06.06.2013 Familie und Freizeit – unvereinbar?

Heute habe ich keine Story des kleinen Mannes auf Lager – auch wenn es supersüß war, wie er mit Papa gebadet hat – sondern schreibe einen Eintrag in eigener Sache. Vermutlich ist an der Sache nicht so viel dran, vielleicht bin ich auch einfach empfindlich oder hormongesteuert oder alles beides, aber in meinen Augen haben werdende und gerade frisch gewordene Mamas Sonderrechte, auch und vor allem, wenn sie stillen. Sie sollten nicht darüber nachdenken müssen, wen oder was sie vielleicht vernachlässigen – an dieser Stelle Danke an all meine Liebsten, die mir diese Zeit gegeben haben und noch geben.

Konkreter Anlass des Ganzen ist folgender: Bereits im April diesen Jahres hielt mein einer Chor ein Probenwochenende ab, an dem ich nicht komplett teilnehmen konnte, ganz einfach weil wir es uns nicht leisten konnten, in Familie mitzufahren und es eine andere Möglichkeit zu diesem Zeitpunkt noch nicht gab – und gibt es auch jetzt noch nicht – ganz einfach weil ich noch stille. Ich kann noch nicht wieder munter drei Tage wegfahren und hoffen, dass schon alles gut geht. Trotzdem war es mir wichtig, aus Übungs- und Sozialisierungszwecken so weit es ging an diesem Probenwochenende teilzunehmen, wofür ich dann hin und her fuhr, weil der Probenort noch gerade eben erreichbar war. In der heutigen Mitgliederversammlung wurde nun unter anderem angesprochen, wie unschön es sei, dass Leute an solchen Wochenenden nicht die ganze Zeit dabei sind, nachkommen und auch Proben verpassen und ich muss ehrlich sagen, auch wenn ich vielleicht nicht konkret gemeint war, fühle ich mich davon angesprochen und es verletzt mich.

Jede Mutter weiß, wie schwer es ist, nach der Geburt und der ersten innigen Zeit zu zweit/zu dritt wieder den Weg in den Alltag zu finden und ich war bis jetzt eigentlich der Ansicht, das ganz gut gemeistert zu haben. Gerade für dieses spezielle Wochenende habe ich erhebliche organisatorische Umstände auf mich genommen, um sowohl meinem voll gestillten Kind, als auch dem Chor gerecht zu werden. Der kleine Mann musste untergebracht werden, was aber durch Papa und Großeltern gut abgedeckt war. Ich selbst bin morgens um 6 aufgestanden, damit ich Baby noch einmal stillen kann, bin dann eine Stunde unterwegs gewesen zum Probenort, habe dort fleißig geprobt, in den Pausen abgepumpt, die Milch dann zum Kühlen gebracht – wegschütten ging ja nicht, weil ich dir Milch für den nächsten Tag, an dem ich ja auch wieder proben war, brauchte – habe mir selbst etwas zu essen organisieren müssen, weil die Jugendherberge nur Schlafgäste mit Mittag versorgte und bin dann abends nach der Probe nach Hause gefahren, wo ich den kleinen Mann nochmal stillte und dann todmüde gegen zwölf ins Bett fiel, nur um am nächsten Morgen um sechs wieder aufzustehen.

Und jetzt das!!!

Ich meine, ernsthaft!!! Ich will nicht dafür bedauert, belobhudelt oder getätschelt werden, dass ich das unter „solch großen Mühen gemacht habe!“ Das ist quatsch!!! Auch wenn es anstrengend war, habe ich das freiwillig und bis zu einem gewissen Grad gerne gemacht, weil mir die Arbeit und die Zeit mit dem Chor wichtig war. Aber ich will auch nicht hören müssen, wie doof es war, dass „einige“ am letzten Probenwochenende nicht die ganze Zeit da waren und hin und her gefahren sind. Ich versuche allem gerecht zu werden und niemanden/nichts zu vernachlässigen, aber das ist – wie ebenfalls alle frisch gebackenen Eltern bestätigen können – nicht einfach und auch nicht immer machbar und mal ganz ehrlich:

Die Wahl wird IMMER und AUSNAHMSLOS auf meine Familie fallen. Wer mich also vor eine solche Wahl stellt, sollte sich über dieses Ergebnis im Klaren sein!

© frhoppe 06.06.2013

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2 Gedanken zu „06.06.2013 Familie und Freizeit – unvereinbar?

  1. da sagst du was wahres! Ein bisschen Anerkennung von den anderen statt Gemotze und Gepöbel wäre da gut. aber da ist wieder einmal zu sehen, welchen Stellenwert Mutterschaft bzw. Elternschaft in unserer Gesellschaft hat. Hoffentlich liest auch jemand aus besagtem Chor diesen Blog und hat schon die entsprechende Leitung über wiedergutmachende Worte (beim nächste mal ergreife ich partei für dich) oder Taten (z.b. ein fond für eltern, so dass jeder 5,-€ mehr zahlt und somit mann und kind mitkommen können) o.ä. in kenntnis gesetzt.

    • Tja, hat mich schon wirklich geärgert … ich meine ich hab ja auch nicht gefragt, ob man mir finanziell unter die Arme greifen könnte, wollte ich ja auch gar nicht, aber so prinzipiell mochte ich halt einfach die Art nicht und weil es nicht das erste Mal war, dass ich mit fehlendem Verständnis konfrontiert war, war es glaube ich schlimmer für mich als es normalerweise gewesen wäre. Inzwischen habe ich mich beruhigt 😉 und inzwischen wurde ich auch von besagtem Chor als Dank für meine Vorstandsarbeit beschenkt ;), das hat einiges wieder gut gemacht, zumal ja nicht der Chor als gesamtes diese Äußerung tätigte!

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