27.10.2014 Immer wieder Fieber!

Es war noch nicht ganz klar, ob der kleine Mann am heutigen Tag in die Kita würde gehen können. Bereits seit zwei Wochen plagt ihn ein hartnäckiger Schnupfen. Mal mehr, mal weniger stark, letzte Woche Sonntag hatte unser Sohn dann auch Fieber, dass jedoch am nächsten Morgen wieder weg war.
Gestern Abend kam mir der kleine Mann dann wieder sehr warm vor und das Fieberthermometer bestätigte dann auch die Vermutung. 38.8° beim ersten Messen, 38.4° beim zweiten verkündete es laut piepsend. Da wir erst ab über 39° fiebersenkende Mittel geben, legte ich den kleinen Mann ins Bett und hoffte, dass der Schlaf sein übriges tun würde. Und tatsächlich lag die Temperatur des kleinen Kerls heute Morgen wieder bei 37.8°. Noch nicht perfekt, aber auch kein Grund für mich, ihn nicht in die Kita zu geben, zumal er quietschfidel war und lautstark den Besuch der Kita einforderte. Dort angekommen fragte er kurz nach seiner Bezugserzieherin, die Erklärung, dass sie im Urlaub sei, nahm er aber sehr gefestigt hin und rannte dann zum Spielen los. Wahrscheinlich aufgrund dieser Tatsache durfte ich dann auch dieses Mal gleich gehen und kehrte erst nach dem Mittagessen zurück. Der Eindruck hatte nicht getäuscht. Der kleine Mann habe sich großartig gemacht, berichtete die betreuende Erzieherin, lediglich das Mittagessen sei heute nicht sein Fall gewesen, weswegen er im Moment ein bisschen unleidlich sei. Diese Unleidlichkeit zog sich auch durch den Rest des Nachmittags, nur unterbrochen vom Mittagsschlaf und von einer intensiven halbstündigen Kuschelphase, in welcher der kleine Mann ganz ruhig auf meinen Bauch lag und sich von mir Lieder vorsingen ließ.
Da ich aufgrund des gestrigen Fiebers sowieso noch ein wenig beunruhigt war, maß ich dann beim abendlichen Wickeln noch einmal Fieber, obwohl mir das kleine Kerlchen gar nicht warm vorkam. So kann man sich täuschen. 39.1° beim ersten Messen. 38.7° beim zweiten Messen.
Jetzt schläft der kleine Mann und ich war auch noch einmal bei ihm drin und werde auch gleich noch einmal nach ihm schauen. Und wenn das Fieber morgen nicht deutlich unter 38° ist, dann werde ich ihn wohl doch zu Hause behalten, auch wenn das in der Eingewöhnung immer schwierig ist.

Frhoppe 27.10.2014

26.10.2014 Ein olfaktorisch zweifelhafter Start in den Tag!

Auch heute wusste die Oma einiges vom kleinen Mann zu berichten. Zunächst einmal startete der Tag damit, dass der kleine Mann – dank der Zeitumstellung, so was bescheuertes – bereits um sieben wach war. Und stank!
Wäre ich am gestrigen Tag anwesend gewesen, so hätte ich das folgende voraus sagen können, so jedoch sah sich die Oma allein und ahnungslos mit dem Ergebnis von zuviel Schokopudding konfrontiert. Die Windel war nicht nur voll. Sie war übervoll. Und mit ihr Schlafanzug und Body und – da die Oma nicht mit dem vorliegenden gerechnet und dementsprechend keine Vorkehrungen getroffen hatte – auch der Wannenvorleger. Es war wirklich gut, dass der kleine Mann am gestrigen Abend schon gebadet hatte, denn so hatte er natürlich vollstes Verständnis für die Notwendigkeit, nun erneut zu duschen. So RICHTIG viel Verständnis!!!
Trotz des morgendlichen Chaos’ hatten Oma und Enkel einen wirklich tollen Tag, denn sie besuchten den Opa bei seinem Auftritt mit seiner Dixielandband. Und während die ebenfalls anwesende Uroma am liebsten schon mit dem kleinen Mann getanzt hätte, wollte der einfach nur dastehen und der Musik zuhören. Die Fotos, die Oma machte, zeigten einen kleinen Jungen mit offenem Mund und riesengroßen Augen, der am Nachmittag dann ganz begeistert seiner Mama erzählte, dass sein Opa Banjo gespielt hat.
Ganz insgesamt war die Oma völlig hin und weg von ihrem jüngsten Enkel. Sie schwärmte in höchsten Tönen davon, dass man sich mit dem kleinen Mann schon so wundervoll unterhalten kann, dass richtige und wirklich kluge Gespräche mit ihm möglich sind. Das ist für sie deswegen so toll, weil wir das so nicht kennen. Sowohl meine Nichte als auch mein Neffe begannen erst mit zweieinhalb überhaupt richtig zu sprechen und Gespräche wie jetzt mit meinem Sohn waren frühestens mit vier Jahren möglich. Ich selbst staune immer noch jeden Tag über das Sprachvermögen meines Sohnes. Das sind wirklich kluge Sachen, die er sagt, richtig mit Zusammenhang. Zwei Beispiele vom vergangenen Wochenende:
„Das ist eine Straßenbahn! Da steigen Leute ein.“, sagte sie Oma.
„Aber die Türen sind zu“, antwortet der Enkel. „Können die Leute wahrscheinlich nicht einsteigen.“
Und als sie am Sonntagmorgen zum Auftritt des Opas losgehen wollten, bot die Oma dem Kind eine kleine Salzbrezel an.
„Möchtest du eine Brezel oder zwei?“ fragte sie.
Und der Enkel überlegte einen Moment und sagte dann: „Nein! Drei!“
Ich finde es völlig gerechtfertigt, dass er die drei Brezeln bekommen hat, auch wenn ich ihm sonst nie drei Brezeln auf einmal geben würde. Aber ich sehe das so: Wenn ich den kleinen Mann für seine Aussage, Ausrede oder Tat eigentlich bewundere, dann möchte ich ihn eigentlich nicht bestrafen. Ganz so, wie es meine Oma einmal erzählte: Ihre Mama fragte sie nach einer hitzigen Diskussion, warum sie immer das letzte Wort haben müsse. Ihre Antwort darauf war: „Ich wusste ja nicht, dass du nichts mehr sagen wolltest.“ Und obwohl meine Uroma nach Aussage meiner Oma durchaus keine Befürworterin frecher Worte war, sah sie von Bestrafungen ab, wenn die Antworten klug waren. Ich finde das gut. Wie kann ich denn mein Kind guten Gewissens für etwas bestrafen, dass ich eigentlich bewundern muss. Das wäre doch Heuchelei. Natürlich ist mir bewusst, dass ich das nicht immer durchziehen kann und sicher auch nicht werde, zumal manchmal eine Konsequenz wichtig ist, um einem Kind die Gefahr von bestimmten Dingen bewusst zu machen, aber im Großen und Ganzen hoffe ich, dass ich mich meistens so verhalten werde.

