29.06.2013 Enge Bindungen und neue Fortschritte!

Ich finde es so wunderbar, welche Fortschritte der kleine Mann im Moment macht und noch viel wunderbarer finde ich es, dass ich sie miterleben darf. Die letzten drei Tage hatte ich mehr oder weniger frei und habe sie fast komplett mit Baby verbracht. Und das hat sich wirklich gelohnt.

Ich vermute, dass der kleine Mann gerade wieder schubt, denn im Moment möchte er wieder sehr häufig trinken. Dafür spricht auch, dass er soviele neue Sachen kann und auch ausprobiert, aber leider auch, dass dadurch die Nächte wieder sehr viel unruhiger geworden sind. Vorletzte Nacht kam er alle zwei Stunden und hatte Durst – wenn es denn Durst war und nicht nur das Bedürfnis nach Nähe – und gestern Nacht hat er zwar zweimal fünf Stunden am Stück geschlafen, war dazwischen aber eineinhalb Stunden fast komplett wach und hat geweint. Nicht einmal wirklich geschrien, sondern die ganze Zeit vor sich hingeweint, immer mit kurzen Pausen dazwischen. Den Eltern unter meinen Lesern muss ich nicht sagen, wie nervenzehrend es ist, wenn das Kind weint und wimmert und du nicht mehr weist, was du machen sollst. Irgendwann schlief Baby dann aber auch wieder ein und erwachte mit einer bombastisch guten Laune.

Der kleine Mann grinste mich an, streichelte mir die Wange, erzählte, plapperte, gurrte – und schaffte es tatsächlich, mich von meiner Decke zu befreien und sich selbstständig anzudocken, der kleine Schlawiner. Und um dem ganzen noch eins drauf zu setzen, grinste er mich tatsächlich an, als ich „hey“ sagte.

Ich bin wahnsinnig froh, dass ich in den letzten Tagen so viel Zeit mit dem kleinen Mann verbringen konnte, denn ich habe das Gefühl, dass eine noch tiefere Bindung entstanden ist. Der kleine Mann schaut mir intensiver in die Augen, lacht irgendwie noch zärtlicher und hat begonnen, immer öfter ganz sacht nach mir zu greifen, mich zu betasten, statt nur zu betatschen. Als er es heute das erste Mal geschafft hat, sich ganz allein hochzustemmen, so dass er im Vierfüßlerstand war und diese Haltung dann auch längere Zeit beibehalten konnte, hat er als erstes meinen Blick gesucht und als er ihn gefunden hatte, stand in seinen Augen soviel Freude, Überraschung, aber auch Stolz über seinen Erfolg, dass ich fast geweint habe, vor allem, weil Babys erste Reaktion darauf war, ihn mit mir zu teilen.

Für solche Momente lohnt sich jede durchwachte Nacht!

© frhoppe 29.06.2013

 

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28.06.2013 Kleines Wesen Liebe

Den ganzen Tag haben wir zusammen verbracht,

und das nach einer sehr unruhigen Nacht,

in der du kaum mal geschlafen hast,

vielleicht aus Angst, dass du was verpasst

Hier liege ich neben dir auf dem Bett

quietschst hochvergnügt und machst alles wett.

Die Augen leuchten strahlend schön

Ich kann all die Freude darinnen seh’n.

Du freust dich, dass Mama neben dir liegt

und bist über Taschentuchtüten vergnügt.

Bist stolz, weil dir langsam das Krabbeln glückt

Und bist über Mamas Lachen verzückt.

Und in jedem dieser vielen kleinen Momente

wird mir klar, dass du der Schlüssel bist.

Der Schlüssel zu Kraft und Glück ohne Ende,

ein Wesen, das reinste Liebe ist.

© frhoppe 28.06.2013

27.06.2013 So viele Fortschritte!

Heute haben wir gleich zwei so tolle Erlebnisse gehabt, dass ich mich gar nicht entscheiden konnte, über welches ich schreibe – also nehme ich einfach beide. Schließlich will ich niemandem etwas von der Freude, die der kleine Mann verbreitet, vorenthalten.

