07.05.2013 Der nervt einfach nicht!

Als ich diesen Blog angefangen habe, schrieb ich, dass ich die nervenden Seiten der Mutterschaft mit Humor betrachten und meine Erfahrungen teilen will. Kürzlich fiel mir auf, dass meine Beiträge sich eigentlich immer nur mit den positiven Erfahrungen befassen. Woran liegt das?

Sicherlich nicht daran, dass es alles immer nur positiv ist! Wir haben auch unsere schlimmen Phasen. Tage, an denen uns alles zu viel ist, und das nicht einmal nur, weil der kleine Mann quengelig ist, sondern auch, weil wir manchmal nicht ganz auf der Höhe sind. Nächte, in denen Baby 4 bis 5 Mal kommt und trinken will, sodass ich mich frage, ob das noch normal ist, ob er nicht langsam einen Rhythmus bekommen sollte. Tage wiederum, an denen sich das kleine Monster dreimal bis in den Nacken hoch zukackt und dann zu allem Überfluss noch die Mama zweimal vollspuckt – ich gehe immer zu seinen Gunsten davon aus, dass er das Gefühl frischer Kleidung drei Mal am Tag teilen möchte. Und so gerne ich auch stille, diese vermaledeite Abpumperei geht mir so auf den Sender – ich möchte auch endlich mal wieder vier Stunden aus dem Haus, ohne gleich das Gefühl zu haben, mir platzen die Brüste!

Und dann ist da dieses kleine Wunder, das gurrt und quietscht, und kräht und lacht, das schelmisch guckt, wenn es sich vollgemacht hat und breit grinst, wenn es furzt und uns mit großer Freude an Brille, Haaren, Schnüren und sonstigen an unseren Körpern befindlichen Gegenständen reißt. Dieses Wunder, das übers ganze Gesicht strahlt, wenn wir einen Raum betreten oder er uns morgens sieht, das vor Freude seine Nase an unserem Hals reibt und das schon so interessiert alles in seiner Umwelt aufnimmt. Das Wunder, das abends nach dem Einschlafritual erst fest einschläft, wenn es seinen Kuss und sein „Ich liebe dich“ bekommen hat und dann aber bis mindestens 23 Uhr schläft und das morgens an mich oder Papa gekuschelt auch noch mal tief einschläft, solange nur einer von uns da ist.

Heute morgen hat er zum ersten Mal etwas ganz besonders zahmes gemacht – erst bei Papa und dann bei Mama: Er lag auf dem Bett neben Papa und hat ihn ganz versunken angehimmelt, seine kleinen Händchen ganz sanft an Papas Mund, Nase und Augenbrauen und dabei hat er so unendlich zarte Töne von sich gegeben, ganz weiche, liebevolle Laute. So versunken war er, dass er erst gar nicht gemerkt hat, dass ich mich dazu gelegt habe. Und als er es gemerkt hat, wiederholte er den selben Vorgang bei mir, mit ebenso sanften Bewegungen und zarten Berührungen.

In diesen Momenten wundere ich mich nicht mehr über die Geduld, die ich neuerdings habe, diese stoische Ruhe, mit der ich beim Wickeln erregte Tritte hinnehme oder mit der ich Babys jetzt schon manchmal bockiges Geheule ertrage. Es stört mich einfach nicht, weil ich weiß, dass der kleine Mann mich irgendwann, ganz bald, dafür entschädigen wird, es eigentlich sogar in jeder Minute tut!

Ganz sicher werden auch Zeiten kommen, in denen ich hier halbe Nervenzusammenbrüche zu Papier bringe, aber bis dahin werden treue Leser mit den Ergüssen einer verliebten Mama leben müssen 😉

© frhoppe 07.05.2013

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