Frhoppe 27.10.2014

25.10.2014 Schokodröhnung und Laubhaufen!

Am Freitagabend wurde der kleine Mann von seiner Oma mütterlicherseits abgeholt. Aufgrund des nicht ausgeführten Mittagsschlafes war naturgemäß mit dem Kind am Freitagabend nicht mehr allzu viel anzufangen, sodass er zeitnah das Bett aufsuchte. Bereits am nächsten Morgen jedoch trug sich ein – zumindest für mich und wenn ich ihren Schilderungen glauben darf, auch für meine Mama – äußerst bewegender Moment zu.
Der Sohn erwachte um halb sechs herzerweichend weinend. Als die Oma das Zimmer betrat, ließ er sich zunächst zwar auf den Arm nehmen, jedoch schluchzte er an ihrer Schulter ganz verzweifelt: „Nein! … Nein! … Ich brauche jetzt meine Mama!“ Zu meiner Erleichterung beruhigte er sich aber wohl recht schnell und schlief dann noch eine gute Stunde im großen Bett.
Der Plan für den Samstag sah dann folgendermaßen aus: Es sollte in den Garten gehen. Die Oma hatte extra einen kleinen Rechen gekauft, mit dem der kleine Mann Laub harken sollte. Zunächst jedoch gestaltete sich bereits die Anreise schwierig. Denn als man im Auto über die Eigenheiten des Herbstes sprach, ergab sich folgendes Gespräch zwischen Enkel und Oma:
„Wir haben jetzt Herbst. Da fallen die Blätter von den Bäumen.“, sagte die Oma.
„ … muss Blätter sammeln.“, gab der Enkel ernsthaft zur Antwort.
„Ja, es gibt rote Blätter und Orange! … Und grüne!“
Daraufhin herrschte eine Weile Ruhe. Bestimmt zwei oder drei Minuten später tönte es von hinten: „Tatsache?!“
Als der kleine Mann ein wenig später dann auch noch mitten auf der Autobahn und in die Stille hinein posaunte: „Hier fährt wahrscheinlich keine Straßenbahn.“, musste der Opa so herzhaft lachen, dass er zu dem Schluss kam, man müsse wohl aufs Autofahren verzichten, wenn der kleine Mann so weitermache, sonst landete man noch irgendwann am Baum vor Lachen.
Zumindest an jenem Tag kamen Großeltern und Enkel aber heil im Garten an und so konnte man sich eifrig an das Zusammenharken des Laubes machen. Und dies beinhaltete einige Tücken: Nicht nur stürzte der kleine Mann eine Treppenstufe hinunter – sein Sturz wurde allerdings von einem Laubhaufen abgefangen, sodass nichts passierte und die Erfahrung von Laub auf seinem Gesicht und seiner Jacke hielt ihn zudem vom Weinen ab. Es stellte sich auch heraus, dass das Kind zwar großen Spaß am Harken hatte, jedoch ebenso großes Vergnügen beim Verteilen des eben geharkten Haufens empfand. Eine weitere Schwierigkeit – noch dazu eine mit Spätfolgen, wovon ich weiter unten noch berichte – ergab sich dann beim Mittagessen. Wie es sich für eine richtige Uroma gehört, hatte die Potsdamer Uroma jedem Enkelkind einen riesigen Bottich Schokopudding – so diese 400 oder 500g-Becher – gekauft, sowie einen Weihnachtsschokoriegel. Als meine Mama versuchte dem Enkel den großen Bottich wegzunehmen und einen Teil des Puddings in ein Schälchen abzufüllen, klammerte sich der kleine Mann krampfhaft an dem Bottich fest unter Skandierung folgender Worte: „NEIN!!! NEIN!!! NEIN!!! MEIN BECHER!!!“ Nun hätte ich dem Kind den Topf trotzdem entwunden und den Pudding rationiert, jedoch habe ich durchaus Verständnis für die Oma, die diesen Kampf nicht aufnehmen wollte und dem Kind die Beute überließ. Aufgeputscht von seinem Erfolg gelang es dem Kind nun auch, das selbstständige Essen des Puddings herauszuschlagen, was in einer fröhlichen Sauerei endete, da zum Schluss die gesamte Hand in dem übergroßen Bottich steckte. Nachdem der kleine Kerl dann tatsächlich den größten Teil des Puddings vertilgt hatte, griff er siegessicher nach seinem Schokoriegel. Die Oma, nun wirklich gewillt, den Enkel vom Verzehr abzuhalten, wollte schon eingreifen, doch dann übernahm die Cousine des kleinen Mannes den Fall. Sie ging mit gutem Beispiel voran – sie legte ihren Riegel ins Regal und sagte zu ihrem Cousin: „Komm wir legen das ins Regal und dann haben wir zum Kaffee noch etwas!“ Und der kleine Mann hörte. Zum Kaffee dann konnte er mit einem winzigen Stück vom Riegel der Cousine zufrieden gestellt werden, sodass die Oma erfolgreich den verfrühten Kontakt mit Weihnachtssüßkram verhindern konnte.
Quasi als erfolgreicher Abschluss dieses aufregenden Tages ließ sich der kleine Kerl dann zum ersten Mal bei Oma baden – nur beim Haare waschen gab es dann Tränen, aber die gibt es bei uns ja auch.