Die erste Geschichte handelt von den immer schärferen Formen annehmenden Krabbelversuchen unseres kleinen Mannes. Wie schon beschrieben, schafft er schon, sich durch gezieltes Nach-Hinten-Katapultieren seines kleinen süßen Hinterns, rückwärts zu bewegen. Darin ist er mittlerweile schon wirklich gut. Allerdings kann man diese Fortbewegungsart, auch nicht mit viel gutem Willen und gedrückten Hühneraugen, als Krabbeln bezeichnen. Das haben wir heute geübt. Denn immerhin macht Baby ja Anstalten seinen Bauch von der Unterlage zu heben, allerdings haben seine Ärmchen noch nicht genug Kraft um sein Bäuchlein zu halten. Ich habe ihn also heute einfach mal dabei unterstützt, indem ich seine Ärmchen gehalten und damit stabilisiert habe. Zuerst hat er gemeckert, dann hat er aber gemerkt, dass er sich so auf seine Knie erheben kann.

Und da stand er dann im Vierfüßlerstand und schaute erst unter sich und dann mir ganz erstaunt mit großen Kulleraugen in die Augen und ganz langsam breitete sich ein Grinsen auf seinem Gesicht aus, als er merkte, dass er jetzt seinen Bauch oben hat. Das war so ein wunderschönes Erlebnis, dieses Staunen über sich selbst und das eigene Können mit Baby teilen zu können – es war einer dieser Momente, die man im Herzen behält.

Die zweite Geschichte ist nicht ganz so rührend, dafür aber so komisch, dass ich sie einfach teilen muss – auch wenn ich mich dabei nicht ganz manierlich verhalten habe. Es begann nämlich so, dass ich rülpsen musste und da man dem kleinen Mann mit einem gepflegten Rülps eine Riesenfreude machen kann, gab ich mir extra Mühe und rülpste zweimal! Laut! Wirklich laut!! Diese Rülpse hatten dann den erwünschten Zweck, Baby fand das urkomisch und kringelte sich vor Lachen. Für Mami folgte die Strafe auf dem Fuße – sie bekam Schluckauf. Und zwar einen, der folgerichtig ebenso stark war wie die Rülpse. Und einen, den Baby noch viel komischer fand, als Mamas Rülps. Er kugelte sich vor Lachen, giggelte richtig bei jedem Hicks uuuuuuund …. bekam nach meinem sechsten Hicks selber einen Schluckauf.

Und da saßen wir nun beide, hicksten uns gegenseitig an. Mama lachend und Baby ob meines Lachanfalls ganz verwirrt dreinblickend.

© frhoppe 27.06.2013

Nachtrag 26.06.2013: Was war das denn?

Ich war gerade eben in der Küche, als ich Baby weinen hörte! Das ist an sich noch nicht ungewöhnlich, meistens schläft er zwar bis zwölf, aber manchmal kommt er eben doch schon früher. Schon während des Stillen merkte ich aber, dass er offenbar nicht vor Hunger geweint hatte, denn wirklich trinken wollte er nicht. Zunächst dachte ich noch, dass die verstopfte Nase schuld war, das wäre auch eine Erklärung für das verfrühte Aufwachen gewesen, denn mit verstopfter Nase muss man ja durch den Mund atmen und dann fällt der Nucki raus. Doch auch mit freier Nase wollte Baby nicht trinken. Er suchte zwar verzweifelt, trank dann einen Schluck und dockte sofort wieder ab, um zu weinen.

