26.10.2014 Ein olfaktorisch zweifelhafter Start in den Tag!

Auch heute wusste die Oma einiges vom kleinen Mann zu berichten. Zunächst einmal startete der Tag damit, dass der kleine Mann – dank der Zeitumstellung, so was bescheuertes – bereits um sieben wach war. Und stank!
Wäre ich am gestrigen Tag anwesend gewesen, so hätte ich das folgende voraus sagen können, so jedoch sah sich die Oma allein und ahnungslos mit dem Ergebnis von zuviel Schokopudding konfrontiert. Die Windel war nicht nur voll. Sie war übervoll. Und mit ihr Schlafanzug und Body und – da die Oma nicht mit dem vorliegenden gerechnet und dementsprechend keine Vorkehrungen getroffen hatte – auch der Wannenvorleger. Es war wirklich gut, dass der kleine Mann am gestrigen Abend schon gebadet hatte, denn so hatte er natürlich vollstes Verständnis für die Notwendigkeit, nun erneut zu duschen. So RICHTIG viel Verständnis!!!
Trotz des morgendlichen Chaos’ hatten Oma und Enkel einen wirklich tollen Tag, denn sie besuchten den Opa bei seinem Auftritt mit seiner Dixielandband. Und während die ebenfalls anwesende Uroma am liebsten schon mit dem kleinen Mann getanzt hätte, wollte der einfach nur dastehen und der Musik zuhören. Die Fotos, die Oma machte, zeigten einen kleinen Jungen mit offenem Mund und riesengroßen Augen, der am Nachmittag dann ganz begeistert seiner Mama erzählte, dass sein Opa Banjo gespielt hat.
Ganz insgesamt war die Oma völlig hin und weg von ihrem jüngsten Enkel. Sie schwärmte in höchsten Tönen davon, dass man sich mit dem kleinen Mann schon so wundervoll unterhalten kann, dass richtige und wirklich kluge Gespräche mit ihm möglich sind. Das ist für sie deswegen so toll, weil wir das so nicht kennen. Sowohl meine Nichte als auch mein Neffe begannen erst mit zweieinhalb überhaupt richtig zu sprechen und Gespräche wie jetzt mit meinem Sohn waren frühestens mit vier Jahren möglich. Ich selbst staune immer noch jeden Tag über das Sprachvermögen meines Sohnes. Das sind wirklich kluge Sachen, die er sagt, richtig mit Zusammenhang. Zwei Beispiele vom vergangenen Wochenende:
„Das ist eine Straßenbahn! Da steigen Leute ein.“, sagte sie Oma.
„Aber die Türen sind zu“, antwortet der Enkel. „Können die Leute wahrscheinlich nicht einsteigen.“
Und als sie am Sonntagmorgen zum Auftritt des Opas losgehen wollten, bot die Oma dem Kind eine kleine Salzbrezel an.
„Möchtest du eine Brezel oder zwei?“ fragte sie.
Und der Enkel überlegte einen Moment und sagte dann: „Nein! Drei!“
Ich finde es völlig gerechtfertigt, dass er die drei Brezeln bekommen hat, auch wenn ich ihm sonst nie drei Brezeln auf einmal geben würde. Aber ich sehe das so: Wenn ich den kleinen Mann für seine Aussage, Ausrede oder Tat eigentlich bewundere, dann möchte ich ihn eigentlich nicht bestrafen. Ganz so, wie es meine Oma einmal erzählte: Ihre Mama fragte sie nach einer hitzigen Diskussion, warum sie immer das letzte Wort haben müsse. Ihre Antwort darauf war: „Ich wusste ja nicht, dass du nichts mehr sagen wolltest.“ Und obwohl meine Uroma nach Aussage meiner Oma durchaus keine Befürworterin frecher Worte war, sah sie von Bestrafungen ab, wenn die Antworten klug waren. Ich finde das gut. Wie kann ich denn mein Kind guten Gewissens für etwas bestrafen, dass ich eigentlich bewundern muss. Das wäre doch Heuchelei. Natürlich ist mir bewusst, dass ich das nicht immer durchziehen kann und sicher auch nicht werde, zumal manchmal eine Konsequenz wichtig ist, um einem Kind die Gefahr von bestimmten Dingen bewusst zu machen, aber im Großen und Ganzen hoffe ich, dass ich mich meistens so verhalten werde.

Frhoppe 27.10.2014

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