Frhoppe 27.10.2014

24.10.2014 Fische im Teich oder: Ich schlafe nicht!

Es ist ja nun mittlerweile durchaus bekannt, dass unser Sohn sprachlich ziemlich weit und immer für eine Überraschung gut ist. Gestern Nachmittag überraschte uns der Sohn mit der Aussage: „Die Fische machen schubdubidu!“ Diese Aussage ist aus heiterem Himmel dann doch etwas ungewöhnlich, jedoch vermutete ich bereits eine Verbindung zu den jüngst in der Kita eingezogenen Magnetfröschen. Eine Nachfrage bei Sohnemanns Erzieherin bestätigte diese Vermutung, allerdings war sie auch ziemlich überrascht, dass er das jetzt schon in dieser Form rezitierte. Immerhin hatte sie tatsächlich am Vortag das erste Mal das Fröschelied zum Inhalt des Morgenkreises gemacht. Da unser kleiner Mann heute etwas anhänglicher war und mich zudem ausdrücklich um meine Anwesenheit bat, wohnte ich dem Morgenkreis dann bei und wurde Zeuge des Froschliedes:

Refrain:
Mmh, mmh macht der grüne Frosch im Teich.
(Zunge im Mund, an den Ohren ziehen, Zunge raus strecken)
Mmh, mmh macht der grüne Frosch.
(Zunge im Mund, an den Ohren ziehen, Zunge raus strecken)
Mmh, mmh macht der grüne Frosch im Teich.
(Zunge im Mund, an den Ohren ziehen, Zunge raus strecken)
Anstatt quack, quack, quack, quack.
(Hände über einander legen und dann auf und zu machen, wie ein Maul)

Strophe:
Und die Fische schwimmen schubidubidu, schubidubidu, schubidubidu
Und die Fische schwimmen schubidubidu.
(Hände aneinanderlegen und schlängelnde Bewegungen – vorwärts oder seitwärts.)

Und der kleine grüne Frosch macht mmh, mmh, mmh dazu
(Zunge im Mund, an der Ohren ziehen, Zunge rausstrecken)

