06.04.2013 Die Vorteile und die Fallstricke des Stillens

Heute Morgen – oder besser heute Nacht – erwachte ich aufgrund relativ undefinierbarer Schmerzen in meinem linken Ohr. Unschöne Sache das, noch hoffte ich jedoch, dass sich dieselbe wie schon öfter nach dem Schlafen in Luft aufgelöst haben würde. Hatte sie aber nicht! Sie hatte sich verschlimmert. Ich hatte nicht nur immer noch Schmerzen, ich hörte auch nichts mehr, weil alles zu geschwollen war.

So sind wir also, nachdem wir den kleinen Mann bei seiner treu sorgenden Großmutter väterlicherseits abgegeben hatten, in die nächst gelegene Rettungsstelle mit HNO-Arzt gefahren – natürlich bekomme ich so eine Scheiß von Freitag auf Samstag, wo kein normaler HNO-Arzt Sprechstunden hat. Bei unserer Ankunft dort wären wir am liebsten wieder umgekehrt, so voll war es da – rettungsstellenerfahrene Leser wissen, dass man da gerne mal seine 3-4 Stunden sitzen kann. Wir beschlossen jedoch, es erst einmal mit dem „Mein Baby wird noch gestillt, ich kann es nicht so lange alleine lassen“-Bonus zu versuchen. Die freundliche Dame hatte zwar großes Verständnis – sie wusste ja nicht, dass wir unser mit ausreichend abgepumpter Milch versorgtes Baby schamlos vorschoben – konnte aber nichts Genaues und schon gar nichts Verbindliches sagen. Man müsse halt sehen! Mag es das wartende Baby gewesen sein oder aber die Tatsache, dass Notfälle im HNO-Bereich nicht so häufig sind wie andere, erstaunlicherweise kamen wirbereits nach einer halben Stunde ran.

Na ja, was dann folgte, war nicht so schön. Damit er was sehen konnte, musste der Arzt erstmal den Gehörgang reinigen und ganz ehrlich – da hab ich lieber noch mal Wehen. Da weiß ich wenigstens wofür ich die Schmerzen habe. Aber wenn dir einer in deinem entzündeten, zugeschwollenen Gehörgang rumwerkelt und schabt, dann zuckt dir schon die Hand, wenn er dann noch den Hinweis gibt, man solle doch bitte entspannt bleiben. Und dann kam der mit antibiotischer Salbe getränkte Streifen ins Ohr, was nur unwesentlich weniger unangenehm war als das Prozedere davor. Schön fand ich aber, dass dem Arzt – nachdem er den ungefähr drei Meter langen Streifen fein säuberlich in mein Ohr gestopft hatte – einfiel, dass ich da ja vorhin was von „voll stillen“ und „kein Antibiotikum“ erwähnt hatte. Er schaue doch besser mal nach, ob es bei der speziellen Salbe keine Kontraindikation gebe. Und was soll ich sagen? Gab es!!! Also wieder raus mit dem ganzen Zeug, das Ohr noch mal gereinigt und dann einen neuen Streifen rein, diesmal mit einer Salbe, die angewendet werden darf. Und gratis dazu gab es den Kommentar: „Das hätte ich jetzt nicht gedacht, dass das beim Stillen auch noch so streng ist!“

Was lernen wir also aus dem heutigen Tag, außer, dass auch Ärzte lieber zuerst ins System schauen sollten? Wenn man stillt, dann kann einem das schon mal die eine oder andere Tür schneller öffnen. Es kann aber auch dafür sorgen, dass man länger hinter dieser Tür verweilt, als gewollt.

 

PS: Man möge mir den heutigen, etwas langatmigen, wenig mit Baby zu tun habenden Beitrag verzeihen, aber ich LEIDE!!! 😉

© frhoppe 06.04.2013

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2 Gedanken zu „06.04.2013 Die Vorteile und die Fallstricke des Stillens

  1. gute besserung 🙂 ich leide, gott sei dank, nur ständig unter erkältungen verschiedener stadien seit der kleine prinz bei uns ist.

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