich ihn in der Kita zurückließ. Heute morgen sprach er dann direkt seine Ängste an, indem er sich schon im Auto meiner dauerhaften Anwesenheit in der Kita zu versichern versuchte. Da ich ihn nicht belügen wollte, sagte ich ihm auch ganz ehrlich, dass ich zwar noch eine Weile mit rein käme, dann aber arbeiten müsste. In der Folge wich der Gnom in der Kita die ganze Zeit nicht von meiner Seite. Zwei Schritte in den Raum hinein schaffte er, dann flüchtete er wieder halbwegs verzweifelt zwischen meine Arme und kuschelte sich gegen meine Beine. Nichtsdestotrotz mussten wir es ja versuchen und so schlug die Vertretungserzieherin des kleinen Kerlchens mir eine halbe Stunde später vor, trotzdem zu gehen.
Ich kam mir vor wie der schlechteste Mensch der Welt.
Der kleine Schatz klammerte sich an meinen Beinen fest, versuchte mir die Jacke zu entwinden und weinte ganz schrecklich verzweifelt in den Armen seiner Erzieherin, die Händchen nach mir ausgestreckt. Schließlich nahm sie ihn auf den Arm und verließ den Flur, in der Hoffnung, mich nicht mehr zu sehen würde die Situation verbessern. Und da wir ja vereinbart hatte, dass ich auf dem Handy erreichbar sein würde, ging auch ich, wenngleich ich mich furchtbar deswegen fühlte. Ich muss ehrlich sagen, dass es mir fast das Herz zerriss meinen kleinen Sohn so furchtbar nach mir weinen zu hören und trotzdem einfach zu gehen. Meine Gefühlte mussten mir wohl deutlich anzusehen gewesen sein, denn eine ebenfalls anwesende Mama versicherte mir sofort, dass diese Verzweiflung bestimmt nur der Abwesenheit der Bezugserzieherin geschuldet sei. Normalerweise gehöre mein kleiner Schatz zu den fröhlichsten und aufgewecktesten Kindern der Kita und würde kaum einmal nach mir fragen, geschweige denn verzweifelt sein, dass ich nicht da bin. Das half mir unheimlich, stark zu bleiben, denn von der Logik her weiß ich natürlich, dass ich gehen muss, dass ich es dem kleinen Mann nicht leichter mache, wenn ich gehe. Trotzdem fragte ich mich natürlich auch, ob eine gute Mama wirklich geht, wenn ihr Kind so weint, zumal ich mich tags zuvor mit einer anderen Mama unterhalten habe, die ihr Kind genau aus diesem Grund doch wieder zu Hause behält. Allerdings kam ich im Verlauf des Tages doch selbst zu dem Schluss kam, dass es richtig und wichtig ist zu gehen. Wenn ich ihn jetzt wieder aus der Kita nehmen würde, dann nehme ich ihm die Möglichkeit, seine eigenen Stärken und Grenzen kennen zu lernen. Ich würde ihm damit zeigen, dass ich ihm nicht zutraue mit der Situation und ohne mich fertig zu werden und ihm damit ein Stück seines Selbstbewusstseins wieder nehmen.
Und wie um mich zu bestätigen, erzählte mir die Erzieherin am Mittag, dass des Kindes Gebrüll verstummte, kaum dass ich um die Ecke war. Und auch meine beste Freundin, die selbst Erzieherin ist, beruhigte mich am Nachmittag, dass die meisten Kinder immer mal wieder heftig weinen, einfach um es den Eltern ein bisschen schwerer zu machen.
Ich bin also beruhigt und bleibe weiterhin stark, denn ich weiß, dass mein Sohn die Kita liebt.