Refrain

Man kann dann das Lied noch beliebig erweitern – die Krebse zum Beispiel machen Zwickedizwick – aber in der Kita belassen wir es derzeit noch bei der ersten Strophe. Immerhin sollte man von den kleinen Knirpsen dann doch nicht zu viel verlangen.
Was den Mittagsschlaf angeht, so konnten wir heute nur insofern einen Erfolg erzielen, dass der kleine Mann sich relativ bereitwillig eine Weile hinlegte. Von Schlaf konnte aber auch heute keine Rede sein, sodass er mich bereits fröhlich spielend empfing, sich jedoch umso stürmischer in meine Arme warf. Kurz darauf schmiss er sich genauso überschwänglich seiner Erzieherin in die Arme, sodass ich denke, es ist vielleicht auch nicht ganz schlecht, wenn er weniger schläft. Natürlich würde ich mir wünschen, dass der kleine Kerl mittags zur Ruhe findet, aber wenn er schon nicht tut, dann kann er so wenigsten ein bisschen mehr Zeit allein mit der Erzieherin verbringen, was ja im alltäglichen Kita-Betrieb nicht immer gewährleistet ist. Wie gut ihm das tut, beweist ja die Umarmung. Und auch für die Erzieherin ist es schön zu erleben, was für ein tolles, kleines Kerlchen unser Sohn ist. Denn er redet zwar sehr viel und sehr gut, aber nur sehr selten einfach ins Leere hinein. Er braucht und möchte einen Ansprechpartner und wenn er den erst einmal gefunden hat, dann ist er schon richtig charmant. Und so verführte er seine Erzieherin zu einem hingerissenen Lachen und der Aussage „Ooh Gott, ist das süß!“, als er fröhlich grinsend die Zunge rausstreckte und Mmh, mmh macht der Frosch im Teich rezitierte. Als ich dann noch den fehlerfreien Vortrag der ersten Strophe von „Alle meine Entchen“ anführte, äußerte sie sich sehr positiv über die Auffassungsgabe des kleinen Mannes.
Trotz des kleinen Fortschritts in Sachen Mittagsschlaf – der ausgebliebene Bock – entschieden wir dann, dass wir den kleinen Mann in der nächsten Woche doch bereits nach dem Mittagessen abholen würden. Prinzipiell ist es kein Problem, wenn ein Kind nicht schläft, aber aufgrund der derzeitigen Betreuungssituation wäre es für alle Seiten zuviel Stress. Dafür durften wir das erste Kunstwerk unseres Sohnes mit nach Hause nehmen. Denn da heute nur vier Kinder in der Kita waren, wagte sich die Erzieherin an Pinsel und Tusche. Gemalt wurden Sonnenkäfer mit roten Röckchen und schwarzen Punkten. Und ich finde, man kann das gut erkennen – wenn man weiß, was es ist. Trotzdem keine Frage: Das erste Kunstwerk des Sohnes wird gerahmt und bekommt einen Ehrenplatz.

Frhoppe 24.10.2014

23.10.2014 Der erste Mittagsschlaf

Nun hatten wir ja am gestrigen Mittag beschlossen, dass der kleine Kerl heute das erste Mal in der Kita Mittagsschlaf halten sollte. Nach erfolgreicher morgendlicher Übergabe des Kindes an seine Erzieherin vereinbarten wir noch schnell, dass mich selbige im Falle eines absolut nicht händelbaren Kindes oder anderer etwaiger Notfälle telefonisch kontaktieren würde. Da dies bislang nicht der Fall gewesen war, erschrak ich dann doch ziemlich, als um zehn das Telefon tatsächlich klingelte und die Kita dran war. Was war geschehen? Allergischer Schock, Gehirnerschütterung, Knochenbrüche, alle möglichen Horrorszenarien schossen mir durch den Kopf, bevor mir der Verstand riet, vielleicht doch erst einmal abzunehmen und nach dem Grund für den Anruf zu fragen. Der dann denkbar einfach war.
Die Erzieherin des Kindes hatte schlicht vergessen, mir Bescheid zu sagen, dass sie aufgrund der heutigen Frühschicht bereits um eins Feierabend habe und darum vermutlich nicht mehr anwesend sein würde, wenn ich gegen zwei käme, das Kind abzuholen. Da nun weitere Anrufe ausblieben, wähnte ich mich schon auf der sicheren Seite.
Sollte das Kind tatsächlich das Unerwartete getan haben und schlafen? War es möglich, dass er widerstandslos ins Bett gekrochen war und nun selig schlummerte? Sollte die Dynamik einer Gruppe so groß sein, dass sie sogar einen schlafunwilligen fast Zweijährigen von der Notwendigkeit eines Schlafes zur Mittagsstunde überzeugte?
NEIN!!!
Als wir – heute ausnahmsweise in Begleitung des Herrn Papa, weil selbiger zu Hause war – in der Kita ankamen, unheimlich gespannt ob des Erfolges oder Misserfolges des Experiments Mittagsschlaf, fanden wir unseren Sohn separiert im zweiten Raum der Nestchengruppe vor. Bereits im Flur erfuhren wir von der doch noch anwesenden Bezugserzieherin unseres Sohnes, dass der kleine Mann keine Sekunde geschlafen habe. Zunächst bekam er einen gewaltigen Bock, sobald das Wort Mittagsschlaf nur fiel. So weit, so bekannt! Allerdings ließ er sich auch von seiner Kimmi nur mühsam überzeugen, sich dann doch endlich zu den anderen Kindern zu legen. Dann jedoch unterhielt er fröhlich plappernd die ganze Gruppe und somit auch alle anderen Kinder vom Schlafen ab. Somit war seine räumliche Trennung von der Gruppe keine Strafe, sondern lediglich dem Umstand geschuldet, dass wenigstens die anderen Kinder schlafen können sollten. Ich muss zugeben, dass mir dieses Vorgehen bekannt vorkommt – zumindest aus Erzählungen. Gerüchten zufolge soll ich nämlich in meiner aktiven Kindergartenzeit ein ähnlich kommunikatives Verhalten an den Tag gelegt haben, was auch bei mir mehr als einmal zum Einzelschlafmodus führte. Immerhin konnten wir zumindest den kleinen Erfolg verbuchen, dass unser Sohn nach seinem Umzug etwa eine dreiviertel Stunde lang auf seiner Matratze ruhte, sodass wir schließlich übereinkamen, es am morgigen Tag noch einmal mit dem Schlaf in der Kita zu versuchen, bevor wir endgültig über die nächste Woche entscheiden.