Und mit einem Mal brüllte er richtig los. Ich habe den kleinen Mann noch nie so brüllen gehört. Aus tiefster Seele, herzzerreißend, mit ganz vielen, ganz echten Tränen. Ich nahm ihn aus dem Bettchen, trug ihn herum, machte sch-Laute und redete sanft und leise auf ihn ein. Nach etwa fünf Minuten kam der Papa hinzu, der ihn mir abnahm, sodass ich einen Blick in Babys Windel werfen konnte. Da es so aussah, als wäre etwas drin, wickelten wir den kleinen Mann, was aber gar nichts half, da er tatsächlich nichts drin hatte. Gebrüllt hat er aber immer noch.

Schlussletztendlich haben wir uns mit ihm auf das Bett gelegt, Papa links, Mama rechts ganz eng an ihn gekuschelt. Baby hielt Papas Daumen ganz fest, streichelte mir ganz zart die Wange und brüllte dabei durch seinen Nuckel hindurch. Erst ganz langsam nach und nach wurde das Weinen weniger, bis es schließlich, während ich leise „Hush Little Baby“ sang, in leises Wimmern überging und Baby unruhig wieder einschlief. Leider mussten wir ihn wieder in sein Bettchen legen, weil es bei uns im Bett nicht sicher ist und dadurch wurde er wieder ein bisschen wach und wimmerte wieder leicht. Ich habe ihm dann ein Halstuch von mir gegeben, in welches er sein Gesichtchen ganz fest hinein gedrückt hat, und mich noch mal neben ihn gelegt und leise gesungen. Der kleine Mann atmete noch einmal ganz tief durch, kuschelte sich ins Tuch und schlief dann wieder ein.

Was war das? Hunger, Zähne, Bauchschmerzen oder vielleicht doch der Nachtschreck, auch Pavor Nocturnus* genannt? Ich weiß es nicht! Wenn es aber der Nachtschreck war, dann hoffe ich, dass es nicht noch mal vorkommt. Mir wird ganz anders bei dem Gedanken, dass Baby solche Angst erleben muss und ich ihm nicht helfen kann!

*Er ( Der Nachtschreck) tritt typischerweise ein bis drei Stunden nach dem Einschlafen auf. Das Kind hat die Augen meist weit offen, ist aber nicht ansprechbar. Versuche, das Kind zu beruhigen, verstärken die ängstliche oder panische Reaktion in der Regel noch. Es lässt sich nicht aufwecken. Irgendwann ist der Spuk vorbei – nach rund fünf bis 15 Minuten beruhigt sich das Kind schlagartig und ist auf einmal zufrieden und müde. (Quelle: http://www.t-online.de/eltern/gesundheit/bettnaessen-schlafen/id_57210856/nachtschreck-wenn-kinder-schreiend-hochfahren.html)

© frhoppe 26.06.2013

26.06.2013 Es ist MEIN Kind und MEINE Verantwortung!

Anlässlich eines sich wiederholenden Erlebnisses mit meiner Großtante – sie rief an und regte sich auf, dass wir uns NIE melden und sie auch NICHTS über Baby erfährt – wird sich der heutige Blogeintrag um das Thema: Wieviel Besuch ist zu viel? drehen.

Zuerst einmal: Ich finde es grundsätzlich toll, dass alle mein Kind lieben und ihn so oft wie möglich sehen wollen. Geliebt zu werden gibt einem Kind Sicherheit und die Wurzeln, die es zum Fliegen braucht. Darum ist es schön zu sehen, dass die liebe Verwandtschaft jedes Mal ganz verzaubert von dem kleinen Mann ist. Ich finde es auch grundsätzlich wichtig, dass Baby eben nicht nur Mama und Papa als Bezugspersonen hat, wenn das machbar ist. Aus diesem Grunde bin ich auch dankbar, dass sich sowohl die Omas und Opas, als auch die Urgroßeltern so lieb um ihn kümmern, wenn ich nicht da sein kann. Und ich finde es rührend wie die Urgroßtante – besagte Großtante – aufblüht, wenn sie den kleinen Mann sieht, wie sie alle Schmerzen vergisst, sobald sie ihn hält.