Frhoppe 30.10.2014

29.10.2014 Der Bock aller Böcke oder auch einfach: NEIN!!!

Von der Kita gibt es heute nicht allzu viel zu berichten, außer vielleicht, dass der kleine Mann das erste Mal einen Anflug von Unglück gezeigt hat, als ich die Kita verlassen wollte. Seine Vertretungserzieherin teilte mir dann auch mit, dass diese Verlassensangst bis zum Vesper anhielt, jedoch durch den Spaß im Garten schließlich verdrängt wurde.
Das eigentliche Ereignis heute war jedoch der Monsterbock des kleinen Sonnenscheins.
Das das Kerlchen bereits greinend aus dem Mittagsschlaf aufwachte, hätte mir ja vielleicht schon eine Warnung sein können, aber zunächst zeigte sich das Kind noch recht anhänglich und so wiegte ich mich in Sicherheit. Gedankenlos schlug ich vor das große Geschäft in des Kindes Windel durch Wickeln zu beseitigen.
Ich gebe es zu: Das war doof. Ich hätte das einfach nicht tun sollen! Ich hätte den kleinen Menschen einfach noch eine Weile vor sich hinmüffeln lassen sollen, aber ich habe das merkwürdige Verlangen, vollgesch… Windeln zeitnah zu wechseln. Die Folge dieses Verlangens war zunächst ein entschiedenes Nein! Eben jenes kenne ich nun genauer, kommt es doch öfter im Alltag vor und lässt sich zumeist ignorieren oder durch Argumentation in ein Okay verwandeln. Als ich heute jedoch die Wickelutensilien zurechtlegte, setzte es beim kleinen Mann aus.
Wie ein Besessener wand er sich auf dem Boden, bockte hoch, schrie aus voller Kehle immer wieder und ausschließlich NEEEEEIN, NEEEEEEIN, NEEEEEEIN. Jeglicher Beruhigungsversuch schlug nicht nur fehl, sonder verschlimmerte die ganze Situation nur noch, so dass ich mich schließlich auf regungs- und wortlose Anwesenheit verlegte. Zu deutsch: Ich saß einfach nur da!
Nach einer halben Stunde Gebrüll hielt ich es rein lautstärkebedingt nicht mehr im Zimmer aus und zog mich, nachdem ein weiterer Versuch, das Kind zu beruhigen, fehlgeschlagen war, in eine strategisch günstige Beobachtungsposition auf der wohnzimmerlichen Couch zurück. Überraschenderweise wurde nun das Gebrüll ruhiger, der kleine Mann fasste mich an der Hand und führte mich in sein Zimmer, wo er sich wortlos auf seine Wickelunterlage legte und mich abwartend ansah. Völlig widerstandslos ließ er sich wickeln, so dass ich annahm, wir hätten nun das Schlimmste überstanden.
Wieder lag ich falsch.
Ich fragte ihn nach vollendeter Säuberung, ob den jetzt alles wieder okay sei. Drei mal darf man raten, was geschah: Das Gebrüll ging von vorne los. Und wieder nur NEEEEEEEEEEEEIN, NEEEEEEEIN! und nichts anderes. Einzige Änderung im Ablauf war der Ort, da das Kind nun nicht mehr im Zimmer schrie, sondern auf dem Flurboden lag und bockte und trampelte. So hatte nicht nur ich etwas von dem Klangerlebnis, sondern auch alle Nachbarn – glücklicherweise vermuteten die hinter dem Gebrüll nichts schlimmeres als Zahnschmerzen.
Eine weitere halbe Stunde ging das Schreien weiter, jeder Trostversuch war genauso zum scheitern verurteilt wie zuvor, sodass ich tatsächlich einfach nur daneben saß und wartete. Urplötzlich war dann Ruhe, der kleine Mann stand auf, atmete tief durch und teilte mir sehr sachlich mit, er brauche jetzt seinen Tutti. Da er mir wirklich leid tat und ich ehrlich gesagt auch keinen weiteren Anfall durch ein Nein herausfordern wollte, bekam er ihn umgehend. Mit einem Seufzen nahm der kleine Kerl das Nuckeln auf, begab sich schnurstracks in sein Bett, wo er sich mit seinen Tüchern und seiner Kimmi einkuschelte und mir mitteilte, er müsse sich jetzt ausruhen.
Eine Viertelstunde lag er ganz ruhig in seinem Bett, während ich ein Lied nach dem anderen vorsang und er andächtig lauschte, dann kam mein kleines Wunder wieder aus dem Bett gekrabbelt und kuschelte sich ganz eng an mich.

Frhoppe 29.10.2014

28.10.2014 Geburtstagskuchen vom Onkel

Als ich heute morgen das Zimmer des kleinen Mannes betrat, war das Kerlchen schon putzmunter und ließ sich widerstandslos Fieber messen. Ich muss sagen, ich war ziemlich überrascht als ich feststellte, dass die Temperatur des kleinen Mannes bei total normalen 37,2° lag. Dem Gang in die Kita stand also nichts im Wege.
Dort angekommen konnte ich den Sohn dann auch direkt als vermisst melden, so wenig interessierte ihn meine Anwesenheit. Aber wenigstens konnte ich so ruhigen Gewissens gehen. Als ich den kleinen Mann dann nach dem Mittag wieder abholte, erzählte er mit sofort, dass ihm das Essen heute geschmeckt habe. Wirklich mitkommen mit mir wollte er aber nicht. Viel lieber wäre er da geblieben. Erst als ich ihm erklärte, dass sein Onkel heute Geburtstag habe und wir deswegen nach Hause müssten, erklärte er sich gnädigerweise bereit mich zu begleiten. Um ihn dann zu Hause zum Mittagsschlaf zu bewegen, erzählte ich dem kleinen Mann, dass es nach dem Schlafen Kuchen von seinem Onkel geben würde.
Im Nachhinein erwies sich das als ausnehmend unkluge Idee, denn kaum war der kleine Käfer erwacht, fragte er nach dem Kuchen. Nun war es allerdings erst halb drei und der Onkel wollte erst gegen vier kommen. Den ganzen Nachmittag verlangte er alle 5 Minuten den Kuchen und als es dann kurz nach vier endlich klingelte, schaffte der Sohn es gerade noch eben so dem Onkel alles Gute zu wünschen, bevor er nach dem Kuchen fragte. Leider sollte der Kuchen erst angeschnitten werden, wenn auch der Papa endlich zu Hause wäre, was in diesem Fall eine weitere Verzögerung von einer halben Stunde bedeutete.
Das Kind saß nun also eine halbe Stunde am gedeckten Tisch, war von seinem Stuhl nicht wegzubewegen und forderte lautstark den Kuchen. Und als wenn das noch nicht genug wäre, wies der gemeine Opa väterlicherseits immer wieder auf das Objekt der Begierde hin, was den Sohn natürlich immer nervöser machte.
Es war fast komisch mit welcher Erleichterung er dann schließlich sein Stück Kuchen verschlang.

Frhoppe 28.10.2014