02.04.2013 Sehr schwieriges Thema!

Gerade kam im ZDF bei 37° ein Bericht, der sich mit der Mutter eines Mörders auseinander setzt. Im Wesentlichen geht es dabei um die Frage, ob man sein Kind noch lieben kann und darf, wenn es zum Mörder geworden ist. Mal ganz davon abgesehen, was ich von diesem ganz speziellen Fall und der Mutter halten mag – das war richtig heftig –, hat es mich doch nachdenklich gemacht.

Dass unser kleiner Mann etwas so furchtbares macht, mag und werde ich mir gar nicht erst vorstellen, aber auf unser zukünftiges Leben in unserer immer mehr verrohenden Gesellschaft bezogen, frage ich mich doch: Wie weit geht elterliche Liebe? Wie lange darf ich mein Kind noch lieben, wenn es zum Verbrecher geworden ist? Habe ich als Mutter die Pflicht, meinem Sohn meine Liebe vorzuenthalten, wenn er etwas wirklich Schlimmes angestellt hat? Kann ich das überhaupt? Und, und, und ….

Dieser Bericht hat also wirklich sehr viele Fragen in mir aufgeworfen und ich denke ernsthaft, dass einem Kind Liebe vorzuenthalten, vieles noch sehr viel schlimmer macht. Das beginnt im Kleinen, wenn man zur Strafe nicht mehr mit dem Kind redet. Das ist für das Kind eine ganz schlimme Erfahrung – es lernt, dass es sich eben nicht auf seine Eltern verlassen kann, wenn es hart auf hart kommt. In meinen Augen ist es viel wichtiger zu kommunizieren. Strafe oder vielleicht besser Konsequenzen müssen sein, aber dabei darf die Kommunikation niemals abreißen. Denn wer nicht mehr mit einander redet, hat auch keinerlei Möglichkeit um Hilfe zu bitten, bevor es zu spät ist. Vor allem sollten wir eines nicht vergessen: „Erziehung ist Beispiel und Liebe, sonst nichts!“ (Friedrich Fröbel) Wie kann man also ein Kind zu einem vernünftigen Menschen machen, wenn man es nicht bedingungslos liebt?

An allererster Stelle steht natürlich der Plan, mein Kind zu einem guten Menschen zu erziehen, der andere mit Respekt behandelt, aber sollte das aus irgend einem Grund schief gehen, bin ich mir sicher, dass ich mein Kind immer lieben werde. Ich werde definitiv nicht immer gut heißen, was es tut, werde im allerschlimmsten Fall sogar verachten, was es getan hat, aber ich werde nicht aufhören können, meinen Sohn zu lieben.

© frhoppe 02.04.2013

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