ABER! – und das ist ein großes Aber:
Auch wenn ich sehr dankbar für die Liebe, Aufmerksamkeit und Fürsorge bin, bin ich Babys Mama. Ich habe die Verantwortung für ihn, habe die Aufgabe ihn in einer sicheren, stabilen Umgebung aufwachsen zu lassen. Ich will damit auf keinen Fall sagen, dass dies bei Großeltern und Urgroßeltern nicht gegeben ist! Nur: wenn ich jeden Verwandten regelmäßig einmal die Woche besuchen würde, dann bräuchte die Woche mindestens 10 Tage.

1. Die Woche hat keine 10 Tage und wird sie auch nie haben!
2. Ich sehe es nicht ein, mein Kind diesem Stress auszusetzen!

Das ist nicht böse gemeint, aber ein Kind braucht bei aller Liebe und Aufmerksamkeit, vor allem auch Ruhe und Zeit, das Erlebte zu verarbeiten. An Tagen, die der kleine Mann woanders verbracht hat, schläft er nachts unruhiger! Das hat nichts damit zu tun, dass am Tag etwas Schlimmes passiert ist – ganz im Gegenteil, ich weiß 100%-ig, dass Baby bei allen Verwandten eine tolle Zeit und ganz viel Spaß hat. Aber so ein Tag außerhalb der „Sicherheitszone“ bei Mama und Papa ist für so kleine Wesen wahnsinnig aufregend. Sein Rhythmus wird durcheinander gebracht, er muss auf Mama und Papa verzichten und sieht, hört und fühlt gleichzeitig so viele neue Sachen, dass es sehr schnell auch zu viel werden kann.

Es ist meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass dies nicht passiert. Und genau das werde ich tun, auch wenn das heißt, dass ich vielleicht jemandem dabei auf die Füße trete. Das muss mir in diesem Moment egal sein, denn das Wohl des kleinen Mannes steht an erster Stelle.

PS: Mal ganz von meinen eigenen egoistischen Motiven abgesehen – ich gebe den kleinen Mann gezwungenermaßen an drei Tagen die Woche fast komplett ab, was mir nicht immer leicht fällt! Die anderen Tage gehören mir! Schließlich hatte ich den dicken Bauch und die Schmerzen! 😉

© frhoppe 26.06.2013

25.06.2013 Ein kleines Böckchen!

Na das kann was werden, dachte ich spontan, als ich versuchte meinem Sohn den Nuckel in den Mund zu stecken und der ihn partout verweigerte und sich stattdessen mit weit geöffnetem Mäulchen der Brust zudrehte. Dem war nicht beizukommen – er wusste, was er wollte und das hat er durchgesetzt!

Überhaupt weiß er schon sehr genau, was er will! Leider auch, was nicht!! Wenn er etwas will, dass er nicht haben soll, dann geht das noch. Ich nehme das begehrte Objekt einfach und platziere es außerhalb seines Sichtfelds. Noch funktioniert das Prinzip „Aus den Augen, aus dem Sinn!“ zuverlässig. Schwieriger wird es da schon, wenn er etwas nicht will. Dann ballt er nicht nur das Gesicht zur Faust. Seine kleinen Hände sind ebenso fest geballt und der gesamte kleine Körper wird steif wie ein Brett. Er biegt sich nach hinten durch, schreit und meckert und strampelt mit den Beinen. Es kann auch schon mal passieren, dass Mama dabei versehentlich eine gewischt bekommt. Und das mit SIEBENEINHALB MONATEN!!!

Wie soll das werden, wenn er weiß, was er tut?

Nun ja, spätestens dann, wird es Zeit mit der Erziehung so richtig anzufangen. Mit meiner Nichte habe ich das so hinbekommen, dass ich einfach neben ihr gewartet habe, wenn sie mitten auf der Straße ihren Bock bekommen hat und sich heulend zu Boden warf und sowohl meine Nichte, als auch meinen Neffen habe ich einfach jedes Mal auf den Boden gesetzt, wenn sie mich gehauen haben, aber das setzt eben voraus, dass ein Vorsatz dahinter steckt. Und das ist im Moment noch nicht der Fall – zumal sich der kleine Mann noch nicht schreiend zu Boden wirft, er kann derzeit nur unkontrolliert umfallen.