Frhoppe 27.10.2014

22.10.2014 Totally verpennt!

Heute morgen wurde nicht von meinem Wecker, sondern von einem plappernden kleinen Kind geweckt. Der Blick auf mein Handy bestätigte meine Vorahnung – wir hatten komplett verschlafen.Eine geschlagene Stunde zu spät wachten wir auf und damit eine viertel Stunde bevor wir den kleinen Mann in der Kita abgeben mussten. Dank einer bemerkenswerten Koordinationsleistung zwischen Mama und Papa und der beinahe unheimlichen Kooperation des Kindes, dass sich ganz brav wickeln und anziehen ließ, während es seine Milch trank und einen Zwieback knabberte, gelang es uns um neun das Haus zu verlassen und um viertel zehn mit nur einer viertel Stunde Verspätung in der Kita anzukommen. Leider hatten wir dadurch den Morgenkreis verpasst und da wir noch in der Eingewöhnung sind, musste ich dann auch wieder bis dreiviertel zehn dableiben, statt um halb zehn zu gehen. Dafür ließ das kleine Menschlein mich dann aber ganz entspannt gehen und begrüßte mich bei der Abholung nach dem Mittag total überschwänglich und begeistert. Vor lauter Kuscheln konnten wir gar nicht richtig anziehen, sodass ich erst zu Hause beim Ausziehen merkte, dass ich die Stiefel verkehrt herum an die Füße gesteckt hatte.
Quasi als kleine Mittagsbeschäftigung trugen wir im Supermarkt zur Belustigung einer Verkäuferin bei und das kam so: Beim unweigerlichen und unvermeidbaren Passieren der allgegenwärtigen Weihnachtsgebäcke und -schokoladen meldete auch der Sohn Besitzansprüche an einem Weihnachtsmann an. „Will den haben!“ krakelte es. Verstehe ich total. Das Zeug ist bunt und er weiß dank eines Schokoladenosterhasenzwischenfalls vor einigen Wochen wie es schmeckt – wir hatten dummerweise einen solchen in des Kindes Zimmer auf der Kommode stehen lassen, wo er eigentlich nicht ran kam … eigentlich, denn was wir nicht bedachten, war der Erfindungsgeist eines fast Zweijährigen, der einfach seine Spielzeugtruhe an die Kommode schob und somit den Hasen erreichte, entpackte und vertilgte, sowie große Teile der Schokolade auf Haut und Kleidung verteilte. Die Folge waren primär ein Kind im Zuckerschock und sekundär ein Kind mit zweitägiger Verstopfung.
In jedem Fall habe ich trotz dieses Wissens um die große Verlockung eine strickte Regel: Kein Weihnachtskram vor Ende November. Da hat der Papa Geburtstag und bekommt traditionell die erste Packung Schoko-Lebkuchen-Herzen. Das aber dürfte für ein Kind keine hinreichende Erklärung sein, zumindest keine Verständliche. Also erklärte ich dem Sohn, dass wir das jetzt noch nicht kaufen können. Sonst würde ja der Weihnachtsmann ganz durcheinander kommen und vielleicht an Weihnachten vergessen, dass Weihnachten ist. Während der kleine Mann das ganz verständig hinnahm, machte oben bereits erwähnte Verkäuferin meinen pädagogischen Geniestreich beinahe zunichte, indem sie in Gelächter ausbrach. Nur eine spontane Flucht in Richtung Kasse verhinderte selbiges.
Und nun noch etwas ernsteres: Morgen wird ein spannender Tag für uns. Der kleine Käfer wird zum ersten Mal in der Kita Mittagsschlaf machen. Die Erzieherin wollte eigentlich noch bis zum Ende der Ferien – also bis 3.11. – damit warten. Der Grund dafür war allerdings nicht, dass der kleine Mann nicht bereit wäre, sondern, dass sie nächste Woche selber nicht da ist und jedes zusätzliche Schlaf-Kind ihren Kollegen mehr Stress machen würde. Das brachte mich in einen Gewissenskonflikt. Einerseits verstehe ich die Beweggründe der Erzieherin, andererseits habe ich ja auch noch einiges für die Uni zu tun und bin darauf angewiesen, dass der Sohn länger in der Kita ist. Außerdem äußerte der kleine Mann sowohl heute als auch gestern bereits, dass er mit den anderen Kindern schlafen wolle. Wie ernst er das jetzt meint, weiß ich nicht, aber ich denke es ist doch ein Zeichen, dass es ein guter Zeitpunkt ist.
Wir haben uns jetzt darauf geeinigt, dass wir es morgen das Erste Mal versuchen und dass mir Sohnemanns Erzieherin dann ganz ehrlich sagt, ob es sinnvoll und für die übrigen beiden Erzieher machbar ist, den kleinen Mann zum Mittagsschlaf dazubehalten. Ich meine, bei aller Liebe: Ich kenne meinen Sohn. Und wenn der nicht will, dann will er nicht. Und das ist eine Herausforderung bei der die Anwesenheit der Bezugserzieherin entscheidend sein kann. Aber wenigstens versuchen will ich es, da ich sonst noch zwei Wochen länger warten müsste, bevor ich genug Zeit habe, mich wieder ernsthaft dem Studium zu widmen. Da ich bis zur Geburt von Nummer 2 Anfang März weitestgehend fertig sein möchte, können diese zwei Wochen durchaus entscheidend sein.

