26.04.2013 Die Welt ist voller Wunder und Abenteuer.

Wenn man sich einfach mal einen Tag lang sein Kind ganz genau anschaut, dann fällt einem etwas ganz Besonderes auf, etwas, für das wir Erwachsenen schon lange blind geworden sind:

Die Welt ist voller Wunder und Abenteuer.

Es beginnt gleich morgens nach dem Aufwachen, wenn mir aus den Augen meines kleinen Mannes die pure Liebe entgegen strahlt. „Hey, da bist du ja wieder, Mama!“ scheinen sie zu sagen und er freut sich ganz unverfälscht, dass er mich morgens wieder sieht. Ganz klar, er weiß noch nicht, dass das jeden Morgen so ist, er muss das erst noch lernen.

Wenn ich Baby dann aus seinem Schlafsack befreie, ist die Freude so groß, dass erst einmal wie wild mit den Beinen gestrampelt wird. Dazu strahlt der kleine Mann ganz breit. Er freut sich einfach riesig, dass er sich endlich wieder frei bewegen kann. Meistens nutzt er dann auch gleich die Gelegenheit, um sich auf den Bauch zu drehen. Und obwohl er das jetzt schon ganz gezielt macht – mit einem immer gleichen Bewegungsablauf – guckt er immer noch ganz süß, so als wollte er sagen: „Huch, wie ist das denn jetzt passiert?“ oder als wäre er überrascht, dass es geklappt hat. Dann kommt dieser tolle Blick entweder zu Papa oder zu mir, der uns fragt: „Na, was sagst du jetzt?“ Natürlich loben wir ihn immer wieder überschwänglich.

Das größte Wunder birgt aber das Spielen und Entdecken. Dabei sind aber nicht die Dinge interessant, die wir für solche halten! Nein, weit gefehlt! Heute war es eine Seite der Zeitung, die der kleine Mann drückte, zog, zusammenknüllte, anknabberte, sich übers Gesicht legte, kurz, ganz genau untersuchte. Dabei juchte und lachte er übermütig bestimmt eine Viertelstunde lang. Genauso interessant war wieder einmal sein Fuß. Den kann er jetzt nämlich unter großen Mühen in den Mund nehmen. Also wird das natürlich auch ausgiebig versucht. Blöd nur, wenn dieselben von Strumpfhosen bedeckt sind, die verrutschen. Zum Schluss hatte Baby in beiden Händen jeweils ein Bein seiner Strumpfhose und bekam das irgendwie nicht zusammen, dass er die Strumpfhose wieder loslassen muss, wenn er seine Beine wieder bewegen will. Ich hätte mich todlachen können, wie er sich darüber geärgert hat – ich weiß, das ist gemein, aber der Gesichtsausdruck war zu herrlich!

Ich könnte noch seitenlang so weiterschreiben, denn dieser heutige Tag war so wunderschön und so erfüllt und erfüllend, weil ich mich ganz auf den kleinen Mann eingelassen habe. Mit ihm gespielt, gelacht, seine Füße untersucht, die Zeitung betrachtet und ganz ausgiebig mit ihm gekuschelt. Und ich habe beschlossen, dass ich versuchen möchte, solche „Nur-Baby-Tage“ öfter zu haben. Man kann dabei so viel lernen!

© frhoppe 26.04.2013

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