Eines steht jedenfalls fest: Wenn Baby so lebhaft wird, wie der Papa als Kind war und so stur und so bockig, wie es die Mama war, dann können wir uns richtig warm anziehen!
Aber eigentlich freue ich mich ein bisschen drauf 😉

© frhoppe 25.06.2013

24.06.2013 Mein Herz ist immer bei Baby!

Nie war mir das bewusster als heute! Darum erscheint der heutige Blogeintrag so früh, denn wenn Baby nicht gerade zu krabbeln angefangen oder spontan seinen ersten Zahn bekommen hat, dann bleibt das heute das beeindruckenste Erlebnis! Und falls doch – also Zahn oder Krabbeln – dann gibt es einen Nachtrag 😉

Wir hatten gestern eine sehr unruhige Nacht. Gegen eins wurde Baby wach und weinte so sehr – selbst nach dem Stillen noch – dass sich der Papa mit ihm ins Bett gekuschelt hat. An Tiefschlaf war die ganze Nacht nicht zu denken, immer wieder wurde der kleine Mann leicht wach, wollte trinken, huderte mit Ärmchen und Beinchen wild umher.
Als ich nun heute morgen um sieben aufstand, schlief der kleine Mann – er hat tatsächlich schlafend getrunken – noch oder wieder tief und fest. Wie immer bin ich dann zum Verabschieden eine Stunde später noch einmal rein und da lag Baby mit hellwachen Äuglein und freute sich so sehr, mich zu sehen. Als ich dann jedoch nach dem Abschiedskuss wieder vom Bett aufstand, begann er ganz herzzerreißend zu weinen und streckte seine kleine Hand nach mir aus. Er wollte mich nicht gehen lassen. Es war ein Bild genau wie man es aus Alpträumen kennt, wenn eine Person von einem weggerissen wird und sich immer weiter entfernt, die Hand nach einem ausgestreckt

Es fiel mir so schwer, trotzdem zu gehen und die ganze Zeit habe ich nun dieses Bild von Baby vor meinem Augen, wie er da liegt und mich flehend anschaut. Das ich mir das nicht eingebildet habe, bestätigt mir der Bericht des Papas, dass Baby noch bestimmt eine Stunde sehr weinerlich war, bevor er noch einmal einschlief. Jetzt ist er munter und fidel und hat Spaß mit Oma, aber trotzdem ist mein Herz heute morgen bei ihm geblieben.

23.06.2013 Fremdeln? Gott sei Dank nicht!

Dieser Kelch ist bis jetzt noch an uns vorbei gegangen. Zwar ist Baby bei Menschen, die er nicht so häufig sieht, erst mal reserviert und beobachtet sie am liebsten einige Zeit von Mamas oder Papas Arm aus, aber meistens taut er sehr schnell auf und lässt sich dann auch weiterhin von jedem gerne halten – Hauptsache er wird getragen.

Beim Ostseeopa hatte Baby ja anfangs ein wenig skeptisch geschaut, sich aber doch sehr schnell zu einem ersten Grinsen hinreißen lassen. Und am Ende waren die beiden wieder Bombe befreundet – und das obwohl Opa nichts von seinem Spieß und auch nichts von seinem Bier abgegeben hat, der fiese Möpp! Das freut mich sosehr, denn der Ostseeopa hat so selten die Gelegenheit den kleinen Mann zu sehen und da ist es umso schöner, dass die beiden wirklich Spaß aneinander haben.

Auch die Berliner Oma, die Baby eigentlich jede Woche sieht, wurde nach zwei Wochen Abstinenz immer noch mit offenen Armen empfangen und ausgiebig beplappert und angestrahlt.