Frhoppe 22.10.2014

21.10.2014 Alle meine Böckchen…

Der heutige Tag begann bereits mit schlechter Laune. Wahrscheinlich der durch nächtlichen Durst bedingten halbstündigen Störung des kindlichen Schlafes geschuldet, war der kleine Mann denkbar übel drauf. Nichts war richtig, nichts gut, er wollte nicht wickeln, nicht anziehen, nicht frühstücken, gar nichts. Lediglich der Gedanke in die Kita zu gehen, bewegte den kleinen Kerl endlich zur Handlung. Kaum waren wir dann in der Kita angekommen, freute er sich aber sehr darüber, seine Erzieherin zu sehen und begann auch umgehend fröhlich zu spielen. Zumindest bis zum Morgenkreis. Den wollte er heute auch nicht so richtig mitmachen, ließ sich aber zumindest davon überzeugen halbwegs daran teilzunehmen, zumindest solange ich hinter ihm sitzen blieb. Allerdings ließ er mich heute sehr schnell und problemlos gehen, vorsichtshalber warnte ich aber seine Erzieherin vor, dass es um des Kindes Laune nicht zum allerbesten stand.
Als ich ihn dann Mittags wieder abholte, wurde ich stürmisch und aufgeregt plappernd und lachend begrüßt, sodass ich zunächst dachte, es sei doch alles prima gelaufen. Sohnemanns Erzieherin berichtete mir dann aber doch vom ersten massiven Bock des kleinen Mannes in der Kita. Das Kind wollte schlicht und einfach und partout nicht in den Garten und hat diese Meinung standhaft vertreten. Selbst nachdem alle anderen Kinder fertig waren, war er nicht bereit sich anziehen zu lassen, was dann darin gipfelte, dass er in einem unbeachteten Moment und eine durch ungünstige Verkettung der Umstände zweier offener Türen in Richtung Straße türmte. Dies wiederum hatte zur Folge, dass die Erzieherin des Böckchens zum ersten Mal ernsthaft mit ihm schimpfte und dies war auch der Grund für ihren Bericht. Sie wollte einfach, dass ich Bescheid wüsste, falls der Sohn etwas in diese Richtung erwähnen sollte. Ich versicherte ihr im Gegenzug, dass dies für mich okay sei, denn im Grunde vertreten wir – in vernünftigen Grenzen – die Ansicht: Wo das Kind zu Besuch ist, gelten die Regeln des Gastgebers/Betreuers. Ob wir nun dabei sind oder nicht. Insofern ist es auch richtig, dass die Erzieherin schimpft, wenn er nicht hören mag, vor allem bei solch wichtigen Sachen.
Aber wie zum Ausgleich wurde der Sohn dann noch gelobt. Zum Mittagessen gab nämlich Nudeln und Tomatensauce und Currywurst. Ich nehme an, es lag an der Beschaffenheit der Wurst – vermutlich mit Darm – jedenfalls sagte sie dem Sohn nicht zu. Statt sie jedoch einfach auszuspucken, schaute er die Erzieherin an und sagte „Schmeckt nicht!“ woraufhin sie eine Schüssel zum sauberen Entsorgen der unerwünschten Essenskomponente holen konnte. Sie hob dann noch deutlich hervor, dass sie es toll fand, wie klar der kleine Kerl sein Missfallen kommuniziert hat.
Auch sonst – und trotz der guten Laune – war in Sachen Sprache heute wieder ein erfreulicher Tag. Am Nachmittag rezitierte das Kind fehlerfrei die gesamte erste Strophe von „Alle meine Entchen“ – mit Wiederholung. Und wenn ich den kleinen Schatz jetzt frage: „Weißt du was?“ Dann lacht er mich an und antwortet: „Mama hat dich lieb!“ Ich finde das so niedlich und so toll, dass es für ihn so selbstverständlich ist!
Und nach unserem nachmittäglichen Termin bei der Gynäkologin konnten wir ihm heute auch mitteilen, dass er vermutlich eine kleine Schwester bekommen wird, was ihn dazu veranlasste, sein Ohr auf meinen Bauch zu legen und „Hallo Baby“ zu sagen.

