18.06.2013 Ich schlafe, wann ICH will!

Heute Abend gegen sieben Uhr waren alle Anzeichen da: Das Ohrenkratzen, das Haare drehen, das Augenreiben, das vors Gesicht gezogene Schnuffeltuch! Alle, aber auch wirklich alle Symptome eines todmüden Kindes waren vorhanden. Es hieß also: Ab ins Bett mit dem kleinen Mann!

Kaum berührte jedoch sein Kopf  die Matratze, war an Schlaf nicht mehr zu denken. Baby trank zwar noch brav und hörte sich alle Lieder an, aber als wir den Raum verließen, ahnten wir schon, dass das noch nicht das Ende vom Lied war. Waren wir auch der Meinung, der kleine Mann brauche jetzt seinen Schlaf, Baby sah das ganz anders. Die Tür war kaum richtig zu, als auch schon das Gejauchze und Geplapper los ging. Normalerweise lassen wir ihn eine Weile plappern und dann schläft er irgendwann darüber ein – neuerdings auf dem Bauch, trotz Schlafsack, was mich wieder wie eine besorgte Glucke alle halbe Stunde gucken lässt, ob er noch atmet.

Nicht so heute! Nach einer Viertelstunde fröhlichen Gurrens und Quatschens schaute ich nach dem kleinen Mann. Als ich die Schiebetür öffnete, erwartete mich ein knallwaches, quietschvergnügtes Kind, das sich vor Begeisterung mich zu sehen erst einmal spontan in den Vierfüßlerstand erhob – natürlich behielt er den nicht lange bei, den kann er nämlich eigentlich noch gar nicht! Nun sei vielleicht noch gesagt, dass sich die Schlafräumlichkeiten hier im Garten meiner Großeltern dergestalt präsentieren, dass sie eigentlich aus einer einzigen großen Schlaflandschaft bestehen. Lediglich vor dem Bett bleibt nach Umklappen der Couch noch ein schmaler Spalt, der sich aber mit den Couchkissen passgenau – als hätte das einer so geplant – auspolstern lässt. Ist die Falt-Schiebetür dann geschlossen, hat man ein ausbruchssicheres Kinderbett, nur halt in groß.

Eben dieses Bett hatte Baby komplett von der hinteren rechten Ecke bis nach vorne links vor die Tür durchmessen und lauerte nun grinsend hinter derseselben!

Es stellte sich nun sehr schnell heraus, dass der kleine Mann nicht innerhalb der nächsten Minuten einschlafen würde. Noch einmal aufstehen gibt es aber nicht, dass haben wir schon recht früh beschlossen, allerdings wollten wir Baby dann doch nicht einfach alleine da liegen lassen, also legten wir uns einfach zu ihm – eine extra Kuscheleinheit hat schließlich noch niemandem geschadet. Was dann folgte, war eine Bilderbuchlehrstunde in Sachen „Unterschätze niemals, was dein Baby alles kann!“
Dieses kleine Ninjababy rollte in einer affenartigen Geschwindig- und Geschicklichkeit vorwärts und rückwärts über das Bett, zirkelte genau aus, wieweit es sich jetzt unter Zuhilfenahme seiner Beinchen um sich selbst drehen musste, um dann durch erneutes Rollen an seinen Zielort zu gelangen. Jetzt ist mir auch klar, wie er es am letzten Donnerstag in dieser kurzen Zeit bis in die Lücke neben dem Bett schaffen konnte.

Irgendwann – so ca. nach einer dreiviertel Stunde waren dann aber auch seine Reserven erschöpft. Natürlich war er aber so aufgedreht, dass nicht daran zu denken war, er würde alleine einschlafen. Neben ihm liegen zu bleiben, ging aber auch nicht, weil er dadurch noch unruhiger wurde und weiter spielen wollte. Ich entschied mich dafür, ihm noch einmal seine Spieluhr anzumachen und legte ihm diese in Reichweite auf das Bett. Und jetzt liegt Baby da, seine Spieluhr fest im Arm und schlummert selig!

© frhoppe 18.06.2013

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