Der ultimative Fremdeltest war aber die Rückkehr der Uroma nach immerhin drei Wochen. Gestern war es endlich so weit: Uroma und Uropa kehrten – nach Angaben der Uroma ohne jeglichen Abschiedsschmerz, so sehr habe man Baby vermisst – aus dem Urlaub zurück. Der kleine Mann lag im Tiefschlaf in seinem Wagen im Garten, als auf einmal Omas und Opas Stimmen erklangen. Aufmerksame Leser wissen, dass Baby nicht leicht aufwacht, schon gar nicht durch laute Geräusche und doch riss er beim Klang ihrer Stimmen die Augen auf und starrte mit großen blauen Kulleraugen aus dem Wagen. Zweifelnd saß er auf meinem Arm, schaute Oma und Opa an. Ihm war klar, er kennt die beiden und er mag sie, aber es sah aus, als überlege er, warum er sie so lange nicht gesehen hat: Ihr! Hier! Nach so langer Zeit! Wo wart ihr denn nur? Wie soll ich denn jetzt nur reagieren?

Nachdem allerdings die Uroma zur Begrüßung ganz rituell seine Händchen „gefressen“ hat, war der Bann gebrochen. Baby lachte, erzählte und war die ganze Zeit bei Uroma und Uropa auf dem Arm – und der Opa hat ihn sogar einmal energisch gegen einen Abnahmeversuch seitens der Oma verteidigt. „Nein, lass ihn mir jetzt! Ich will ihn auch halten!“ sagte er bestimmt. Und Uroma setzte sich wieder und wackelte ungeduldig mit den Beinen.

© frhoppe 23.06.2013

22.06.2013 Zu wollen, was man hat…

… ist eine Kunst, die größtes Glück birgt!

Diese Worte kamen mir heute in den Sinn, als ich mit meiner Familie im Garten saß und den schönen Tag genoss. Es ist der vorletzte Tag unseres Mini-Urlaubs hier  im Norden Berlins im Garten meiner Großeltern. Nur morgen noch können wir diese Idylle genießen und so tun, als gäbe es die Welt nicht. Diese wenigen Tage waren für mich so entspannend und erlebnisreich wie ein Strandurlaub in der Dominikanischen Republik oder am Mittelmeer. Einen See vor der Gartentür, einen Pool vorm Haus, jede Menge Sonne, wunderschöne Blumen und saftige grüne Wiesen. Und mittendrin unser kleines Wunderbaby, das jetzt schon erkennen lässt, dass es später einmal nur Blödsinn im Kopf haben wird – und das meine ich ganz liebevoll!

Was will man mehr?

Wir Menschen wollen so viel und brauchen doch so wenig zu unserem Glück! Schon seit einer Weile beobachte ich mit Besorgnis die Entwicklung in unserer Gesellschaft, in der Besitz und die Anhäufung desselben wichtiger zu sein scheint, als Freunde und Familie. Bereitwillig opfern die Menschen ihre Zeit, um für die Anschaffung von Statussymbolen noch mehr zu verdienen und vergessen darüber, dass diese Zeit knapp bemessen ist. Der neueste, größte oder schärfste Fernseher liefert zwar ein realistischeres Bild, aber er ersetzt kein echtes Lächeln. Teure Parfums riechen gut, aber sie sind nicht vergleichbar mit dem Duft eines sonnigen Tages auf Babys Haut. Und so sehr uns Smartphones sozial vernetzen, sie können nicht mithalten mit einem Grillabend in Familie und mit Freunden.