Frhoppe 21.10.2014

20.10.2014 Kita? Aber unbedingt!

Zunächst einmal die gute Nachricht: Das Fieber war heute morgen ganz weg – eine Erkenntnis, deren Entstehen der Sohn neugierig verfolgte mit der Frage: „Was sagt das Fieber?“ Ich nehme an, er ließ der Bequemlichkeit halber das Thermometer weg, aber eigentlich finde ich diese kurze Version sowieso sehr viel besser.
Dem Gang in die Kita stand also nichts entgegen.
Dort angekommen, konnte der kleine Mann es wieder kaum erwarten, alles zu bespielen und forderte zum ersten Mal sogar das Singen des Sonnenkäferliedes ein. Nach dem Morgenkreis geschah dann etwas unheimlich niedliches. Auf dem Flur ging die Erzieherin des Sohnes in die Hocke und sagte „Na, mein kleiner Freund!“ während sie die Arme ausbreitete. Und der kleine Käfer rannte hinein und ließ sich umarmen. Und dann kurz darauf, glitt sein Blick zu mir und ohne, dass ich etwas gesagt hätte, rannte er auf mich zu und umarmte mich ebenfalls, ganz so, als wolle er, dass ich nicht zu kurz komme. Dann war er sofort wieder fröhlich lachend unterwegs.
Die Erzieherin stellte dann fest, dass er jetzt schon viel offener ist, mehr lächelt und auch mitmacht und nicht nur beobachtet. Das sei ein schöner Fortschritt. Dann wollte sie noch wissen, ob er manchmal morgens nicht in die Kita wolle. Ich konnte das verneinen, allerdings räumte ich auch etwas verlegen ein, dass ich ihm dazu keine Chance gebe. Gleich morgens öffne ich dir Tür mit einem strahlenden Lächeln und sage: „Guten Morgen, ein neuer Kitatag beginnt! Schnell wickeln und anziehen, damit wir in die Kita können.“ Außerdem gab ich zu, dass ich die mittlerweile schon recht solide vorhandene Bindung an die Erzieherin mitunter ausnutze und sage: „Na los, … wartet schon auf dich mit dem Morgenkreis.“ Für mich überraschend zeigte sich unsere Erzieherin erfreut über dieses Vorgehen. Auf Nachfrage teilte sie mir mit, dass dieses Verhalten dem Kind den Übergang in die Kita sehr erleichtere. Sie habe auch oft Eltern, die ihre Kinder fast dafür bemitleiden, dass sie in die Kita „müssen“!
Ehrlich gesagt, verstehe ich das nicht! Ich meine, die Kita ist so etwas Tolles für Kinder. Sie können spielen und toben in einer kindersicheren Umgebung, in der nicht andauernd jemand Nein sagt! Sie lernen, dass sie ganz viele Dinge alleine können – einfach weil ja in einer Kita eine Eins-zu-Eins-Betreuung unmöglich ist. Und das ist gut so. Ich merke jetzt schon, wie sehr sich mein Kind positiv entwickelt. Seine Sprache hat nochmal einen ordentlichen Schub gemacht, er isst noch besser und hat heute das erste Mal Interesse an einer Toilette gezeigt. Er kennt die ersten Kinder mit Namen – sogar welche, die nicht in seiner Gruppe sind und als wir ihn heute abgeholt haben, ist er völlig aufgedreht gewesen vor Freude. Und das zu einer Zeit, in der wir normalerweise den ersten Machtkampf ausfechten, einfach weil wir voneinander schon mächtig gestresst sind. Er lernt, mich zu vermissen und gleichzeitig, dass ich immer wieder komme und er merkt, dass ich dann gute Laune habe und entspannter bin.
Liebe Eltern, falls ihr euer Kind bemitleiden solltet, weil es in der Kita ist! Das braucht ihr nicht! Es ist ein unheimlich toller und wichtiger Schritt, der dem Kind und den Eltern so viel gibt!
Im Auto auf dem Rückweg hatten wir dann auch gleich eine amüsante Diskussion. Wir haben dort als Notfallzuckerlieferant solch kleine Schoko-Minz-Plätzchen liegen. Natürlich blieb der kleinen Raupe Nimmersatt nicht lange verborgen, dass man die Dinger essen kann und seitdem bekommt er im Auto immer eins – immer nur EINS – und das auch nur, wenn er höflich fragt. Am Anfang hieß es nämlich immer: „Ich will eins essen!“ Dieses „Ich will“ gewöhnen wir ihm gerade ab und das klappt inzwischen ziemlich gut.
„Ich möchte bitte im Auto eins essen!“
„Prima!“ Ich gab ihm daraufhin ein Drops.
Eine Weile schnurpste und knurpste es im Kindersitz, dann: „Ich möchte bitte noch eins essen.“
„Nein, es gibt immer nur eins! Das weißt du genau!“
„Mama danke. Danke sagen!“
„Das ist schön, du bekommst trotzdem keins mehr.“
„… bekommt trotzdem eins?“
Ich fand das unheimlich niedlich, trotzdem blieb ich hart, obwohl er alle Register zog. Sonst merkt der sich das sofort und ich habe keine Chance mehr auf eine ruhige Autofahrt.
Überhaupt ist der kleine Mann ein ordentlicher Schlawiner. Er weiß genau, nach der Kita gibt es den Mittagsschlaf und als ich ihn fragte: „Weißt du, was jetzt kommt?“ sagte er auch prompt ja.
„Und was kommt jetzt?“
Große blaue Augen wurden aufgerissen, ein verschmitztes Grinsen breitete sich auf dem Gesichtchen aus und es ertönte ein liebevolles: „Mama hat dich ganz doll lieb.“
Ich denke, es ist klar, dass er trotzdem seinen Mittagsschlaf halten musste, vor allem, weil ja auch seine Kimmi ganz furchtbar müde war, aber dafür hatte ich nachmittags ein ganz außerordentlich gut gelauntes Kind zu Hause. Er kuschelte mit mir, gab mir eines von seinen drei Gummibärchen ab und verlangte mir dann all die Kitalieder ab, die wir schon kennen. Als ich dann den Fehler machte, außer der Reihe „Alle meine Entchen“ zu singen, hörte er erst einmal erfreut zu, bevor er schnurstracks ins Kinderzimmer lief und sein „Alle meine Entchen“-Liederbuch holte. Für die nächste halbe Stunde mutierte ich zu seiner persönlichen Jukebox. Rauf und runter wurden mir die Lieder abverlangt – und es sind nur sieben. Dafür wurde er dann aber auch ganz zärtlich.
Als ich ihn fragte, ob er denn sieht, dass Mamas Bauch schon ganz rund ist, sagte er „Ja!“ Dann meinte ich: „Das kommt von dem Baby! Das ist schon ordentlich groß!“ Er schaute erst einmal interessiert, dann sehr ernst und dann sagte er ganz lieb: „Muss man aufpassen!“, kam auf mich zu und streichelte ganz lange und intensiv die kleine Babykugel!

Frhoppe 20.10.2014

19.10.2014 So ein kleines Fieber hält uns doch nicht auf.

Unsere Nacht war furchtbar. Nach gerade mal einer Stunde Schlaf für mich, wurde der Käfer um ein Uhr nachts wach und war etwa eine Stunde kaum zu beruhigen, bevor er endlich wieder in einen unruhigen Schlaf fiel. Bis kurz nach drei weinte er immer wieder kurz, nicht lange genug, um reinzugehen, aber doch so lang, dass ich nicht schlief. Dann endlich war Ruhe – bis halb sieben. Nachdem wir beide offensichtlich noch sehr müde und es zudem noch dunkel war, holte ich den kleinen Mann ins große Bett, wo wir dann immerhin noch einmal bis acht schliefen.
Gleich beim Aufstehen wusste ich, was der Verursacher der nächtlichen Ruhe war. Der Sohn hatte Fieber. Immerhin 38,5°C. Da es ihm aber augenscheinlich trotzdem jetzt ziemlich gut ging und er schon fröhlich herum rannte, beschloss ich, trotzdem mit ihm in den Gottesdienst zu gehen, zumal ich zugesagt hatte, dort auch zu singen. Da der Papa ja das ganze Wochenende nicht da war, musste der kleine Kerl mit und freute sich auch darauf. Das Fieber machte dann lediglich einen Strich durch den Plan, ihn zum ersten Mal in den Kindergottesdienst mitzugeben. Ich habe es auch gar nicht erst versucht, sondern ihn gleich bei mir behalten. Immer wenn ich singen musste, nahm ihn die Mama meiner besten Freundin auf den Schoß, was er sich sehr gut gefallen ließ, da er die Mama zum einen schon kennt und sie zum anderen einfach eine ganz tolle, liebevolle Mama und Großmutter ist, bei der sich Kinder einfach wohlfühlen. Erst nach einer halben Stunde etwa wurde er etwas lebendiger und unruhiger und glücklicherweise bot sich die Mama meiner besten Freundin an, versuchsweise mit ihm nach oben ins Spielzimmer zu gehen. Dort blieb er dann bis zum Ende des Gottesdienstes, was wohl nicht nur an der Begeisterung fürs die Gesellschaft lag, wie diese lachend zugab, sondern vor allem am Vorhandensein einer Tüte Russisch Brot.
Nun war für den Nachmittag eigentlich geplant um drei Uhr zum Segnungsgottesdienst in der Kita zu gehen, aber als der kleine Mann aus seinem Mittagsschlaf gar nicht wieder aufwachen wollte, beließ ich es dabei, vor allem aufgrund des Fiebers, dass immer wieder zwischen 38,3° und 38,8° schwankte. Nach dem Mittagsschlaf war es dann aber auf 38,3° runter und da der kleine Kerl von selbst nach der Kitafeier fragte, beschloss ich dann doch hinzufahren. Ich hatte ja schließlich auch das ganze Essen im Kühlschrank und wenn ich merkte, dass der kleine Mann nicht mehr kann, könnten wir sofort wieder los und wären in zehn Minuten zu Hause.
Es wurde ein toller Nachmittag. Der kleine Käfer traf seine „Freunde“, bekam tolles Essen – darunter Kuchen vom Buffet –, freute sich riesig, als er seiner Erzieherin in der Menge fand und durfte vor allem und am wichtigsten, endlich einmal in die blaue Kita. (Die blaue Kita ist der Teil der Kita, in dem die „großen“ Kinder spielen, wir sind die grüne Kita.) Und das allerbeste: Als wir nach Hause kamen, hatte der kleine Mann eine Temperatur von 38,0°.

Frhoppe 19.10.2014