Viele junge Menschen können sich heutzutage nicht mehr vorstellen, Kinder zu bekommen. Sie wollen reisen, Party machen und Karriere natürlich, um sich all die tollen Dinge leisten zu können und übersehen dabei, dass ein Kind zu haben – oder auch mehr 😉 – nicht nur Verantwortung, Arbeit und weniger Freiheit bedeutet. Das alles kommt zwar auf einen zu und alle Eltern fühlen sich von Zeit zu Zeit überfordert, aber das alles ist nichts gegen die Freude, die ein Kind bedeutet, diese unschuldige Lebenslust, die Kinder verströmen, diese wundervolle Neugierde, das Interesse an allem Neuen und diese reine, bedingungslose Liebe. Es klingt wie ein Klischee, aber es ist nichts als die reine Wahrheit: Kinder bereichern das Leben so unendlich und ein Lächeln von ihnen entschädigt für alles.

Ich möchte hier kein Plädoyer gegen den Konsum halten. Ich selber gehe gerne einkaufen und ich kaufe bestimmt auch oft unnütze Sachen, die ich nicht unbedingt brauche, die mir aber Freude machen. Nur sollten wir vielleicht alle öfter einmal darüber nachdenken, ob dass was wir haben wollen, es wert ist, dass wir dafür Zeit mit unseren Lieben verlieren.

„Es geht nicht darum, wie viel wir besitzen, sondern wie viel wir genießen, das sorgt für Glücksgefühl!“ sagte der im 19. Jahrhundert lebende, einflussreiche britische Politiker Charles Huddon Spurgeon. Er hat Recht!

© frhoppe 22.06.2013

21.06.2013 Ich liebe dieses Kind!

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Ich liebe dieses Kind!!!

Der kleine Mann ist einfach so unfassbar toll, hübsch, lebhaft, intelligent, freundlich, interessiert und bei allem, was er tut so unfassbar süß. Heute haben wir drei eine wunderschöne Stunde damit verbracht einfach nur zusammen auf dem Bett liegen. Baby hat dabei zwischen uns gelegen und hat die ganze Zeit munter vor sich hin geplappert. Mittlerweile ist das schon richtig verständlich, was er da von sich gibt. Ich spreche zwar seine Sprache nicht, aber täte ich es, würde ich sagen, er spricht sehr deutlich – kein Nuscheln, sondern klare Artikulation von Atta, Dada und Blabla. Ich könnte ihm stundenlag zuhören.

Und zwischendurch schaute er uns dann immer an, mit gerunzelter Stirn und so ernst, dass wir uns besorgt fragten, was ihn wohl bedrücken mochte, nur um dann plötzlich ganz breit über das ganze Gesicht zu grinsen, mit schelmischem Funkeln und gekrauster Nase. Und wenn wir dann zurück lächelten, dann schmiss er vor Freude sein Gesichtchen in die Matratze, drückte sich mit den Ärmchen ab und katapultierte sich begeistert etwa zehn Zentimeter rückwärts.

Überhaupt hatte er heute eine Menge zu bieten in Sachen Bewegung. Nicht nur, dass er sich soweit nach hinten verdreht hat, dass er mit seinem Kopf fast seine Füße berühren konnte – erstaunlich diese Beweglichkeit, die Babys haben – er macht jetzt wirklich langsam eindeutig Anstalten, mit dem Krabbeln anzufangen. Für einige wenige Sekunden schafft er es jetzt immer schon, seinen kleinen Bauch anzuheben – nur einen oder zwei Zentimeter zwar, aber immerhin! Wenn er es gerade nicht schafft, dann versucht er es aber energisch. Seine Füßchen an der Wand abgestützt wackelt er vor und zurück wie ein Wackeldackel, so als würde er Schwung holen, um sich im nächsten Moment auf Hände und Knie zu erheben.

Ich staune jeden Tag über dieses riesige Wunder, dass wir da geschaffen haben. Noch immer komme ich nachts ins Zimmer und kann nicht fassen, welches Glück wir haben, dieses wunderbare, liebe- und temperamentvolle Bündel bei uns zu haben. Er bereichert unser Leben und unsere Beziehung so sehr, dass es kaum zu glauben ist. Und manchmal, wenn ich ihn sehe, dann ist mein Herz so voll von Liebe für ihn, dass es fast wehtut.

© frhoppe 21.06.2013